Gefährdete Tierarten - Deutsche Wildtierstiftung wählt Igel zum Tier des Jahres 2024

Mo 04.12.23 | 17:39 Uhr
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Archivbild: Ein Igel (Erinaceidae) läuft am 24.10.2011 in Berlin bei Temperaturen um den Gefrierpunkt über einen Fußweg, der mit Herbstlaub und Frühtau bedeckt ist. (Quelle: dpa-Bildfunk/Robert Schlesinger)
Bild: dpa-Bildfunk/Robert Schlesinger

Er ist gerade einmal 20 Zentimeter hoch und hat etwa 6.000 Stacheln: Der Igel ist zum Tier des Jahres 2024 gewählt worden. Der in fast ganz Deutschland verbreitete Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) habe sich dabei klar gegen das Eichhörnchen und den Rotfuchs durchsetzen können, teilte die Deutsche Wildtierstiftung am Montag in Hamburg mit.

Gewählt hatten den Angaben zufoge die Spenderinnen und Spender der Stiftung. Das tun sie seit 2017, um auf die Gefährdung eines Wildtieres, die Bedrohung seines Lebensraumes oder einen Mensch-Wildtier-Konflikt aufmerksam zu machen.

Immer weniger Lebensraum für Igel

Beim Igel gehe es vor allem darum, dass er immer weniger passenden Lebensraum finde. "Damit hat ein Wildtier die Wahl zum Tier des Jahres gewonnen, das wohl jedes Kind kennt - das es aber in unserer Kulturlandschaft immer schwerer hat", sagte der Wildtierbiologe und Stiftungsvorstand Klaus Hackländer. So hätten auf dem Land aufgeräumte Agrarlandschaften die früher üblichen Hecken, Gehölze und artenreichen Magerwiesen verdrängt.

Mähroboter werden zum tödlichen Verhängnis

Die Igel würden deshalb in die Gärten und Grünanlagen in Siedlungsgebieten ausweichen, so Hackländer. Dort gebe es Schätzungen zufolge mittlerweile bis zu neunmal so viele Igel wie auf dem Land. Schottergärten, versiegelte Flächen, Autos und Mähroboter würden den Stacheltieren aber auch hier das Leben schwer machen.

Der Igel wird den Angaben zufolge auf der Roten Liste der Säugetiere Deutschlands in der Kategorie "Vorwarnliste" geführt. Sein Bestand nimmt schleichend ab. Wer dem nachtaktiven Tier und Winterschläfer helfen will, lässt der Stiftung zufolge in seinem Garten wilde Ecken zu, in denen Igel sich verstecken, Nachwuchs zur Welt bringen und schlafen können.

Zuletzt waren Schweinswal, Fischotter, Maulwurf, Reh und Wildkatze die Tiere des Jahres.

Sendung: radioeins, 4.12.2023, 16:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Wir hatten im letzten Sommer eine Igelin zu Gast im Garten, die es sich im "Igelhotel" gemütlich gemacht hat. Sie war so zutraulich, dass Sie uns abends auf der Terrasse besuchte. Eines Tages quoll etwas aus dem Igelhotel raus und siehe da, sie hatte 6 Igelbabys bekommen. Wir haben auf anraten einer Igelretterin Wasser und Futter bereitgestellt. Zum Ende des Herbstes sind dann leider alle 7 Igel ausgezogen. Dieses Jahr haben wir neben 3 Igel Häuschen im Garten auch ein paar Laubhaufen liegen lassen, und zumindest einen Igel konnten wir vor 3 Wochen sichten. Jeder der einen Garten hat, kann ein bisschen helfen, die Natur zu unterstützen. Mähroboter sollten verboten werden.

  2. 6.

    War entsetzt als ich kürzlich Fotos von einem "skalpierten" Igel Jungtier bekam, Ursache Mähroboter. Es sind in der Tat viele Jungtiere die wohl immer noch verzweifelt Winter Plätze suchen, zumindest habe ich diese Information von einer wunderbaren Igel-Retterin, ganz professionell.

  3. 5.

    Wir hatten einen kleineren Igel im Frühsommer neben der Terrasse. Hat unter dem Busch ein Nickerchen gemacht ... Später auch öfters beim Gießen wiedergesehen ...

  4. 3.

    Gute Wahl - der hat's am schwersten von den Dreien, weil er vor einem Skalpierroboter nicht fliehen kann.

  5. 2.

    Die Anzahl hat zumindest gefühlt wirklich extrem stark nachgelassen. Kann mich kaum erinnern, wann ich zuletzt einen gesehen habe.
    Mehr als nötig,dem Igel zu helfen.

  6. 1.

    Bei mir ist jedes Jahr ein Igeljahr...
    Den Igel hält keiner auf. Keine Zäune und keine Strukturen. Er darf immer fleißig sein.

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