Rettungssanitäter und Betreuer verlegen infizierte Bewohner eines Heimes. (Quelle: imago images/Bernd März)
Bild: imago-Symbolbild/Bernd März

Statistik der Gesundheitsverwaltung - Fast zwei Drittel der Corona-Toten in Berlin sterben im Pflegeheim

Jeder Corona-Tote bedeutet nicht nur eine Zahl in der Statistik, sondern ein menschliches Schicksal. Eine Bevölkerungsgruppe zahlt in der Pandemie einen besonders hohen Preis. In Berlin machen Heimbewohner inzwischen fast zwei Drittel aller Corona-Todesfälle aus.

Fast zwei Drittel der Corona-Toten in Berlin sind in Alten- und Pflegeheimen gestorben. Das geht aus einer Statistik der Gesundheitsverwaltung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag. Demnach starben - Stand Dienstag - 1.259 Bewohnerinnen und Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen an oder mit Covid-19. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Corona-Opfer (2101) lag damit bei 60 Prozent.

Ältere und gebrechliche Menschen gelten als besondere Risikogruppe in der Pandemie. Das wird auch in anderen Statistiken deutlich. So waren laut Corona-Lagebericht 1.850 der bislang 2.101 Corona-Toten in Berlin - also 88 Prozent - 70 Jahre oder älter. Nicht alle davon lebten in Seniorenheimen. Allerdings gab es in der Vergangenheit in solchen Heimen immer wieder größere Corona-Ausbrüche.

70 bis 74 Prozent der Berliner für Herdenimmunität notwendig

Deshalb gehören die Menschen dort zu den ersten, die gegen das Coronavirus geimpft werden. Bis Dienstag waren laut Gesundheitsverwaltung 82 Prozent der Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen geimpft, 38 Prozent bereits zum zweiten Mal.

Insgesamt wurden seit Beginn der Impfkampagne am 27. Dezember in Berlin laut Robert Koch-Institut (RKI) rund 103.600 Dosen gespritzt. Etwa 22.400 Menschen erhielten bereits ihren zweiten Pikser. Die Impfquote gibt das RKI mit 2,2 Prozent an.

Um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, geht der Senat davon aus, dass sich 70 bis 74 Prozent der Berliner Bevölkerung zweimal impfen lassen müssen. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichen Antwort der Gesundheitsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der CDU hervor. Zur Frage, wann diese Impfquote erreicht werden könne, seien noch keine Aussagen möglich, hieß es.

Deshalb gehören die Menschen dort zu den ersten, die gegen das Coronavirus geimpft werden. Bis Dienstag waren laut Gesundheitsverwaltung 82 Prozent der Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen geimpft, 38 Prozent bereits zum zweiten Mal.

 

Insgesamt wurden seit Beginn der Impfkampagne am 27. Dezember in Berlin laut Robert Koch-Institut (RKI) rund 103 600 Dosen gespritzt. Etwa 22 400 Menschen erhielten bereits ihren zweiten Pikser. Die Impfquote gibt das RKI mit 2,2 Prozent an.

 

Um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, geht der Senat davon aus, dass sich 70 bis 74 Prozent der Berliner Bevölkerung zweimal impfen lassen müssen. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichen Antwort der Gesundheitsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der CDU hervor. Zur Frage, wann diese Impfquote erreicht werden könne, seien noch keine Aussagen möglich, hieß es.

 

Die derzeit verfügbaren Impfstoffe unterliegen laut Gesundheitsverwaltung einer Altersbeschränkung und werden erst ab vollendetem 16. beziehungsweise 18. Lebensjahr verabreicht. Daraus ergebe sich, dass schon allein deshalb 15,3 beziehungsweise 13,7 Prozent der Berliner Bevölkerung nicht geimpft werden könnten.

 

In der Antwort auf die parlamentarische Anfrage verweist Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz zudem darauf, dass der Senat Sonderrechte für Geimpfte ablehnt. Das betrifft eine Aufhebung von Infektionsschutzmaßnahmen ebenso wie etwa den Zutritt zu den aktuell geschlossenen Theatern, Museen, Kinos oder Gaststätten.

 

Grund: Nach aktuellem Stand der Wissenschaft sei nicht nachgewiesen, dass Geimpfte das Virus nicht übertragen können. Dasselbe gelte für Menschen, die bereits infiziert waren und genesen sind. Auch hier sei bisher wissenschaftlich nicht abgeklärt, ob diese das Virus weiter übertragen oder sich erneut infizieren können.

Senat lehnt Sonderrechte für Geimpfte ab

Die derzeit verfügbaren Impfstoffe unterliegen laut Gesundheitsverwaltung einer Altersbeschränkung und werden erst ab vollendetem 16. beziehungsweise 18. Lebensjahr verabreicht. Daraus ergebe sich, dass schon allein deshalb 15,3 beziehungsweise 13,7 Prozent der Berliner Bevölkerung nicht geimpft werden könnten.

In der Antwort auf die parlamentarische Anfrage verweist Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz zudem darauf, dass der Senat Sonderrechte für Geimpfte ablehnt. Das betrifft eine Aufhebung von Infektionsschutzmaßnahmen ebenso wie etwa den Zutritt zu den aktuell geschlossenen Theatern, Museen, Kinos oder Gaststätten.

Grund: Nach aktuellem Stand der Wissenschaft sei nicht nachgewiesen, dass Geimpfte das Virus nicht übertragen können. Dasselbe gelte für Menschen, die bereits infiziert waren und genesen sind. Auch hier sei bisher wissenschaftlich nicht abgeklärt, ob diese das Virus weiter übertragen oder sich erneut infizieren können.

Was Sie jetzt wissen müssen

28 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 28.

    @Peter
    Vielen Dank für Ihre informative Antwort!
    Ich möchte so einen Antikörpertest gerne machen (auch, wenn möglicherweise nicht "zu spät").
    Nun ist die Frage, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, welcher Test aktuell der beste ist(Spezifität(Sensibilität) oder/bzw. wo man den Test ggf. auf eigene Kosten machen lassen kann und wie teuer der dann ist.

  2. 27.

    ... es ginge auch anders, wenn es die Politik wollen würde.

    https://www.nzz.ch/wissenschaft/coronavirus-lisa-federle-hat-in-tuebingen-frueh-auf-tests-gesetzt-ld.1598483

    @Björn, danke.

    @Alt-Westberlinerin - also in der Reha-Einrichtung, wo meine Schwiegermutter derzeit liegt, laufen alle mit Maske rum, auch die Patienten außerhalb ihrer Zimmer. Besuch nur mit Schnelltest und FFP2-Maske möglich - es geht also ...

  3. 26.

    Schauen sie sich doch mal z.B. das Gesundheitssystem von Schweden an, das staatlich ist.
    Ob sowas wirklich besser ist ...naja

  4. 25.

    Kurz und mittelfristig sollte man die Privatisierungen im Gesundheitswesen rückgängig machen und dafür sorgen, daß lebensnotwendige Medikamente wieder in Europa hergestellt werden.
    Es kann nicht angehen, daß die Profitinteressen von Pharmakonzernen ein höheres Gewicht haben als die von uns gewählten Parlamente.

  5. 24.

    Was soll denn der RBB auf Ihre Querdenke antworten? Da sind soviel unlogische und unstrukturierte Aussagen drin, es ist ein Graus, Ihren Kommentar zu lesen. Der Gipfel ist dann die Sache mit den „Särgen“, die „täglich“ und „jedes Jahr“ rausgetragen wurden. Glauben Sie eigentlich selbst, was Sie schreiben?

  6. 23.

    @rbb-Team: Seit wann sterben Tote?

    Die Überschrift ist mal wieder aus der Zeit gefallen. Es müsste doch heißen:

    "Fast zwei Drittel der Corona-Toten in Berlin starben im Pflegeheim"

    Außerdem werden die verstorbenen nicht alle in nur einem Pflegeheim gelebt haben.
    Etwas mehr Gründlichkeit erwarte ich schon.

    Beste Grüße

  7. 22.

    Diese Fragen habe ich auch.
    Warum werden die leer stehenden Hotels nicht genutzt?
    Warum wurden hunderte Millionen ausgegeben für Impfstoffe, die noch nicht mal zugelassen sind?

  8. 21.

    Ich hoffe, es war nicht der impfende Doc, der den Infekt an dem Tag an alle freundlich weitergegeben hat! Leider gibts auch das, dass jemand aus der Impftruppe Spreader ist. Vor allem, wenn es massiv 5-6 Tage nach der Impfung bei Geimpften auftritt, sollte man die Zusammenrottung vorm Impfen, den Wartebereich und das Fremdpersonal mal überdenken - aber auch das Personal des Heimes, denn es gibt keine Pflicht fürs Personal, Masken zu tragen!!!! Immer noch nicht!

  9. 20.

    Der Preis eines kaputtgesparten und profitorientierten Gesundheits- und Pflegesystems. Dank unseren Regierungsparteien für dieses schöne Geschenk an unsere Ältesten.

  10. 19.

    Die Impfung geht schleppend vorran. In den Pflegeheimen wenig Personsal und mehr Arbeit durch Corona. Da kann Herr Spahn sich Tot "sparn".

  11. 18.

    da ist demnach die Erkrankung ausgebrochen und im gleichen Moment, oder kurz zuvor, wurde geimpft. 6 Wochen vorher geimpft, hätte bedeutet, dass dieser Ausbruch verhindert worden wäre.

  12. 17.

    Normalerweise ist der Effekt einer durchgemachten Infektion meistens sogar sehr viel stärker als der einer Impfung, da der Körper durch die Infektion das gesamte Virus (und nicht nur Teile von ihm, wie bei der Impfungen) präsentiert bekommt.

    Ob die in Apotheke/Drogerien zu kaufenden Antikörpertests "funktionieren" müsste jeweils überlegt werden, denn teilweise sind etliche Monate nach der Infektion Antikörper nicht mehr nachgewiesen worden.

    Der Reinfizierte aus Süddeutschland hatte soweit ich mich erinnere laut Presse noch eine zusätzliche bakterielle Infektion oben drauf bekommen, möglicherweise auch deshalb gestorben.

    Würde man alle die Geimpft werden vorher auf Antikörper testen und die Covid-19-Antikörper positiven von der Impfung ausschließen würde man wohl schon Impfstoffe sparen. Ich schätze dass in Berlin wenige Hundertausend bereits Covid-19 hatten. Da kann man sich natürlich auch verschätzen. Man müsste sich dazu die einzelnen Alterskohorten anschauen.

  13. 16.

    Liebes rbb-team, könnt ihr per Faktencheck mal ermitteln, ob diese Sterblichkeit in den Pflegeheimen mit/an Corona höher ist als ohne? Ich habe 8 Jahre lang neben zwei Pflegeheimen gewohnt. Da wurden jedes Jahr im Winter täglich Särge rausgetragen. Und unter welchen Rahmenbedingungen sind sie verstorben? An einer Beatmung? Sie waren ja demnach nicht Krankenhauspflichtig. Kurzum: Niemand soll daran sterben, das steht außer Zweifel - aber ohne jeden Zusammenhang sind das mal wieder nur Zahlen, die keine Kontexte herstellen. Könnt ihr was zu nachreichen, liebes rbb Team?

  14. 15.

    Na wunderbar, dass Spahn nicht ausreichend Impfdosen bestellt hat. Und jetzt kann sogar noch weniger geimpft werden, da es die von Spahn versprochenenden 6 Dosen in vielen Ampullen gar nicht gibt - danke schön, dass der Lockwodn so noch länger dauern wird!

  15. 14.

    Ja, das meinte ich. Da werden wir wohl schon noch etwas warten müssen, bis wirklich viele die 2. Impfung bekommen haben. Aber vielleicht hilft die 1. Impfung trotzdem schon und hilft eine stärkere Erkrankung zu verhindern.
    Gute Besserung an Ihre Freundin.

  16. 13.

    Im Vergleich zu den 30.000 Bewohnern von Berliner Pflegeheimen sind dort 3.5 Prozent der Bewohner verstorben. Ohne Maßnahmen wären es sicher 20 Prozent gewesen.

  17. 12.

    Es ist ein Armutszeugnis für die Politik in diesem Land und in dieser Stadt. Es stehen nahezu alle Hotels leer in Berlin. Warum wurden nicht schon Anfang des Jahres die Menschen auf mehr Orte verteilt? Es gibt doch, nach Aussagen von Heimleitungen, nicht genug Platz in den Heimen, um Menschen die erkrankt sind, von Menschen die noch gesund sind, zu trennen. Warum also Frage ich alle!! Verantwortlichen - warum wurde hier nicht für die alten Menschen gesorgt???
    Es sind 400 Millionen Euro da um ein Medikament welches noch nicht einmal zugelassen ist zu kaufen - aber Menschenleben zu retten geht nicht in dieser Situation? Es macht mich einfach fassungslos und unendlich traurig.

  18. 11.

    Man muss es leider so grob sagen .... träum weiter....
    Seit Wochen wird schon geredet es könnte ja sein, dass geimpfte trotzdem ansteckend sind und auch krank werden ... nicht so schlimm krank aber trotzdem.... dazu kommt trotz sinkender Zahlen das nachschärfen der Einschränkungen... wegen der Mutationen von denen man aber auch nicht sicher weiß .... aber Boris posaunt trotzdem raus das die also ganz bestimmt wahrscheinlich 30% tödlicher sind....
    man verfährt weiter nach gleichem Muster ... wenn nicht bewiesen ist, dass die Befürchtungen nicht stimmen na dann hat man eine Rechtfertigung

  19. 10.

    Eine Freundin - arbeitet in einem Pflegeheim - wurde letzte Woche zum ersten Mal geimpft. Heute wurde bei ihr eine Covid-Erkrankung festgestellt und befindet sich nun mit Grippesymptomen in Quarantäne. So wir ihr erging es mehreren Kollegen und auch Bewohnern ...

  20. 9.

    Da habe ich ohnehin ein Anliegen:
    Bevor ich mich impfen lasse(sofern meine Ärzte überhaupt ihr OK dazu geben), möchte ich eigentlich erst mal eine Antikörpertest machen. Also wissen, ob ich eine Infektion schon unbemerkt durch habe. Wenn dem so wäre, würde ich mich allerdings nicht mehr impfen lassen wollen. Denn ich schätze den Effekt einer durchgemachten Infektion ähnlich ein, wie der einer Impfung (jaaa, ich weiß, dass es auch Zweitinfektionen gabe und sogar EINEN Todesfalls nach Zweitinfektion).
    Dazu würde ich dazu gerne mal eine Fachmeinung haben.
    Und dann wäre auch die Frage, wie es mit den Grundrechten wäre in diesem Falle.
    Immerhin könnte es doch auch im aktuellen (=Impfdosenmangel) Zustand ganz brauchbar sein, wenn sich die, die eine Infektion schon "still" hinter sich gebracht haben oder auch überstanden, erstmal hinten anstellen bei den Impfungen.
    Oder spricht da was dagegen, wenn man mal von den o.g. Ausnahmen absieht?

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren