Pandemie-Hotspot Elbe-Elster - In Finsterwalde soll ein reines Corona-Krankenhaus entstehen

Mi 24.11.21 | 17:38 Uhr
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Das Krankenhaus in Finsterwalde (Foto: rbb/Schiller)
rbb/Schiller
Audio: Antenne Brandenburg | 24.11.2021 | Sascha Erler | Bild: rbb/Schiller

Das Krankenhaus Finsterwalde soll innerhalb des Elbe-Elster-Klinikums zu einem so genannten "schwarzen Krankenhaus" werden. So wird in Medizinerkreisen ein Haus bezeichnet, in dem ausschließlich Covid-Erkrankte behandelt werden - zur Unterscheidung vom "weißen Haus" ohne Corona-Patienten.

Das hat der rbb am Mittwoch von der Geschäftsführung erfahren. Dazu sollen am Donnerstag alle Patienten von den Nicht-Corona-Stationen an die anderen Standorte des Klinikums nach Herzberg und Elsterwerda verlegt werden.

Besonders viele Neuinfektionen in Südbrandenburg

Der Elbe-Elster-Kreis ist seit Ende Oktober fast ununterbrochen der Corona-Hotspot Brandenburgs. Am Mittwoch ist die Inzidenz auf 1.410,7 gestiegen. Es ist der aktuell vierthöchste Wert bundesweit in einem Landkreis.

Elbe-Elster liegt im Süden Brandenburgs, der aktuell besonders von der Pandemie betroffen ist. Hier befinden sich alle Landkreise, die eine Inzidenz über 1.000 haben. Den zweithöchsten Wert meldete am Mittwoch der Landkreis Oberspreewald-Lausitz, mit 1.294,3, den dritthöchsten der Spree-Neiße-Kreis mit 1013,2. Der Kreis Dahme-Spreewald kratzt an der 1.000er Marke.

Neue Impfangebote geplant

Der Landkreis Elbe-Elster will so schnell wie möglich zusätzliche Impfangebote schaffen. Das sagte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) am Mittwoch dem rbb. Dafür spreche man zurzeit mit den Kommunen. "Und wir als Landkreis werden drei zusätzliche Impfstellen einrichten, in Kürze die Infrastruktur schaffen - insbesondere für die Boosterimpfung."

Aktuell sei aber noch nicht geklärt, durch welche Ärzte dieses Impfangebot besetzt wird, so der Landrat. Derzeit laufen noch Abstimmungen mit dem Land und der Kassenärztlichen Vereinigung. Wann genau die zusätzlichen Impfstellen eröffnen, ist ebenfalls noch nicht klar. Sie sollen laut Heinrich-Jaschinski aber in Herzberg, Elsterwerda und Finsterwalde angesiedelt sein. Auch die Frage, woher der Impfstoff kommen soll, muss noch geklärt werden.

Auch die Stadt Cottbus will wieder eine Impfstelle eröffnen. Sie soll sich ab dem 6. Dezember in der Messehalle befinden. Auch ein Terminmanagement soll aufgebaut werden. Zwei mobile Impfteams sollen dann zusätzlich auch Impfungen ohne Termine durchführen, sagte der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) am Mittwoch dem rbb.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.11.2021, 16:10 Uhr

*Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass die Oberhavelklinik in Oranienburg zu einer Corona-Schwerpunktklinik werde. Dies ist jedoch nicht der Fall und wurde entsprechend korrigiert.

Was Sie jetzt wissen müssen

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.11.20211, 18:30 Uhr

14 Kommentare

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  1. 14.

    Noch nicht, Benno, noch nicht.
    Ich glaube schon, das sich so Kräfte und "Material" sammeln lassen und ich gehe grundsätzlich lieber zu Leuten, die eine bestimmte Arbeit öfter machen, egal ob Arzt oder Autowerkstatt :-)

  2. 13.

    Hallo Benni, was meinen Sie mit "solchen Krankenhäusern"? Schwerpunktkliniken? Schwerpunktkliniken beinhalten nicht nur ITS-Betten sondern auch die regulären Krankenbetten und spezialisiertes Personal müsste dort arbeiten, das ist klar.
    Jahrelang ausgebildetes Personal haben wir nicht, aber es gibt durchaus erfahrenes Personal von den verschiedenen Covid-Stationen, die in Zentralhäusern zusammengezogen werden könnten. In Spanien wurden gerade 21.000 Spezialkräfte entlassen;anwerben wäre ne weitere Möglichkeit!
    Der Großteil direkt auf die ITS? Das sehe ich so nicht bestätigt. Darf ich fragen, woher die Info kommt? Ich sehe 80 - 95 % auf Normalstation, der Rest der Patienten auf ITS, je nach Lage vor Ort. Es geht mitnichten nur um ITS-Belegungen, es geht eher um eine Zentralisierung von Fällen bei spezialisiertem Personal, dadurch bessere Versorgung und geringere Infektionsgefahr für andere Kranke und das Personal. Ich fände das gut und machbar! :-)

  3. 12.

    @ Reinhard

    Bei Covid handelt es sich um eine Infektionskrankheit. Eine spezialisierte Einrichtung dafür braucht man nicht, denn Infektionskrankheiten verlaufen in Schüben. Es gibt in ganz Deutschland keine Fachklinik für Infektionskrankheiten.

    Leider ist es so, dass aktuell viele Patienten direkt von der Notaufnahme auf die ITS kommen. Die Covid Patienten auf Normalstation sind beherrschbar.

  4. 11.

    Diese Idee ist Unsinn. Was soll man mit Klinken in Brandenburg oder an der Messe, wenn diese von ungeeigneten Persibal betrieben werden muss. Normales Pflegepersonal kann nicht auf intensiv arbeiten

    Dieser Vorschlag ist ein Höhn gegenüber und Intensivpflegepersonal mit mehrjähriger Zusatzausbildung.

  5. 10.

    @ Thorsten

    Für solche Kliniken braucht man Fachkräfte mit mehrjähriger Zusatzausbildung. Normale Pflegekräfte können nicht mit intensivpflichtugen arbeiten. Da es dieses Personal nicht mehr frei gibt und die Kisten für ein Intensivbett etw 12 mal so hoch sind wie ein normales Krankenhausbett, kann man weder Fachkräfte noch Betten gesünder vorhalten.
    Aktuelll ist es so, dass viele Patienten gleich von der Notaufnahme oder dem Notarzt auf die Intensivstationen kommen

  6. 9.

    Es geht nicht nur um den Schutz, auch um die Spezialisierung, und da arbeitet man so bestimmt effektiver, denke ich.

  7. 8.

    Was soll das bringen? Das erzeugt nur unnötig viel Arbeit und Fahrerei. Die Zeit für die Verlegung der Patienten fehlt dem Personal für Pflege und Therapie. Auch Besucher müssen weiter fahren. Ein Krankenhaus muß fähig sein, die Patienten voreioinander vor Infektionen zu schützen, ob mit oder ohne Corona.

  8. 7.

    Sorry, hab etwas vorschnell gepostet, hab nur überflogen und dachte, es wird ein neues haus gebaut, wie Messehallen, ohne personal. Aber wenn es um Schwerpunktklinik geht, ist es ja das, was ich sonst fordere! Also eine gute Nachricht!
    Das Problem mit dem Personal besteht natürlich dennoch!

  9. 5.

    Weil wir kein Pflegepersonal haben und akut Plätze brauchen, die betreut werden, bauen wir das nächste Krankenhaus, das nicht mit personal bedient werden kann? Die Leute in Pflege kollabieren, nicht wegen corona, das ist nur der Tropfen der das lang gefüllte Fass endgültig zum überlaufen bringt! Es werden noch mehr ausfallen, meine Frau ist auch kurz davor das Handtuch zu werfen, ihre Kollegen dauerkrank,alle Anfang/Mitte 30,also eigentlich die Zukunft und die alten Kollegen stehen vor der Rente! Wenn jetzt nichts passiert, werden bald auch keine andere Patienten mehr behandelt werden können! Könnt ihr der Regierung mal kräftig auf den Keks gehen mit dem Thema, endlich, so nach 20 Jahren Dauernotstand in dem Bereich? Bitte!

  10. 4.

    Gute Idee, für andere Erkrankungen haben sich entsprechende Schwerpunktkliniken bewährt, beispielsweise für Rheumatologie, Krebs, Orthopädie , Herz usw.

  11. 3.

    Das ist genau der richtige Weg. Zwei Corona Kliniken, eine im Norden, eine im Süden Deutschlands. Wenn die voll sind, pech. Da auf der ITS wohl eher ungeimpfte liegen, ist das eben am Ende so. Aber dann werden wenigstens alle Krankenhäuer frei gehalten und können sich um die wirklich wichtigen Patienten kümmern...

  12. 2.

    Bundesweit ist das nicht umsetzbar. Durch reine Covid Kliniken gibt's kein einziges ITS Bett mehr und erst Recht keine einzige Fachkraft.

    Heute weiß man, dass die meisten Patienten fast direkt aus der Notaufnahme auf intensiv landen.

    Darüberhinaus würde es viele Monate bis Jahre dauern, bundesweit neue Kliniken zu errichten.

  13. 1.

    Wie schaut das bundesweit aus mit reinen Covid19-Kliniken?
    Finde das sehr sinnvoll.
    Vielleicht würde ich mich dann auch mal wieder zum eigentich Halbjahrescheck in meine Ambulanzen trauen. Habe nun im November bereits das vierte Mal einen Termin abgesagt, weil ich kein Risiko eingehen möchte und mich in eine Klinik begeben, wo Corona durch die Gänge wabert.
    Das Risiko ist mir schlicht zu hoch. Höher als das Absagen der Termine, wobei das langsam auch mulmig wird.

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