Klitschko bei Zeremonie - Kiew und Berlin schließen Städtepartnerschaft

Mo 11.09.23 | 21:34 Uhr
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Ukrainische Flaggen wehen vor dem Roten Rathaus in Berlin (Quelle: dpa/Shotshop/Spremberg)
Audio: rbb24 Inforadio | 11.09.2023 | Sebastian Schöbel | Bild: dpa/Shotshop/Spremberg

Mit einer feierlichen Zeremonie wollen Berlin und Kiew am Donnerstag ihre bereits geplante Städtepartnerschaft besiegeln. Aus diesem Anlass kommt auch der Bürgermeister der ukrainischen Stadt, Vitali Klitschko. Daneben soll eine weitere Stadt Berlins Partner werden.

Berlin und Kiew (Kyiv) unterzeichnen am Donnerstag eine Städtepartnerschaft. Das gab die Senatskanzlei am Montagvormittag bekannt. Für die Zeremonie am 14. September reist der Kiewer Bürgermeister, Vitali Klitschko, nach Berlin. Er wird am Brandenburger Tor von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) empfangen. Die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages findet im Roten Rathaus statt, so die Senatskanzlei.

Zeichen der Unterstützung und Solidarität

Die Städtepartnerschaft zwischen der deutschen und der ukrainischen Hauptstadt war bereits im Koalitionsvertrag von CDU und SPD verabredet worden. Sie soll ein Zeichen der Unterstützung und Solidarität für die von Russland angegriffene Ukraine sein. Der Vorgängersenat unter der damaligen Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hatte eine Städtepartnerschaft mit Kiew abgelehnt. Die Städtepartnerschaft mit der russischen Hauptstadt Moskau hat Berlin eingefroren.

Auch Tel Aviv soll Partnerstadt werden

Zuletzt hatte es zwischen Berlin und Kiew politische Differenzen in der Frage gegeben, ob verletzte ukrainische Soldaten, die in Berlin behandelt werden, genug Hilfe erhalten. Wegner hatte Klitschko zugesagt, sich für eine Verbesserung der Versorgung einzusetzen. Klitschko hatte daraufhin seine Bitte um eine Städtepartnerschaft erneuert.

Neben der ukrainischen Hauptstadt soll auch die israelische Stadt Tel Aviv Partner von Berlin werden.

Städtepartnerschaften sollen Austausch vertiefen

Die Idee der Städtepartnerschaft entstand vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, um die in Europa aufgerissenen Wunden zu heilen und Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenführen. Sie sollen sich austauschen, ihre jeweiligen Kulturen und Mentalitäten kennenlernen und voneinander profitieren.

Städtepartnerschaften können aus vielen verschiedenen Aktivitäten bestehen: freundschaftliche Begegnungen, Jugendcamps, Studierendenaustausche, Verwaltungsaustausch, gemeinsame inhaltliche Arbeit, Konferenzen zu aktuellen Städteproblemen wie Migration, Demografie, Städtebau, Nachhaltigkeit.

So tauscht sich Berlin beispielsweise mit seiner Partnerstadt London in den Bereichen Jugendkriminalität und Wiedereingliederung von straffällig gewordenen jungen Menschen aus. Mit der Partnerstadt Buenos Aires hätten sich Beziehungen auf den Gebieten Erneuerbare Energien und Mobilität entwickelt, so die Senatskanzlei.


Sendung: rbb24 Inforadio, 11.09.2023, 11:30 Uhr

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34 Kommentare

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  1. 34.

    Die AgD vertritt glücklicherweise nicht "Volkes Wille", sondern den einer lautstarken Minderheit, die m.E. entgegen den eigenen Interessen handelt. Der größte Teil der AgD-Wähler würde in einem AgD-Regime zu den Verlierern gehören. Ich weise jedenfalls entschieden zurück, dass diese Partei "Volkes Wille" vertritt, und mit mir eine breite Mehrheit der Bevölkerung dieses Landes. Tatsächlich ist auch die sogenannte "direkte Demokratie" nicht viel wert, wenn sie von den Interessenvertretern der Wirtschaft oder radikaler Parteien missbraucht und der emotinonal anfällige Teil der Bevölkerung in Angst- oder Wutkampagnen massiv manipuliert wird. Die Schweizer können ein Lied davon singen.

  2. 33.

    Aha, Sie halten die meisten Bürger also für unterbelichtet!
    Bei den Wahlen kaufen wir also die Katze im Sack, da wir das nicht verstehen was wir wählen.
    Sie stellen den Menschen in diesem Land ein Armutszeugnis aus, eher der Bildung.
    Daher ist der Abgeordnete nur seinem Gewissen und dem Lobbyisten verantwortlich und nicht dem Wähler.
    Das ist sehr traurig für unsere Demokratie!

  3. 32.

    Ich habe nach den Gründen gar nicht gefragt, denn mir ist absolut klar, warum bestimmte Leute ein Problem mit dieser Städtepartnerschaft haben. Sie ist gut und notwendig und kann, wenn der Aggressor (in womöglich erst ferner Zukunft) bezwungen ist, noch schöne Früchte tragen. Alles, was Russland weiter isoliert, ist hilfreich und im vitalen deutschen Interesse. Es sind im Grunde nur noch Schurkenstaaten und deren Mitläufer, die Russland unterstützen.

  4. 31.

    Da haben sie natürlich Recht. Aber auch eine reine Stellvertreterdemokratie ist längst nicht das Optimum. Sie haben zwar einen politischen Tiefpass, aber dafür viele andere, für den Souverän, unattraktive Zustände. Deswegen benötigen wir beides, also auch Möglichkeiten der direkten Entscheidungen, die auch verbindlich sein müssen. Und bei den Elementen der direkten Demokratie ist meiner Meinung noch sehr viel Luft nach oben.

  5. 30.

    Ich frage mich warum Berlin keine Partnerschaften mit Belgrad, Bagdad oder Tripolis unterhält.
    Sana’a wäre auch noch ein Kandidat.

  6. 29.

    Geht es nach so manchem Kremlin, leistet Deutschland schon viel zu viel Hilfe für die Ukraine.

  7. 28.

    Hatten wir doch schon mal in ähnlicher Form, nannte sich Deutsch-Sowjetische Freundschaft und war von oben verordnet. Den normalen Bürger hat das nicht interessiert. Schon komisch diese Gemeinsamkeiten.

  8. 26.

    Welche Unwahrheiten konkret hat die AfD jetzt „rausgehauen“zu dem Fall einer Städtepartnerschaft ? Schon interessant, wenn die eigene Agenda als das Non-plus-ultra gesehen wird, darf Volkes Wille schon mal abtreten.

  9. 25.

    Gabelchen:
    "Städtepartnerschaften ist immer ein beidseitiges nehmen und geben. Könnte also auch bedeuten, das sich Kiew um unsere Obdachlosen und pleitegehenden Sozialeinrichtungen kümmert. Wäre doch super."

    Angesichts der existentiellen und damit auch wirtschaftlichen und sozialen Probleme, unter denen die Ukraine aufgrund des imperialistischen Angriffskrieges durch Diktator Putin leidet, ist dieser Kommentar einfach nur empathielos und zynisch!

  10. 24.

    Berliner Göre:
    "Sehe ich kritisch im gegenwärtigen Kontext. Im Text ist die ganze Motivation erläutert. Was ist dann noch eine Partnerschaft mit Berlin wert, ausser symbolischer und tatsächlicher Kriegshilfe."

    wir helfen der Ukraine bei der Abwehrt eines brutalen imperialistischen Angriffskrieges eines Diktators! Wo ist da ihr Problem? Wollen Sie, dass der Diktator Putin über die Ukraine herrscht und noch mehr Menschen foltern, vergewaltigen und umbringen lässt? Wir helfen der Ukraine gegen die Ausweitung des russischen Angriffskrieges auf die gesamte Ukraine und bekämpfen damit den russischen Angriffskrieg. Und das ist auch gut so!

  11. 23.

    Reimann:
    "Ich denke auch, man kann und sollte das nicht von oben anordnen."

    Da ist nicht "von oben angeordnet". Eine Städtepartnerschaft ist ein Akt, den die demokratisch gewählten Repräsentanten schließen. Dafür sind sie unter anderem gewählt!

    Reimann:
    "Dann ist es nur ein symbolischer Akt, dem keine Bedeutung bei gemessen wird."

    Es ist kein nur symbolischer Akt, aber es ist auch ein wichtiges Symbol der Solidarität mit dem Opfer des russischen Imperialismus und der russischen Diktatur.

  12. 22.

    mittiger:
    "Die opportunitische Verordnung von oben ist reine Symbolpolitik und bringt nichts."

    Unsinn! Da ist nirgends Opportunismus! Und dies ist ein wichtiges Symbol der Solidarität mit dem Opfer eines brutalen Überfalls! Außerdem ist dies ja nicht die einzige Hilfe für die überfallene Ukraine gegen die brutale russische imperialistische Diktatur.

    Opfern muss man beistehen!

  13. 21.

    mittiger:
    "Antwort auf [Jockel] vom 11.09.2023 um 13:08
    Ich kann mich dem nur anschließen. Was soll dieser Aktionismus?"

    Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben: Russland hat die Ukraine brutal überfallen, und die Ukraine braucht unsere - auch moralische - Unterstützung, z.B. durch eine STädtepartnerschaft der beiden Hauptstädte, die sich für Demokratie und gegen (russische) Diktatur einsetzen! Deshalb ist das jetzt die richtige Entscheidung!

    mittiger:
    "Eine Städtepartnerschaft sollte wachsen."

    Ja, und jetzt ist der Anfang gemacht. Wo ist da ihr Problem?

    mittiger:
    "Sie sollte von bürgerschaftlichem Engagement getragen sein und sie sollte einem Wunsch vonBürgern, Vereinen und Verbänden entspringen."

    Die breite Unterstützung der Berliner für die Ukraine und Kiew ist doch wohl offensichtlich!

  14. 20.

    Jockel:
    "Also ich denke ,das dies nicht Politiker entscheiden sollte , sondern der Berliner.
    Meiner Meinung nach eine normale Demokratische Entscheidung."

    Die Wahl des Abgeordnetenhauses war eine demokratische Entscheidung und unter anderem für solche Aktionen werden Parlamente gewählt. Das ist repräsentative Demokratie!

  15. 19.

    na dass die Großfressen aus (West-)berlin mal wieder die Fresse aufgerissen haben

  16. 18.

    Schlage Städtepartnerschaft auch mit Aleppo vor, wegen der vielen Besucher von dort!

  17. 17.

    Ich schäme mich für einige Kommentatoren, wenn die schon nicht selbst dazu in der Lage sind!

  18. 16.

    Möglicherweise fehlt Ihnen ein Urlaub an der Front um zu begreifen wie wichtig es ist die Ukraine zu unterstützen.

  19. 15.

    Städtepartnerschaften ist immer ein beidseitiges nehmen und geben. Könnte also auch bedeuten, das sich Kiew um unsere Obdachlosen und pleitegehenden Sozialeinrichtungen kümmert. Wäre doch super.

  20. 14.

    Danke für Ihre Klarstellung - leider imteressiert das die meisten hobby"experten" nicht, die nur auffallen möchten. Wer sich ernsthaft mit Städtepartnerschaften befassen möchte, muß schon die durch den folgenden Link anklickbare seriöse Information von A bis Z durchlesen: https://www.dstgb.de/Publikationen/Dokumentationen/Nr.%20104%20-%20St%C3%A4dtepartnerschaften%20-%20Instrument%20der%20%E2%80%9Ekommunalen%20Au%C3%9Fenpolitik%E2%80%9C%20der%20St%C3%A4dte%20und%20Gemeinden/doku104.pdf?cid=6ht

  21. 13.

    Was bedeutet denn nun so eine Partnerschaft ganz konkret? Das fehlt mir so n bissel in diesem Artikel. Also von Berlin wird noch mehr Hilfe als eh schon eingefordert. Was macht Kiew? Ist das nur irgendwie politisch, oder auch direkt was nützliches für die Menschen ganz konkret, die in den Städten leben? Und wenn das wieder eingefroren wird, was direkt gibt es dann nicht mehr? Ich würde das wirklich gern mal wissen. Oder wo kann man das nachlesen?

  22. 12.

    Ich bin sehr dafür, wie ich für alles bin, was der Ukraine beim Kampf gegen den Aggressor hilft. Auch eher symbolische Gesten stärken die Moral. Aber mir ist schon klar, dass es in dieser Stadt Menschen gibt, die Solidarität mit der Ukraine nicht mittragen möchten, da sie andere Präferenzen haben.

  23. 11.

    „ … und sie sollte einem Wunsch vonBürgern,…“
    Also meinem Wunsch entspricht das voll und ganz!

  24. 10.

    Deswegen sind die Politiker von den Berlinern gewählt worden - alles klar ???

  25. 9.

    Da stimme ich Ihnen zu. Allein die Tatsache, wie viele Menschen die von der afd in Umlauf gebrachten Unwahrheiten tatsächlich glauben, zeigt, dass eine direkte Demokratie nicht zwingend zum Wohle der Gesellschaft sein muss.

  26. 8.

    Kostet nichts bringt nichts außer ein bisschen Publizistik.
    Das sind also die Probleme die er in Berlin angehen will.
    Bravo!!!

  27. 7.

    Sehe ich kritisch im gegenwärtigen Kontext. Im Text ist die ganze Motivation erläutert. Was ist dann noch eine Partnerschaft mit Berlin wert, ausser symbolischer und tatsächlicher Kriegshilfe.

  28. 6.

    Ich denke auch, man kann und sollte das nicht von oben anordnen.
    Dann ist es nur ein symbolischer Akt, dem keine Bedeutung bei gemessen wird.

  29. 5.

    Ich weiß, dass die Politiker sich an die Verfassung halten müssen, auch wenn das nicht jedem gefällt.

  30. 4.

    Die wenigsten Menschen können die Dimensionen und Tragweite politischer Entscheidungen abschätzen und das ist doch auch das Problem von direkter Demokratie... da wird aus dem Bauch nach Gefühl einfach mal irgendwas entschieden.
    Wenn man in der Politik verantwortlich ist bringt man Stunden um Stunden in Fachgremien und Ausschüssen zu und hört sich alle Seiten an. Warum denken da manche sie wüssten es besser?
    Es ist leicht verantwortliche in der Politik mit Spott und Geringschätzung zu überhäufen, differenzierte Entscheidungen zu treffen ist schwer.

  31. 2.

    Ich kann mich dem nur anschließen. Was soll dieser Aktionismus? Eine Städtepartnerschaft sollte wachsen. Sie sollte von bürgerschaftlichem Engagement getragen sein und sie sollte einem Wunsch vonBürgern, Vereinen und Verbänden entspringen. Die opportunitische Verordnung von oben ist reine Symbolpolitik und bringt nichts.

  32. 1.

    Also ich denke ,das dies nicht Politiker entscheiden sollte , sondern der Berliner.
    Meiner Meinung nach eine normale Demokratische Entscheidung.

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