Bundesbauministerin - Abriss des Generalshotels am Flughafen BER "nicht vermeidbar"

Do 29.06.23 | 17:00 Uhr
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Teilweise mit Marmor sind die Wände im ehemalige Generalshotel am früheren Flughafen Schönefeld, dem heutigen Flughafen Berlin Brandenburg (BER), verkleidet. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) sieht keine Handhabe, das denkmalgeschützte "Generalshotel" auf dem Gelände des Hauptstadtflughafens BER vor dem Abriss zu retten.

Geywitz verwies am Donnerstag darauf, dass die Pläne für den Abriss des ehemaligen Empfangsgebäudes für Repräsentanten der Sowjetunion und Staatsgäste der DDR sehr alt seien. "Die Stelle wird benötigt für die Flugbereitschaft", sagte sie. "Es ist natürlich immer bedauerlich, wenn auch solche Gebäude abgerissen werden müssen, es ist aber in dem Fall nicht vermeidbar." Das Projekt Regierungsflughafen werde verantwortet vom Verteidigungsministerium und vom Auswärtigen Amt, sagte Geywitz.

Abriss soll Anfang September beginnen

Eine Initiative von Architekten, Denkmalschützern und Politikern versucht seit Wochen, den Abriss des "Generalshotels" zu stoppen. Die Initiative hatte dafür auch an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) appelliert, sich einzuschalten. Ein Regierungssprecher teilte dazu aber mit, dass Scholz für diese Immobilie nicht zuständig sei.

Nach Angaben der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) soll der Abriss der zwischen 1947 und 1950 erbauten Villa Anfang September beginnen. Zuvor sollen "in Abstimmung mit dem Denkmalschutz erhaltenswerte Objekte und Bauteile gesichert und ausgelagert" werden, wie die Bima auf Anfrage mitteilte. Die Fläche wird nach Angaben der BIMA für den Betrieb der Regierungsflugstaffel benötigt.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 29.06.2023, 19:30 Uhr

42 Kommentare

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  1. 42.

    Vermeidbare wäre der Abriss schon, wenn die Verantwortlichen es nur wollten, aber wie viele andere Bauten aus der DDR muss auch dieser weg, dafür gibt es dann die Westerrungenschaften.

  2. 41.

    Alternativlos und basta. So muss Politik funktionieren, bravo!!

  3. 39.

    " nicht vermeidbar" ? Nicht willens trifft es wohl eher. Wenn etwas gewollt wird, dann findet die Politik auch Wege und Ausreden. Palast der Republik weg, ICC noch da. Warum? Siegerjustiz und ein bequemes Plätzchen schön nahe beisammen. Also es geht schon wenn die Politik wollte. Aber hier geht es um ein schönes Plätzchen für Regierungsflieger und da will man einfach nicht. So einfach wird Denkmalschutz ausgehebelt. So einfach werden auch alle anderen Gesetze ausgehebelt, wenn der politische Wille da ist.

  4. 38.

    Es war ja schon beim Palast der Republik so.Was Ost ist muß weg,jetzt eben für einen Parkplatz für Frau Baerbocks Auto,wenn sie in die USA reist.Beim Palast war es wenigstens noch das vorgeschoben Argument des ( versiegelten )Asbestes,während die Messehalle mit Asbest ohne Versiegelung heute noch steht.

  5. 35.

    Immer wenn es um den BER geht wird deutlich, wie sich die Standortfehlentscheidung nachteilig auswirkt. Immer. Die Experten hatten recht. Die Politiker nicht.

  6. 34.

    Was m. E. gesellschaftlich fehlt, das ist ein Gefühl dafür, dass nicht jedes Gebäude an jedem x-beliebigen Ort stehen kann. Das Generalshotel hebt sich - bei eher gewöhnlicher Architektur - nicht negativ aus der reinen Zweckarchitektur der Umgebung heraus, eher im Gegenteil.

    Der Palast der Republik hingegen hat der Straße "Unter den Linden" kein Auftakt sein können, dazu hätte es anderer Formen bedurft. Hätte er in Hohenschönhausen oder in Lichtenberg gestanden, wäre er hundertprozentig noch da. Die äußerliche Rekonstruktion des Berliner Schlosses als Architekturform war und ist genau der Ursprung, weshalb "die Linden" so aussehen wie sie aussehen. Ohne Schloss als Ausgangspunkt bleiben "die Linden" ein Torso.

  7. 33.

    Die positive Antwort:
    Die zwei Zudringlichkeiten, sprich: die zeitunabhängige Durchfahrbarkeit mit dem Auto ist vor fast zwei Jahrzehnten abgewehrt worden, die Führung eines Radschnellweges durch das Tor jüngst auch.

    Die Argumente, die Beides verhindert haben, waren gleich: Die (schnell) Durchfahrenden betrachten das Tor eher als Hindernis und als lästig, ein wirklich wertschätzender Blick auf das Tor geschieht nur um den Preis eines Unfalls. Damit sich diese Wertschätzung entwickeln kann, braucht es weitgehende Ungestörtheit. Da war sogar das Hotel Adlon dafür zu haben.

  8. 32.

    Zumindest von außen sieht diese Architektur für meine Begriffe eher durchschnittlich aus. Es ähnelt einer Kaserne.
    Den Palast der Republik hat man ohne mit der Wimper zu zucken für eine Replik des Stadtschlosses abgerissen.

  9. 31.

    Was bitte sehr ist an diesem Haus denkmalschutzwürdig? Es hat eine Geschichte, wenn auch für ein Gebäude recht kurze. Viele Gebäude haben eine Geschichte, nur sind sie deshalb gleich ein Denkmal? Und der Baustil typisch Nachkriegszeit, 0815 halt. Und das Gebäude steht allein im Nirgendwo. Das Unterschutzstellen vieler Gebäude oder anderer Objekte oder Landschaften hat schon etwas sehr inflationäres. Man könnte hier fast die Suche nach einer Darseinsberechtigung bestimmter Institutionen sehen.

  10. 30.

    "... die Hürden sind da aber sehr hoch."

    Der war gut!

    Denkmalschutz, so wird man gern belehrt, ist nur ein politisches Ziel und öffentliches Interesse unter anderen. Deshalb: Wenn der Investor was anderes bauen möchte oder die Behörde keine Lust hat, umzuplanen oder ein Politiker etwas weghaben will - es lassen sich immer "gute" Gründe finden, und schwuppdiwupp, wird der Denkmalschutz aufgehoben, weil anderes eben (ge)wichtiger war. Der Staat oder staatsnahe Institutionen (Bahn, BVG ...) können erfahrungsgemäß faktisch sowieso machen, was sie wollen.

    Und für die Ostler: Mal recherchieren, was mit der Deutschlandhalle geschehen ist. Oder dem Gloria-Palast. Dem Schimmelpfeng-Haus. Dem Lehrter Stadtbahnhof - die Liste ließe sich fortsetzen.

  11. 29.

    Nach den Kommentaren kann man nur vermuten, dass den wenigsten bewusst ist, wo das Gebäude steht. Das Generalshotel steht mitten im Flughafen im Sicherheitsbereich umringt von Taxiways (streckenweise keine 100 m vom Gebäude entfernt). Die Flächen werden benötigt und können nicht, woanders verlegt werden. Eine wirtschaftliche Nutzung des Gebäudes ist fast unmöglich und wegen der Nähe zu den Taxiways sind die Instandhaltungskosten überdurchschnittlich hoch. Es ist schade um das Gebäude, aber man kann das benötigte Geld in besser Projekte stecken.

  12. 28.

    Dieses Gebäude ist weder ein Denkmal, noch ist es schützenswert. Das war ein Profanbau seiner Zeit, eine Beherbergungsstätte für diejenigen, die dieses Land 40 Jahre besetzt hielten.

  13. 26.

    Ich verstehe nicht, dass ein Denkmal abgerissen werden darf. Macht der Staat, was er will? Aber gängelt diejenigen, die Denkmalpflege betreiben müssen? Völliges Unverständnis.

  14. 25.

    Na ja, wenn da ein Parkplatz hin soll ... dann muss so ein Baudenkmal schon mal weichen. Als Politiker kann man da leider, leider nichts machen. In München-Riem hat man praktisch den gesamten Flughafen plattgemacht - für eine Straße und belanglose Neubauten.

    Kulturnation Deutschland.

  15. 24.

    Ich bin einverstanden mit dem Abriss des ehem. DDR-Regierungshauses. Wird nicht mehr gebraucht als DDR-Bonzen-Hotel. Die Sowjetunion ist auch untergegangen. Eine leere Hülle ohne Funktion ist an diesem Platz sinnlos + überflüssig.

  16. 23.

    Natürlich ist es vermeidbar, das Gebäude abzureißen! Man muß es nur erhalten wollen. Eine Bundesbauministerin, die diesen Abriß durchführen läßt, zeigt wenig Verantwortungsbewußtsein für Architekur, architektonisches Erbe und die gesamte Problematik Klimaschutz & Bau. Die Abrißpläne seien alt ist eine lahme Ausrede.

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