Zwei Tage Landeshauptstadt - Mehr als 100.000 Gäste feiern Brandenburg-Tag in Finsterwalde

So 03.09.23 | 18:11 Uhr
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Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, macht ein Foto mit einem Besucher beim Brandenburg-Tag am 03.09.2023.(Quelle:dpa/F.Hammerschmidt)
Video: rbb24 Brandenburg aktuell | 03.09.2023 | Rico Herkner | Bild: dpa/F.Hammerschmidt

Bieranstich, Flaniermeile, Kulinarisches und Polit-Prominenz: Am Sonntag ging der 17. Brandenburg-Tag in Finsterwalde mit positivem Fazit zu Ende. Eine wohltätige Versteigerung der Staatskanzlei Brandenburg brachte rund 5.000 Euro ein.

Kulinarisches und Wissenswertes aus Region und Land, viel Musik und ein treffsicherer Ministerpräsident: In Finsterwalde sind am Samstag und Sonntag laut Staatskanzlei Brandenburg mehr als 100.000 Gäste erschienen.

Eröffnet wurde das 17. Landesfest am Samstag mit der Europahymne, einem Auftritt der "Sänger von Finsterwalde" und dem traditionellen Fassbieranstich. Neben Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erschien am Sonntag auch Bundesaußenministerin Annlena Baerbock (Grüne) auf dem Brandenburg-Tag.

Die Stadt im Elbe-Elster-Kreis richtet das diesjährige Landesfest aus. Zahlreiche Akteure aus Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Kultur präsentieren sich dort.

Der nächste Brandenburg-Tag wird in zwei Jahren in Perleberg stattfinden.

Baerbock und Woidke loben Brandenburg-Tag

Außenministerin Baerbock hat als Brandenburger Grünen-Bundestagsabgeordnete das Landesfest besucht. Bei einem Rundgang informierte sie sich an zahlreichen Ständen, kam mit Gästen ins Gespräch und ließ sich von der grünen Landtagsabgeordneten Ricarda Budke die Sängerstadt im Elbe-Elster-Kreis zeigen. "Als Brandenburgerin bin ich gerne mit dabei", so Baerbock. "Für mich ist es schön, hier mit den Menschen ins Gespräch zu kommen - Brandenburg zu spüren." Ein wichtiger Besuchsort für Baerbock war die „Meile der Demokratie“ auf dem Festgelände. Baerbock: "Demokratie und eine starke Zivilgesellschaft – das hält unser Land zusammen."

Ministerpräsident Woidke bilanzierte den Brandenburg-Tag am Sonntagnachmittag positiv: "Der Brandenburg-Tag in Finsterwalde war begeisternd und mitreißend", hieß es in einem Statement. "Ich freue mich, dass so viele Gäste gekommen sind, um sich über unsere Heimat zu informieren und sich musikalisch wie kulinarisch verwöhnen zu lassen." Woidke dankte zudem dem Organisationsstab, der Stadtverwaltung sowie allen Helferinnen und Helfern des Brandenburg-Tags.

Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (parteilos) sagte dem rbb am Sonntag, die Veranstaltung sei ein voller Erfolg für die Stadt und das Land gewesen. Er lobte die entspannte und ruhige Stimmung.

Eine Frau bietet am Stand des Landkreises Dahme-Spreewald Spreewaldgurken für die Besucher beim Brandenburg-Tag. (Foto: dpa)

Am Samstag zuvor hatte der Regierungschef Stärke bewiesen und mit nur zwei Schlägen ein Bierfass angestochen - eine Tradition der Sängerstadt, die für das Landesfest gern übernommen wurde. Danach war Woidke durch die Innenstadt gegangen und hatte sich viel Zeit für Gespräche mit Besuchern genommen und machte an zahlreichen Ständen halt.

Woidke beim Fassanstich, Eröffnung des Brandenburg-Tages in Finsterwalde (Quelle: RIAG/Mike Auerbach)

Großes musikalisches Aufgebot beim 17. Brandenburg-Tag

Unter dem Motto "Hier spielt die Musik" wurden an beiden Tagen kulturelle Veranstaltungen und Kulinarisches geboten. Außerdem gab es vielfältige Mitmach-Aktionen.

Musik spielt bei der Schau in der bekannten Sängerstadt eine besondere Rolle. Insgesamt 20 Chöre traten auf, Bands wie Silly mit Julia Neigel und Toni Krahl, Frida Gold, Marquess und Bell Book & Candle sowie der Gubener Sänger Alexander Knappe gehörten zu den Top-Acts. Mehr als 1.500 Menschen gestalteten auf elf Bühnen, an 300 Ständen und auf zwölf Themen-Meilen das Fest mit.

Auch Partnerstädte aus dem Saarland, Frankreich und Lettland waren nach Angaben von Torsten Drescher, Organisationschef der Veranstaltung, vertreten. Das Landesfest wolle den europäischen Gedanken auch beim Brandenburg-Tag mit zeigen, sagte er.

Landesminister präsentieren sich in Finsterwalde

Unter den Festgästen am Eröffnungstag waren auch Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) und Mitglieder des Kabinetts, darunter Innenminister Michael Stübgen (CDU), der sich unter anderem beim Stand der Bundeswehr auf einen ausgestellten Schützenpanzer setzte. Auch Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU) und Landwirtschaftsminister Axel Vogel (Grüne) waren unter den Besuchern. Das Landesfest biete die große Möglichkeit, sich mit dem vertraut zu machen, was Brandenburger Bäuerinnen und Bauern produzieren und wie die Produkte weiterverarbeitet werden, so Vogel.

Michael Stübgen (CDU), Minister des Inneren und für Kommunales des Landes Brandenburg, steigt beim Brandenburg-Tag an einem Stand der Bundeswehr in einen Schützenpanzerwagen «Marder». (Foto: dpa)

Versteigerung der Staatskanzlei erbringt 5.000 Euro

Erstmals ließ die Landesregierung bei der Schau auch Geschenke versteigern, die der Ministerpräsident und die Kabinettsmitglieder bei Staatsbesuchen erhielten. Dabei wurden insgesamt rund 5.000 Euro eigenommen. Der Erlös gehe an die Tafel Finsterwalde und das Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser, teilte die
brandenburgische Staatskanzlei am Sonntag mit.

So wurden am Samstag unter anderem Silbermünzen für 160 Euro ersteigert - ein Geschenk des armenischen Präsidenten. Auch ein Kompass für unter 20 Euro und ein altes Fabrikschild der Firma AEG für 30 Euro kamen unter den Hammer.

Laut Staatskanzlei hat der Regierungschef seit September 2019 rund 150 Geschenke erhalten.

Den Angaben zufolge werden Geschenke mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum an gemeinnützige Organisationen im Land Brandenburg gespendet. Andere Mitbringsel werden protokolliert, in die Asservatenkammer der Staatskanzlei gebracht und nach mindestens fünf Jahren versteigert - so auch beim Landesfest in Finsterwalde.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 03.09.23, 19:30 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Kommentare hier sind nicht aussagekräftig in Bezug zum Erfolg einer Landesveranstaltung wie Brandenburgtag.
    Die allermeisten Leute melden sich hier im Kommentarforum nur für Kritik oder allgemeine Meckerei. So wie Sie übringens auch. Insofern war der Brandenburgtag wohl ein positiver Erfolg bei so wenigen Kommentaren.

  2. 7.

    Überwältigende Kommentare. Und so viele. Unglaubliches Interesse wie man sieht. Identifikation scheint gerade auf dem Nullpunkt angelangt zu sein. Hoffentlich stellt nicht noch einer die unangenehmen Fragen nach dem Warum. Besser ist es, alles schön zu reden und so zu tun, als hätte man nichts bemerkt.

  3. 5.

    Würde ich gerne machen aber 32,80 Euro pro Kind hin und zurück mir zu teuer. 3 Stunden Fahrzeit und dreimal umsteigen ab Berlin, pro Weg. Mit dem Auto würde ich 1:28 Std. brauchen. Vielleicht sollte ich mir doch wieder eines kaufen. Solange es keine vergünstigten 49 Euro Tickets für Kinder gibt.

  4. 4.

    Völlig unwichtig wie die AFD sich beteiligt hat. Interessanter wäre es zu erfahren,warum der Bürgermeister dort aus d. CDU ausgetreten ist.

  5. 3.

    Es war für den heutigen Samstag eine sehr schöne Stimmung und die Stände waren auch alle sehr interessant. Das einzige Manko war auf der Bühne am Schlosspark die Jazz Musik die dort Live gespielt hat,hatte definitiv kaum einen interessiert und war auch zudem sehr laut gewesen, hier wäre eine bessere Musikauswahl schöner gewesen. Was auch für die Kinder und Jugendliche gefehlt hat, was eigentlich immer bei einem Stadtfest dabei ist der Rummel zumindestens paar Fahrgeschäfte haben gefehlt.

  6. 2.

    Vermisse inwieweit sich die AfD am gelingen des Festes beteiligt hat.

  7. 1.

    Ja Danke RBB das Ihr mich daran erinnert ,das in meiner Geburtsstadt dieses Jahr d. Brandenburg-Tag stattfindet. Kann leider nicht dabei sein....Allen Finsterwaldern+Gästen...VIEL SPAß!!!

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