Abgeordnetenhaus - Wegner lehnt in Berlin ein pauschales Gender-Verbot wie in Bayern ab

Do 21.03.24 | 14:08 Uhr
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Symbolbild:An einem Whiteboard steht das Wort "Lehrer" in verschiedenen Gender-Schreibweisen.(Quelle:picture alliance/dpa/U.Deck)
Audio: rbb24 Inforadio | 21.03.2024 | OT Kai Wegner | Bild: picture alliance/dpa/U.Deck

Berlin hat nicht vor, Bayern zu folgen und das Gendern mit Sonderzeichen in Behörden und an Schulen pauschal zu verbieten. Das hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) im Abgeordnetenhaus erklärt.

Auf Frage der AfD sagte Wegner, jede Senatsverwaltung könne frei entscheiden. "Das ist der Weg, den wir gehen. Völlig offen, genauso wie Berlin eben ist."

Wegner appelliert an Toleranz

Der Regierende Bürgermeister bekräftigte, er selbst verwende keine Gendersprache und fügte hinzu: "Aber ich erwarte von allen Berlinerinnen und Berlinern auch eine gewisse Toleranz. Toleranz für die Menschen, die nicht gendern wollen und genauso für die, die gendern möchten."

Bayern hat die gegenderte Sprache mit Sonderzeichen in Schulen, Hochschulen und Behörden verboten. Genderstern oder Doppelpunkt sind damit ausdrücklich unzulässig.

Sendung: rbb24 Fritz, 21.03.2024, 13:19 Uhr

81 Kommentare

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  1. 81.

    Sie müssen ja nicht, aber ihre Kinder sollten schon mit der Zeit gehen können. Sonst bleiben sie hinter den anderen weit zurück. Bewegung nach vorn ist eben alles.

  2. 80.

    Wer will mir eigentlich das Gendern verbieten? Verbotsparteien. Wer sind diese Parteien? AfD und CDU/CSU.
    Ich mag keine Parteien, die etwas verbieten und sich gegen Gleichberechtigung und Fortschritt stellen.

  3. 79.

    „Und in der Germanistik bezeichnet Gendern den Gebrauch „geschlechtergerechter“ Formulierungen zur sprachlichen Gleichbehandlung der Geschlechter beim Menschen.“
    Beispiel dafür sind: Besuchergruppe – Gäste; Ansprechpartner – Kontakt; Expertentagung – Fachtagung; Nutzerordnung – Nutzungsordnung; Teilnehmerliste – Anwesenheitsliste usw.
    Der Plural allerdings ist geschlechtergerecht, weil er gerade das Geschlecht verdeckt: „ leiten - die Leiter“. „Das Mädchen“ beweist, dass ein Artikel nicht biologischer Natur ist und auch nicht so von Ideologen umgedeutet werden kann. Absurdes wird sich international auch nicht durchsetzen können.

  4. 78.

    Doch wieder, nur mit evtl. Dregger und nicht mit Wegner. Sonst kommt RRG wieder.

  5. 77.

    Die Bayern leisten einen modernen Beitrag zur Verständigung, weil sie eine sprachliche Entwicklung dann mitgehen können, wie fast alle in Deutschland, wenn es der Weiterentwicklung dient. Eine Weiterentwicklung ist es ganz einfach dann, wenn es der Sprache, im Sinne von Verständigung statt Spaltung, dient. In der Geschichte waren Sprach- Ideologen nie die Guten. Da man bei uns das falsche Deutsch nicht befehlen kann, werden Leitlinien erdacht, wo man Repressalien erfahren kann, wenn man sich nicht daran hält. Rechtlich und moralisch sehr bedenklich. Die Bayern ändern das ab und sorgen für Inklusion. Ausländer müssen sich auf das Richtige verlassen können, um migriert zu sein. Abgesehen von den Übersetzern und Lyrikern. Es gibt im deutschsprachigen Raum einen Konsens für das Richtige....
    Verständigen.

  6. 76.

    Ach Kurtchen, Kanone und Hühnerleiter müssen Sie nicht gendern. Beide haben von jeher den Artikel im Singular "die". Und in der Germanistik bezeichnet Gendern den Gebrauch „geschlechtergerechter“ Formulierungen zur sprachlichen Gleichbehandlung der Geschlechter beim Menschen. Bei einigen Tierarten gibt es geschlechtsspezifische Bezeichnungen zur besonderen Unterscheidung: Bulle/Ochse/Kuh, Eber/Sau, Hahn/Henne, Hengst/Wallach/Stute, Kater/Katze, Rehbock/Ricke etc. Ansonsten müssen die Adjektive "männlich" und "weiblich" hinzugefügt werden.
    Es wäre jedenfalls einfacher, wenn die dt. Grammatik ähnlich der im Englischen gehandhabt würde: she, he, it und alles andere the!

  7. 75.

    Ich bin froh, meine Kinder gendern nicht an ihrer Schule. Wenn Sprache sich auf lange Zeit entwickelt, habe ich nichts dagegen, aber von hier auf jetzt soll ich anders sprechen? Nein !

  8. 74.

    So ist es, wenn mit Kanoninnen (weiblich wegen Dicke Berta) auf Spätzinnen geschossen wird und eine Ilteuse vor Schreck von der Hühnerleiterin fällt. :-)

  9. 71.

    "Wie reagieren Sie, auf 'Liebe Kunden'?" Auch nicht - ich bin ja nicht "Eure Hoheit", die im Plural angeredet werden will.
    Und außer Kinder, Eltern, Großeltern etc. fällt mir kein geschlechtsneutraler Plural ein. Alles andere basiert auf der maskulinen Variante. Belehren Sie mich als angebliche Leherin eines Besseren, wenn Sie können!
    PS: Der schärfste Gag des dt. Rechtschreibrast war, aus der weiblichen Berufsbezeichnung Friseuse (franz.) Friseurin zu machen!

  10. 70.

    So sehe ich das auch. Meist lässt sich aus dem Satzinhalt erkennen, wer - wie - was gemeint ist. Aber scheinbar haben manche keine anderen Probleme oder wollen von wichtigen Dingen ablenken. Und wie sollen Kinder und Jugendliche den richtigen Sprachgebrauch lernen, wenn die Regeln dazu schon während der Schulzeit ständig geändert werden.

  11. 69.

    Es geht um normales Hochdeutsch, welches an öffentlichen Einrichtungen die offizielle Sprache zu sein hat.
    Privat kann jeder die Sprachkonstrukte verwenden, die für angemessen gehalten werden.
    Wo ist das Problem für Herrn Wegner? Manchmal müssen Politiker Entscheidungen treffen..., das ist deren Job.

  12. 67.

    Weiterhin spreche ich Personen mit einem respektablen SIE an, werde bei Männern nicht die dritte Person verwenden, bei Frauen auch nicht. Bin doch nicht im Mittelalter beim Feudalismus. "Möge er bitte tun was man ihm sagt, und das neben ihm möge dieses befolgen"... OMG.

  13. 65.

    "In der Schule hätte der Lehrer früher gesagt"
    Oder ja vielleicht auch die Lehrerin, wer weiß.

  14. 64.

    Ich verstehe nicht, dass man sich überhaupt mit dem Thema beschäftigt, die Regeln des deutschen Rechtschreibrates sind gültig. Nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung spricht sich für das Gendern aus.
    Sprechpausen, Doppelpunkt... tragen absolut nicht zu einer Gleichstellung bei.
    Geschäfte, Versandhäuser u.s.w. , die gendern, boykottiere ich und teile ihnen auch mit, warum.

  15. 63.

    Da sagen Sie was sehr wahres. Dieses ungefragte Geduze regt mich fast noch mehr auf, als dieses alberne Gendern (Gibt's da eigentlich kein deutsches Wort für?). Ich empfinde das als übergriffig, und umgezogen. Wer mich ungefragt duzt, kriegt direkt 'ne deutliche Antwort. Ich erwarte, gesiezt zu werden. Hat was mit Anstand zu tun, ist aber scheinbar aus der Mode gekommen.

  16. 62.

    Wenn man in keiner großen Firma oder Behörde arbeitet... kommt man ums gendern vorbei.

    Ich zu mindest schalte automatisch auf Durchzug, wenn irgendwo gegendert wird. Es wird ja dadurch nicht einfacher oder verständlicher.

    Sehr geehrte Damen und Herren, reichte damals aus, um alle anzusprechen. Die Damen an 1. Stelle. Es fühlten sich alle angesprochen. Macht das Leben, die Sprache & Texte nicht unnötig komplizierter.

    Ich finde die Entscheidung in Bayern gut. Sie sollte auch fürs TV gelten.

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