In den Hausarztpraxen in Märkisch-Oderland wird heute geimpft.
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Erste Impfdosen angekommen - Ostbrandenburger Hausärzte impfen jetzt auch gegen Corona

Endlich soll Schwung ins Impfgeschehen reinkommen. Ostbrandenburger Hausärzte haben am Dienstag ganz regulär erste Impfdosen erhalten. Erste Erfahrungen wurden in Modellpraxen bereits vergangene Woche gesammelt. Das Fazit fiel sehr positiv aus.

Die ersten Impfdosen sind am Dienstag auch an Ostbrandenburger Hausärzte ausgeliefert worden. Ab Dienstagnachmittag sind dann die ersten Interessierten bereits gegen das Corona-Virus geimpft worden. Wie viele Dosen pro Praxis genau ausgeliefert wurden, sei nicht klar, so der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB). "Wir gehen von 20 bis 50 Impfungen pro Praxis in dieser Woche aus. Und Grund ist ganz allein die fehlende Impfstoffkapazität, die vom Bund zur Verfügung gestellt wird", sagte Christian Wehry.

"Buschfunk" funktioniert

Auch der Frankfurter Medizinier Andreas Huth erhielt am Dienstag eine vergleichbare Menge Impfstoff. Der erfahrene Mediziner hat bereits 100 Dosen des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca in seiner Praxis verimpft. Denn er und sein Praxisteam waren Teil eines landesweiten Modellprojekts, an dem knapp 140 Praxen von niedergelassenen Ärzten im Vorfeld des eigentlichen Impfstarts in Hausarztpraxen teilnahmen. Seine Erfahrungen waren durchweg positiv: "In zwei Tagen waren die AstraZeneca-Dosen weg", sagte Huth dem rbb.

Über den "Buschfunk" habe es sich sehr schnell herumgesprochen, dass Impfstoff da war. Er habe mit AstraZeneca in dem Modellversuch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Dennoch sei es richtig, dass man mit diesem Impfstoff bei den Unter-60-Jährigen noch etwas wartet und die Hintergründe noch einmal abklärt, betonte Huth.

Mediziner verspricht unkomplizierten Umgang

Generell habe er in Frankfurt beobachten können, dass die Impfbereitschaft sehr gut sei. Bis zu 85 Prozent seiner Patienten plant, sich per Spritze gegen Covid-19 schützen zu lassen. Damit alles bei Huth reibungslos über die Bühne gehen kann, hat der Frankfurter Medizinier extra eine Telefonistin angestellt, damit sie alle Anfragen unkompliziert abarbeiten kann. "Also die Nachfrage ist riesig", erklärt Huth. Oft werde gefragt, ob die Praxis bereits Wartelisten aufnehme. "Ich sag dann immer, dass der Impfstoff erst ankommen muss, um dann zügig verimpft zu werden", so Huth.

Streng nach Prioritätenliste

Auch in seiner Praxis gehe er streng nach Prioritätsgruppen vor. Zuerst kämen bei ihm die Über-70-Jährigen und all jene an die Reihe, die unter bestimmten, schweren Vorerkrankungen litten oder auch Kontaktpersonen von Menschen mit Behinderungen, Pflegestufe und auch von Schwangeren seien. Huth bestätigt, dass das Impfen in den Hausarztpraxen nicht nur die Terminvergabe der Impfzentren erleichtere, sondern auch die vertraute Umgebung gerade für ältere und kranke Menschen ein großer Vorteil sei. Denn Huth sei auch im Impfzentrum aktiv gewesen. "Das war eine ganz andere Situation, da waren die Leute nervös. Wenn Sie jetzt bei mir sitzen, dann kennen sie den Arzt. Das ist was ganz anderes", so Huth.

Noch nicht genug Impfstoff für alle zu haben

Der Frankfurter Mediziner ist sich sicher, dass er in den nächsten Wochen voll und ganz damit zu tun haben werde, zu impfen. Wie viele Praxen in Brandenburg in dieser Woche gegen das Coronavirus impfen werden, ist laut KVBB noch unklar, da die Hausärzte ihre Impfdosen direkt über die Apotheken bestellten. "Wir bitten aber sehr darum, dass jetzt nicht alle Brandenburger loslaufen und ihre Hausarztpraxen stürmen, denn es ist nicht für alle Impfstoff da. Es kann nur anhand der geltenden Priorisierung geimpft werden", betonte KVBB-Sprecher Wehry.

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.04.2021, 16:40 Uhr

 

1 Kommentar

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  1. 1.

    Kompliziert wird es, wenn man im Barnim wohnt, aber der Hausarzt in Berlin ist.Fällt man da durch das Sieb?

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