Interview | Ernährung und Inflation - "Viele fragen, ob die Preissteigerungen im Supermarkt rechtens sind"

Mi 05.10.22 | 07:01 Uhr
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Symbolbild: Eine ältere Frau geht am 06.02.2016 in einem Supermarkt in Berlin einkaufen. (Quelle: dpa/Silvia Marks)
Bild: dpa/Silvia Marks

Angesichts steigender Lebensmittelpreise sparen viele Bürger hier beim Einkauf, nicht zuletzt auch bei Bioprodukten. Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin fordert ein Gegensteuern der Politik - und gibt Tipps für nachhaltige Einkäufe.

rbb|24: Mit welchen Anfragen richten sich Konsument:innen derzeit an die Verbraucherzentrale Berlin?

Britta Schautz: Schon zu Beginn der Preissteigerungen haben wir immer wieder die Anfragen bekommen, ob es rechtens ist, dass die Preise so hoch sind. Viele sind verunsichert und fragen, ob die Supermärkte da sauber arbeiten oder ob die ihre Preise zu stark erhöhen. Wir haben auch viele Hinweise auf versteckte Preiserhöhungen von Produkten bekommen. Da die meisten jetzt mehr auf jeden Cent achten, haben sie eben mitbekommen, dass die Füllmengen weniger wurden, die Preise aber gleichgeblieben sind.

Wie sehr sind die Lebensmittelpreise gestiegen?

Die letzten Zahlen haben wir aus dem August. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise um 16,6 Prozent gestiegen. Das ist schon eine ganze Menge. Der Spitzenreiter ist die Gruppe Speisefette und Speiseöle mit mehr als 44 Prozent Preisanstieg. Gleich gefolgt von Molkereiprodukten und Eiern, da haben wir einen Anstieg von 27 Prozent.

Zu spüren bekommen die Preissteigerungen vor allem Geringverdiener:innen. Wie ist da noch eine gesunde Ernährung möglich?

Ja, diese Gruppe ist besonders stark betroffen, und wir erhalten viele Anfragen aus dieser Richtung diesbezüglich.

Die Verbraucher:innen wollen aber vor allem wissen, woran das liegt: Wie sich die Preise genau zusammensetzen. Genau können wir das leider nicht sagen. Ganz transparent ist die Preisgestaltung bei Lebensmitteln nicht. Wir können höchstens schauen: Sind die Margarine oder der Frischkäse jetzt gerade billiger als die Butter? Aber das wollen viele gar nicht hören.

Inwieweit hat sich dadurch auch das Kaufverhalten verändert?

Wir wissen von Befragungen, dass die Menschen jetzt beim Lebensmitteleinkauf sparen. Wir sehen vor allem, dass in diesem Jahr Bioprodukte weniger gekauft wurden als im Vergleich zum Vorjahr. Im März gab es einen Rückgang von 18 Prozent und der wird vermutlich bis Ende des Jahres noch steigen. Einfach weil da der Preis wichtiger ist als Nachhaltigkeitskriterien oder der Geschmack.

Wie können wir alle denn trotzdem beim Lebensmitteleinkauf sparen?

Was immer hilft ist, sich einen genauen Plan zu machen. Zu wissen, was habe ich da, was brauche ich und dann auch nur gezielt das Kaufen. Gerade die Impulskäufe im Supermarkt sind sehr teuer und manchmal landen diese Einkäufe dann auch im Mülleimer. Niemals hungrig einkaufen gehen. Bei langhaltbaren Lebensmitteln, wie Kaffee, lohnt es sich auf gute Angebote zu warten. Ansonsten sich nicht von roten Preisschildern verführen lassen. Das bedeutet nämlich nicht immer, dass die Produkte auch günstiger sind

Und wo noch gespart werden kann, ist auf dem Wochenmarkt. Hier ist das Timing wichtig. Am Ende des Tages, wenn die Händlerinnen und Händler die Kisten schon einpacken, lassen sich gute Schnäppchen machen.

Was fordern Sie als Verbraucherzentrale von der Politik?

Wir fordern, dass vor allem das Bundeskartellamt weiter ein Auge auf die Preissteigerungen hat und genau schaut, ob die höheren Preise gerechtfertigt sind. Außerdem muss die Politik Geringverdiener gezielter unterstützen. Aus Untersuchungen wissen wir, dass die Harz-IV-Regelsätze gar nicht ausreichen, um sich gesund zu ernähren. Das gilt aber auch zum Beispiel für Student:innen. Hier muss es gezielte Förderungen geben.

Dann ist es zwar so, dass die Grundschüler:innen von Klasse 1 bis 6 eine Förderung zum gesunden Mittagessen bekommen - das sollte auch für ältere Schüler:innen möglich sein oder auch für Menschen in Unternehmen, die in der Kantine essen. Was allen zugute kommen würde, wäre eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte Raphael Knop, rbb|24.

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46 Kommentare

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  1. 46.

    Der "Radfahrer" und "KlausBaerbel" stören sich an sechsmal ":innen" und einmal "Händlerinnen" im Text, was ja nun wirklich den Informationsgehalt weit nach hinten drängt - und mal gesagt werden musste!!!!!!

  2. 45.

    Diese Bürgerinnen und Bürger sind mündig. Für sie steht an erster Stelle Spontanität, Individualität und Bequemlichkeit. Wer das als ein hauptsächliches Lebensmotto hat, die oder der ist nicht unmündig.
    Und es gibt auch Menschen die auf der Arbeit und im Privatleben geistig und/oder körperlich sehr viel zu tun haben. Die haben keine Ruhe nach Sonderangeboten und der billigsten Tankstelle zu sehen.
    In Deutschland neigt man viel zu sehr dazu abweichende Auffassungen und Meinungen als negativ zu bewerten.
    Selbstverständlich sollte man so viel wie möglich von hergestellten Lebensmitteln verwerten, sich gesund ernähren, nicht rauchen und übermäßig Alkohol trinken. Das entscheiden mündige Bürgerinnen und Bürger aber selbst.

  3. 44.

    Liebe Andrea, ja 51% sind weiblich aber 51% der Bürger wollen nicht gendern sondern nur eine kleine Minderheit.
    Die Mehrheit lehnt dies ab.....und das ist auch gut so!
    Nice day :-)

  4. 43.

    Zitat: "Man wundert sich, wie der rbb den mündigen Bürger einschätzt. Als Kleinkind?"

    Darüber wundern nur Sie sich. Denn nicht rbb24, sondern die interviewte Britta Schautz von der Verbraucherzentrale hat u. a. diesen Tipp gegeben, der gar nicht mal so doof ist, wie Sie ihn hier hinzustellen versuchen. Denn dass Kunden wohl auch diesem Grund viel mehr einkaufen als sie tatsächlich benötigen, sieht man an der Lebensmittel-Wegwerfstatistik. Das hat nichts mit einem von Ihnen unterstellten Degradieren mündiger Bürger zu tun.

  5. 42.

    Vollkommen richtig

    Mann muss sich nur die Supermarktkassen und das überwiegend vorhandene Produktportfolio der Supermärkte ansehen.

    Ich staune ja immer wieder, dass nun angeprangert wird, man könnte sich nicht mehr gesund ernähren.

    Gesund ernährt haben sich sicherlich die wenigsten Mitbürger.

    Bei “gesund“ wird durch die Unwissenden an BIO gedacht.

    Unbehandelte Lebensmittelnsibd gesund.

    Schmecken aber vielen nicht und es muss leider selbst gekocht werden, nicht TK-Ware.

  6. 41.

    Zitat: "Und man stirbt auch nicht daran, Angebote und Hausmarken zu kaufen."

    Zumal die Eigenmarken sehr häufig vom gleichen Band wie die Markenprodukte gelaufen sind, und nur eine andere Banderole verpasst bekamen. Und wenn man ein Produkt mit einem deutlich sichtbaren %-Sticker aufs Laufband legt, muss man sich nun wirklich nicht schämen. Im Gegenteil: Ich find's gut, wenn Produkte die kurz vor Ablauf des MDH stehen gekauft werden, sodass diese nicht im Container landen.

  7. 40.

    Das ist nun einmal die freie Marktwirtschaft. Das Gegenteil mit festgesetzten Preisen wäre Planwirtschaft…..die gab es in der DDR!

  8. 38.

    Na bei Fleisch fallen mir gleich Antibiotika ein, die die Tiere bei Stallhaltung bekommen und auch beim Menschen nachweislich Antibiotikaresistenzen hervorrufen. Bei Obst und Gemüse (zumindest aus der EU) würde ich mitgehen, da wir ja diverse Verbote bzw Grenzwerte für Pestizide haben. Ne Mango, Ananas etc würde ich aber immer in Bio kaufen, da sinnloser Weise auf Importobst/Gemüse eben keine Beschränkungen vorliegen. Dementsprechend vergiftet man sich peux á peux selbst....
    Also Augen auf beim Grünzeug -Einkauf ;)

  9. 36.

    "Man wundert sich, wie der rbb den mündigen Bürger einschätzt."
    Ich fürchte, der rbb schätzt den Bürger richtig ein. Kaum jemand in meinem Bekannten- oder Kollegenkreis macht sich Einkaufszettel, sieht sich vor dem Einkauf die Angebote der Woche an oder macht sich einen Speiseplan für die Woche. Alles Maßnahmen, die enorm dazu beitragen, Geld beim Lebensmitteleinkauf zu sparen. Nicht ohne Grund sagt man, dass ein Drittel der Lebensmittel in Deutschlad in der Tonne landen. Es gibt viele viele unmündige Bürger!

  10. 35.

    "Sie haben völlig Recht, aber auch eine kleine Minderheit hat ihre Rechte!"
    Was meinen Sie mit Minderheit? Im Jahre 2022 sind 51% der Bevölkerung weiblich. Das würde ich nicht eine Minderheit nennen...

  11. 34.

    Die Idee mit der gestaffelten MwSt klingt interessant, vorab sollte jedoch der Nutri-Score frei von Lobbyismus überarbeitet werden.

    @Lothar
    "Klopapier ein heftiger Aufschlag im Preis getätigt wird, ist das schon nicht mehr auszuhalten"
    Jaja, die Deutschen und ihr Klopapier ^^ Schon vergessen oder gar nicht gewusst? Hakle musste aufgrund stark gestiegener Rohstoff- und Energiekosten Insolvenz anmelden.
    Oder Satire? Dann war die richtig gut :)

  12. 33.

    Preissteigerung von 10% ggü. dem Vorjahr?? Das ich nicht lache.
    Wo denn?? Alles ist fast doppelt so teuer wie im letzten Jahr. Wer stellt den diese These auf?
    Und wer glaubt was die Politik uns hier erzählt?

  13. 32.

    https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/10-Regeln-der-DGE.pdf

    Die 10 günstigen Regeln der DGE lauten:

    1. Lebensmittelvielfalt genießen -------Linsen, Reis, Nudeln, Kartoffeln undundund----- eher billig
    2. Gemüse und Obst - nimm "5 am Tag" - ------eher billig------
    3. Vollkorn wählen ----- Keine "hellen" Brötchen/Brot u. a. ------
    4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl (beachte) ergänzen ----- Fleisch, Käse - eher wenig Wurst
    5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen ----- ungesättigte Fettsäuren ------
    6. Zucker und Salz einsparen ------- Fastfood, verarbeitete Produkte, Süßigkeiten am besten weglassen--------
    7. Am besten Wasser trinken ------ wenig Säfte, Limo/Cola, RedBull & Co,. weglassen -------
    8. Schonend zubereiten ------- Kein Fastfood --------
    9. Achtsam essen und genießen ------- Nicht vor dem Fernseher, Computer --------
    10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben ------- Waage kaufen, Sport treiben --------

    Entlastet auch die Krankenkassen.

  14. 30.

    "Außerdem muss die Politik Geringverdiener gezielter unterstützen." Irgendwann wird sich Qualifizierung in der Arbeitswelt nicht mehr lohnen. Im nächsten Schritt dann die Teilhabe an der Arbeitswelt.

  15. 29.

    Es wird immer wieder das gleiche Thema aufgelegt und alle hüpfen brav über das hingehaltene Stöckchen.
    Na gut, dann auch von mir zum 12.tem Mal.
    "Die Mehrwertsteuer auf alle lebensnotwendigen Waren ist zu streichen und dazu zählt auch Kraftstoff, um in Flächenländern die lebensnotwendige Mobilität zu gewährleisten. Auf Lebensmittel eine Mehrwertsteuer zu erheben ist schizophren."

  16. 28.

    Wenn sogar aufs Klopapier ein heftiger Aufschlag im Preis getätigt wird, ist das schon nicht mehr auszuhalten. Und ich finde es durch die Bank weg einfach unverschämt wie über den Köpfen der Kunden die Preise immer weiter in die Höhe gehen.

  17. 27.

    Da protestieren und boykottieren Sie mal schön alleine. Man könnte allerdings die Mehrwertsteuer an die "Lebensmittelampel" koppeln. Je schlechter der Wert, desto höher die Mehrwertsteuer. Diese "Über-Einnahmen" der Mehrwertsteuer könnten dann direkt ins Gesundheitswesen fließen. Das würde u.a. ja auch dazu führen, dass die Übergewichtigkeit in der Bevölkerung wieder abnimmt und somit könnten wir zukünftig deutlich weniger im Gesundheitswesen Ausgaben und Mehreinnahmen haben (Bsp. "Zuckersteuer in den nordischen Ländern").

  18. 26.

    Mit zwei Kindern und Durchschnittsverdienst ist es haarig, mehr sag ich nicht. Da helfen mir hier keine Bio-Tips.

  19. 25.

    Meine Begeisterung war auch ein wenig künstlich.
    Man wundert sich, wie der rbb den mündigen Bürger einschätzt.
    Als Kleinkind?

  20. 24.

    P. S.

    Wie soll der Onlineaufruf in der Praxis denn aussehen?

    Aldi boykottieren, dafür beim teureren Edeka kaufen?

  21. 23.

    Das ist die Antwort der Neopolitiker auf höhere Lohnforderungen. Der Reallohn ist in D seit ca. 20 Jahren kontinuierlich gesunken und die Unternehmensgewinne sind im gleichen Zeitraum überproportional gestiegen. Hier gilt es die aufgehende Schere wieder etwas zu schließen. Viele soziale Errungenschaften die heute finanzielle Probleme haben sind an das Einkommen und nicht an das Bruttosozialprodukt gekoppelt. Höhere Einkommen würde hier z.B. der Pflege und Rente gut tun. Und Abschließend sind die Löhne zwar ein hoher Kostenfaktor in Unternehmen, haben aber für die Produktpreise trotzdem einen relativ geringen Einfluss aufgrund der hohen Produktivität.

  22. 22.

    Da stimme ich Ihnen vollständig zu. Genau um diese Arbeitnehmer geht es mir ja auch. Sie werden sich wieder stärker in Gewerkschaften organisieren müssen, wenn sie ihre Situation verbessern wollen.
    Für Schwierig halte ich immer die unbestimmten Begriffe wie Geringverdiener oder Besserverdienende. Um welche Einkommensgruppen geht es dabei? In meinem Verständnis sind Jahreseinkommen bis 40 TEuro Geringverdiener bis 90 TEuro Durchschnittsverdiener und darüber erst die Besserverdiener. Wo hier aber die Grenzen gezogen werden ist immer eine Frage der gewünschten Sichtweise.

  23. 21.

    Jetzt brauchen Sie nur noch das dem Boykottaufruf folgende Volk.

    Das wird in BRD nichts, sorry.

  24. 20.

    Die Lebensmittelpreise für Billiglebensmittel, anders kann man die Ware nicht mehr nennen, direkt aus China oder Übersee oder Japan, sind zu hoch. Würden Lebensmittelkontrollen durch EU Kontrollstellen wirklich durchgeführt, würden nicht ständig Waren, die längst im Handel angekommen sind, als belastet oder verseucht zurückgerufen werden. Separatorenfleisch in der Wurst, Konserven aus China, mit Säure behandelte Mandarinen, damit die Haut zersetzt wird, Rückstände inbegriffen, Champignons, die völlig überdüngt wurden, Tomaten in Dosen, die mit Pestiziden überproportional versorgt wurden, Japan glänzt mit Strahlenbelastungen, Übersee mit Industriezucker.
    Im November schon wollte Cem Özdemir die „Ramschpreise“ weghaben, er sprach von extremer Verteuerung. Nun ist sie da, die Überteuerung minderwertiger Lebensmittel.

  25. 19.

    Ich glaube, dass Verbraucher die Macht haben Preissenkungen zu erzwingen.
    zB. eine Zeitlang einen bestimmen Discounter boykottieren, bis er günstiger anbietet als die Konkurrenz.
    Oder ein bestimmtes Produkt boykottieren zu dem genügend preiswertere Alternativen gibt.
    Dazu müssten man sich verabreden. Das sollte online möglich sein.

  26. 18.

    Ich habe einen neuen Grundsatz: möglichst nur Lebensmittel kaufen, welche eben nicht teurer geworden sind.
    Ja, die gibt's! Und durchaus nicht nur die ungesunden.
    Also fallen schon mal ein Großteil der Molkereiprodukte weg.
    Lassen sich prima durch Sojaprodukte ersetzen.
    Interessant: Soja- Jogurth beim Discounter kostet mehr als BIO(!)-Soja-Johurth aus dem Bioladen.
    Wer da mal drauf achtet, erlebt so manche Überraschung.
    Augen auf beim Einkauf!

  27. 17.

    Lohn und Gehalt werden in Deutschland i.d.R. nicht vom Staat bestimmt, sondern vom jeweiligen Arbeitgeber. Der Mindestlohn wurde zwar angehoben, aber alles was darüber liegt nicht. Wer in einem Beruf arbeitet, der von Gewerkschaften unterstützt wird, kann darauf hoffen. Alle anderen haben keine Chance. Besonders arm dran ist, wer knapp über Mindestlohn oder HartzIV verdient, keinen Wohngeldanspruch hat, Rentner oder krank ist. Besser keine Schulden haben und selbst kochen- ansonsten sparsam sein

  28. 16.

    Lebensmittelherstellung und Vertrieb sind ein Geschäftszweig.
    Gemeinsam haben alle Lebensmittel-Unternehmen eines: Größtmöglichen Profit.
    Mit welcher rechtlichen Begründung sollten Lebensmittelpreise gedeckelt werden?
    In Deutschland gibt es Vertragsfreiheit und freie Preisgestaltung.
    Sonderangebote, Bioprodukte, Spenden für Tafeln sammeln, usw., alles Marketing, es dient dem Zweck der Kundenbindung und der Profitmaximierung.
    Wenn ich in ein Geschäft Geld und viel Arbeit investiere möchte ich größtmöglichen Gewinn. Das wird jeder ehrliche Marktleiter erklären.

  29. 15.

    "Ohne Gendern wäre der Artikel noch lesenswerter"
    Sie haben völlig Recht, aber auch eine kleine Minderheit hat ihre Rechte!
    Zum Thema: ja es ist alles teurer geworden und viele müssen ihre Lebensgewohnheiten ändern......gibt's eben wieder 3x die Woche Eintopf, schmeckt auch und ist gesund!
    Wer aber z.B. monatlich über 10 000 Euro verdient wird es höchstens daran merken das er weniger sparen kann. Heizung/Sauna bleiben trotzdem warm denn grad im Alter, wenn die Knochen morgens schmerzen, wird an anderen Dingen gespart!

  30. 14.

    Wie auf dem Foto zu sehen, Einkaufszettel erstellen und sich auch daran halten hilft ungemein. Ich schreibe mir neuerdings alle Ausgaben auf, um zu vergleichen. Bin letzten Monat mit 167,- € ausgekommen, ohne zu verhungern. Und man stirbt auch nicht daran, Angebote und Hausmarken zu kaufen.

  31. 13.

    >"Was allen zugute kommen würde, wäre eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte." Das fände ich super und würde ich 100% unterstützen"
    Wie super das funktioniert, haben wir bei dem Benzinrabatt gesehen. Alles, was der Staat an Steuern nachgibt, geht als Preiserhöhung gleich wieder in die Gewinnbilanzen der Handelskonzerne. Dies ist der falsche Weg. Und ja Leute... die Politik kann in diesem Wirtschaftssystem wenig machen. Wenn die Preis vorgeschrieben werden, sind wir fast schon wieder in der sozialistischen Ökonomie angekommen. Das funktioniert auf Dauer ja auch nicht.

  32. 11.

    Zu kurz gedacht, steigen die Löhne, steigen die Produktionskosten.
    Steigen Ihre Produktionskosten, wird Ihre Ware teurer.
    Lohnpreisspirale.

    Ihr Populismus ist keine Lösung.

  33. 10.

    Niemals hungrig einkaufen gehen.
    Danke für den Tip!

  34. 9.

    „Zu spüren bekommen die Preissteigerungen vor allem Geringverdiener.“ sorry, auch wenn der Satz prinzipiell richtig ist kann ich ihn nicht mehr hören. Es gibt in D eine Gruppe Menschen, die wenig verdienen und jetzt entsprechende Unterstützung bekommen. Jeder der 1 Euro zu viel verdient muß sehen wo er bleibt. Letztlich geht es darum nicht nur die Geringverdiener zu entlasten, sondern alle Arbeitnehmer sollten eine Einkommenssteigerung in Höhe der Inflation erhalten. Es wird Zeit, daß sich D nicht mehr als Billiglohnland in Europa begreift. Dann wären auch die höheren Preise kein so gravierendes Problem.

  35. 8.

    "Viele fragen, ob die Preissteigerungen im Supermarkt rechtens sind"
    Natürlich ist das rechtens. Dies ist eine Marktwirtschaft. Dass bei vielen Preiserhöhungen Mitnahmeeffkte zu sehen sind, ist dem Verbraucher schon längst aufgefallen. Die Supermarkt- und Discounterketten kratzen gerade sehr an ihrem noch guten Image. Langsam kommt nämlich auch beim noch so kaufsüchtigen Kunden die Galle hoch beim Gang durch die Regale.
    Die Politik solle sich auch hüten, irgendwas von der Mehrwertsteuer nachzugeben. Der Preis sinkt dadurch nicht. Die Supermarkt- und Discounterketten schieben dann gleich noch ein paar Cent Preiserhöhung nach, weil wir ja an die normalen Preise gewöhnt sind und das Stück Butter nicht als Nettopreis kennen.

  36. 7.

    Ohne Gendern wäre der Artikel noch lesenswerter

  37. 6.

    Genau, wir haben Vertragsfreiheit. Dumm nur, dass es nur wenige Lebensmitteleinzelhändlergiganten gibt, die den Markt bestimmen und zwar sowohl im Einkauf beim Landwirt/ der Industrie als auch im Verkauf bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

    Aber ich freue mich auf Ihr Verständnis von "Vertragsfreiheit": "Gut, das ist mir zu teuer. Dann esse ich halt aus Protest mal zwei Wochen gar nichts. Dann wird der Supermarkt schon verstehen, dass er mit den Preisen etwas runtergehen soll."

    Entschuldigen Sie, aber Ihr Verständnis von Vertragsfreiheit ist in diesem konkreten Fall einfach zu simpel.

  38. 5.

    Mag sein, dass rechtlich gesehen die Lebensmittelmärkte die Preise erhöhen dürfen, bei 3 bis 5 großen Anbietern (Aldi, Edeka, Rewe) kann man jedoch schon von einer monopolartigen Struktur sprechen, erst recht, wenn es nur einen Laden im Ort gibt, und Lebensmittel gehören nun mal zur Grundversorgung. Insofern kommt es in Krisenzeiten auch darauf an, hier mit Transparenz und Augenmaß bei der Preisgestaltung den sozialen Zusammenhalt zu bewahren.

  39. 4.

    "Ist man kreativ, kann man durchaus als Einzelperson für 35-40€ die Woche sich mit Bioprodukten ernähren." Und für die Hälfte mit Nicht- Bio-Produkten. Ich lehne das ab, so lange die Preise für "Bio" so viel höher sind und lebe immer noch, warum ist "gesund = bio"?

  40. 3.

    "Zu spüren bekommen die Preissteigerungen vor allem Geringverdiener:innen. Wie ist da noch eine gesunde Ernährung möglich?"
    Gesund ist nicht gleich teuer. Woher kommt dieser Mythos? Die wichtigste Gruppe der Lebensmittel ist Gemüse. Kauf ich mir das frisch, ist es bei weitem günstiger als verarbeitete Industrieprodukte. Ich muss es halt selber zu bereiten. Ist man kreativ, kann man durchaus als Einzelperson für 35-40€ die Woche sich mit Bioprodukten ernähren. Wie man im folgenden Video sehen kann:
    https://www.youtube.com/watch?v=WxQiFV8CXUQ

  41. 2.

    Zum Thema "rechtens": Wir haben in Deutschland Vertragsfreiheit. Das bedeutet: Niemand ist gezwungen, irgendwas zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Wenn die Verbraucher bereit sind, so hohe Preise zu zahlen, kommt der Supermarkt eben damit durch. Blöd nur für die Leute, die zu wenig Kohle haben. Wenn die Leute sich einig wären, bestimmte Preise nicht mehr zu zahlen, wäre der Spuk bald vorbei. Aber dafür ist zu viel Geld im Umlauf.

  42. 1.

    "Was allen zugute kommen würde, wäre eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte." Das fände ich super und würde ich 100% unterstützen.

    Die Frage, ob die Preissteigerungen rechtens sind finde ich allerdings sehr naiv und fast schon niedlich. Natürlich dürfen die Supermärkte die Preise erhöhen, wenn sie das wollen. Warum auch nicht. Das muss auch überhaupt nicht mit irgendwelchen Rohproduktpreissteigerungen oder gestiegenen Energiekosten begründet oder gerechtfertigt werden.

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