Interview | Verbraucherzentrale Cottbus - Was Mieter ab Juli beim Fernsehen beachten müssen

Di 06.02.24 | 16:21 Uhr
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In einer Bauschubkarre transportiert ein Mann einen Fernseher zur Entsorgung ab. (Quelle: dpa/Arno Burgi)
Audio: Antenne Brandenburg | 06.02.2024 | Im Interview: Daniela Hofmann | Bild: dpa/Arno Burgi

Ab dem 1. Juli können und müssen sich Mieter entscheiden, wie sie zukünftig ihr Fernsehprogramm empfangen wollen. Das Nebenkostenprivileg beim Kabelfernsehen fällt weg. Was das bedeutet, erklärt Daniela Hofmann von der Verbraucherzentrale.

rbb24: Frau Hofmann, für Mieter in Mehrfamilienhäusern gibt es in diesem Jahr eine Änderung: Das sogenannte Nebenkostenprivileg für den Kabelanschluss fällt weg. Was genau ändert sich dabei?

Daniela Hofmann: Bisher hatte der Vermieter die Möglichkeit einen Sammelvertrag zu Kabel-TV im Haus abzuschließen und dann die Kosten über die Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umzulegen. Damit ist jetzt Schluss ab dem 1. Juli.

Muss ich mich als Mieter nun darum kümmern, dass ich ab dem 1. Juli noch Fernsehempfang habe?

In der Regel wird der Vermieter darüber informieren, dass diese Sammelverträge enden, meist über einen Aushang im Haus. Dann muss man sich überlegen, wie man weiterhin fernsehen will. Wenn man weiterhin den Kabelvertrag nutzen möchte, muss man einen eigenen Vertrag mit dem Kabelanbieter abschließen. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten fernzusehen. Man kann prüfen, ob das eine Alternative ist, zum Beispiel DVB-T, Satellitenfernsehen oder IPTV über den DSL-Anbieter, da gibt es heutzutage viele Möglichkeiten.

Diese Alternativen haben aber auch unterschiedliche Kosten. Manche müssen monatlich beglichen werden, andere, etwa eine Satellitenschüssel, müssen nur ein Mal bezahlt werden. Wie entscheide ich mich da richtig?

Das muss man ganz individuell entscheiden. Bei einer Satellitenanlage muss man prüfen, ob man überhaupt die Möglichkeit hat, die zu installieren. Das ist nicht immer gegeben. Wenn man sowieso einen DSL-Anschluss hat, kann auch IPTV sinnvoll sein. Das ist wirklich eine ganz individuelle Frage. Wenn man das Fernsehen einfach so weiternutzen will, wie bisher, dann ist manchmal auch der normale Kabelanschluss mit einem Einzelvertrag beim Kabelanbieter sinnvoll. Die Kosten liegen jeweils nur für das Fernsehen bei etwa acht bis zehn Euro.

Bemerken Sie in diesem Zusammenhang bereits Betrugsversuche?

Das befürchten wir natürlich, gerade wenn es in Richtung 1. Juli geht. Da ist auch noch die Fußball-EM, dass man von heute auf morgen Angst hat, ohne Fernsehen dazustehen. So ist es aber in der Regel nicht. Man muss auf jeden Fall Ruhe bewahren. Auch wenn der Sammelvertrag endet, wird wahrscheinlich nicht sofort abgeschaltet. Der Kabelanbieter kann zwar sperren, das dauert aber meistens ein bisschen. Man sollte sich also nicht überrumpeln lassen und sich in Ruhe informieren, nichts an der Haustür unterschreiben, auflegen bei Werbeanrufen und eben nicht in Panik verfallen. Bislang haben wir aber nur vereinzelte Fälle, bei denen es um dieses Thema Nebenkostenprivileg geht.

Vielen Dank für das Gespräch!

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.02.2024, 14:40 Uhr

22 Kommentare

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  1. 22.

    Wieder mal eine "Verbesserung" im Sinne aller Nutzer in Mehrfamilienhäusern. Bisher hat der Vermieter alles erledigt (sicherlich zu einem akzeptablen Preis) und nun muss sich jeder selbst drum kümmern und manche könnten überfordert sein. Kosten könnten auch auf die sozialempfänger zukommen, weil der neue Vertrag nicht über Nebenkosten der Miete abgerechnet wird.

  2. 21.

    Das soll: Unabhängige Information zu einem Thema, mit dem viele Menschen in naher Zukunft konfrontiert werden oder bereits konfrontiert worden sind und womöglich nicht so recht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Bedeutet auch: Man kann sie leicht hereinlegen und ihnen teures Zeug aufschwatzen, das sie weder brauchen noch wirklich wollen (Motto: Wenn Sie nicht ganz schnell bei uns bestellen, bleibt Ihr Bildschirm schwarz!).

  3. 20.

    Tja, wat meinen Sie, weshalb seit Jahren ALLE GEZ bezahlen müssen? Weil jeder, der Internet hat, die Programme des ÖRR konsumiert. Entwerder Sie zahlen unabhängigen Journalismus oder für Werbung bei den Privaten - kommt immer auf das Anspruchsniveau an.

  4. 19.

    "Niemand muss beim Kabel bleiben." Das kommt sehr stark auf die Gegebenheiten vor Ort an. So pauschal kann man das leider nicht sagen. Kabel-TV bietet den Vorteil, viele TV-Sender zu einem vergleichsweise guten Preis empfangen zu können. DVB-T ist zwar erst mal kostenlos, aber die Privatsender sind verschlüsselt und man braucht jährlich eine Karte für deren Empfang. Der ist dann zwar in HD, aber wem das nicht wichtig ist, zahlt den Jahrespreis dann quasi nur für ein paar Sender mehr. Wer kein gutes und stabiles Internet zuhause hat, für den ist auch der Umstieg auf Internet-TV keine wirkliche Option, gerade wenn der Anschluss dann auch noch von mehreren Geräten gleichzeitig genutzt werden soll. Da kommt bei so Manchem die Bandbreite schnell an ihre Grenzen und es gibt nur noch Matsch auf der Flimmerscheibe. Zudem ist auch IPVT eben nicht kostenlos. Es gibt zwar entsprechende Verträge, aber nicht Jeder kann oder will dafür wechseln. Auch eine Sat-Schüssel darf nicht Jeder installieren.

  5. 18.

    Also ich habe keine Angst, mal ohne Fernsehen dazustehen. Bei diesen Programmen ist jeder Cent an Gebühren zuviel!

  6. 17.

    Ja, Ihr Radio wird dann irgendwann verstummen, weil der Kabelanbieter den Anschluss kappt, es sei denn, Sie haben bereits heute dafür einen separaten Vertrag mit dem Anbieter abgeschlossen. Das haben aber die Wenigsten, da der Kabelanschluss bisher fast immer vom Vermieter zwangsweise zur Verfügung gestellt wurde. Das darf er künftig nicht mehr. Wenn Sie aber tatsächlich nur Radio über Kabel nutzen und nicht auch TV oder Internet, dann ist der Umstieg auf UKW plus ggf. Internetradio eine Überlegung wert, statt einen neuen Vertrag abzuschließen.

  7. 16.

    >"Würde mich auch gern von der GEZ abmelden."
    Nix is. Auch wenn Sie streamen, konsumieren Sie Informationen oder Unternahltung, die von den öffentlich rechtlichen teilweise auch mitfinanziert werden, auch wenn Sie nicht explizit öffentlich rechtlichen Rundfunkt schauen oder hören.
    Die GEZ einnahmenen dienen auch dazu, Informationen aus aller Welt zu sammeln. Irgendwer muss die Reporter, Redakteure und Nachrichtenagenturen ja bezahlen. Es sieht zwar immer so aus, aber Informationen kommen nicht für umsonst aus aller Welt zu Ihnen aufs Display.

  8. 15.

    Da sind dann die Privatsender kostenpflichtig verschlüsselt. Kostet dann um die 80€ im Jahr, will man mehr oder das nicht zahlen ist suchen im Internet angesagt. fällt man dann auf kostenpflichtige Angebote reingefallen ist man schnell "angefixt". Kann dann teuer werden.

  9. 14.

    Geht mir genauso. Wenn ich mal was gucken will, geht das über den Laptop in der Mediathek - das reicht mir vollkommen.

  10. 13.

    " Ab dem 1. Juli können und müssen sich Mieter entscheiden, wie sie zukünftig ihr Fernsehprogramm empfangen wollen. Das Nebenkostenprivileg beim Kabelfernsehen fällt weg.."
    Nicht mal das ist richtig.

    Das Nebekostenprivileg ist zum 1. Januar 2024 weggefallen. Bis Ende Juni gibt es lediglich noch eine Übergangsfrist.

  11. 12.

    Ich sehe leider so gut wie keine Information. Allein dieser Satz "Der Kabelanbieter kann zwar sperren, das dauert aber meistens ein bisschen. " ist grundlegend falsch. Weil schlecht bis gar nicht recherchiert?

    In den meisten Mehrfamilienhäusern gibt es zur Zeit noch gar keine Technologie, um einen einzelnen Anschluss zu sperren. Das würde nur über Zugang zur Wohnung und Versiegelung der Anschlussdose möglich sein. Nur in Neubauten gibt es Möglichkeiten, außerhalb der Wohnung zu sperren.

    Niemand muss beim Kabel bleiben. Es gibt Internet, es gibt Sticks, es gibt kostenlose Apps für Smart-TV.

    Wäre all das hier erwähnt, dann wäre es - vielleicht - ein gut recherchierter Artikel.

  12. 11.

    Endlich fällt diese Zwangsabgabe weg! Bezahle seit über zehn Jahren pro Monat 14€ für nix… (habe keinen Fernseher).

  13. 10.

    Zum Glück muss ich jetzt nicht mehr das Kabel-TV nutzen. Würde mich auch gern von der GEZ abmelden. Wird das jetzt auch endlich gemacht? Weil ich alles streame, finde ich das Deutsche System echt anstrengend. ist im Ausland einfacher und günstiger. Da kann man sich die Kohle dann auch sparen...

  14. 9.

    Das Problem ist ja das es nur ein paar Sender über DVB-T2 gibt die frei empfangbar sind. Und für die restlichen darf man zahlen.

  15. 8.

    Sehr geehrtes rbb-Team,
    ich schaue Fernsehen über einen TV-Stick meines Anbieters, habe aber das Radio über den hausinternen Kabelanschluss zu laufen. Wie sieht es da aus? Bleibt das Radio dann stumm wenn ich keinen Extravertrag mache? Oder besteht weiterhin die Möglichkeit des Radioempfanges?
    Mit freundl. Grüßen

  16. 7.

    Genau solch Installation hatte ich seit der Umstellung auf DVB-T2auch genutzt. Mußte allerdings monatlich bei einen Anbieter 6 Euro entrichten damit mein 45 Euro Receiver auch richtig funktioniert. Nun besitze ich nebenbei auch ein i Pad Air. Nachdem ich den Vertrag mit Telekom gekündigt habe, benötige ich nicht einmal mehr eine SIM Card um Netflix u.a. zu empfangen dank meines jungen Nachbarn, welcher mir freundlicherweise obendrauf noch sein WLAN Anschluss zur Verfügung stellt. Somit bleibt sogar jetzt die Glotze aus. Benutze das TV Gerät nur noch um mir gute Filme auf DVD anzuschauen. Keine 6 Euro mehr monatlich. Alles kostenlos. Naja, bis auf die Rundfunkgebühren.

  17. 6.

    Eine Rundfunkanstalt informiert über rechtliche Änderungen beim Rundfunkempfang in vielen Mietshäusern. Tja, was das wohl soll?

  18. 4.

    Ich benutze seit vielen Jahren DVB-T und lebe gut damit. Mit meiner Zimmerantenne empfange ich die wichtigen öffentlichen Programme von ARD und ZDF sowie viele 3. Programme. Gottseidank gibt es über DVB-T keine werbebasierten Programme wie RTL, Sat1 etc. Die rauben mir mit ihrer vielen Werbung viel Zeit und Nerven.
    Alternativ finde ich übers Internet weitere Informationsangebote. Für DVB-T bezahlte ich nur einmalig im Laden die Anschaffungskosten für eine DVB-T-Box (etwa 40 Euro). Das wars - mehr kostet mir Fernsehen mit DVB-T nicht!

  19. 3.

    Also ich finde den Artikel hier in Ordnung - Information ist alles. Von daher kein Frage :-) Danke RBB.

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