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Audio: Antenne Brandenburg | 19.09.2023 | Carsten Wist | Quelle: Christof Jakob

Sechs Finalisten

Büchnerpreisträgerin Terézia Mora auf Shortlist des Deutschen Buchpreises

Die sechs Finalistinnen und Finalisten für den diesjährigen Deutschen Buchpreis stehen fest. Darunter sind viele Autorinnen und Autoren mit Bezug zu Berlin. Wer letztlich den Titel erhält, entscheidet sich erst Mitte Oktober.

Die Jury des Deutschen Buchpreises hat die sechs Finalisten für die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung ausgewählt. Wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag in Frankfurt am Main bekanntgab, besteht die Shortlist aus diesen Romanen:

Film von Ilker Çatak

"Das Lehrerzimmer" soll ins Oscar-Rennen gehen

Überraschend war das Drama "Das Lehrerzimmer" bei der Verleihung der Deutschen Filmpreise im Mai mit der Lola in Gold ausgezeichnet worden. Nun soll der Film des Berliner Regisseurs Ilker Çatak auch ins Rennen um die Oscars gehen.

Vier Finalisten mit Berlin-Bezug

Vier der sechs Finalistinnen und Finalisten leben und arbeiten in Berlin. Die 37-jährige Anne Rabe studierte an der FU Berlin Germanistik und Theaterwissenschaft, anschließend Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin. Zwei ihrer Stücke wurden an der Schaubühne am Lehniner Platz aufgeführt. Sie ist Gründungsmitglied des PEN Berlin und lebt in der Hauptstadt.

Die gebürtige Deutsch-Ungarin Terezia Mora zog 1990 nach Berlin und studierte an der Humboldt-Universität Hungarologie und Theaterwissenschaft. Sie ist Gründungsmitglied des PEN Berlin und lebt in Prenzlauer Berg. 2018 wurde sie mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, der bedeutendsten Auszeichnung für deutschprachige Literatur.

Necati Öziri arbeitete ab 2013 als Dramaturgieassistent am Berliner Maxim-Gorki-Theater und gehörte bis 2017 der Dramaturgie des Hauses an. Anschließend wirkte er als Dramaturg beim Theatertreffen der Berliner Festspiele und war künstlerischer Leiter des Internationalen Forums.

Ulrike Sterblich wurde 1970 in West-Berlin geboren und wuchs in Neukölln auf. Ihre West-Berliner Kindheit beschreibt sie in ihrem 2012 erschienenen Buch "Die halbe Stadt, die es nicht mehr gibt". In Berlin und Amsterdam studierte sie Politikwissenschaft.

Interview | Autorin Nele Pollatschek

"Kleine Probleme bringen uns oft an den Rand des Zusammenbruchs"

2017 schaffte die Berliner Schriftstellerin Nele Pollatschek mit ihrem Debüt "Das Unglück anderer Leute" den Durchbruch. Jetzt ist ihr drittes Werk erschienen. Warum auch kleine Probleme plötzlich riesig groß werden können, erzählt sie im Gespräch mit Hilka Sinning.

Jury bescheinigt "Scharfsinn, Witz und Wärme"

Die Romane auf der Shortlist für den Buchpreis handelten von Erziehung und sozialer Herkunft, von politischen Ideologien, von dramatischen Systemwechseln und den Härten der Migration - von all dem also, was unsere Gegenwart ausmache und herausfordere, sagte die Jurysprecherin, die freie Literaturkritikerin Katharina Teutsch. "Darüber wird mit so viel Scharfsinn, aber auch Witz und Wärme geschrieben, dass wir uns nach der Lektüre dieser Shortlist nicht nur die Frage stellen, wo wir herkommen, sondern auch wo wir hinwollen."

Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 196 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2022 und dem 19. September 2023 erschienen sind. Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels seit 2005 jährlich den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus.

Erst am Abend der Preisverleihung am 16. Oktober im Rathaus von Frankfurt am Main erfahren die sechs Autorinnen und Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Die fünf übrigen Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.

Im vergangenen Jahr hatte der Roman "Blutbuch" von Kim de l'Horizon das Rennen gemacht.

Sendung: rbb Kultur, 19.09.2023, 16:10 Uhr

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