Brandenburg stärker betroffen als Berlin - Lebenserwartung während der Corona-Pandemie fast um ein Jahr gesunken

Mi 06.09.23 | 10:05 Uhr
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Symbolbild:Eine ältere Frau hält ihre Hände überkreuzt vor ihren Körper.(Quelle:imago images/R.Lueger)
Audio: rbb24 Inforadio | 06.09.2023 | Jana Schmidt | Bild: imago images/R.Lueger

Die Lebenserwartung in Deutschland ist seit Beginn der Corona-Pandemie gesunken. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist sie deutlich gefallen, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) am Mittwoch mitteilte.

In Brandenburg lag die Lebenserwartung demnach bei den Frauen 2022 bei 82,93 Jahren, 2019 waren es noch 83,81 Jahre. Bei den Männern sank sie in der gleichen Zeit von 78,06 Jahren auf 77,22 Jahren.

In Berlin sank die Lebenserwartung laut BiB zwar ebenfalls, aber etwas weniger stark. Bei Männern ging sie demnach zwischen 2019 und 2022 von 78,80 auf 78,01 Jahre zurück. Auch bei den Frauen sank die Lebenserwartung nach Berechnungen des BiB von 83,67 im Vor-Corona-Jahr 2019 auf 83,03 Jahre im vergangenen Jahr.

Deutschlandweit fiel die Lebenserwartung dem BiB zufolge bei Männern von 78,7 auf 78,1 Jahre, bei Frauen von 83,5 auf 82,8 Jahre.

Erhebliche regionale Unterschiede

Es gibt den BiB-Infos zufolge bei der Lebenserwartung erhebliche regionale Unterschiede, obwohl sich die west- und ostdeutschen Bundesländer zuletzt wieder etwas angeglichen haben.

In Sachsen-Anhalt lag die Lebenserwartung bei den Männern sogar um mehr als ein Jahr unter dem Wert von 2019 (damals noch 76,73, nun 75,49), bei den Frauen ziemlich genau ein Jahr darunter (2019: 82,92, 2022: 81,93). Auch in Sachsen und Thüringen ist die Lebenserwartung verhältnismäßig stark gesunken.

"Diese Bundesländer waren damals durch Corona von einem besonders drastischen Anstieg der Sterblichkeit betroffen", erklärt Pavel Grigoriev, Leiter der Forschungsgruppe Mortalität am BiB am Mittwoch.

Neben dem Coronavirus hat laut BiB zuletzt auch die Grippewelle am Ende des Jahres 2022 zum Rückgang der Lebenserwartung beigetragen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 06.09.2023, 09:31 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    "Bleiben Sie gesund für noch viele schöne Jahre!"

    Vielen Dank, wird schon werden...; ich wünsche Ihnen auch alles Gute!

  2. 10.

    Antwort auf "Onkel Walter" vom Mittwoch, 06.09.2023 | 16:40 Uhr
    "das ist schade, dann hab' ich ja nur noch 2-2 1/2 Jahre...!" Nana, mal nicht so pessimistisch :-)... Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regeln! Bleiben Sie gesund für noch viele schöne Jahre!

  3. 9.

    Antwort auf "Rosa" vom Mittwoch, 06.09.2023 | 20:40 Uhr
    "....dass es im Osten aus Prinzip wegen der Impfpflicht in der DDR mehr Impfverweigerer gab..." und als Spaziergänge getarnte Aufmärsche und Demos ohne Masken und trotz Empfehlungen, Kontakte zu minimieren. Ich erinnere mich an eine Live-Reportage von Dtern-TV, da wurde die Reporterin sogar angespuckt....

  4. 8.

    Wie war doch gleich nochmal die Behauptung der Corona-Leugner? Es hätte während der Pandemie keine Übersterblichkeit gegeben?
    Also m. M. n. kann die Lebenserwartung nur durch Übersterblichkeit in diesem Zeitraum gesunken sein.
    Den Unterschied Ost : West kann ich mir nur so erklären, dass es im Osten aus Prinzip wegen der Impfpflicht in der DDR mehr Impfverweigerer gab.

  5. 7.

    ...das ist schade, dann hab' ich ja nur noch 2-2 1/2 Jahre...!
    Aber war schön jewesen...!!!

  6. 6.

    Na prima, dann muss man sich ein Jahr weniger ärgern und wer früher stirbt, ist kürzer arm.

  7. 5.

    Das das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung angepasst wird gilt nur bei steigender Lebenserwartung, nicht bei sinkender

  8. 4.

    Frühaufsteher? Das war einmal! Heute geht doch kaum noch was vor 10 Uhr! Handwerk und Lebensmittel mal ausgenommen.

  9. 3.

    Im "Land der Frühaufsteher" (S.-A.) fehlt den Menschen gesunder Schlaf.

  10. 2.

    Au weia - und jetzt?

  11. 1.

    Dann bitte sofort das Rentenalter runter!

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