Demonstranten halten am 28.06.2020 ein Transparent mit der Aufschrift "Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn" vor dem Dragoner-Areal in Berlin-Kreuzberg. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Bild: dpa/Annette Riedl

Berlin-Kreuzberg - Jugendliche besetzen Haus auf Dragoner-Areal

Ein Gebäude auf dem Dragoner-Areal in Berlin-Kreuzberg ist am Sonntag von Jugendlichen aus dem Umfeld der selbstverwalteten Jugendzentren Potse und den Drugstore besetzt worden. Die Besetzung sei eine Aufforderung an das Land Berlin, das Objekt für Drugstore und Potse zur Verfügung zu stellen und sich mit dem Bezirk auf eine Nutzung zu einigen, sagte eine Sprecherin der Besetzer am Nachmittag. Das Jugendzentrum Potse befindet sich aktuell in einem Räumungsprozess.

Vor dem Gelände endete am Nachmittag außerplanmäßig ein Fahrradkorso unter dem Motto "Jugend braucht Freiräume", das vom Jugendzentrum Potse zum Halleschen Tor verlaufen sollte. Einige Teilnehmer haben dann aufgerufen, in das Gebäude zu gehen, wie Polizei und die Sprecherin der Besetzer bestätigten. Vor dem Haus standen zudem am Nachmittag noch rund 100 Menschen, die größtenteils aus dem Fahrradkorso stammten, sagte ein Polizeisprecher.

Das weitere Vorgehen der Sicherheitskräfte war zunächst unklar. "Wir wollen erst mit dem Hauseigentümer sprechen", sagte der Polizeisprecher.

Sendung: Inforadio, 28.06.2020, 20.00 Uhr

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22 Kommentare

  1. 22.

    Nach Mauerpark, Hasenheide, Stuttgart bestimmt nur eine Horde "Party-und Eventwillige", die das Dragoner-Areal besetzen.

  2. 21.

    "Das ist in einer Metropole nun mal so,..."

    Nein, das ist in einer Metropole wie SIE sie vertreten so. Das sind die Folgen des entfesselten Neoliberalismus, den sie und ihre "Partei" vertreten.

  3. 20.

    Und wer wurde da jetzt geschädigt, außer dem Ordnungssinn von Leuten deren Hobby es ist "verbieten" und "einsperren" zu schreien?

  4. 19.

    Das wohl zum Abriss stehende Gebäude wurde doch nicht mit der Absicht "besetzt", es auf Dauer zu übernehmen, sondern auf fehlende Treffpunkte für Jugendliche in der Innenstadt hinzuweisen. Soweit mir bekannt, kam es zu keinerlei Gewalttätigkeiten seitens der Demonstranten. Und bei der heutigen Räumung befanden sich gerade mal sechs Personen im Gebäude.

    Hier wird (wieder mal) aus einer Mücke ein Elefant gemacht und der Untergang Berlins an die Wand gemalt.

    Mir wäre es tatsächlich egal, wenn ein sich in meinem Besitz befindliches, zum Abriss stehendes Gebäude

  5. 18.

    Ihre Argumentation ist falsch. Selbstverständlich kann die Polizei legal und ohne Antrag des Eigentümers dessen Besitz vor Einbruch und illegalem Eindringen schützen.
    Zu Ihrem anderen Beitrag sei angemerkt, dass die Potse halt Pech hat, wenn es keine geeigneten kostenlosen Räumlichkeiten für Konzerte gibt. Das ist in einer Metropole nun mal so, Platz ist knapp und teuer. Dann kann man eben keine kostenfreien Konzerte anbieten. Geht anderen Kulturschaffenden auch nicht anders.

  6. 17.

    Mich würde interessieren, was die Polizei gegen Besetzungen machen sollte. Das Haus ohne Antrag von Eigentümer*innen zu räumen ist Illegal. Räumungen werden zudem meist innerhalb von 24 Stunden NACH Antrag durchgeführt. Zu sagen dass alle machen was sie wollen ist also weit weg von der Realität. Das scheint mir eher nach einem Gefühl...

  7. 16.

    Der potze wurden räume vorgeschlagen in denen keine laute Musik also auch keine Konzerte gespielt werden können. Das ist allerdings absolut sinnfrei für potze und Drugstore, da diese seit Jahrzehnten kostenlose Konzerte veranstalten. Die Wortwahl "gemündet" wirkt so nicht ganz im Kontext

  8. 15.

    Also wer illegal fremdes Eigentum besetzt, der handelt nicht friedlich,so wie sie es beschreiben. Egal ob das Gebäude leer steht oder nicht. Da haben Sie schon ein merkwürdiges Rechtsempfinden.
    Oder würden sie es begrüßen, wenn diese Leute ihr Eigentum besetzen?

  9. 14.

    Sehr gut, danke an die Jugendlichen! Mietenwahnsinn ist das richtige Wort.

  10. 13.

    Sie schließen von ein paar besetzten Häusern auf die gesamte Jugend? Waren in den 70ern/80ern nicht viel mehr Häuser besetzt? Ging dadurch die Stadt kaputt, herrschte überall Anarchie?
    Nur ein Bruchteil der Jugend versucht, sich auf solchen Wegen ihre Freiräume zurückzuerobern, denn es gibt, so weit ich weiß, immer weniger Jugendfreizeiteinrichtungen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung der Betroffenen, sondern letztendlich auch auf unsere Gesellschaft, denn soziales miteinander und Selbstwirksamkeit lernt mensch nicht im Internet oder im Shopping. (@rbb: Leider hat meine kurze Recherche zur Reduzierung der kostenlosen, pädagogisch betreuten Orte für die Jugend nichts ergeben, wäre es nicht interessant, mal aufzuarbeiten, wie die kostenfreien außerschulischen Möglichkeiten immer weiter reduziert wurden und werden?!)

  11. 12.

    Hauptsache der Bezirk vergisst nicht, dass es auch andere Jugendliche gibt und bindet nicht zu große Teile seines kanppen Jugendhilfeetat für dieses eine Projekt bzw. für die Objektmiete, nur weil das "Potse-Kollektiv" am lautesten schreit.

    Es waren ja schon Ersatzräumlichkeiten für Potse diskutiert worden, nur die mundeten dem "Potse-Kollektiv" nicht. Denn es ist schwer, mitten in der Stadt Räumlichkeiten zu finden, wo wunschgemäß auch 1000 Watt Verstärker betrieben werden können.

  12. 11.

    Meine Güte - dort sind ein paar Jugendliche von Rad gestiegen und haben unbefugt in ein leerstehendes Gebäude betreten, um auf einen Missstand aufmerksam zu machen. Was erwarten Sie da von der Polizei? Etwa, dass sie diese friedlichen Menschen verhaftet und abtransportiert, becker?

  13. 10.

    Soll Berlin Ihrer Meinung nach das Demonstrationsrecht abschaffen? Verdrängung ist ein ernstzunehmendes Problem und eine Besetzung ein Mittel, um darauf aufmerksam zu machen.

  14. 8.

    In den 90ern wurden die selbstverwalteten Jugendzentren Potse und Drugstore von Jugendlichen aus der ganzen Stadt genutzt. Wo gibt es heute noch vergleichbare Orte in Berlin? Auch in Kreuzberg sind mit den steigenden Mieten Räume für Jugendliche geschlossen worden.

  15. 7.

    Ja, junge Menschen die sich gegen Verdrängung wehren und für Freiräume streiten! Können ja nicht alle immer im Einkaufszentrum rum- oder vor der Glotze/Rechner hängen. Verdrängung für Profit ist auch eine Art Gewalt!
    Sie haben offensichtlich nicht verstanden worum es geht. Also nochmal, in einer Stadt müssen viele Räume vor der Kommerzialisierung geschützt werden, weil mit ´nem ´Jugendclub´ nunmal weniger bis nichts verdient werden kann als mit einem Laden o Wohnungen. Es gibt in der Stadt nunmal nicht nur Konsumenten, sondern auch Bewohner und diese brauchen nbsl Platz, ausser in ihrer kleinen überteuerten Wohnung, Cafés o.ä.
    Schade, das es offenbar viele gibt, die sich eher in einen Hausbesitzer versetzen können, obwohl sie nie einer sein werden, als in junge Menschen die das Gefühl haben, kaum noch Luft zum atmen zu haben.
    Ich hoffe, wenn ich alt bin, werde ich nicht auch so ein rückwertsgewandter, engstirniger, Veränderungs-ablehnender Mensch!

  16. 6.

    gute und wichtige aktion - leerstehende areale müssen mehr sozial genutzt werden

  17. 4.

    es ist einfach nur zum "erbrechen" was berlin hier durchgehen lässt, jeder macht was er, sie, es will, wann und wo ist auch egal. Die polizei steht daneben und guckt zu, traut sich nicht ihren Job zu machen, dank dieses Rot-rot-grünen Senats... danke, macht die Stadt kaputt, super, auch egal.
    Dieser Senat schadet der Stadt mehr, als alles was vorher schon da war.

  18. 3.

    "aus dem Umfeld der selbstverwalteten Jugendzentren Potse und den Drugstore besetzt worden."

    Seit längerer Zeit gibt es weder das "Jugendzentrum Potse " noch den "Drugstore", die Mietverträge endeten vor ca. 18 Monaten in der Potsdamer Str. 180. Welches "Umfeld" da gemeint sein könnte, ist nicht ersichtlich.
    Nun haben "Jugendliche", so RBB beschlossen, an dem etliche Kilometer entfernten Dragoner Areal Nutzungsansprüche angemeldet und die "Sprecherin" der Radelnden RadfahrendenInnen fordert den Senat auf, das "Objekt zur Verfügung zu stellen".

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