Hitzeschutz-Maßnahmen in Potsdam - Mit einer Karte und dem Telefon gegen die sengende Hitze

Di 06.06.23 | 20:37 Uhr | Von Yasser Speck
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Über dem Brandenburger Tor in Potsdam scheint am 19.07.2022 die Sonne © radioeins/C. Melzer
Video: rbb|24 | 06.06.2023 | Karsten Krippahl | Bild: radioeins/C. Melzer

Die Stadt Potsdam hat am Dienstag ihre neuen Hitzeschutz-Maßnahmen vorgestellt. Durch den Klimawandel werden immer mehr Hitzetage erwartet. Potsdam möchte dem nun mit Trinkwasser, einer Karte und dem Telefonhörer trotzen. Von Yasser Speck

Vor dem Potsdamer Rathaus sind am Dienstag die neuen Hitzeschutz-Pläne vorgestellt worden. Potsdam möchte sich mit mehreren Maßnahmen vor kommenden Hitzetagen wappnen. Eine Klimakarte für die Stadt Potsdam zeigt, dass sich vor allem die Innenstadt an heißen Tagen besonders aufheizt. Zu den vorgestellten Maßnahmen gehören mehr Trinkwasserstellen, eine Online-Karte mit "kühlen Orten" in Potsdam und ein Hitzetelefon für alte Menschen.

Maßnahme 1: Das Hitzetelefon

Das neue Hitzetelefon richtet sich explizit an die älteren Potsdamerinnen und Potsdamer. An alle, die über 75 Jahre alt sind. Denn: Gerade sie sind besonders durch die Hitze gefährdet.

Das Hitzetelefon funktioniert so: Man muss sich erst registrieren lassen. Wenn dann die Temperaturen in Potsdam auf über 32 Grad steigen, gibt der Deutsche Wetterdienst eine Hitzewarnung heraus. Das ist dann das Signal für jemanden wie Silvana Bothe-Mittag. Sie ruft die Registrierten an und gibt Tipps, wie sie sich verhalten sollen.

"Drinnen bleiben, die Fenster geschlossen halten, leichte Kleidung anziehen und versuchen, sich mit Tüchern zu kühlen", erklärt Bothe-Mittag. Außerdem rate sie den Senioren am Telefon, ihren Hausarzt zu kontaktieren. Mit ihm oder ihr sollen die Senioren dann abklären, ob der Medikamentenplan angepasst werden muss.

Drinnen bleiben, die Fenster geschlossen halten, leichte Kleidung anziehen und versuchen, sich mit Tüchern zu kühlen

Silvana Bothe-Mittag vom medizinischen Bevölkerungsschutz

Maßnahme 2: Die Trinkwasserversorgung

Für diejenigen, die nicht zu Hause Zuflucht vor den heißen Temperaturen suchen können, möchte die Stadt die Trinkwasserversorgung ausbauen. Kristina Böhm ist die Leiterin des Potsdamer Gesundheitsamtes und hat die Maßnahmen mit ausgearbeitet. "Wir wollen, dass im Stadtgebiet öffentlich zugängliche Trinkwasserhähne da sind und man sich seine Flasche oder Becher dort auffüllen kann."

In Potsdam gebe es bereits drei Trinkbrunnen, so Böhm. Die müssten aber teilweise noch reaktiviert werden. Außerdem sollen in allen öffentlichen Gebäuden Trinkwasserstellen eingerichtet werden. Die Stadt Potsdam wird die Trinkwasserbrunnen bezahlen, sagt Böhm. Die Finanzierung für die anderen Trinkwasserstellen sei aber noch nicht geklärt.

Maßnahme 3: Die Online-Karte

Auf der Homepage der Stadt Potsdam gibt es eine Karte [externer Link], die kühle Orte im Stadtgebiet zeigt. An diesen Orten sollen Menschen an Hitzetagen Zuflucht finden. "Das sind Orte, die aufgrund ihrer Vegetation und Lage kühler als der Rest des Stadtgebietes sind", so Böhm.

Einer dieser ausgewiesenen Orte ist der Friedhof in der Heinrich-Mann-Allee. Die großen und alten Bäume werfen genügend Schatten, um sich etwas abzukühlen. Außerdem weist Kerstin Böhm auf alle Orte hin, die in Wassernähe sind und an denen Bäume wachsen. Dort spenden Wasser und Bäume etwas kühlere Luft.

Sendung: rbb|24 Brandenburg Aktuell, 06.06.2023, 19:30 Uhr.

Beitrag von Yasser Speck

27 Kommentare

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  1. 27.

    Da ruft dann jemand die "Registrierten" an und erklärt z.B. einer 78jährigen, wie sie sich verhalten soll.
    "Drinnen bleiben, die Fenster geschlossen halten, leichte Kleidung"

    "Außerdem rate sie den Senioren am Telefon, ihren Hausarzt zu kontaktieren. Mit ihm oder ihr sollen die Senioren dann abklären, ob der Medikamentenplan angepasst werden muss."
    Heute ist es warm, lassen sie mal ihre Herztablette weg und messen 3x täglich ihren Blutdruck, oder wie?
    Vielleicht ist es ja in Potsdam besser ... in Berlin freue ich mich, wenn ich telefonisch die Sprechstundenhilfe ans Telefon bekomme!

    Sorry, dies ist doch wohl nicht wirklich ernst gemeint?
    Da würden mich wirklich die Kosten interessieren.
    Auch für die "Ausarbeitung" der Maßnahmen ...

  2. 26.

    Sie können ja gerne eine explizite Auffassung dazu haben. Fakt ist jedoch, dass solche Maßnahmen infrastrukturell in Anpassung an den Klimawandel erfolgen und daher selbstverständlich aus Steuermitteln bezahlt gehören.

  3. 25.

    Was soll der Quatsch?
    Ich hoffe, diese ganzen tollen Tipps haben nicht einen Haufen Steuergeld gekostet!

  4. 24.

    Die Städte verdichten immer mehr ihre Bausubstanz. Damit wird mehr Masse geschaffen, die sich stark erwärmen/ erhitzen kann. Dafür werden Grünflächen beseitigt und massenhaft Bäume gefällt. Neuanpflanzungen? Selten bis garnicht. Pflege der Neuanpflanzungen? Erfolgt nicht. Und genau dies ist eines der großen Probleme, was ländliche Bewohner seltener haben.

  5. 23.

    Vll. sollte sich Potsdam am "Wiener Modell" orientieren. Da sind richtig gute und praktikable Lösungen vorgestellt und auch bereits umgesetzt.
    https://www.wien.gv.at/umwelt/cooleswien/hitzeaktionsplan.html

  6. 22.

    Warum muss sich erst Registrieren? Warum erst Seniorinnen und Senioren ab 75 Jahren? Es gibt weit aus viel mehr Menschen die die Hitze zu schaffen macht. Viele Seniorinnen und Senioren haben Zweifel am Datenschutz, ich denke zurecht. Vielleicht sollte Frau Böhm sich mal etwas mehr damit auseinander setzen, wenn man schon Ideen hat. Auch die Onlinekarte nützt den Seniorinnen und Senioren nicht viel. Eine Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat der Landeshauptstadt Potsdam wäre da vom Vorteil. Wo stehen denn die Trinkwasserbrunnen und vor allem, warum wurde die letzten Jahre dahingehend nichts gemacht? Lüften sollte man sehr sehr früh, wenn die Luft am kühlsten ist und dann Fenster zu und alles abdunkeln, dann bleibt es auch kühl, viel trinken und wer nicht raus muss, bleibt zu Hause. Man könnte Tipps durch die Medien (TV, Radio, Zeitungen usw.) immer und immer wieder verbeiten.

  7. 21.

    Nichts, sitze gerade entspannt auf dem Balkon mit einer Tasse Kaffee und lese digital die Morgenpresse.
    Schönen Tag Ihnen.

  8. 20.

    Viel ist es nicht aber es bringt mehr als festkleben.

  9. 19.

    Öffentliche Trinkwasserhähne ..... früher gab's die Pumpe. Andererseits hat jeder mindestens einen Wasserhahn zu hause.
    Manchmal fragt man sich, wo unsere Expertinnen wohnen.
    Ganz früher hat man an heißen Tagen Sprengwagen (mit Wasser :-)) duch die Straßen der Stadt geschickt. Aber das ist wohl nicht mehr zeitgemäß. Pragmatismus sowieso.

  10. 18.

    Karl Heinz Rüdiger:
    "Ist der tipp mit dem Fenster geschlossen halten, nicht überholt und sogar gefährlich?? hatte da mal was gelesen ..."

    Nö, wieso?
    So mache ich das bei Hitzeperioden: Ich habe ein Innen- und Außenthermometer. Wenn draußen wärmer als drinnen, dann ALLE Fenster zu. Wenn draußen kühler als drinnen, dann ALLE Fenster auf! Bei Hitze habe ich dann zwar keine Frischluft, aber ich muss auch nicht bzw. weniger schwitzen. Das ist mir dann lieber. Der Effekt ist zwar begrenzt, aber besser als die volle Hitze in der Wohnung. Jedenfalls wärmt sich meine Wohnung deutlich langsamer auf, als wenn ich die ganze Zeit die Fenster auf lassen würde.

  11. 17.

    Karl Heinz Rüdiger:
    "Leider haben das selbst Bauherren von teuren Neubau noch nicht wirklich begriffen, das Klimatisierung im Sommer, den gleichen Stellenwert wie heizen im Winter haben sollte ... Wenn ich in neuen teuren Luxus Wohnblöcken, im Sommer geöffnete Fenster sehe, wo die weißen Abluftschläusche der energiefressenden Monoblockklimas aus dem Baumarkt hängen ... hat wohl einer was bei der Bauplanung grundlegend falsch gemacht/vergessen..."

    Ja, Klimaanlagen sind Mist. Sie machen zwar die Wohnung kühler, heizen aber die Städte noch mehr auf!

  12. 16.

    Otto:
    "Eine gute Idee wäre, bei den Gebäuden (Wohnungen und öffentliche Gebäude) Jalousien anzubringen und zu dämmen. Energieeffizienz hilft nicht nur, im Winter Gas und Öl einzusparen, sondern im Sommer auch, die Wohnungen zu kühlen."

    Das hilft ein wenig, aber nur gegen Sonneneinstrahlung (Strahlungsenergie), nicht gegen die Aufheizung durch heiße lang anhaltende Außenluft.

    Die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen kühlen nicht, sondern verlangsamen nur die Aufheizung. Besser als nichts. Aber nur begrenzte Wirkung.

  13. 15.

    Lisa:
    "Dieses Jahr ist es noch nicht einmal so heiß geworden, dass man es nicht aushalten könnte."

    Dieses Jahr ist gerade einmal 5 Monate alt. Der Hochsommer kommt erst noch. Und es geht nicht um dieses Jahr, sondern um ein Ansteigen der Durchschnittstemperaturen. Es wird immer mal wieder kühlere und wärmere Jahre geben. Aber die Durchschnittstemperaturen über mehrere Jahre gerechnet wird signifikant ansteigen!

    Lisa:
    "Ist das Panikmache seitens der Grünen??"

    Nein, das ist Wissenschaft!

    Lisa:
    "Ein durchschnittlicher Frühling eben."

    Wie schon geschrieben: Es geht hier nicht um aktuelles Wetter, sondern um die aktuelle Klimaveränderung!

    Apropos Durchschnitt: Früher gab es sehr viel öfter Schnee im Winter, teils sogar im Frühling. Und in diesem Jahr? Wieviel Schnee gab es da in Berlin-Brandenburg?

    Lisa:
    "In 10Jahren heißt es dann, alle Wärmepumpen müssen sofort ausgebaut werden, weil, wir haben uns geirrt......."

    Wie kommen Sie auf diesen Unsinn?!?

  14. 14.

    Auf Achse:
    "Ich frage mich wie es die 75 Jährigen geschafft haben, ohne Tips zum Verhalten in der Sommerhitze,so alt zu werden."

    Aber es gab doch damals und auch schon immer Tips, wie man schwierige Situationen am besten bewältigen kann.

    Auf Achse:
    "Mir fehlen zwar noch ein paar Jährchen bis zur 75 ,glaube aber nicht, dass ich in der Zeit so verblöde um nur mit Belehrungen zu überleben."

    Welche "Belehrungen"? Es sind doch bloße Tips.

    Auf Achse:
    "Nebenbei finde ich es eine Frechheit alte Leute zur Abkühlung auf einen Friedhof zu schicken, die sollen wohl gleich da bleiben."

    Was soll daran frech sein? Es gibt schöne Friedhöfe, die im Hochsommer bei drückender Hitze angenehm kühl sind - für jung und alt!

    Was ist mit bloß mit diesem Menschen geschehen, dass er sich über bloße vernünftige Tips aufregt?!?

  15. 13.

    Wieder einer der glaubt das der Schutz von dem selbst versauten Klima nichts kosten wird.
    Dauert nicht lange bis alle merken dass das nur der Anfang ist.

  16. 12.

    Ich habe ja nicht von diesem Jahr geredet. Aber die letzten Jahre waren schon heftig, und manch eine Wohnung wurde richtiggehend lebensfeindlich. Ich finde es gut, wenn darüber gesprochen wird, ich seh da auch keine parteipolitische Flanke. Und allgemein begrüße ich es, wenn Politiker sich für das reale Leben der realen Menschen interessieren.

  17. 11.

    Leider haben das selbst Bauherren von teuren Neubau noch nicht wirklich begriffen, das Klimatisierung im Sommer, den gleichen Stellenwert wie heizen im Winter haben sollte ... Wenn ich in neuen teuren Luxus Wohnblöcken, im Sommer geöffnete Fenster sehe, wo die weißen Abluftschläusche der energiefressenden Monoblockklimas aus dem Baumarkt hängen ... hat wohl einer was bei der Bauplanung grundlegend falsch gemacht/vergessen...

    Ist der tipp mit dem Fenster geschlossen halten, nicht überholt und sogar gefährlich?? hatte da mal was gelesen ...

  18. 10.

    Ja - Dämmen Dämmen und nochmals Dämmen und natürlich die Mieten dann endlich überall und auch bei jedem Mieter erhöhen.

  19. 9.

    Eine gute Idee wäre, bei den Gebäuden (Wohnungen und öffentliche Gebäude) Jalousien anzubringen und zu dämmen. Energieeffizienz hilft nicht nur, im Winter Gas und Öl einzusparen, sondern im Sommer auch, die Wohnungen zu kühlen.

  20. 8.

    @Bendte, das dürfen sie aber nur ,wenn sie mindestens 75Jahre alt sind! Dieses Jahr ist es noch nicht einmal so heiß geworden, dass man es nicht aushalten könnte. Ist das Panikmache seitens der Grünen?? Ein durchschnittlicher Frühling eben. In 10Jahren heißt es dann, alle Wärmepumpen müssen sofort ausgebaut werden, weil, wir haben uns geirrt.......

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