Naturlandschaften in Brandenburg - Nationalpark, Biosphärenreservate und Naturparks

Wälder, Flusslandschaften und Moore - Brandenburg verfügt über viele schützenswerte Landschaften. Die elf Naturparks, drei Biosphärenreservate und der Nationalpark Unteres Odertal nehmen ein Drittel der Fläche des Landes ein und spiegeln das gesamte Spektrum der Naturräume Brandenburgs wider.

Nationalpark Unteres Odertal

Gleich nach der Grenzöffnung begannen 1990 deutsche und polnische Naturschützer zwischen Hohensaaten und Stettin (Szczecin) ein grenzüberschreitendes Naturschutzprojekt. Seit 1995 ist der deutsche Teil als Nationalpark ausgewiesen - der einzige in Brandenburg und einer von deutschlandweit 14 Nationalparks.

Singschwan (dpa-Bild)Singschwände rasten im Unteren Odertal.

Deutschlands einziger Flussauen-Nationalpark ist Brutgebiet für zahlreiche Vogelarten. Weißstorch, Eisvogel und Uferschnepfen sind hier zu beobachten. Zudem bieten die Wiesen an der Oder Zugvögeln wie dem Singschwan ein Rastgebiet. Auch zahlreiche vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten sind in dem rund 10.500 Hektar großen Areal zu finden.

Nationalparke haben laut Bundesnaturschutzgesetz zum Ziel, in einem überwiegenden Teil ihres Gebiets den möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge zu gewährleisten. Der natürliche Ablauf des Ökosystems steht auch im Unteren Odertal an erster Stelle. Etwa die Hälfte der Fläche soll langfristig Wildnisgebiet werden, bislang sind es lediglich rund 1.350 Hektar.

Auf der restlichen Fläche soll weiterhin extensive Landwirtschaft unter Auflagen möglich sein. So wird etwa die Zahl der Nutztiere begrenzt oder bei der Bewirtschaftung der Nutzflächen auf die Brutzeiten der Vögel Rücksicht genommen. Zudem müssen Rückzugsgebiete für die Tiere bestehen bleiben.

Biosphärenreservate

Drei Biosphärenreservate gibt es in Brandenburg: Spreewald, Schorfheide-Chorin und die Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Biosphärenreservate schützen bestimmte Ökosysteme. Sie dienen dem Naturschutz aber auch der Erforschung und Beobachtung bestimmter Landschaftstypen.

Der Spreewald ist mit seinem fein gegliederten Netz von Fließen, die sich durch die Landschaft mit Wiesen, Äckern und Wald schlängeln, eine in Mitteleuropa einmalige Landschaft. Die weitgehend naturnahe Auenlandschaft ist Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Um diese Landschaft zu schützen und zu bewahren, wurde der Spreewald 1990 zum Biosphärenreservat erklärt, 1991 erhielt es den UNESCO-Status.

Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, nordöstlich von Berlin gelegen, umfasst eine eindrucksvolle Kulturlandschaft mit rund 240 Seen, zahlreichen Mooren sowie Wiesen und Äckern. Das 1990 gegründete Biosphärenreservat ist mit 129.161 Hektar eines der größten Schutzgebiete Deutschlands. Die dünn besiedelte Landschaft ist Lebensraum vieler vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. See-, Fisch- und Schreiadler, Kranich und Schwarzstorch brüten dort; Biber und Fischotter sind über das ganze Schutzgebiet verbreitet. Im Juni 2011 würdigte die UNESCO diese einzigartige Landschaft, als sie den Buchenwald Grumsin in der Schorfheide zusammen mit weiteren deutschen Waldgebieten zum Weltnaturerbe erklärte.

Über 400 Kilometer und fünf Bundesländer erstreckt sich das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Davon erstrecken sich 70 Kilometer in Brandenburg, von der Grenze Sachsen-Anhalts bis kurz vor Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern. Das Fluss- und Auengebiet ist eingebettet in eine jahrhundertealte Kulturlandschaft. Ende 1997 wurde das Gebiet von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt.

Kinder und Eltern genießen das sommerliche Wetter am Badestrand am Schermützelsee in Buckow (Quelle: imago)Der Schermützelsee in Buckow.

Naturparke

Naturparke sind Flächen, die zwar überwiegend Landschafts- oder Naturschutzgebiete sind, in denen aber ein nachhaltiger Tourismus angestrebt wird. Sie sollen erschlossen werden, um eine nachhaltige Regionalentwicklung zu pflegen.

Brandenburg verfügt über elf Naturparke. Der größte ist das an Sachsen-Anhalt grenzende Westhavelland mit 1.315 Quadratkilometern Schutzgebiet. Der kleinste und älteste Naturpark ist die Märkische Schweiz - das 205 Quadratkilometer große Gebiet wurde bereits 1990 - noch mit dem Nationalparkprogramm der DDR - als Großschutzgebiet festgesetzt.

Direkt aneinander grenzen im Norden Brandenburgs die Naturparke Uckermärkischen Seen und Stechlin-Ruppiner Land mit ihren ausgedehnten Seengebieten.

Der Naturpark Barnim ist ein gemeinsames Großschutzgebiet der Länder Brandenburg und Berlin. Rund 5,4 Prozent der Fläche befinden sich in den Berliner Bezirken Pankow und Reinickendorf. Südöstlich von Berlin gehören die Dahme-Heideseen mit zu den schönsten Wassersportrevieren Brandenburgs.

Im Naturpark Hoher Fläming erhebt sich mit dem 200 Meter hohen Hagelberg der zweithöchste Berg Brandenburgs. Östlich davon bilden überflutete Wiesen und naturnahe Bruchwälder das Herzstück des Naturschutzgebietes Nuthe-Nieplitz.

Das idyllische Schlaubetal bietet Wanderer ein gut ausgebautes Wegenetz. Die Geschichte der Region ist eng mit dem Kloster Neuzelle verbunden.

In der Niederlausitz bestimmt unter anderem der Tagebau die Landschaft. Gleichzeitig verfügt der Niederlausitzer Landrücken über eines der größten kaum zerschnittenen Waldgebiete im südlichen Brandenburg. In der Niederlausitzer Heidelandschaft bilden geflutete Tagebaue und weite Heideflächen reizvolle Naherholungsgebiete.