Demonstranten halten am 28.06.2020 ein Transparent mit der Aufschrift "Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn" vor dem Dragoner-Areal in Berlin-Kreuzberg. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Bild: dpa/Annette Riedl

Berlin-Kreuzberg - Jugendliche besetzen Haus auf Dragoner-Areal

Ein Gebäude auf dem Dragoner-Areal in Berlin-Kreuzberg ist am Sonntag von Jugendlichen aus dem Umfeld der selbstverwalteten Jugendzentren Potse und den Drugstore besetzt worden. Die Besetzung sei eine Aufforderung an das Land Berlin, das Objekt für Drugstore und Potse zur Verfügung zu stellen und sich mit dem Bezirk auf eine Nutzung zu einigen, sagte eine Sprecherin der Besetzer am Nachmittag. Das Jugendzentrum Potse befindet sich aktuell in einem Räumungsprozess.

Vor dem Gelände endete am Nachmittag außerplanmäßig ein Fahrradkorso unter dem Motto "Jugend braucht Freiräume", das vom Jugendzentrum Potse zum Halleschen Tor verlaufen sollte. Einige Teilnehmer haben dann aufgerufen, in das Gebäude zu gehen, wie Polizei und die Sprecherin der Besetzer bestätigten. Vor dem Haus standen zudem am Nachmittag noch rund 100 Menschen, die größtenteils aus dem Fahrradkorso stammten, sagte ein Polizeisprecher.

Das weitere Vorgehen der Sicherheitskräfte war zunächst unklar. "Wir wollen erst mit dem Hauseigentümer sprechen", sagte der Polizeisprecher.

Sendung: Inforadio, 28.06.2020, 20.00 Uhr

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27 Kommentare

  1. 27.

    Ah, noch ein Verteidiger der Wohnraumzuteilung ala DDR. Sie wollen also bestimmen wer wo zu wohnen hat? Was ist wenn ich hier seit etlichen Generationen lebe?

    Ich müßte also nicht nur meine Arbeitsstelle wechseln, den Umzug finanzieren, sondern auch noch meine Familie und Freunde verlassen. Gehts noch???

    Es gibt genug Berliner die besser leben oder gar kaufen möchten und dafür bereit sind, auch mehr auf den Tisch zu packen. Die Stadt besteht nicht nur aus Personen, die sich gerne in die soziale Hängematte legen und die ganze Stadt für sich selbst und für Lau haben wollen,."

    Asozial hoch zehn! Sie meinen also man kann sich mit Geld alles kaufen, ja?

    Berlin ist Mieterstadt und deswegen sagen ihnen die Berliner deutlich, was sie von ihren asozialen Plänen halten. Asoziale wie sie werden sich umgucken, wenn sie keinen Handwerker, Polizisten, Krankenhauspersonal und Müllabfuhr mehr haben, der ihnen hinterräumt, weil sich die Leute dann keine Miete mehr leisten können.

  2. 26.

    Niemand ist gezwungen in Berlin zu wohnen und zu leben. Das trifft besonders auf die CDU Bezirke Friedrichshain/Kreuzberg und Prenzlauer Berg zu (Witz aus).
    Es herrscht Freizügigkeit im gesamten Bundesgebiet und Fachkräfte werden überall dringend gesucht. Wer in Berlin sein will, der muss auch die Regeln akzeptieren und nicht andere für seine eigene Bequemlichkeit verzichten lassen. Es gibt genug Berliner die besser leben oder gar kaufen möchten und dafür bereit sind, auch mehr auf den Tisch zu packen. Die Stadt besteht nicht nur aus Personen, die sich gerne in die soziale Hängematte legen und die ganze Stadt für sich selbst und für Lau haben wollen, sondern auch aus Menschen, die gut ausgebildet und daher gut bezahlt und überdurchschnittlich leistungsbereit sind. Wieso sollte man denen bessere Standards verbieten.
    Wer Alk und Kippen, Bio und Demeter oder bei sonstigen überteuerten alternativen Versuchsprojekten einkauft, der sollte sich doch nicht über hohe Mieten aufregen.

  3. 25.

    Dann sollen doch die windigen Spekulanten, Glücksritter und Abzocker in den Ruhrpott ziehen! Da können sie sich dann selbst verwirklichen. Berlin ist Mieterstadt und keine Spielwiese für skrupellose Schmarotzer.

    Warum müsst ihr ausgerechnet Berlin zum HongKong 2.0 machen, wo die Menschen in Hühnerkäfigen wohnen müssen?

    Sie sind es doch der ein "Cuba 2.0" möchte mit sozialistischer Wohnraumzuteilung.

  4. 24.

    Dann sollen doch die windigen Spekulanten, Glücksritter und Abzocker in den Ruhrpott ziehen! Da können sie sich dann selbst verwirklichen. Berlin ist Mieterstadt und keine Spielwiese für skrupellose Schmarotzer.

    Warum müsst ihr ausgerechnet Berlin zum HongKong 2.0 machen, wo die Menschen in Hühnerkäfigen wohnen müssen?

  5. 23.

    Warum kommen die nur alle ausgerechnet nach Berlin. Im Ruhrpott steht so viel leer, da können die sich alle selbst verwirklichen. Billige Mieten und leere Bestände ohne Ende. Warum müsst ihr ausgerechnet Berlin zum Cuba 2.0 machen.

  6. 22.

    Nach Mauerpark, Hasenheide, Stuttgart bestimmt nur eine Horde "Party-und Eventwillige", die das Dragoner-Areal besetzen.

  7. 21.

    "Das ist in einer Metropole nun mal so,..."

    Nein, das ist in einer Metropole wie SIE sie vertreten so. Das sind die Folgen des entfesselten Neoliberalismus, den sie und ihre "Partei" vertreten.

  8. 20.

    Und wer wurde da jetzt geschädigt, außer dem Ordnungssinn von Leuten deren Hobby es ist "verbieten" und "einsperren" zu schreien?

  9. 19.

    Das wohl zum Abriss stehende Gebäude wurde doch nicht mit der Absicht "besetzt", es auf Dauer zu übernehmen, sondern auf fehlende Treffpunkte für Jugendliche in der Innenstadt hinzuweisen. Soweit mir bekannt, kam es zu keinerlei Gewalttätigkeiten seitens der Demonstranten. Und bei der heutigen Räumung befanden sich gerade mal sechs Personen im Gebäude.

    Hier wird (wieder mal) aus einer Mücke ein Elefant gemacht und der Untergang Berlins an die Wand gemalt.

    Mir wäre es tatsächlich egal, wenn ein sich in meinem Besitz befindliches, zum Abriss stehendes Gebäude

  10. 18.

    Ihre Argumentation ist falsch. Selbstverständlich kann die Polizei legal und ohne Antrag des Eigentümers dessen Besitz vor Einbruch und illegalem Eindringen schützen.
    Zu Ihrem anderen Beitrag sei angemerkt, dass die Potse halt Pech hat, wenn es keine geeigneten kostenlosen Räumlichkeiten für Konzerte gibt. Das ist in einer Metropole nun mal so, Platz ist knapp und teuer. Dann kann man eben keine kostenfreien Konzerte anbieten. Geht anderen Kulturschaffenden auch nicht anders.

  11. 17.

    Mich würde interessieren, was die Polizei gegen Besetzungen machen sollte. Das Haus ohne Antrag von Eigentümer*innen zu räumen ist Illegal. Räumungen werden zudem meist innerhalb von 24 Stunden NACH Antrag durchgeführt. Zu sagen dass alle machen was sie wollen ist also weit weg von der Realität. Das scheint mir eher nach einem Gefühl...

  12. 16.

    Der potze wurden räume vorgeschlagen in denen keine laute Musik also auch keine Konzerte gespielt werden können. Das ist allerdings absolut sinnfrei für potze und Drugstore, da diese seit Jahrzehnten kostenlose Konzerte veranstalten. Die Wortwahl "gemündet" wirkt so nicht ganz im Kontext

  13. 15.

    Also wer illegal fremdes Eigentum besetzt, der handelt nicht friedlich,so wie sie es beschreiben. Egal ob das Gebäude leer steht oder nicht. Da haben Sie schon ein merkwürdiges Rechtsempfinden.
    Oder würden sie es begrüßen, wenn diese Leute ihr Eigentum besetzen?

  14. 14.

    Sehr gut, danke an die Jugendlichen! Mietenwahnsinn ist das richtige Wort.

  15. 13.

    Sie schließen von ein paar besetzten Häusern auf die gesamte Jugend? Waren in den 70ern/80ern nicht viel mehr Häuser besetzt? Ging dadurch die Stadt kaputt, herrschte überall Anarchie?
    Nur ein Bruchteil der Jugend versucht, sich auf solchen Wegen ihre Freiräume zurückzuerobern, denn es gibt, so weit ich weiß, immer weniger Jugendfreizeiteinrichtungen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung der Betroffenen, sondern letztendlich auch auf unsere Gesellschaft, denn soziales miteinander und Selbstwirksamkeit lernt mensch nicht im Internet oder im Shopping. (@rbb: Leider hat meine kurze Recherche zur Reduzierung der kostenlosen, pädagogisch betreuten Orte für die Jugend nichts ergeben, wäre es nicht interessant, mal aufzuarbeiten, wie die kostenfreien außerschulischen Möglichkeiten immer weiter reduziert wurden und werden?!)

  16. 12.

    Hauptsache der Bezirk vergisst nicht, dass es auch andere Jugendliche gibt und bindet nicht zu große Teile seines kanppen Jugendhilfeetat für dieses eine Projekt bzw. für die Objektmiete, nur weil das "Potse-Kollektiv" am lautesten schreit.

    Es waren ja schon Ersatzräumlichkeiten für Potse diskutiert worden, nur die mundeten dem "Potse-Kollektiv" nicht. Denn es ist schwer, mitten in der Stadt Räumlichkeiten zu finden, wo wunschgemäß auch 1000 Watt Verstärker betrieben werden können.

  17. 11.

    Meine Güte - dort sind ein paar Jugendliche von Rad gestiegen und haben unbefugt in ein leerstehendes Gebäude betreten, um auf einen Missstand aufmerksam zu machen. Was erwarten Sie da von der Polizei? Etwa, dass sie diese friedlichen Menschen verhaftet und abtransportiert, becker?

  18. 10.

    Soll Berlin Ihrer Meinung nach das Demonstrationsrecht abschaffen? Verdrängung ist ein ernstzunehmendes Problem und eine Besetzung ein Mittel, um darauf aufmerksam zu machen.

  19. 8.

    In den 90ern wurden die selbstverwalteten Jugendzentren Potse und Drugstore von Jugendlichen aus der ganzen Stadt genutzt. Wo gibt es heute noch vergleichbare Orte in Berlin? Auch in Kreuzberg sind mit den steigenden Mieten Räume für Jugendliche geschlossen worden.

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