Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) - Hunderte Tierschützer demonstrieren gegen Hähnchen-Schlachtbetrieb von Wiesenhof

Sa 16.09.23 | 21:18 Uhr
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Menschen demonstrieren gegen den Schlachthof von Wiesenhof in Königs Wusterhausen. (Bild: rbb)
Video: rbb|24 | 16.09.2023 | Material: rbb24 Brandenburg aktuell | Bild: rbb

In Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) haben Tierschützer am Samstag gegen einen Hähnchen-Schlachtbetrieb der Firma Wiesenhof im Ortsteil Niederlehme demonstriert. Die Polizei sprach von 250 Teilnehmern. Laut der Veranstalter vom Bündnis "Wir haben es satt" waren es 750 Demonstrierende.

Demonstrierende wollen schärferes Tierschutzgesetz

"Der Wiesenhof-Konzern mästet an diesem Standort eine Million Hühnchen dicht gedrängt ohne Auslauf. Da kann man nicht von Tierwohl sprechen", sagte Bündnissprecherin Inka Lange dem rbb. Sie forderte von der Bundesregierung, das Tierschutzgesetz zu verschärfen. Außerdem müsse der Bund den Abbau von Megaställen finanzieren, um Landwirten eine echte Perspektive zu bieten und die Vielfalt von Bauernhöfen zu gewährleisten. Ein weiteres Problem sei die Grundwasserverschmutzung durch den enormen Antibiotika-Einsatz.

23 Hühner pro Quadratmeter

Wiesenhof, das an seinem Standort in Niederlehme täglich etwa 90.000 Hühner schlachtet, will seine Haltungsbedingungen nach eigenen Angaben verbessern. Mehr als 97 Prozent der eigenen Produktion stamme aus Haltungsstufe zwei oder höher. Stufe zwei ist die zweitniedrigste von vier Stufen. Dabei leben etwa 23 Hühner auf einem Quadratmeter. Zugang zu einem Außenbereich haben die Tiere nicht. Den gibt es erst ab Stufe drei.

Geflügelwirtschaft strebt mehr Tierwohl an

Wolfgang Schleicher vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft sagte dem rbb: "Die deutsche Geflügelwirtschaft hat sich gemeinsam mit dem Handel zu mehr Tierwohl verpflichtet. Daher werden rund 90 Prozent der Masthähnchen nach dem Standard der Initiative Tierwohl gehalten." Dabei handelt es sich um ein freiwilliges Tierwohllabel von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft, Lebensmitteleinzelhandel und Gastronomie.

Sendung: rbb24 Brandenburg Aktuell, 16.09.2023, 19:30 Uhr

24 Kommentare

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  1. 24.

    Ist eigentlich genug Weidefläche für die Demonstranten vorhanden? Damit sie friedlich weiden gehen können?

    Für jeden Sch.... rennen irgendwelche gelangweilte Vollpfosten auf die Straße.

  2. 23.

    Woher die Behauptung mit "6 Hähnchen pro Quadratmeter"? Für "Haltungsform 1" = gesetzlichen Mindestanforderungen sind "39 kg Hähnchen pro qm" zulässig. Bei einem typischen Schlachtgewicht von 1,55 kg wären dies sogar 25 Tiere pro qm. Diese Zahl beeindruckt mein schlichtes Gemüt allerdings sehr. https://www.br.de/radio/bayern1/haltungsformen-bedeutung-100.html

  3. 22.

    Tellerrand, ACHTUNG! 1. Wir leben nicht mehr in der DDR und 2. Es geht um Tierhaltung im Allgemeinen. Es ist schön, wenn du Rind kaufst, was draußen fressen und leben kann. Hier geht es aber um Stallhaltung. Also Text lesen und nicht alles dauernd mit früher vergleichen. Heute herrscht nunmal das Kapital! Und im Übrigen gab es schon genug Ekelfleisch Skandale.
    Achso und geh mal im Supermarkt nach Wurst/Fleisch schauen. Der Großteil kommt aus der Form 1+2, ist halt billiger dem Tier keine Sonne und Gras zu geben. Und das ist auch keine Panikmache sondern Fakt.

  4. 21.

    1. hat klausbrause nicht behauptet, dass die Tiere bereits in der Haltung zu Tode gequält werden. 2. geht es hier um Fakten zu den heute leider immer noch üblichen Standards, und nicht um zufällige Beobachtungen aus der DDR, der Lausitz oder anderswo. - Könnten Sie auf Basis Ihres Fachwissens so nett sein, die Fragen aus meiner Nummer 18 kurz zu beantworten? Das würde die Beurteilung, ob es sich hier tatsächlich um Panikmache und faktenloses Blabla handelt, erheblich erleichtern.

  5. 20.

    Ihr erster Satz im Kommentar: zumindest nachfragenswert!
    Denn: der Gesetzgeber schreibt vor, maximal 6 Hühner per qm. Es sollte mich erstens wundern, wenn Wiesenhof dagegen verstößt und zweitens, dass die Kontrollbehörden dies nicht bemerken würden. Aber: markige Zahlen machen bei schlichten Geistern ggf. Eindruck, gelle?

  6. 19.

    Panikmache und markige Worte. das übliche faktenlose Blabla....
    Kein Betrieb hat etwas davon, wenn Tiere in der Haltung zu Tode gequält werden, denn dann sind diese wohl kaum noch in den Verzehr zu bringen. Desweiteren habe ich Landwirtschaft /Tierproduktion live in der DDR /LPG erlebt. Dort gab es zumindest im Kreis Luckau Weidehaltung / Weidemelkstand für Rinder. Außenhaltung in großen Holzgattern für Schweine. Lediglich der Zuchteber durfte nicht raus. (verständlich) Und heute? Ich bevorzuge Rindfleisch der Rasse "Charolais". Auf der Weide geboren, auf der Weide gemästet und eben auch dort geschlachtet. Gucke ich in den Landkreis SPN sehe ich dort Kuhherden an der frischen Luft. Fazit: Ihre Panikmache ist völig deplaziert. Unstritig ist es, dass es wohl "schwarze Schafe" gibt.

  7. 18.

    Trifft es nicht zu, dass u.a. bei "Wiesenhof" pro Quadratmeter 16 bis 23 Tiere in Ställen ohne Tageslicht gemästet werden? - Trifft es nicht zu, dass in Deutschland noch immer ca. 80 bis 90 % des Schweinefleischs aus reiner Stallhaltung stammt, wo einem Schwein nur 0,75 qm zur Verfügung stehen? - Trifft es nicht zu, dass die unsägliche Kastenhaltung für Sauen, bei der sie sich wochenlang nicht einmal umdrehen können, noch immer nicht abgeschafft ist? - Trifft es nicht zu, dass in Schlachthöfen Menschen zu Akkord-Niedriglöhnen arbeiten? - Trifft es nicht zu, dass selbst der Discounter Aldi Fleisch aus den Haltungsformen 1 und 2 ab 2025 bzw 2030 abschaffen will; zugunsten der m.E. noch immer recht engen, Haltungsformen 3 und 4? https://de.wikipedia.org/wiki/Tierwohllabel

  8. 17.

    Ihren drastischen Schilderungen nach zu urteilen könnte man der Meinung sein, dass sie von Tierhaltung Ahnung haben. Wann haben sie denn einen modernen Schweine oder Rinderstall mal von innen gesehen? Oder vielleicht eine Hähnchenmastanlage. Oder urteilen sie nur nach den Bildern die gelegentlich von radikalen Tierschützern in Szene gesetzt werden???

  9. 16.

    Millionen von Menschen in Deutschland zu beeinflussen und ihnen ihren Willen aufzuzwingen. "
    Bisher habe ich nirgendwo lesen können, das man Ihnen Ihren Fleischklops aus der Hand genommen hätte.
    Das es Menschen gibt, die auf unmenschliche Haltungsbedingungen in der Massentierhaltung hinweisen, würde ich jetzt nicht als Versuch sehen , Ihnen Ihren Fleischkonsum zu verbieten.

  10. 15.

    Ich glaube das bringt nichts, den Kommentatoren den Sinn dieser Demo näherzu bringen (auch wenn schon im Text einiges steht). Die Leute wollen diesbezüglich nicht zuhören, stattdessen jammern, dass sie "von denen da oben" gegängelt werden.
    Die einen verbinden mit Tierwohl eine artgerechte Haltung, die anderen den kompletten Verzicht. Ein Teil hört aber nicht zu und versteht nur, dass er kein Fleisch mehr essen darf...

  11. 14.

    Merke: "Jedem Tierchen ein Pläsierchen"."
    Das sagen Sie mal den zu Tode gequälten Rindern oder Schweinen.
    Tiere, die mit grausamen Haltungsbedingungen in kürzester Zeit gemästet werden und dann in industriellen Anlagen qualvoll umgebracht werden.
    Diese "Tierchen" werden das mit dem "Pläsierchen" wohl etwas anders sehen.

  12. 13.

    Da bin ich voll Ihrer Meinung. Minderheiten versuchen, Millionen von Menschen in Deutschland zu beeinflussen und ihnen ihren Willen aufzuzwingen. Das gilt für die Klimakleber genauso wie für die Tierschützer. Die Medien berichten auch noch fleissig darüber, weshalb sich die selbst ernannten "Retter" dann noch wichtiger fühlen.

  13. 12.

    Aber u.a. genau darum ging es doch bei der Demo: Die Abschaffung der auch von Ihnen als gruselig bezeichneten Massentierhaltung. Warum also schon wieder das ständige Klagelied von angeblicher Bevormundung, weil einfach nur logische Grundrechte für Lebewesen gefordert werden?

  14. 11.

    Sorry Markus, aber das sind extrem faule Ausreden, die nur denen helfen, die durch Ausbeutung von Menschen und Tieren weiter den ganz großen Reibach machen wollen. - Natürlich ist auch fair produziertes Fleisch absolut bezahlbar. Selbst konventionelle Supermärkte bieten heute Fleisch nach höchsten Haltungsstandards an. Ist halt teurer. Dann gibt's nicht mehr jeden Tag der Woche morgens und abends Tierprodukte. Sondern dann ist Fleisch etwas besonderes - wie es sich gehört und auch gesünder ist. Im- und Exporte von Billigfleisch kann man ganz einfach durch Gesetze regeln. Man muss einfach nur wollen.

  15. 10.

    Da bin ich VOLL bei Ihnen. Es ist ja nicht nur die Bevormundung und Gängelei bei der Ernährung. Inzwischen gibt ja keine Nische des täglichen Lebens, in welcher nicht klug gesch...... wird. Es nervt nur noch. Mögen die Besserwisser sich ihr Leben einrichten. Alles OK. Aber belästigt andere Mitmenschen nicht. Druck erzeugt Gegendruck = Widerstand und Trotz

  16. 9.

    täglich Unmengen??? Was sind Unmengen, vor allem tägliche.? Bei mir landen in der Woche ca. 800g in der Pfanne, auf dem Grill oder im Kochtopf. Und das werde ich keinesfalls einstellen, weil es einigen realitätsverlustigen Indivdien nicht passt. Jeder sollte frei entscheiden dürfen, wie er sich ernährt. Merke: "Jedem Tierchen ein Pläsierchen".

  17. 8.

    Wer ausschließlichSalat und Co futtern möchte, bitte. Nur zu: "Kinder kommt rein, das Essen wird welk". Ich hingegen bevorzuge gesundes Hühnchenfleisch. Schon bei meiner Oma auf dem Dorf mußten Hähnchen sterben um in der Pfanne zu landen, während die Hennen fleißig Eier legten und mit dem Stammhahn im nächsten Jahr für Nachwuchs sorgten. Dank angebrachter Hühnerringe behielt man den Überblick und im 2. Jahr wurde aus der einen oder anderen gut gefütterten Henne ein schmackhaftes Frikassee. Soweit das reale Leben wegen dessem ich mich keinesfalls schäme. Kritisch sehe ich aber die industrielle Haltung. Da wird weder Huhn noch Pute glücklich. Einige Filmaufnahmen = gruselig. Dort sollte angesetzt werden: Freilandhaltung aber nicht bei der Bevormundung mündiger Menschen.

  18. 6.

    Das ist ein netter Gedanke, wird aber immer ein Traum bleiben.
    Wenn faire Bezahlung und Tierwohl im Vordergrund stehen wird das Fleisch so teuer dass Importe günstiger für die Händler sind, was wiederum dazu führt das die Nachfrage nach lokalen Produkten zurückgeht und weitere Arbeitsplätze wegfallen.

  19. 5.

    Du kannst dir ja dein Antibiotika Hühnchen weiterhin schmecken lassen.....

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