Höchststand in Berlin - Mitarbeitende im öffentlichen Dienst fehlen im Durchschnitt rund 41 Kalendertage

Do 24.08.23 | 14:03 Uhr
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Auf einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung liegen ein Kugelschreiber und ein Stetoskop (Quelle: dpa/Zoonar)
Audio: rbb24 Inforadio | 24.08.2023 | Christoph Reinhardt | Bild: dpa/Zoonar

Der Krankenstand im Berliner öffentlichen Dienst war im vergangenen Jahr so hoch wie noch nie. Das geht aus dem jährlichen Senatsbericht zur Gesundheitsquote hervor. Im Schnitt fehlten die Mitarbeitenden an rund 41 Kalendertagen - fast eine ganze Woche länger als 2021.

Anstieg seit 2022

Nach mehreren Jahren mit einer günstigen Entwicklung ist das für den Senat ein deutlicher Rückschlag, der allerdings auch mit den Folgen der Corona-Pandemie zu tun haben dürfte. Seit 2018 war der Berliner Krankenstand zunächst Stück für Stück gesunken, aber nach dem Ende der Corona-Abstandsregeln schnellten die Krankmeldungen 2022 in ganz Deutschland wieder in die Höhe. Im Bundesdurchschnitt der Arbeitnehmer um fast 4 auf 15 Kalendertage.

Unterschied zwischen Beamten und Angestellten

Deutlich zu erkennen ist auch im Berliner öffentlichen Dienst der Unterschied zwischen Beamten und angestellten Beschäftigten - Beamte fehlten an 46,7 Tagen, Angestellte an rund zehn Tagen weniger (36,5). Das liegt auch daran, dass in den besonders gefährdeten Berufen besonders viele Beamte eingesetzt werden - Polizisten, Feuerwehrleute und Justizvollzugsbeamte gehören zu den Gruppen, die an mehr als 50 Tagen fehlten. Schulen liegen mit 35 Tagen unter dem Durchschnitt.

In den Bezirken fehlten die Beschäftigten in den Ordnungsämtern durchschnittlich fast 60 Tage, in den Bürgerämter rund 55 Tage. Neben der Tätigkeit spielt das Alter der Beschäftigten eine entscheidende Rolle. Auszubildende fehlten im Schnitt gerade mal an 15,7 Tagen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 24.08.2023, 14:00 Uhr

24 Kommentare

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  1. 24.

    Es geht doch nicht um ein Raufhauen auf den öffentlichen Dienst, sondern die Dimension! Alle Berufe: 15 Krankheitstage, öff. Dienst 41 Tage, Bürgeramt 55, Ordnungsamt 60. Und Ämter sind doch keine gefährlichen Orte, höchstens hat man viel Koktakt zu anderen und steckt sich häufiger an. Bei den Jungen mit 15,7 Tagen scheint es ja zu gehen. Also öffentlichen Dienst verjüngen!

  2. 23.

    Bei solch super Bedingungen würde ich mich an ihrer Stelle direkt um einen Job im ÖD kümmern.

  3. 22.

    Es wundert mich das die Leute die hier schreiben wie bevorzugt die Mitarbeiter des öffentlichen Dienst sind nich selbst da anfangen. Stellenangebote gibt es genug.

    https://www.google.com/amp/s/www.rbb24.de/politik/beitrag/2021/11/pensionierung-rente-oeffentliche-verwaltung-personal-luecke.htm/alt=amp.html

    Aber vielleicht ist es doch nicht so attraktiv in einer Behörde zu arbeiten

  4. 21.

    Hier geht es um eine Stastik!
    Hier geht es um Berufe mit bedonders hohen Personalmangel.
    Übrigens ist der Krankenstand in den Gesundheits,- und Erzieherberufen auch eklatant hoch.
    Hier sollte man an die Ursachen rangehen und nicht eine
    Neiddebatte führen.
    Und auch in der freien Marktwirtschaft gibt solche und solche Mitarbeiter/innen.

  5. 20.

    Ja das stimmt. Als normaler angestellter gibt es schnell Konsequenzen. Ein Beamter kann machen was er will und bekommt noch mehr Geld fürs weniger Arbeiten. Bin selber im öffentlichen Dienst. Das ist ein lächerlicher Witz bei der Stadt und den Ämtern. Geld verdienen und bekommen sind 2 verschiedene Sachen. Das Geld kommt halt ob du was arbeitest oder schläfst. Geld kommt immer pünktlich vom Steuerzahler.

  6. 19.

    "Dann bleibt deine Arbeit liegen ", wird aber bezahlt. Wahrscheinlich auch mehrmals. Ist aber im Endeffekt egal, weil es außer Ihnen keinen juckt. Ähnliches gilt auch für Beamte. Siehe hierzu das Buch : Die Verwaltungsarmee von Olaf Baale.

  7. 18.

    Ja, wenn die Beamten ohne Konsequenzen machen können was sie wollen.
    Aber auch die einfachen Angestellten habens sehr einfach. Es interessiert niemanden, wenn du krank bist. Dann bleibt deine Arbeit liegen. Im öffentlichen Dienst hast du maehr Rechte als Pflichten. Und was nicht in deiner Tätigkeitsbeschreibung steht machst du auch nicht. Es muss im öffentlichen Dienst kein Mehrwert geschaffen werden. (Steuer) Geld kommt immer nach.
    Natürlich ist die Bezahlung nicht ganz so gut wie in der freien Wirtschaft.

  8. 17.

    Deshalb wurde ja der öffentliche Dienst geschaffen. Im Prinzip ein geniales Konstrukt!

  9. 16.

    Ich denke da spielt auch hinein, dass Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst häufig Kinder haben und die Krankmeldung auf das Kind so kompliziert ist. Da meldet man sich lieber selbst krank und fälscht so die Statistik. Aber die 60 Tage kommen durch Langzeiterkrankte zusammen, wenn ein Kollege 2 Jahre krank ist zieht er den Durchschnitt für alle hoch, in der freien Wirtschaft werden solche Mitarbeiter entlassen und die Statistik ist wieder sauber. Häufig sind es psychische Erkrankungen, der Stress ist in den Bereichen Polizei und Ordnungsamt besonders hoch.

  10. 15.

    60/7=8,... also sind es 8 Wochen und damit zwei Monate. Wer von uns beiden hat sich jetzt verrechnet?

  11. 14.

    Ich bin ganz bei Ihnen. In der freien Wirtschaft ist das undenkbar!

  12. 13.

    Hat nichts mit der Impfung zu tun

  13. 12.

    "Polizisten, Feuerwehrleute und Justizvollzugsbeamte"
    Ok, da kann ich das durchaus verstehen, aber bei Homeoffice und Verwaltung - Leute nicht im Durchzug rumsitzen, äh, arbeiten.

  14. 11.

    Wäre doch mal schön, wenn diesen Bericht ausschließlich Leute kommentieren, die Ahnung von der Materie haben. Ich möchte nicht meine Brötchen im ÖD verdienen müssen!

  15. 10.

    Doch das wird viel genutzt. Mitarbeiter die sich krank ohne Krankenschein melden sind nach ein oder zwei Tagen wieder da. Wenn man stattdessen zum Arzt geht schreibt einen der meist gleich für eine ganze Woche krank.

  16. 8.

    Im Öffentlichen Dienst gibt es die Regel "krank ohne Krankenschein". Drei Tage krank melden ohne eine AU. Montag "krank", Donnerstag auf Arbeit. Wird natürlich nie-nicht ausgenutzt. ;-)

  17. 7.

    liegt vielleicht daran das soviele Mitarbeiter im öffentlichen Dienst angegriffen werden. Da wären z.B. Polizei, Feuerwehr,Rettungsdienste etc. Die Polizei sucht neue Mitarbeiter, wäre das kein Job für sie ?

  18. 6.

    Bei allem Respekt, 60 Tage krank im Durchschnitt bei den Ordnungsämtern der Bezirke sind einfach sehr viel. Das sind 12 Wochen, fast ein Vierteljahr!

  19. 5.

    Ist das ein Wunder, dass die Zahlen hochschnellen? Immer mehr Mitarbeiter gehen in Rente/Pension, es kommen aber nicht genügend junge Mitarbeiter nach - im Gegenteil, die wechseln noch in die Privatwirtschaft, weil es dort mehr Geld und bessere Boni gibt. Vor allem aber, nicht eine solch hohe Arbeitsdichte.

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