Symbolbild: Eine 84-jährige Seniorin wird im Pflegeheim mit einer zweiten Corona-Impfung geimpft. (Quelle: dpa/A. Heimken)
Bild: dpa/A. Heimken

Zweitimpfungen gegen Corona laufen - Berliner Pflegeheime sollen Anfang Februar durchgeimpft sein

In Berlin sind bisher mehr als 80 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen gegen das Corona-Virus geimpft worden. Das hat Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag nach einer Senatssitzung mitgeteilt.

Der Anteil der Zweitimpfungen liege inzwischen bei 35 Prozent. Man hoffe, die Impfungen in den Heimen in der ersten Februarwoche abschließen zu können, so Kalayci.

Berlin bei Impfungen im Mittelfeld

Insgesamt sind in Berlin bisher mehr als 92.000 Impfungen verabreicht worden. Darunter seien 75.183 Erstimpfungen und 17.316 Zweitimpfungen. 48.120 Impfungen seien durch mobile Teams in den Pflegeheimen erfolgt, 32.312 hätten in Impfzentren und 12.067 in Krankenhäusern stattgefunden. Die Berliner Impfquote liegt derzeit laut Robert-Koch-Institut [rki.de] bei 2,1 Prozent, damit liegt das Land Berlin bundesweit im Mittelfeld. Führend sind hier Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz (beide Impfquoten von je 3,2 Prozent), Schlusslicht sind Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen (jeweils 1,6 Prozent).

Berlin erwartet in dieser Woche rund 27.000 Impfdosen gegen das Coronavirus. Laut Gesundheitsverwaltung sollen vom Hersteller Biontech 23.400 Impfdosen kommen, von Moderna 3.600.

Auch bislang zurückgehaltene Impfdosen werden verwendet

Derweil greift Berlin inzwischen auch auf Impfdosen zurück, die bislang für die Zweitimpfung bereits geimpfter Menschen zurückgehalten wurden. "Wenn Ausfälle da sind, greifen wir auch kurzweilig in die Reserven rein", erklärte Kalayci und begründete das Vorgehen damit, vereinbarte Impftermine nicht absagen zu wollen. Kalayci betonte aber auch, dass es sich dabei um Ausnahmen handele und erklärte: "Wir wollen da kein größeres Risiko eingehen." Verwendete Dosen für die Zweitimpfung würden mit der nächsten Lieferung wieder aufgefüllt.

Vergangene Woche räumte die Gesundheitsverwaltung ein, dass wegen Lieferschwierigkeiten der Hersteller weniger Impfstoff zur Verfügung stehe. Allerdings sollen die Mengen steigen: auf rund 30.000 Impfdosen kommende Woche und mehr als 40.000 Anfang Februar. Bislang sind in Berlin drei der insgesamt sechs Impfzentren in Betrieb (Erika-Heß-Eisstadion, Messehalle 11 und Arena in Treptow). Alle weiteren können erst mit der Arbeit beginnen, sobald mehr Impfstoffe in Berlin eingetroffen sind.

Noch in dieser Woche könnte der dritte Corona-Impfstoff in der EU zugelassen werden. Der Hersteller AstraZeneca hat jedoch schon angekündigt, weniger als zunächst geplant liefern zu können. Zudem wird das Vakzin voraussichtlich nur bei Menschen unter 65 Jahren angewendet.

Sendung: Abendschau, 26.01.2021, 19.30 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

14 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 14.

    Es gibt nicht mehr Impfstoff.
    Egal wo er existiert noch nicht !
    Die Fabrik kann pro Woche nur eine bestimmte Anzahl herstellen und davon bekommt Berlin 23 400.
    Mehr gibt es einfach nicht!
    Sie widersprechen sich selbst in ihrem Kommentar war von Impfungen in der Arztpraxis und nicht von Hausbesuchen die Rede.
    und in 3) erklären sie das man solle den Impfstoff statt an Impfzentren an Hausärzte liefern was wieder bedeuten würde die Zentren müssen schließen weil sie keinen Impfstoff haben.
    Und zu 2 wer nicht bettlägerig ist bekommt das hin also selbst mit Rollstuhl war das kein Problem.
    Aber ja mit riesen logistischem aufwand bekommen wir so eine absolut kleine Minderheit geimpft zb könnte der Hausarzt ja auch die spritze einzeln im impfzentrum Abholen und zum Patienten bringen.

  2. 13.

    1.) ich habe nicht geschrieben, die Impfzentren zuschließen. Wer möchte und kann, soll diese ruhig weiterhin aufsuchen.
    2.) Aber nicht jedem ist es möglich, die Impfzentren aufzusuchen, mag es mit den Taxen noch so gut organisiert sein. Dazu muss man nämlich noch bis zu einem gewissen Grad mobil sein. Daher auch der Vorschlag mit den Hausbesuchen.
    3.) Der jetzt verimpfte Stoff muss ja auch irgendwo herkommen, also kann es doch nicht so unmöglich sein, statt nur die Impfzentren zu beliefern, auch vorbereitete Spritzen auf Bestellung an die Hausärzte zu geben. Voraussetzung ist natürlich eine ausreichende Menge.

    Im übrigen wurde sogar der Vorschlag eines Dialyse-Zentrums abgeschmettert, dort die Patienten bei ihren Blutwäsche-Terminen zu impfen.

    Es hängt eben daran, dass nicht genug Impfstoff vorhanden ist. Ich hoffe, bei den nächsten Bestellungen werden nicht Dosen, sondern Ampullen bestellt.

  3. 12.

    „ Klar, besser geht immer, aber das sind erstmal gute Nachrichten und ich freue mich für jeden einzelnen geimpften Menschen in den Pflegeheimen. :-)“

    Sehe ich genauso. Mir fällt ein Stein vom Herzen.

  4. 11.

    Und wo genau bestellt der Arzt den Impfstoff?
    Berlin hat z.B. kommende Woche 23400 verfügbare Impfdosen
    Rund 3000 Hausärzte in Berlin bedeutet jede Praxis kann pro Woche 7,8 Personen impfen wenn wir die Zentren Schließen. Soviel zu ihren 20-30 am Tag
    Und mit den 8 Dosen sollen auch Angehörige gleich mit geimpft werden?
    Ist es wirklich so schwer zu verstehen man kann nur Impfstoff bestellen und verimpfen der Existiert!
    P.s. Ich bin auch pflegender Angehöriger und meine gepflegte hat ihre Impfung als über 80 jährige vergangene Woche bekommen. In einem perfekt organisierten Im Impfzentrum zu dem sie problemlos mit einem Taxi kam

  5. 10.

    Das sind ja mal gute Nachrichten, immerhin statistisch gesehen sind damit 25% der pflegebedürftigen in Berlin geimpft. Bleiben ja nur noch 75% übrig, nämlich der Großteil, der von Angehörigen zu Hause gepflegt wird.
    Nachdem festgestellt wurde, dass der Impfstoff biontech/Pfitzer doch länger über -70*C gelagert werden kann, hätten diese schon längst durch die Hausärzte geimpft werden können und ihre pflegenden Angehörigen gleich mit.
    Hausarzt macht Aufklärung, Betroffene überlegen sich das ganze, Termine (ein Impftag in der Praxis) werden vereinbart, am Tag vorher wird nochmals nachgefragt, ob es dabei bleibt. Impfstoffe bestellen und werden vorbereitet am Impftag früh geliefert, somit könnte der Hausarzt am Tag 20-30 Personen impfen. Keine langen Wege, vertraute Umgebung und der Arzt/die Ärztin des Vertrauens. Alle, die ins Impfzentrum wollen, gehen dahin. Einfach mal pragmatisch etwas lösen.

  6. 9.

    Klar, besser geht immer, aber das sind erstmal gute Nachrichten und ich freue mich für jeden einzelnen geimpften Menschen in den Pflegeheimen. :-)

  7. 8.

    Das klingt ja recht postiv. Wieso schaffen das die anderen Bundesländer nicht? Gibt es da nur eine zentrale Stelle, ein Kühlhaus von wo aus die Teams starten und bis sie dort sind ist der Impfstoff unwirksam? Merkwürdige Organisation wenn dem so ist.

  8. 7.

    Leider nicht, denn Senioren die in der Tagespflege sind oder zu Hause wohnen sind noch lange nicht geimpft. Da gibt es zumindest in Tempelhof-Schöneberg noch nicht mal eine Einladung.

    Aber gut, dass es voran geht! Bei Freunden aus dem medizinischen Bereich habe ich gehört, dass es auch gut voran geht. Wir kennen erste Ärzte die geimpft sind. Das sind doch gute Nachrichten.

  9. 6.

    Naja die Totenzahlen ziehen ca 3 Wochen der Infektion nach.
    Immunität soll 1 Woche nach der 2.impfung zu 95% gegeben sein, von daher würde es mich wundern wenn wir den Effekt vor mitte-ende Februar sehen könnten.
    Allerding vermittelt die erste Gabe scheinbar schon bei ca 30% der geimpften eine Immunität so das ich guter Dinge bin in den Infektionszahlen der nächste oder übernächste Woche in den hohen Altersgruppen schon einen Effekt zu sehen

  10. 5.

    Nächster Anwärter für eine Impfstoff-Zulassung in Europa ist jener des Herstellers AstraZeneca. Nun gibt es Berichte, dass der Impfstoff weit weniger wirksam ist, vor allem bei Menschen über 65 Jahren. Corona Impfstoffe sind ein kostbares knappes Gut zurzeit, ein Stoff auf dem viele Hoffnung liegen. Berichte über eine angeblich geringere Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca sorgen für Verwirrung. Werden die Impfungen uns alle schützen, das ist fraglich.

  11. 4.

    Seit wann wohnt denn der Großteil der alten Leute in Pflegeheimen? Impfquote ist gerade mal 1.5% oder so.

  12. 3.

    Die Todeszahlen sind in Berlin ja auch schon niedriger als in Brandenburg. Interessant ist die Frage, wie vergleichbar eigentlich die Inzidenzwerte in der Gesamtbevölkerung dann noch sind, wenn die Pflegeheime als Gradmesser des Infektionsausmaßes keine Zahlen mehr beitragen.

  13. 2.

    Merkel: "Wir haben alle Fehler gemacht". Typisch Merkel, die eigenen Fehler gleich wegdelegieren. Wieso , wir haben alle Fehler gemacht ? Also , ich trage MNS , halte Abstand , Hygiene sowieso , reduziere Kontakte , fahre nicht in den Urlaub , gehe nur arbeiten und bin dann wieder in der Wohnung .
    Ich wüsste nicht , wo da bei mir der Fehler liegt . Sie sollte nicht von sich auf Andere schließen .

    Zum Dank für Ihre Fehler werden dann auch noch wieder Steuergelder in aller Welt verteilt und zwar rapido .

    An dem Tag , an dem Sie weg ist , wird Champagner in den Regalen knapp .

  14. 1.

    Das müsste sich ja nun langsam auch auf die täglichen Totenzahlen auswirken. Wenn nicht ist irgendwas komisch.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren