Zeitkarten für Risikogruppen - VBB: Vorerst keine Abo-Erstattungen wegen Coronavirus

Eine Frau sitzt an einer Bushaltestelle in Berlin Treptow (Quelle: imago images/Thomas Trutschel)
Bild: imago images/Thomas Trutschel

Für Inhaber von Abos und Monatstickets beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) gibt es vorerst keine weiteren Erstattungsmöglichkeiten während der Corona-Krise. "In Abwägung der derzeit vorliegenden Rahmenbedingungen und Umstände hat man sich darauf verständigt, dass die gültigen Tarifbestimmungen und Beförderungsbedingungen weiterhin anzuwenden sind", heißt es in einem Antwortschreiben des VBB auf einen Brief des Fahrgastverbands Pro Bahn Berlin-Brandenburg.

Erstattung bei Krankheit

Darin hatte der Verband auf die aktuelle Lage vor allem von älteren Abonnenten ab 65 Jahren hingewiesen. "Diese Kunden sind Angehörige der Risikogruppe, der generell von der Benutzung des ÖPNV abgeraten wird", schreibt Pro Bahn. "Damit wird dieses Abo für die Zeit der Einschränkungen geradezu wertlos."

Für Abokunden gibt es beim VBB die Möglichkeit, Zeitkarten zurückzugeben und sich diese erstatten zu lassen, etwa, wenn der Kunde krank ist und die Karte nicht nutzen kann. Inzwischen erstattet der Verbund auch bei amtlich verordneten Quarantänefällen während der Corona-Krise die Tickets - abzüglich des Fahrpreises für die bereits getätigten Einzelfahrten. Eine generelle Erstattung - etwa für Kunden, die aus Vorsicht auf Bus- und U-Bahnfahrten verzichten - gibt es nicht.

VBB will Regelungen bei geänderter Lage überdenken

Pro Bahn kritisierte diese Regelung in einer Reaktion auf das Antwortschreiben. "Die Bundesregierung empfiehlt also den Seniorinnen und Senioren, den ÖPNV zu meiden", heißt es. Gleichzeitig bestehe der VBB auf die monatlichen Abbuchung.

Der Verkehrsverbund stellt allerdings in seiner Antwort in Aussicht, die Kulanzregeln neu zu überdenken, sollten die aktuellen Einschränkungen längerfristig bestehen bleiben oder sogar verschärft werden.

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14 Kommentare

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  1. 14.

    Hallo, ich bin Rentnerin und habe ein Monatsabo, das jeden Monat 52,00 € kostet. Da ich sehr alt bin und zur Risikogruppe gehöre, bin ich seit Anfang März nicht mehr mit der BVG gefahren. Wann äußert sich die BVG mal zu Vergütungen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Ingeborg Sonsalla

  2. 13.

    Hallo, auch ich nutze seit Jahren ein Abo. Da ich seit 2 Monaten bis auf Weiteres von zu Hause aus arbeite und wenn es hoch kommt zwei Mal im Monat ein paar Stationen mit dem Bus fahre, wollte ich das Abo möglichst aussetzen. Es besteht aber nur die Möglichkeit dieses zu kündigen. Aber jetzt kommts: Eine vorzeitige Kündigung ist zwar möglich, ich müsste jedoch für das zurückliegende Jahr des Abos (bei mir wäre das ab 01.09.2019) die Differenz zwischen dem Abo-Preis 63,42 € und dem Schalterpreis 84,00 € also 20,58 € * 9 = 185,22 € nachzahlen. Alternativ besteht natürlich die Möglichkeit, das Abo zum Laufzeitende 31.08.2020 zu kündigen. Bis dahin kostet mich also theoretisch eine Busfahrt ca. 30,00 € (Taxi wäre günstiger). Vielen Dank BVG (weil Sie uns lieben).

  3. 12.

    Hallo.. Ich habe ein Abo bei der BVG. Und finde es schon schade das es keine Vergünstigungen gibt. Ich arbeite seit 2 Monaten von zuhause bin Risikomensch wegen div. Krankheiten. Bin in der Zeit wenn es hoch kommt 2x ca gefahren mit dem Bus. Die die früher schwarzgefahren sind können es zur Zeit auch tun weil keiner kontrolliert. Das finde ich ungerecht den Leuten gegenüber die jeden Monat zahlen. Ein Entgegenkommen wäre da schon schön meiner Meinung nach. Vom Service will ich so gar nicht reden..denn vorher kam auch nicht immer alles pünktlich. Der M29 kommt immer zu spät oder ist oft ausgefallen, auch vor dem Corona Virus..
    Lg

  4. 11.

    Also, jetzt mal ganz ehrlich. Frage mich langsam wie gierig die Deutschen sind. Der/dem BVG/VBB zu unterstellen er hätte nichts getan finde ich schon sehr weit hergeholt. Wie schon im ersten Beitrag erwähnt, gehöre ich auch zur Risikogruppe. Eingeschränkt durch die Verkehrsbetriebe habe ich mich überhaupt nicht in meiner Bewegungsfreiheit. Auch ich bin von einer Einschränkung einer Linie betroffen, trotzdem bin ich immer ans Ziel gekommen. Es stört mich auch nicht wenn ein Verkehrsmittel statt alle fünf im zehn-Minuten Takt fährt. Ehrlich wann kann man es je jemanden recht machen. Ihr könnt Euch schon auf die nächsten Steuer-, Fahrpreis- und sonstigen Erhöhungen freuen, die da kommen. Und die tragen wir alle... auch ich.

  5. 10.

    Die BVG hat gar nichts geliefert, die Leistung mindestens halbiert. Ganze Linien sind ausgefallen und die übrig gebliebenen ausgedünnt. Die BVG hat die versprochene, erwartete und bezahlte Leistung für das Abo nicht erbracht. Jedes andere Reiseunternehmen, Theater, Hotell etc muss für nicht erbrachte Leistungen zurückerstatten nur die BVG nicht, weil sie staatlich ist? Solche Extrawürste sollte es nicht geben.
    Die BVG wird auch regelmäßig von Strafzahlungen wegen Verspätungen und Ausfällen verschont, die andere Unternehmen des VBB, namentlich insbesondere die S-Bahn, teuer bezahlen müssen. Obwohl die BVG kein bisschen besser ist.
    §14 der Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin ordnet mit wenigen Ausnahmen behördlich an Zuhause zu bleiben. Das ist noch einmal schärfer als eine behördliche Reisewarnung.

  6. 9.

    Euer Ernst jetzt? Alle im Verkehrsverbund haben ihre Auftrag erfüllt. Wer jetzt auf die Idee kommt für sein Abo Geld zurück zu bekommen ist einfach nur krank, sorry! Sehe das genauso wie der/die erste schreiberIn. Es ist nen Abo. Die BVG hat geliefert, kann jedoch nichts dafür, dass die Fahrzeuge leer blieben. Nee, so läuft das nicht. Man hätte ja fahren können! Und mal ehrlich, aktuell ist mir kein Fall bekannt, wo nur ansatzweise kontrolliert wird. Also hat die Beispielhafte genannte BVG sogar mehr gemacht als nötig. Lässt gut sein. @BVG und Co... Danke das ihr die Leute ohne Kontrollen fahren lasst. Ein Beitrag in die richtige Richtung.

  7. 8.

    Frech ist eines vom Verkehrsverbund die Takte auszudünnen... Also ein verringerte Angebot bereit zu stellen, aber den vollen Preis zu verlangen... Wenn irgendwann einmal etwas Normalität zurück kehrt, fährt der Berliner-Öffi Schrott auch wieder nur von einer Störung zur nächsten und von einem Schienenersatzverkehr zum anderen... Ich kann derzeit die Öffis nicht nutzen, weil meine Frau Hochrisiko-Patientin ist... Habe zusätzliche Aufwendungen, mal schauen was der Finanzminister bei der Steuererklärung dazu sagen wird. Werde mir das mit dem Abo nochmal durchrechnen, vielleicht braucht Berlin ja doch mehr Individualverkehr auf seinen Straßen

  8. 7.

    Den Studierenden und Senioren sollte eine Erstattung ermöglicht werden. Der VBB zahlt An die Verkehrsunternehmen nur für die gefahrenen Kilometer.
    Transparent und nachvollziehbar sollten die Gesellschafter (Landkreise und Städte) hier zeitnah handeln.

  9. 6.

    Diese äußerst kundenUNfreundliche Maxime wird zusätzlich zum Nachdenken anregen, ob das Geld nicht besser in eine virenfreie, AUTOMOBILE Umgebung investiert ist.

  10. 5.

    Ziemlich frech Hamburg mit Berlin zu vergleichen. In Hamburg bin ich kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, da gab es autofreie Wochenende. In Berlin natürlich nicht vorstellbar.

  11. 4.

    Ich habe das Abo für die Umweltkarte unter anderen Umständen abgeschlossen. Angesicht eingestellter Linien und erheblich veränderter Takte im Fahrplan finde ich es schon unverschämt, derzeit die vollen Preise für die Abos zu verlangen.

  12. 3.

    Gehe mal davon aus, dass jetzt viele ihre Abos kündigen werden. Zumindest die, für die eine normale Nutzung des ÖPNV in weite Ferne rückt. Beizeiten können wir uns dann überlegen, ob und wieweit wir das Risiko der Nutzung wieder eingehen wollen. Wahrscheinlich werden einige dann künftig auch erstmal komplett auf ein Abo verzichten. Wenn sich das jetzt in Wellen mindestens bis ins nächste Jahr zieht - fahren wohl alle mit einzelnen Monatskarten bei Bedarf günstiger.

  13. 2.

    Beim Hamburger Verkehrsverbund kann man sein Abo ruhen lassen. Habe mein Seniorenticket für März und April eingestellt, Geld wurde nicht abgebucht.
    Geht doch.

  14. 1.

    Man, aus was alles Geld geschlagen werden möchte. Auch ich gehöre zur Risikogruppe, bin aber nicht im entferntesten auf den Gedanken gekommen eine Rückerstattung zu fordern. Abos sind doch nicht für eine bestimmte Tages- oder Uhrzeit. Eigentlich gelten sie ein ganzes Jahr. Ein bisschen Fairnis erwarte ich schon von so einem Verein. Es besteht doch die Möglichkeit ein Abo zu kündigen. Ich finde der VBB kommt schon mit seiner jetzigen Kulanz sehr den Nutzern von Abonnements entgegen.

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