Polizisten stehen auf dem sonst menschenleeren Pariser Platz am Brandenburger Tor (Bild: imago images/Marius Schwarz)
Bild: www.imago-images.de

Durchwachsene Bilanz - Berliner Polizei schließt mehr als 40 Lokale und Geschäfte

Auch in den vergangenen 24 Stunden musste die Polizei in Berlin mehrere Verstöße gegen die Coronavirus-Regeln ahnden. In Brandenburg blieb es vergleichsweise übersichtlich. Hier standen vor allem Sport- und Spielplätze im Fokus der Kontrolleure.  

Was Sie jetzt wissen müssen

Während die Brandenburger Polizei am ersten Tag der strengeren Kontaktbeschränkungen nur wenige Verstöße registrierte, hatten die Kolleginnen und Kollegen in Berlin etwas mehr zu tun. Am ersten Tag der Kontaktsperre stellte die Berliner Polizei eine ganze Reihe von Verstößen fest und stellte Anzeigen aus. Am Montagabend und in der Nacht zu Dienstag waren es zwölf Ordnungswidrigkeiten wegen der Nichteinhaltung der Kontaktbeschränkung, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Die entsprechende Zahl zu den Verstößen am Montag tagsüber wurde noch nicht bekannt gegeben. 300 Polizisten waren dabei jeweils tagsüber und nachts für Kontrollen von Geschäften, Imbissen und Menschen im Einsatz.

Wegen der Coronakrise gilt in Brandenburg und Berlin ein Abstandsgebot: Bei jedem Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einzuhalten. Man darf nur alleine oder zu zweit unterwegs sein. Ausnahmen gelten für Familien und Bewohner gemeinsamer Wohnungen.

44 Lokale und Geschäfte geschlossen

Die Berliner Polizei stellte außerdem am Dienstag tagsüber 53 Verstöße von Imbissbesitzern und Bäckereien fest, die Kunden in ihren Räumen essen ließen. 37 Lokale und Geschäfte wurden sofort geschlossen. Es gab 43 Strafanzeigen. In der Nacht entdeckten die Polizisten 64 Verstöße, 7 Mal mussten die Lokale schließen. Es gab 27 Strafanzeigen wegen des Infektionsschutzgesetzes.

Ein Supermarkt-Betreiber in Schmargendorf (Charlottenburg-Wilmersdorf) musste sein Geschäft dicht machen, weil zu viele Kunden gleichzeitig einkauften und den vorgeschriebenen Mindestabstand nicht einhielten. Ein Beobachter hatte die Polizei alarmiert. Zwei Polizisten postierten sich vor dem Eingang und versuchten, den Zugang zu regeln. Als das nicht ausreichend klappte, schloss der Betreiber das Geschäft.

Die Polizei wies am Dienstag darauf hin, dass wegen der Coronakrise nicht nur Friseurläden und Nagelstudios geschlossen sind, sondern auch entsprechende Hausbesuche verboten sind. "Wahre Schönheit kommt von innen", schrieb sie bei Twitter und betonte: "Das sollten alle wissen, die versuchen, Hausbesuche zum Frisieren, zu Kosmetik, Nageldesign etc. zu vereinbaren." Der Polizei seien bislang aber keine entsprechenden Fälle bekannt, sagte ein Sprecher.

"Kein Polizeibamter läuft mit Zollstock herum"

In Brandenburg schätzt die Polizei die Situation als unproblematisch und unaufgeregt ein. Bei den 130 Einsätzen am Montag, dem ersten Tag der strengeren Kontaktregeln, ging es hauptsächlich um das verbotene Betreten von Spiel- und Sportplätzen, wie der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst, am Dienstag in Potsdam sagte. 39 Platzverweise seien erteilt worden.

Vor allem zu Spiel- und Sportplätzen erhielten die Beamten auch Hinweise von Bürgern. Diese sollten dazu aber stets die zuständige Polizei vor Ort anrufen und nicht die Notrufnummer 110, sagte Herbst. "Man muss keinen Notruf wählen, weil jemand auf einem Spielplatz ist." Der Sprecher betonte zugleich, dass die Beamten immer mit Augenmaß im Einsatz seien: "Kein Polizeibeamter läuft mit dem Zollstock durch Potsdam, Frankfurt oder Cottbus und misst, ob es nun tatsächlich anderthalb Meter Abstand sind."

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

16 Kommentare

  1. 16.

    Vor Wochen wurden den "Panikmachern" unterstellt aus dem rechten Lager zu kommen,jetzt hat sich das Blatt wohl gewendet. Es ist alles nur noch lächerlich..

  2. 15.

    Es gibt Einkaufsläden, die jeden Kunden nur mit einem Einkaufswagen in den Markt lassen und ebenso auch nur so viele Einkaufswagen bereitstellen, wie Kunden in den Laden dürfen.

  3. 14.

    C. M. Und Jana scheinen den Ansichten des Herrn Wodark aufgesessen zu sein.
    Zu mal mich der Duktus dieser beiden doch sehr an den von Eimpeitschern anderer politischer Couleur zu erinnern scheint.
    Faktencheck: Mediziner welcher Fachbereiche sind die beiden überhaupt?
    Sind Sie vielleicht sogar der Ansicht, die auch die Chinesische Regierung zu verbreitern beginnt?

  4. 13.

    @C M: Sie sind also Mediziner? Soso! Eine ganz wunderbare Posse. Darf man fragen in welchem Bereich Sie so arbeiten? Das dürfte viele interessieren.

  5. 11.

    Danke! Schon allein die Rechtschreibung lässt tief blicken. Hier treiben sich leider ne Menge Trolle und Ignoranten herum, die es immer noch nicht verstanden haben. Und die sind dann immer noch in Gruppen unterwegs, wie heute im Westend im Park. Somit wird der aktuelle Zustand eben noch länger andauern. Ob sie das verstehen? Sicher nicht, Schuld sind immer nur die anderen...

  6. 10.

    Solange es nicht warm wird werden die Menschen in der Stadt ruhig bleiben und Sanktionen zustimmen.
    Wenn die Stimmung dann kippt wird es unangenehm

  7. 9.

    EDEKA IN HAUPTBAHNHOF KATASTROPHE AUCH !! 100 LEUTE NEBEN KEIN PLATZ UND WO IST DIESE ABSTAND ??

    NICHT NORMAL MUSS MEHR KONTROLLE !!!!

  8. 7.

    wird zeit das berlin mal richtig hart durchgreift. für die ignoranten saftiges bussgeld wie in nrw und bayern. nicht so ein weichgespültes getue wie in berlin und brandenburg.

  9. 6.

    Mediziner wollen Sie also sein ... so so ... na das kommentierte ich mal besser nicht.

    Im Übrigen: lesen Sie mal auf Tagesschau.de, was der Bürgermeister von Bergamo (der italienischen Stadt mit der größten Corona-Mortalität) über die eigenen Fehler des Zögerns sagt.

  10. 5.

    Selbst wenn Sie im besten Fall rechthaben sollten und das alles übertrieben war, finde ich es gut, dass wir mal geübt haben, denn bei Viren mit deutlich höherer Ansteckungs- und Sterblichkeitsrate würde das gegenwärtig vermutlich dramatischer aussehen.

  11. 3.

    Bin selbst Mediziner!!In 2 Monaten werden wir feststellen das wir dem größten Fake der Geschichte aufgesetzt sind...die Kliniken in Deutschland sind leer wir fliegen
    Patienten aus Italien und Frankreich ein...und killen hier unsere Wirtschaft und die Existenz von vielen...alle Testen momentan auf Corona...wäre mal Interessant wenn mal auch alle in Italien auf eine Influenza
    Testen würde dann kann ich euch sagen die Zahlen bezgl Corona würden ganz anders ausehen!!

  12. 2.

    In Berlin wurde letzte Woche in der Akazienstr in einem Restaurant mit Zollstock gemessen, woraufhin ein Restaurant dicht gemacht hat/wurde. Für die Anzeige ist wahrscheinlich Zollstock doch besser als Augenmaß :-D

  13. 1.

    An Schwachsinnigkeit ist dieser Aktionismus kaum noch zu überbieten....

Das könnte Sie auch interessieren