Berlin - Charité-Unterlagen mit Patientendaten in Mülltonne gefunden

Fr 16.06.23 | 16:05 Uhr
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Die Charite ist das traditionsreichste Krankenhaus Berlins (Quelle: dpa)
Audio: radioBerlin 88,8 | 16.06.2023 | Simone Augustin | Bild: dpa

Bei der Berliner Charité sind Unterlagen mit Daten von Patientinnen und Patienten nicht korrekt entsorgt worden. Die Blätter wurden in der Papiertonne eines Mietshauses entdeckt. Das hat ein Sprecher der Charité dem rbb am Freitagnachmittag bestätigt.

Er sagte, es handele sich um Unterlagen mit Informationen zu Patienten, die in der Charité auf Station waren und dort behandelt wurden. Das Krankenhaus bedauere, dass die Dokumente nicht korrekt entsorgt wurden. Bei der Aufklärung des Sachverhalts habe man festgestellt, dass der Vorfall auf das Fehlverhalten eines einzelnen Mitarbeiters zurückzuführen sei.

Das Personal werde regelmäßig geschult, sei aus aktuellem Anlass aber nochmal zum Umgang mit sensiblen Daten belehrt worden.

Die Zeitung "B.Z." hatte zuerst berichtet. Demnach seien in den Unterlagen etwa Name, Geschlecht und Alter der Patientinnen und Patienten zu lesen außerdem Diagnosen, Therapie- und Pflegeanweisungen, vorgenommene Behandlungen und aktuelle Beschwerden.

Sendung: radioBerlin 88,8, 16.06.2023, 16:30 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    @ Emmie, kann sein und stellt ja nicht das Problem dar. Wie wäre es gewesen, wenn der Zettel den gleichen Weg wieder in die Charité und dann in den Aktenvernichter gemacht hätte? Oder, wenn Alltag, man als überarbeiteter oder vergesslicher Mitarbeiter einen geeigneten Aktenschredder mit X-Cut zuhause hat? Wäre zwar verboten, würde aber das spätere Auffinden sehr unwahrscheinlich machen.

  2. 8.

    @ Jana, verwechseln Sie da nicht etwas? Eine ordnungsgemäße Entsorgung hat so zu erfolgen, dass keine unbeteiligten oder damit nicht beauftragten Dritten Zugang erhalten. Eine Mülltonne, bei der alle Mieter Zugang haben ist dafür nicht geeignet. Übrigens ist das in der Mülltonne Entsorgte nicht automatisch verschwunden. Wäre mir neu, dass man dort Entsorgtes nicht mitnehmen darf. Das ist nur auf dem BSR Hof so, dass es da bleiben muss. Aber zugänglich wäre es trotzdem und natürlich kann man so ein Fehlberhalten öffentlich machen. Blöd gelaufen. Jetzt den Finder zu beschimpfen ist schön ulkig.

  3. 7.

    Und welche Stelle ermittelt nun von Amts wegen? Das sind Verletzungen der Intimsphäre, streng "geschützte" sensibelste Sozialdaten. Nun im DarkNet? Die Nachkommen werden sich freuen, wenn ihre Erbkrankheit-Veranlagung publik ist.

  4. 6.

    Arbeite selber an der Charité und das was da beschrieben ist, ist ein übergabezettel. Den trägt man den ganzen Tag mit sich herum und vergisst leider oft ihn zum schichtende aus der Kittel Tasche zu nehmen. So kann es dann schnell passieren, dass er mit nachhause genommen wird, was natürlich nicht passieren sollte, aber aufgrund von Müdigkeit vorkommen kann..

  5. 5.

    Die Respektlosigkeit mancher Menschen ist unglaublich. Was haben Fremde an anderer Menschen Unterlagen zu suchen? Auch wenn diese durch den Aktenvernichter ge musst hätten oder korrekt in den Datenmüll.Ist der Nachbar 2 Etage tiefer immer noch auf Youtube zu höhren belauscht man ihn, aber ihr wühlt in fremden Unterlagen? Auch die unterliegen dem dem Datenschutz und gehören ihnen nicht.auch wenn sie im Müll liegen. Eigentümer Hausverwaltung/Müllabfuhr und nicht Sie.An die Presse gehört das auch nicht sondern an die Charité. Es gehört definitiv in den Datenmüll. Aber kann dieser nette Mensch, der sich an fremden Eigentum welches nur an eine Mülltonne abgegeben wurde, bitte auch eine Ansage durch die Polizei bekommen? Diese Daten weiter an die Presse zu geben äuft auch unter Dstenschutzverletzung und ihm gehören diese Unterlagen aus einer Mülltonne nicht. Kann dieser nette Mensch bitte auch für sein Fehlverhalten zurechtgewiesen werden? Auch wenn es in den Datenmüll gehört.

  6. 4.

    Trump und Biden sollen ja sogar geheime Unterlagen mit nach Hause genommen haben .
    Bei personenbezogenen Daten ist man hierzulande doch äußert zurückhaltend, also die Frage bleibt offen : WARUM hat dieser Mitarbeiter die Unterlagen mitgenommen, und wer hat wohl in der Papiertonne gewühlt....

  7. 3.

    Die Frage ist trotzdem : Welcher Mitarbeiter nimmt Patienten Unterlagen mit nach Hause. Krankenschwestern,pfleger wohl kaum. Ärzte wohl auch nicht . Wer also dann.

    Beide Gruppen arbeiten Vorort. Oder waren das Unterlagen aus dem HomwOffice zu Corona Zeiten

  8. 2.

    Ich vermute das ist beides das selbe: Ein Mitarbeiter hat Akten oder Kopien mit nach Hause genommen und dann diese dann privat über die Papiertonne entsorgt. Ist natürlich dann extrem fahrlässig gewesen - schließlich sollte ja bekannt sein, dass Patientendaten vertraulich sind.

    Frage wäre für mich in dem Fall eher warum die Akten mitgenommen wurden. Weil es auf Arbeit nicht genug Zeit war, diese durchzusehen? Würde zumindest zu den Berichten über überarbeitetes medizinisches Personal passen.

  9. 1.

    Da stellt sich auch die Frage, wie kommen die Unterlagen überhaupt aus dem KH heraus?
    Hier wurde nicht nur falsch entsorgt sondern auch noch fahrlässig mit den Akten umgegangen.

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