Trotz voller Gasspeicher - Restrisiken für Gasversorgung bleiben

Di 24.10.23 | 13:19 Uhr
  21
Eine Person steht an der Heizung (Quelle: dpa)
Video: rbb24 Abendschau | 24.10.2023 | L. Thio | Bild: dpa

Zu mehr als 98 Prozent sind die Deutschen Gasspeicher bereits wieder gefüllt - und das wesentlich früher als geplant. Dennoch sei es wichtig, dass die Bevölkerung umsichtig mit Gas umgehe, rät die Bundesnetzagentur.

Trotz gut gefüllter Gasspeicher mahnt die Bundesnetzagentur eine sparsame Nutzung in diesem Winter an. Zwar hätten Gaslieferungen aus Norwegen, Belgien, den Niederlanden und Frankreich geholfen, die Gasspeicher frühzeitig zu füllen, sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, am Dienstag dem rbb. Dennoch gebe es Restrisiken für die deutsche Gasversorgung.

Würde Russland die Gaszufuhr zu seinen südosteuropäischen Nachbarn kappen, müsste Deutschland bei einer Mangellage miteinspringen. Auch ein überdurchschnittlich kalter oder langer Winter könnte für die Deutschen zur Herausforderung werden, so Müller.

LNG-Terminals als Versicherung

Die Kapazität der deutschen Gasspeicher reicht nach früheren Angaben der Bundesregierung etwa dafür aus, Deutschland zwei bis drei Monate durch einen durchschnittlichen Winter zu bringen. Sollte es aber kälter werden oder technische Probleme auftreten, spiele die Versorgung über die neugebauten LNG-Terminals an der Küste eine wichtige Rolle. Diese seien schon jetzt in Betrieb und "eine zusätzliche Versicherung", so Müller.

Müller zeigte sich aber vorsichtig optimistisch, da die Langzeitprognosen des Deutschen Wetterdienstes bisher einen milden Winter prophezeien würden. Außerdem hätten die Einsparungen der Bevölkerung schon im vergangenen Winter bewirkt, dass es zu keinem Gasmangel gekommen sei, sagte er.

"Die Einsparerfolge im letzten Winter waren beachtlich. Viele Menschen gehen mit der Heizung bewusster um", so Müller weiter. "Auch für den nächsten Winter bleibt es wichtig, dass die Menschen sich genau überlegen, welcher Verbrauch sich einsparen lässt." Wer Gas sparsam verbrauche, könne auch viel Geld sparen.

Umfrage: Preise drücken auf das Heizverhalten

Zwei Drittel der Deutschen macht sich derzeit keine Sorgen, dass im bevorstehenden Winter Erdgas knapp wird. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts YouGov hervor, in der zwischen 16. und 18.10.2023 2025 Personen befragt wurden.

Ein Drittel der Befragten will dennoch weniger heizen als im letzten Winter, die Mehrheit davon gibt als Grund "Geld sparen" an. 52 Prozent der Befragten gaben an, nicht weniger zu heizen und begründen das mehrheitlich damit, dass es bei ihnen kaum Einsparpotenzial gebe.

Sendung: rbb24 Inforadio am 24.10.2023 um 06:45 Uhr

21 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 21.

    Vor einer Std. gelesen: Liechtenstein hat nur wenig Eigenenergieerzeugung. Ist demnach völlig von anderen Ländern abhängig. WKA und Solar habe ich da nichts gefunden. Allerdings ist das Einkommen nicht so mager wie hier. Durchschnitt über 60 000 € oder waren es SF ?

  2. 20.

    Heizen mit Strom nur mit WP und reduzierten Preisen. Zu Gaspreis habe ich heute gelesen: Es gibt einen Anbieter, der nur 9 ct für eine Kwh verlangt; mal Verivox nachsehen. Es waren doch Jahre lang Gas/Ölpreise und Strompreise verkoppelt: soll geändert werden oder ist es schon.

  3. 19.

    Eher dank der gestiegenen Gaspreise und der Aufrufe weniger zu heizen.

  4. 18.

    Wie sieht es denn mit der Alternative aus: Heizen mit Strom. Wie ist denn die Entwicklung der kWh Heizenergie aus Gas bzw. Strom relativ zueinander zu erwarten?

  5. 17.

    "Inwieweit andere Länder bei uns Gas einspeichern weiß ich nicht." Interessanter Punkt. Habe ich aber auch keine Ahnung, ob das ein wesentlcher Anteil an der Speicherkapazität ist. Ich wüßte spontan auch nicht, wo man darüber auf die Schnelle Informationen bekommen kann.

  6. 16.

    Eigentlich recht eindeutig "miteinspringen" formuliert.
    Deutschland hat in der EU die größten Gasspeicher, da bietet es sich natürlich an zu helfen, weil man ja auch selbst mal Hilfe benötigt. Helfen Sie Ihrem Nachbarn etwa nicht wenn dessen Heizung im Eimer ist.
    Inwieweit andere Länder bei uns Gas einspeichern weiß ich nicht.
    Nicht immer bekannt aber Deutschland als wichtigste Energiedrehscheibe in EU, verdient daran gut mit. Also nicht Deutschland sondern Firmen die hier tätig sind.

  7. 15.

    "Würde Russland die Gaszufuhr zu seinen südosteuropäischen Nachbarn kappen" Nur eine Variante. Die Leitungen gehen durch ein Kriegsgebiet (Donbas und Schwarzes Meer), da kann es auch ohne direkten Vorsatz und durch alle Kriegbeteiligten zu (zumindest vorübergehenden) Beschädigungen der Leitungen kommen. Auf dem weiteren Landweg geht es durch Bulgarien und Serbien - Serbien ist momentan auch nicht gerade ruhig, da sind Anschläge auch nicht komplett ausgeschlossen. Aber warum muß Deutschland dann dafür einspringen in der Gasversorgung in diesen Länder? Ist das nur unglücklich formuliert und es springen alle anderen EU-Länder ein oder macht das wirklich nur Deutschland?

  8. 14.

    Interessanter Artikel. Mit soviel Informationen...

  9. 13.

    Ich habe nicht über 45 Jahre Vollzeit gearbeitet, um jetzt in einer kalten Bude zu sitzen. Gesundheitsbedingt wäre das auch fatal - man weiß ja, dass auch die Krankenkassen sparen müssen. Die Bausubstanz sollte auch nicht leiden. Man wird also Energie brauchen und der Staat hat eine Vorsorgepflicht - auch den Ureinwohnerbürgern gegenüber. Dass man sich darauf nicht unbedingt verlassen kann, haben die vergangenen Monate gezeigt. Wer finanziell die Kosten noch irgendwie tragen kann, sollte seine Gesundheit nicht vergessen.

  10. 12.

    Wie weit ist man denn in unserer Bundeshauptstadt bei der Elektrifizierung der Straßenbeleuchtung gekommen?
    Das war ja letzten Herbst/Winter erschreckend, dass man dort noch immer großflächig mit für Beleuchtung höchst ineffizienter Technologie aus dem 19Jh. hantiert.
    Beim Kochen ist es ja ähnlich.
    Gas spielt (subjektiv) wohl in keiner anderen Stadt Deutschlands noch so ein Rolle in der Küche.

  11. 11.

    Tja, ist nicht Ihr Eigentum, ob Schimmell oder nicht ist "Wurscht",.
    Übrigens, die Schimmelbildung ist in Mietwohnungen zum Problem geworden, dank der Mieter.

  12. 10.

    >" Unter 17 Grad wird es nie. Und mehr brauche ich auch nicht."
    19 Grad braucht ne Wohnung mindestens, sonst setzt sich Kondenzwasser in den Ecken und evtl. Kältebrücken ab. Umso niedriger die Temperatur ist, um so höher ist die Luftfeuchte. Das ist auf Dauer nicht gesund und gut fürs Raumklima ist das längst nicht. Lüften muss auch mal sein und schon kommt kühle Luft in die Hütte. So schnell heizt sich das Ganze dann nur mit der Umgebungswärme, dann ja wohl Kühle bei unter 19 Grad, nicht wieder auf.
    Und umso weniger man verbraucht, um so teurer wird es bei der Umlage für die Heizungsanlagen. Im Wärmeverbrauch ist nämlich ein kleiner Teil Kosten mit drin für die Technik. Und die muss ja auch ohne Heizen unterhalten werden. Sparen ist zwar OK, aber übertreiben sollte man es nicht. In Tageswohnräumen und Bad sind mind. 19 Grad empfohlen.

  13. 9.

    Genau, der hätte ja auch Verträge einhalten und weiter liefern können statt den Hahn zuzudrehen. Und noch besser kein Nachbarland überfallen, stimmts?

  14. 8.

    Genau. Die Bürger sollen Energie sparen. Gleichzeitig will der Professor Lauterbach eine höchst Energie intensive Industrie installieren, Stichwort Cannabis.
    Ampel = Chaotisch, ohne Sinn.

  15. 7.

    Man darf nicht vergessen, wer für die Gasknappheit und die enorm gestiegenen Preise verantwortlich ist.

  16. 6.

    Richtig so, wer nicht oder wenig heizt läut Gefahr , dass es schimmelt, ja und dann ? Großes Geschrei und auf den Vermieter wird dann geschimpft. Wer den Krieg erlebt hat, möchte nicht friere, hungern oder gar auf Hygiene verzichten.

  17. 5.

    Da freuen sich ihre Nachbarn. 40€ für Tattoos ,aber in der Wohnung sparen.

  18. 4.

    Weniger heizen heißt in der Wohnung auch mal mit 18 oder 20 Grad auskommen statt wie üblich 22-24. Oder die Fenster nicht auf Kipp zu lassen.

  19. 3.

    Was heißt denn überhaupt weniger heizen? Man hält sich in der Wohnung auf, nicht draußen. In einer kalten Wohnung möchte ich nicht sitzen, sollte auch nicht der Sinn der Sache sein. Und wer dreht denn die Heizung so auf, das er schwitzt? Irgendwann ist Schluss mit Heizung runterdrehen.

  20. 2.

    Ich heize seit Jahren nicht. Da ich in einem Mietshaus mittig wohne, heizen alle anderen für mich glücklicherweise mit. Unter 17 Grad wird es nie. Und mehr brauche ich auch nicht. Da spare ich mir lieber das Geld, als dass es wärmer ist.

  21. 1.

    Wer nichts oder nur wenig hat muss sparen.
    Wer im Überfluss lebt, lebt vom dem Ersparten derer die nichts oder nur wenig haben.

Nächster Artikel