Ansteckende Corona-Variante - Jede vierte positive Probe in Berlin weist Mutation B.1.1.7 nach

Wissenschaftler untersuchen im Labor Coronavirus (Bild: imago images/Max Kovalenko)
Bild: imago images/Max Kovalenko

Der Anteil der ansteckenderen Variante B.1.1.7 an den Coronavirus-Fällen in Berlin nimmt weiter zu. In 25 Prozent der positiven Proben aus der vergangenen Woche sei die in Großbritannien entdeckte Mutante nachgewiesen worden, sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung am Mittwoch auf Anfrage. Am Freitag lag dieser Wert noch bei 12 Prozent, damit hat er sich innerhalb von einer Woche mehr als verdoppelt.

Die weitere Zunahme war erwartet worden und entspricht auch ungefähr dem bundesweiten Trend. Der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) hatte am Dienstag für Deutschland von einem Anteil der Variante in Stichproben von knapp 30 Prozent gesprochen.

Anteil wird voraussichtlich weiter ansteigen

Bei den Angaben ist zu berücksichtigen, dass sich die Menschen, deren Proben vergangene Woche untersucht wurden, bereits ein bis zwei Wochen zuvor angesteckt haben dürften. Mutmaßlich könnte der Anteil inzwischen noch höher liegen.

Die Virusvariante B.1.1.7 gilt nach Schätzungen als um mindestens 35 Prozent ansteckender als frühere Formen des Coronavirus. Das bedeutet, dass auf einen Infizierten im Durchschnitt mehr Folgefälle kommen. Die genauen Ursachen für den Effekt sind noch nicht geklärt.

Es wird auch anhand der Erfahrungen anderer europäischer Länder befürchtet, dass der Anteil der Variante weiter rasch und deutlich steigen wird. Das gilt als großes Risiko für die Öffnungspläne. Die rückläufige Tendenz bei den Fallzahlen in Berlin und auch in Brandenburg hat sich zuletzt schon nicht mehr fortgesetzt.

Sendung: Abendschau, 24.02.2021, 19:30 Uhr

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