Frankfurt (Oder) - Evangelische Kirchen stellen Programm für Christliche Begegnungstage vor

Di 16.04.24 | 18:30 Uhr
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Christliche Begegnungstage in Frankfurt (Oder)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.04.2024 | Eva Kirchner-Rätsch | Bild: Tony Schönberg/rbb

Begegnungen über Grenzen hinweg, Gottesdienste, Diskussionen und Kultur: Die elften Christlichen Begegnungstage der evangelischen Kirchen laden im Sommer Gäste aus ganz Europa nach Frankfurt (Oder) ein.

Evangelische Kirchen auf beiden Seiten der Oder laden vom 7. bis 9. Juni zu einem Kirchentag nach Frankfurt (Oder) und in die polnische Nachbarstadt Slubice ein. Unter dem Motto "Nichts kann uns trennen" soll es rund 150 Veranstaltungen geben, hieß es zur Vorstellung des Programms der Christlichen Begegnungstage am Dienstag.

Gäste aus ganz Europa erwartet

Geplant sind unter anderem ein Bühnenprogramm von Jazz bis Klassik, Gottesdienste, Podiumsdiskussionen und vor allem Möglichkeiten, sich zu begegnen und auszutauschen, heißt es von den Organisatoren der mittel- und osteuropäischen protestantischen Kirchen. Insgesamt 4.000 Teilnehmer aus ganz Europa werden erwartet, sagt Frank Schürer-Behrmann, Superintendent des Kirchenkreises Oderland-Spree. "Die Hauptnationen sind tatsächlich Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Deutschland. Aber auch aus Rumänien, Slowenien, Österreich und aus der Ukraine werden Gäste erwartet."

Für mehr Zusammenhalt, Engagement und Frieden

Gemeinsam soll an den Begegnungstagen vor allem ein Zeichen für Mitmenschlichkeit, Menschenwürde und Gemeinschaft gesetzt werden, so Schürer-Behrmann weiter. "Deswegen spielt das gemeinsame Essen eine große Rolle. Bei einem Straßenfest haben wir dann auch eine Insel der Begegnung, wo sich Menschen sehen, ansprechen oder Fragen stellen können." Es gehe aber auch um Themen wie Engagement für Frieden, ein soziales Europa und Flüchtlinge bis hin zur Zukunft der Kirchen.

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, betonte in einem Grußwort, das Christentreffen in Krisenzeiten solle ein Beitrag dazu sein, den Dialog zu suchen. "Konflikte beherrschen die Nachrichten, Fronten verhärten sich, Konfliktlösungen liegen oft in weiter Ferne", sagte Stäblein. Bei den Begegnungstagen solle um Lösungen für Fragen gerungen werden, "auf die es keine einfachen Antworten gibt".

"Für uns ist das die Möglichkeit, eine große Gemeinschaft zu bauen"

Die Christen-Tage finden erstmals auch grenzübergreifend statt. Geplant ist im Collegium Polonicum in Slubice - der gemeinsamen Forschungseinrichtung der Universitäten Posen und der Frankfurter Viadrina - unter anderem ein Podiumsgespräch zu den deutsch-polnischen Beziehungen. Für Waldemar Pytel, Bischof der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, hat dieser grenzübergreifende Kirchentag deshalb eine ganz besondere Bedeutung. "Für uns ist das die Möglichkeit, eine große Gemeinschaft zu bauen. Das ist wichtig. Wenn wir und 4.000 Leute nach Frankfurt und Slubice kommen, dann verstärken wir unsere Identität und unseren Glauben."

Ein besonderer Höhepunkt soll am Samstagabend die "Speisung der 4.000" sein. Dafür soll eine mehr als einen Kilometer lange Abendessen-Tafel aufgestellt werden, so Theresa Rinecker, die Generalsuperintendentin im Sprengel Görlitz: "Wir wünschen uns, dass jeder Platz besetzt ist und dann wollen wir eineinhalb Stunden miteinander essen und reden. Das wird ein zutiefst biblisches Bild." Dazu seien alle Menschen, unabhängig von Glauben oder Herkunft eingeladen.

Erste Begegnungstage seit 2016

Zu dem Christentreffen haben die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen die übrigen protestantischen Kirchen Mitteleuropas eingeladen. Die Begegnungstage wurden erstmals 1991 in Görlitz und zuletzt 2016 in Budapest ausgerichtet. Die 11. Ausgabe beginnt am 7. Juni mit einem Gebet an der Friedensglocke und einem Eröffnungsgottesdienst auf dem Brunnenplatz in Frankfurt (Oder).

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.04.2024, 15:40 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Gerade weil - mit Ausnahme Ostdeutschlands und Tschechiens - das Christentum in den genannten Ländern unverändert eine hohe Bedeutung hat, kommt einem Brückenschlag zwischen diesen Ländern eine sehr hohe Bedeutung zu. Dieser geht über die bloße Religionszugehörigkeit klar hinaus. Gleich, wer welche Religion im Rücken hat oder nicht hat: Eine Zusammenarbeit mit den betreffenden Ländern ist abseits der Religion nur schwer möglich und würde sich nur an der Oberfläche und auf rein "technischem Niveau" bewegen.

    Danke an alle, die die europäische Inspiration hochhalten, anstatt sich in nationalstaatlichen Egoismen zu verrennen. Welcher Weg zurückgelegt worden ist, dazu fällt mir eine Begebenheit aus dem Bayerischen Wald ein, direkt an der ehemaligen tschech(eslowak)ischen Grenze: Ein Schaubild und Fotos mit drei parallel verlaufenden Zäunen, jetzt eine neu errichtete Holzbrücke über ein Bächlein, in völliger Normalität einer Wanderung.

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