Seit Freitag immer wieder erhebliche Staus - Räumfahrzeuge zu schwer: Sperrung der A115 wegen Glätte

Di 22.11.22 | 15:09 Uhr
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Archivbild: Autobahnkreuz Funkturm (Quelle: dpa/Schoening)
Video: rbb|24 | 22.11.2022 | Material: rbb24 Abendschau | Bild: dpa/Schoening

Wer derzeit von Norden kommend von der A100 am Funkturm auf die Avus fahren will, landet leicht im Stau: Bei Glätte wird die Überfahrt gesperrt. Streufahrzeuge dürfen dort nicht mehr eingesetzt werden - weil sie zu schwer sind.

Wiederholte Sperrungen der Überfahrt von der A100 (in Richtung Neukölln) zur A115 wegen Glättegefahr verursachen seit Freitag immer wieder erhebliche Behinderungen im Berliner Stadtverkehr.

Am Dienstagmorgen reichte der Stau laut Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) zurück bis auf die A111. Der Tunnel Tegel musste zwischenzeitlich gesperrt werden.

Räumfahrzeuge schwerer als 3,5 Tonnen

Grund für die Sperrung im Autobahndreieck Funkturm ist, dass die Überfahrt auf die Avus nur für Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen zulässig ist, teilte die Polizei dem rbb auf Anfrage mit. Da Streu- und Räumfahrzeuge der Berliner Stadtreinigung (BSR) schwerer sind, könne es auf dem Streckenabschnitt zu Glätte kommen, was die Sperrung erforderlich mache.

Auf Nachfrage des rbb konkretisierte die BSR am Dienstagnachmittag, die Autobahn-Winterdienstfahrzeuge hätten ein zulässiges Gesamtgewicht "von mindestens 18 Tonnen", daher dürften sie die Brücke nicht befahren. "Eine Ausnahmeregelung für unsere Winterdienstfahrzeuge, die wir in den vergangenen Jahren regelmäßig erhalten haben, wurde uns in diesem Jahr nicht mehr gewährt." Da aber keine leichteren Fahrzeuge zur Verfügung stünden, sei der Winterdienst nicht möglich. "Auf diese Problematik haben wir im Vorfeld hingewiesen."

Der Berliner Senat verwies auf die Autobahn GmbH, in deren Zuständigkeit die betroffene Zufahrt liege. Ralph Brodel, Sprecher der Autobahn GmbH, sagte am Dienstag dem rbb, dass es derzeit Gespräche mit weiteren Unternehmen gebe, um künftig einsatzfähige Winterfahrzeuge mit entsprechend weniger Gewicht zu haben.

Die Verkehrsinformationszentrale empfiehlt die Umfahrung über die Ausfahrt Messedamm und die Auffahrt Halenseestraße. Alternativ könne man bis zur Ausfahrt Kurfürstendamm weiterfahren und wenden.

Durchfahrtsverbot für Lkw über 3,5 t im November 2022 an der A115 in Berlin-Charlottenburg . (Quelle: rbb24)

BSR ist für Winterdienst auf Fahrbahnen zuständig

Für den Winterdienst auf Fahrbahnen, Radwegen und Fußbängerüberwegen ist in Berlin die Berliner Stadtreinigung (BSR) zuständig. Prioriät haben hier nach eigenen Aussagen des Unternehmens die Stadtautobahnen und Hauptverkehrsstraßen, Straßen mit Zugang zum öffentlichen Nahverkehr, Radstreifen und Fußgängerüberwege. Erst wenn diese mithilfe der mehreren hundert Räum- und Streufahrzeuge beräumt oder gestreut sind, kommen, so die BSR, die Nebenstraßen an die Reihe.

Die Mitarbeiter des Unternehmens sind hierfür in zwei, bei extremen Wetterlagen in drei Schichten - also rund um die Uhr - unterwegs. Die Wintersaison läuft für die Stadtreinigung vom 1. November bis zum 31. März.

Sendung: rbb24 Abendschau , 22.11.2022, 19:30 Uhr

59 Kommentare

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  1. 59.

    Das ist doch in Berlin üblich, dass der Wintereinbruch jedes Jahr völlig unvorhergesehen und überraschend kommt. Genau so wie marode Autobrücken ganz plötzlich auftreten.
    Vielleicht hat man/frau auch versäumt , eine teure Expertenrunde einzuberufen, damit jahrelang der Zustand der Brücke diskutiert wird ,um dann die Instandsetzung auf die nächste Wahlperide zu verschieben .

  2. 58.

    Da ist doch wieder der Kälteeinbruch mit etwas Schnee völlig überraschend in der Winterzeit gekommen. Und völlig überraschend scheint auch der marode Zustand der Brücke für die Verantwortlichen zu sein. In Berlin ist so etwas leider sehr üblich, dass das Winter völlig überraschend und unvorhergesehen im Winterhalbjahr kommt.

  3. 57.

    So ein Unfug. Kleinere Räumfahrzeuge würden dem schnell ein Ende setzen. Es gibt genug Alternativen. Wenn die BSR keine kleineren Fahrzeuge hat, etwa Multikar, sollte Sie mal bei Hausmeisterdiensten anfragen.

  4. 56.

    Ich gebe Ihnen vollkommen recht, da darf man nicht auf die Berliner Landesregierung, sondern man muss die Autobahn GmbH in die Pflicht nehmen. Wenn man bisher mit Ausnahmegenehmigungen gearbeitet hat, diese aber nun nicht mehr bereit war erneut zu erteilen, dann hätte die Autobahn GmbH bzw. die dafür zuständige Abteilung schon im Voraus für einen praktikablen Ersatz sorgen müssen.

    Offensichtlich ist die Autobahn Gmbh auch nicht so leistungsfähig, wie sie nach Übertragung der Unterhaltspflichten für die Bundesautobahnen und die -straßen von den Bundesländern auf diese sein sollte. Die Autobahn Gmbh ist ja auch eher durch Diskussionen um einen vermeintlichen Wasserkopf und sehr üppige Vorstandsgehälter aufgefallen.

  5. 55.

    man könnte ja mal klimaaktivist*innen fragen ob sie sich da nicht festkleben wollen. dann hätte man einen buhmann und den klimaaktivist*innen wärs egal.

  6. 54.

    Och, das ist ganz einfach. Den Sack mit Streugut aufschneiden, in einen Handstreuwagen packen, dreimal hin und her latschen - fertig; und so lang ist die Strecke auf der Stautobahn nicht.

  7. 53.

    Für die Verkehrssicherheit (z.B. Schneebeseitigung) ist nicht der Bund, sondern die Stadt Berlin also Frau Jarasch verantwortlich.

  8. 52.

    So wie Sie schreiben wird so richtig verständlich: Warum Autofahrer nur manchmal verbal kriminalisiert werden, oft für Kleinigkeiten, die „Festkleber*innen“ aber grundsätzlich immer.

  9. 51.

    Na, ist ja auch völlig unzumutbar, dass ein BSR Mitarbeiter mit nem Eimer und Schüppchen auf der gesperrten Fahrbahn streut, mit SALZ oder anderen Schmelzmitteln. Was anderes bringen die LKW auch nicht aus. Ne, echt - ICKE muss auch mitter Hand streuen, den ganzen Gehweg lang, und mir ist auch der Arm noch nicht abgefallen vom Splitten. Sowas von FAULheit, Ignoranz, Dickbräsigkeit - unfassbar! Vor jeder Bushalte streut nen orangefarbiger Mitarbeiter mit Schüppchen Split, aber dort - ne, echt nicht. Ok, merk ich mir...

  10. 50.

    Ich weiß nicht ob Herr Wissing gerne Verkehrssenatorin genannt werden will, aber nett, dass Sie zu gendern versuchen!

  11. 49.

    Berlin, der nicht funktionierende Teil von Deutschland. Und wenn wieder RRG an die Regierung kommt wird es noch schlimmer.
    Ich schäme mich Berliner zu sein!
    Bei dieser Regierung wundert mich nichts mehr. Kotz!
    Überall gibt es leichte Fahrzeuge, nur nicht in Berlin? Veräppelung ist das!
    Merkwürdig das gelbe Streifen kleben über Nacht geht... man sieht die Zielrichtung!

  12. 48.

    "Rot, Rot, Grün lässt das Kreuz 100, 115 verkommen. Eine ordentliche Reparatur mit einer Umleitung wäre notwendig."
    Auch wenn ich kein Freund von RGR bin muß ich da widersprechen:
    Autobahnen unterstehen dem Bund, aber viel entscheidener dürfte sein das 2023 der Umbau des Autobahnkreuzes am Funkturm beginnt. Dauer: 8 Jahre !!!
    Da wäre es nun wirklich blöd jetzt noch große Reparaturarb. durchzuführen.
    Das jetzt allerdings keine Räumung durchgeführt wird ist ein Armutszeugnis. Früher war so etwas auch möglich: 3 Mann, ein Handwagen und los ging`s!
    Haben wir wirklich alles verlernt....... :-(

  13. 47.

    Wird eigentlich erfasst, wie oft bei den wegen der verweigerten Sondergenehmigung durch die Autobahn GmbH entstandenen Staus Rettungsfahrzeuge verspätet sind?

  14. 46.

    Rot, Rot, Grün lässt das Kreuz 100, 115 verkommen. Eine ordentliche Reparatur mit einer Umleitung wäre notwendig. Auch E-Autos bräuchten diese Verbindung.

  15. 45.

    Jarasch hat ja gar nichts zu melden. Die Autobahn GmbH hätte halt vielleicht vor dem ersten Frost ein alternatives Unternehmen finden müssen.

  16. 44.

    Mal ganz ehrlich, was soll man von einer Verkehrssenatorin erwarten, der es nur um ihre Karriere geht (Wahl zur Bürgermeisterin)und, die den Autoverkehr in Berlin abschaffen will bzw. unattraktiv machen will. Liebe Berlin
    denkt immer daran, wenn am 12.2.23 gewählt wird.

  17. 43.

    Genau so ist es, aber ein Teil der Foristen haben bereits die Verkehrssenatorin Jarasch als Schuldige ausgemacht. Mir imponieren die Vorschläge für die Handstreuung, ich habe schon mal jemand beim Streuen geholfen und kann nur sagen, auf so eine Idee kommt nur, wer noch nie gestreut hat

  18. 42.

    Wenn ich den Sachverhalt nun richtig verstehe, dann darf der Berliner Senat auch keine Fahrraddemos auf der Stadtautobahn genehmigen? Der Senat hat eingeräumt für die Autobahnen nicht zuständig zu sein. Das ist doch mal eine positive Nachricht. Dann kann der Senat auch keine Bauvorhaben im Zusammenhang mit der Autobahn verhindern, wenn das Gelände schon im Besitz des Bundes ist? Oder pickt sich der Senat die Zuständigkeiten so raus, wie er es gern möchte?

  19. 41.

    Reparatur Ausführung ist für den Zeitraum 2047 bis 2058 vorgesehen,. Es müssen nur noch schnell die Zuständigkeiten geklärt werden. Ironie ist zu Ende.

  20. 40.

    Der Berliner ÖD ist mittlerweile zu allem zu dumm. Es gibt u.a. Multicars, man will nur nicht...

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