Eine Frau arbeitet von Zuhause aus. (Quelle: dpa/Jochen Tack)
Video: Abendschau | 15.01.2021 | Boris Hermel | Bild: dpa/Jochen Tack

Aufruf an Berliner Unternehmen - Pop und Breitenbach fordern mehr Arbeit im Home-Office

Die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke) haben angesichts der hohen Infektionszahlen weitere Anstrengungen zur Ausweitung der Arbeit im Home-Office und zur Arbeitsplatzsicherheit gefordert.

"Unser gemeinsames Ziel ist es, die Anwesenheitsquote, wo immer möglich, gegenüber der im normalen Betrieb üblichen Anwesenheit weiter spürbar zu reduzieren", teilten die Senatorinnen am Freitag mit.

Tags zuvor hatte es ein Treffen der Wirtschaftsverwaltung und der Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales mit Vertretern von Berliner Unternehmen und Gewerkschaften gegeben.

Arbeit in Großraumbüros weitgehend vermeiden

Das Home-Office solle immer dort zur Regel werden, wo das auf Grund der Art der Tätigkeit möglich sei, heißt es in einer Mitteilung der beiden Senatsverwaltungen. "Die Arbeit in Großraumbüros sollte weitgehend vermieden und die Anzahl der Mitarbeiter vor Ort reduziert werden." Wo trotzdem Arbeiten vor Ort notwendig seien, sollten Hygiene- und Schutzmaßnahmen verstärkt werden.

"Wir haben Einigkeit darüber erzielt, dass die Covid-19-Pandemie unsere Gesellschaft weiterhin vor große Herausforderungen stellt, die sich durch die Verbreitung der Mutation B 1.1.7 noch verschärfen", so die beiden Senatsmitglieder. "Der Schutz von Gesundheit und Leben verpflichtet uns, die Zahl der Kontakte und die Fahrten hin und weg vom Arbeitsplatz weiter zu reduzieren." Unternehmen und Beschäftigte seien aufgerufen, Kontakte zu verringern, um Ansteckungen noch besser zu vermeiden.

Müller sieht "noch Spielraum"

Der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, (SPD) sagte am Freitag, er sehe bei den Unternehmen noch Spielraum - auch mit Blick auf die Frage nach einer klareren Home-Office-Regel. "Ich bin der Ansicht, dass Unternehmen in der aktuell angespannten Lage begründen müssen, warum Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch vor Ort und in Präsenz arbeiten müssen, wenn andere Möglichkeiten vorhanden sind."

Bund und Länder wollen am Dienstag über mögliche Verschärfungen der Corona-Maßnahmen beraten.

Appell auch von Steinmeier

Ähnlich hatte sich zuvor auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen mit den Spitzen von Arbeitgebern und Gewerkschaften geäußert. "Ermöglichen Sie das Arbeiten von zuhause aus", appellierte Steinmeier am Freitag in Berlin an Unternehmen, Personalverantwortliche und Führungskräfte. "Es ist nötiger denn je."

An die Adresse der Beschäftigten sagte Steinmeier: "Wenn Sie die Möglichkeit haben und es bisher noch nicht tun, arbeiten Sie im Home-Office. Gehen Sie nicht ins Büro, wenn Sie nicht zwingend müssen." Steinmeier betonte: "Wir müssen auch die Kontakte, wo irgend möglich, am Arbeitsplatz reduzieren. Weniger ist mehr, gerade in diesen Tagen."

Sendung: Inforadio, 15.01.2021, 16 Uhr

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21 Kommentare

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  1. 20.

    Das Titelbild ist leicht verfehlt. So relaxt sieht unser Homeoffice-Alltag bei weitem nicht aus.

  2. 19.

    Immer mehr Menschen haben nur eine Mobilfunknummer bzw. eine elektronische Festnetznummer und keinen Festnetzanschluss. Die über Mobilfunknetze zu übertragenden Datenmengen wachsen ständig. Die Mobilfunknetze sind nicht so leistungsfähig wie es die Mobilfunkanbieter in der Werbung anpreisen. So kann es häufig zu einer zumindest langsameren Übertragungsgeschwindigkeit kommen. Somit kann zu Hause weniger Arbeitspensum erledigt werden als am Arbeitsplatz. Bei mobiler Datenübertragung bzw. W-Lan ist zudem der Datenschutz problematisch. Selbst Festnetzdatenübertragung ist nicht sicher. IT-Spezialisten können Datensicherungen umgehen. Der Chaos Computer Club hat das immer wieder bewiesen.

  3. 18.

    Das Bild zum Home Office finde ich völlig daneben obwohl ich überzeugt bin, das es sich bei einigen Leuten genauso abspielen wird. Mit Home Office umgehen will gelernt sein und man muss damit auch umgehen können. Zwischendurch die Waschmaschine füllen, dann die Wäsche schnell noch aufhängen ind die Wohnung saugen gehören ganz sicher nicht dazu, wird aber leider gemacht.

  4. 17.

    Ich bin auch der Meinung es muss ein Gesetz her. Sonst passiert vom Arbeitgeber in meinem Falle der Bund nämlich gar nichts.

  5. 16.

    "Da ist Deutschland noch Entwicklungsland." Wo sie Recht haben, haben sie Recht - oder - so isses.
    https://www.speedtest.net/global-index
    Am Ende der Seite ist ein Button "Show all" - also unter den ersten 25 sind wir hier nicht.
    2016 sah es fast nicht anders aus: https://www.speedtest.net/reports/de/germany/

    Aber da ist ja Luft nach oben ... und Hertha wird Deutscher Meister ;-).

  6. 15.

    Nur um das nochmal festzuhalten, Berliner Senatsverwaltungen, die selbst nur zu 12% Homeoffice-fähig sind, rufen andere Unternehmen auf, ihren Mitarbeitern mehr Homepffice zu ermöglichen. Zur Erinnerung, die Senatsverwaltungen sind der größte Arbeitgeber in Berlin und beschäftigen knapp 120.000 Menschen. Da fragt man sich doch, wo der eigentliche Skandal liegt.

  7. 14.

    Lieber rbb, das Bild geht schon etwas an der Realität vorbei! Wenn ich mir als Tischler Ihre kaputte Balkontür so entspannt auf meinem Laptop ansehe und wieder ansehe und wieder ansehe, wird es auch in der nächsten Nacht noch in Ihr kuscheliges Wohnzimmer ziehen.

  8. 13.

    Immer schön vor der eigenen Haustür kehren.

  9. 12.

    Lieber rbb. Das Bild spiegelt in kleinster Weise homeoffice wieder. Warum nehmen Sie so ein Bild ? Zum richtigen Homeoffice gehört ein ordentlicher Schreibtisch, Bürostuhl und und und sonst ist man in ein paar Monaten ein körperliches Wrack.

  10. 11.

    Lieber Rbb, mit diesem Bild symbolisieren Sie genau das was Arbeitgeber*innen unter Home Office verstehen, wenn sie sich damit noch nicht auskennen: Der Grundannahme, dass ihre Mitarbeiter auf dem Sofa chillen anstatt zu arbeiten. Außerdem ist zusätzlich eine regelrechte Verharmlosung all derer, die seit Wochen zwischen Home Office, Homeschooling und Home Kita jonglieren und politisch ignoriert werden. Tipp: Nehmen Sie doch ein realistischeres Bild. So sieht Urlaub aus, nicht Arbeiten.

  11. 10.

    Gerade im ländlichen Raum??? In meinen beiden Niederlassungen im ländlichen Raum habe ich Breitband, am Hauptsitz in Berlin (kein Randbezirk) 16 Mbit/s.

  12. 9.

    Ja genau, das war auch mein erster Gedanke. Das entspricht in keinster Weise der Realität.

  13. 8.

    Einfach mal die hälfte der Verwaltung zuhause lassen, ob da Office stattfindet oder nicht! Beim Gesundheitsamt muss man jetzt auch 6 Monate auf Bearbeitung von Anträgen warten.

  14. 7.

    Ich möchte mir von der Politik nicht vorschreiben lassen, wo ich arbeite. Ich für mich würde Homeoffice nicht wollen. Außerdem gibt es viele Berufe, in denen Homeoffice nicht möglich ist. Hier müssen die jeweiligen Arbeitgeber gesetzlich zur Umsetzung der Hygieneregeln verpflichtet werden und das sollte dann auch kontrolliert werden. Man kann doch die Firmen nicht ständig mit neuen Gesetzesvorschlägen gängeln. Ansonsten können wir auch die Planwirtschaft aus dem Sozialismus wieder einführen und das will doch bestimmt niemand.

  15. 6.

    Und so stellen Sie sich also das Arbeiten im Homeoffice vor (Bild)? Kein Wunder, dass dann viele Arbeitgeber ihren Kontrollzwang nicht aufgeben....

  16. 5.

    Am Ende muss immer noch der Arbeitnehmer zu Hause die Vorrausetzung zum Homeoffice schaffen. Gerade im ländlichen Raum ist schnelles Internet Mangelware. Da ist Deutschland noch Entwicklungsland. Das vergessen gerade viele Politiker.
    Viele haben heutzutage keinen festen Telefonanschluss mehr sondern nur noch Mobilfunk.

  17. 4.

    Ohne massiven Druck auf die Arbeitgeber wird es nicht gehen. Auch um die Arbeitnehmer zu schützen, die tatsächlich nicht im Homeoffice arbeiten können, sollten alle zu Hause arbeiten, die es können. Leider hat das Arbeiten zu Hause immer noch bei zu vielen das Image des Faulenzertums. Dabei ist zu Hause heute für viele das Arbeiten ebenso möglich wie im Büro und für die meisten sogar mit mehr Stress verbunden, weil es keine Grenze zum Privaten gibt. Um die Arbeitgeber zur Vernunft zu bringen, die es bis heute nicht einsehen wollen braucht es vermutlich Zwang. In der Pandemie halte ich das für unbedingt notwendig.

  18. 3.

    Nun ja. Wer fordert muss auch selbst daran halten. Herr Müller, Herr Steinmeier. Bleiben Sie zu Hause. Kein Büro keine öffentlichen Auftritte .Verringert alles die Kontakte

  19. 2.

    Wenn grüne Politiker Forderungen an Andere haben kann es teuer werden und Argwohn ist angebracht. Aber hier die Chance für eine echte Selbstdarstellung: Wie wird denn die Forderung von Frau Popp im "eigenen Hause" umgesetzt und was sagen die Mitarbeiter und "Kunden" dazu?

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