Brandenburger Landtag - Pilotprojekt für kostenlose Tampons und Binden an Schulen abgelehnt

Do 09.03.23 | 17:37 Uhr
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Binden und Tampons liegen bei einer Schulfedermappe. (Quelle: imago-images/Political-Moments)
Audio: Antenne Brandenburg | 09.03.2023 | Mischa Frinke | Bild: imago-images/Political-Moments

In Brandenburg wird es kein Pilotprojekt zur freien Verfügbarkeit von Tampons und Binden an Schulen geben. Ein entsprechender Gesetzentwurf der Freien Wähler wurde am Donnerstag im Bildungsausschuss mit den Stimmen der Koalition verworfen.

Die Freien Wähler hatten die Gesetzesinitiative im Herbst ins Leben gerufen. Ziel war es Mädchen und Frauen im schulischen Umfeld die Möglichkeit zu geben, jederzeit und kostenfrei auf Menstruations-Hygieneartikel zugreifen zu können.

Koalitionsfraktionen: Viele Schulen und Schulträger haben bereits Angebot

Ein Fachgespräch hatte einen entsprechenden Bedarf unter Schülerinnen bestätigt. Darin hieß es, dass Frauen und Mädchen aus Familien mit wenig Haushaltseinkommen sich in manchen Fällen Menstruationsartikel nicht leisten können und deshalb zum Teil nicht in die Schule kämen. Ziel sollte es laut der Fraktion sein, sogenannte "Periodenarmut" zu verhindern und geschlechtsbedingte Nachteile auszuräumen. Die Linke forderte am Donnerstag in einem eigenen Antrag eine gesetzliche Verankerung. Beides fand keine Mehrheit.

Die Koalitionsfraktion begründeten ihre Ablehnung damit, dass viele Schulen und Schulträger mittlerweile bereits selbst Binden und Tampons frei zur Verfügung stellten. Würde man nun eine gesetzliche Regelung auf den Weg bringen, müsste das Land in der Konsequenz auch die Kosten der Hygieneartikel tragen. Dies sei aber Aufgabe der Schulträger.

Gleichzeitig empfahl der Ausschuss mit der Mehrheit von SPD, CDU und Grünen, in den Liegenschaften des Landes und im Landtag zukünftig kostenfreie Menstruations-Hygieneartikel zur Verfügung zu stellen. Schulträgern solle gleichzeitig empfohlen werden, selbst für die Versorgung zu sorgen. Abschließend muss darüber nun der Landtag in seiner nächsten Sitzung beraten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 09.03.2023, 18:00 Uhr

34 Kommentare

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  1. 34.

    Hygieneartikel für Menstruation sind nicht mit Rasierartikeln zu vergleichen, sondern eher mit Toilettenpapier, denn Rasieren ist nicht zwingend notwendig, Tampons o.ä. schon. Und dass die Hygieneartikel für Frauen als Privatsache betrachtet werden, Toilettenpapier aber nicht - da es ja auch von Männern genutzt wird - zeigt nur einmal mehr, wie patriarchalisch unsere Gesellschaft noch immer ist. Kostenlose Menstruationsartikel gehören in die Damentoiletten genauso selbstverständlich rein wie Toilettenpapier und Seife. Meine Meinung. Dass der Großteil der Männer das anders sieht, wundert mich nicht, schließlich waren sie nie in einer Situation, wo die Regelblutung plötzlich kam und man mit einer Packung Klopapier im Schlüpfer die Schule schlagartig verlassen musste... Entschuldigung für detaillierte Darstellung.

  2. 33.

    Da spricht wohl einer , der so was wohl kennt:" raustragen soviel wie man kann" Könnte man ja auch dann von Toilettenpapier und Seife vermuten. Also was soll der Quatsch !

  3. 32.

    Auch wenn ich ihren Kommentar sonst nur zustimmen kann. Sehe ich aber nicht dass hier ohne Differenzierung auf "Männer"geschimpft wird. Es geht um dümliche Ignoranz diesem Bedarf gegenüber. Und dieser kommt öfters von Männer. Ist nun mal so!

  4. 31.

    Herrgott Sie sind ein Junge.....brauchten Sie in der Pubertät, außer einnem Kondom für den Spaß irgendetwas "Anderes" ???? Ich glaube nicht. Hygiene Artikel sind teuer und für manche Familie zu teuer.
    Und rasieren müssen Sie sich nicht unbedingt.

  5. 30.

    "über kostenlose Abgabe von Seife und Toilettenpapier regt sich ja auch keiner auf"

    Ja als Grundausstattung öffentlicher Toiletten, aber nicht als Spender für den privaten Verbrauch "Nehmt mit soviel ihr tragen könnt".

    Und auch nicht künstlich begrenzt auf ein Geschlecht, was für viele wahrscheinlich der größte Stein des Anstoßes ist. Es ist auch kein Zufall, dass die Verteidiger des Projekts das andere Geschlecht beschimpfen. Das ist der Kern der Sache.

  6. 29.

    Diese Entscheidung gegen kostenfreie Hygieneartikel ist schon peinlich für unsere Landesregierung.

    Was aber auch peinlich ist, dass sind die Begründungen für und gegen diesen abgelehnten Antrag und die Reaktionen auf diesen Bericht.

    Zum einen sollten diese Hygieneartikel in öffentlichen Gebäuden zur Selbstverständlichkeit gehören, über kostenlose Abgabe von Seife und Toilettenpapier regt sich ja auch keiner auf.
    Zum anderen sind Männer nicht weniger kompetent zu diesem Thema nur weil sie Männer sind und als Väter von Töchtern, sind auch wir Männer von dem Thema betroffen.

    Statt hier auf Männer zu schimpfen sollte man sachlich bleiben, auch die Frauen im Parlament haben zum Teil den Antrag abgelehnt.

  7. 28.

    In der Demokratie haben alle wahlberechtigten Bürger bei allen Themen Mitspracherecht, ohne Ansehen des Geschlechts und ohne vorher einen Bildungsnachweis vorlegen zu müssen. Und deswegen rede ich mit. Es gibt folgende Kritikpunkte:

    1. Erwerb von Hygieneartikeln ist Privatsache. Mit welcher Begründung wird hier Beteiligung der Allgemeinenheit verlangt?

    2. Wenn man aus welchen Gründen auch immer eine Ausnahme machen will, ist nicht einzusehen das nur auf ein Geschlecht zu begrenzen. Gratis-Rasierer für Jungs wären dann genauso zu fordern.

  8. 27.

    Ja und selbst wenn.....von der Thematik haben Sie keine Ahnung also sparen Sie sich das weinen wegen der Steuergelder.
    Regen Sie sich lieber auf, wenn es wirklich teuer wird auf Kosten der Steuerzahler.

  9. 26.

    Doch dadurch wird die Welt ein wenig besser...Und der Spruch auch einkommensschwache Familien können sich Hygieneartikel leisten, ist sowas von abgedroschen.
    In vielen anderen Ländern stehen ihnen in jedem öffentlichen Gebäude auf der Toilette Hygieneartikel zur Verfügung.

  10. 24.

    "Jungs, ihr habt hier nix zu kamelle! DAS geht euch nun wahrlich gar nix an"

    Doch das geht alle Steuerzahler und Wähler an

  11. 23.

    In der Meldung heißt es: Darin hieß es, dass Frauen und Mädchen aus Familien mit wenig Haushaltseinkommen sich in manchen Fällen Menstruationsartikel nicht leisten können und deshalb zum Teil nicht in die Schule kämen. ???
    Ich will mich dazu nicht weiter äußern. Obwohl leider keine guten Erfahhrungen mit der Periode gemacht wurden. Heute ist es zum Glück ein Grund, auch eine Krankschreibung zu bekommen. Dennoch haben es ja die Betr. schnell gelernt, damit umgehen zu können. Obwohl die Familie nicht vermögend war, aber für Hygieneartikel war das Geld eben da. Da das ein sehr individuelles Problem ist, finde ich es aber gut, dass es notfalls Hilfe auch in der Schule gibt.Ob man es generell kostenlos z.V. stellen kann, ist wirklich die Frage! Privat aber in jedem Fall günstiger als irgendwelche Tusche/Schminke u. künstl. Fingernägel. Das kennt man ja. Wenn dafür viel ausgegeben wird, reichts auch f. Hygienebedarf. Was ist wichtiger?

  12. 22.

    Wenn eine Ware einen Wert hat, dann muss dieser Wert bezahlt werden. Von wem auch immer. Die Ware selbst hat kein Geschlecht. Wenn man „Brötchenpreise nach Einkommen und Geschlecht“ einführt, wird es noch viel ungerechter.
    Übrigens, wird der Schülerbedarf von den Eltern gedeckt. Und da sollen auch Männer drunter sein....

  13. 21.

    War von Ihnen vielleicht satirisch gemeint - ist an Berliner Schulen teilweise aber schon so. Klopapier oder Seife gibbet nicht...

  14. 20.

    Empathische SchulbüroassistenIinnen und LehrerInnen werden sowas immer da haben aus der Verfügungsgeldkasse. Sowie hier kommentiert wurde gibt es da günstige Produkte und dann tut es auch nicht weh diese im Vorrat für genau diese Situationen da zu haben wie @Lehrerin hier nannte. Die wirklich dämlichen Kommentare von Männern hier die wahrscheinlich noch nie was mit Frauen zu tun hatten, sind schon sehr unangenehm. Scham wg Menses ist ein Erziehungsresultat von der Familie!

  15. 19.

    Es ist so erbärmlich, dass wir Frauen in Deutschland jeden Monat so viel Geld für z.B. die Pille oder eben auch die Hygieneartikel ausgeben müssen.
    In England z.B. gibt es die Pille seit den 60er Jahren kostenlos vom Hausarzt verschrieben. Warum klappt das hier nicht?

  16. 18.

    Die Welt verbessert sich leider nicht durch die kostenlose Abgabe von Menstruationsartikeln.

  17. 17.

    Gegen Vergesslichkeit helfen Mitschülerinnen, Freundinnen und zur Not die Lehrerin.

    Und auch einkommensschwache Familien können sich Tampons für 1,99€ leisten. Konstruieren sie bitte nichts zusammen.

  18. 16.

    Ihr Kommentar zeigt, dass Sie gar nichts verstanden haben.

  19. 15.

    Jungs, ihr habt hier nix zu kamelle! DAS geht euch nun wahrlich gar nix an. Null Ahnung, aber mitkommentieren! Boah... echt, einen Tag nach dem Frauentag. Aber "die" habt ihr eh bestimmt nicht zu Hause, sonst würdet ihr a)euch besser auskennen und b) nicht solche Kommentare verfassen!

    Übrigens, die Entscheidung ist einfach nur peinlich. Aber schaut euch doch an, WER im Landtag sitzt. Das sind Menschen, die sich vor "sowas" ekeln, die , als sie "das" noch hatten, eine Woche beim Sport ausgesetzt haben und nicht geduscht haben. Oh Mann.... danke für nichts!

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