2,5-Millionen-Euro-Förderung - Frankfurter Europa-Universität bekommt Ukraine-Zentrum

Mi 28.02.24 | 18:45 Uhr
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Archivbild: Blick auf Hauptgebäude der Europa-Universität Viadrina. (Quelle: dpa/Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.02.2024 | Bärbel Kiele | Bild: dpa/Pleul

Die Frankfurter Europa-Universität Viadrina erhält den Zuschlag für ein Ukraine-Zentrum. Der Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien Frankfurt (Oder)- Berlin hat sich damit im Wettbewerb um den Aufbau interdisziplinärer Ukrainestudien zusammen mit der Universität Regensburg durchgesetzt. Das teilte die Viadrina am Mittwoch mit.

Bis Ende 2028 stelle der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) für beide Projekte insgesamt knapp fünf Millionen Euro zur Verfügung, hieß es.

Wissenschaftsministerin: "Die Förderung macht Mut"

Die Brandenburger Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) gratulierte der Frankfurter Universität zu ihrer erfolgreichen Bewerbung: "Die DAAD-Förderung macht Mut und eröffnet der Ukraine neue, wichtige Wege zur europäischen Integration. Ich bin überzeugt: Auch davon braucht es mehr", teilte die Ministerin mit. Zwei Jahre nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine brauche das Land Neben Waffen, Munition und finanzielle Unterstützung insbesondere Hoffnung und Perspektive, so Schüle.

Großes Netzwerk beteiligt sich

Das Ukraine-Zentrum wird nach Worten des Präsidenten der Viarina, Eduard Mühle, zu einem differenzierten Ukrainebild beitragen. Zudem sollen die deutsch-ukrainischen Beziehungen innerhalb eines neu akzentuierten europäischen Systems intensiviert werden.

Dem Kompetenzverbund gehören neben der Viadrina das Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOIS), die Humboldt-Universität zu Berlin, die Freie Universität Berlin, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften sowie das Wissenschaftskolleg Berlin an.

Zusätzlich sollen Forschungs- und Lehrangebote in einem internationalen Universitätsverbund realisiert werden. Dazu zählen die Universität Cambridge, die Unis Poznań (Posen) und Wrocław (Breslau; beide Polen), die Universität Vilnius (Litauen), die Kyiv School of Economics, die Nationale Universität Kyjiw-Mohyla-Akademie, die Taras Shevchenko-Universität Kyjiw sowie die Karazin-Universität Charkiw (alles Ukraine).

Zertifikat- und Masterstudium "Ukrainian Studies" sollen entstehen

Das Forschungsprogramm des Kompetenzverbunds konzentriert sich auf drei Schwerpunktthemen: "Die Ukraine: Geschichte und Kultur" - "Die Ukraine: Gesellschaft und Staat" sowie - "Die Ukraine: Konflikt, Krieg und multiple Krisen im globalen Kontext". Zu diesen Themen ist unter anderem ein Graduiertenkolleg geplant. Das Lehrprogramm sieht ein studienbegleitendes Zertifikatsstudium "Ukrainian Studies" vor, das im Projektverlauf um ein einschlägiges Masterstudienangebot erweitert werden soll.

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.02.2024, 15:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Guter Kommentar, den Sie geschrieben haben.
    Aber wieso sollte Putin aufgeben? Ich denke, er hält länger durch als der Westen. Das scheint leider die traurige Wahrheit zu sein. Es ist mir schleierhaft, warum Deutschlands Kanzler einerseits von einer Ukraine redet, die in ein freies Europa integriert ist, andererseits davor zurückschreckt, der Ukraine notwendige Waffen zu liefern. Das, was jetzt an der Europa-Universität entsteht, wird vielleicht einmal später ein universitärer Ankerpunkt einer freien ukrainischen Exilkultur.
    Mehr ist bei diesem Bundeskanzler nicht drin.

  2. 4.

    Das Beste ist, man gibt dem polnischen Nachbarn gleich die Millionen und der macht dann was daraus.
    Oder wird wieder ein neuer Polizeiruf gedreht: Grenzland oder so, der gefördert werden muss ?

  3. 3.

    Es ist schade wenn man nicht mehr weiss, wo man mit 2,5 Mio hin soll.
    Was gibt es fundiertes zu diesem Grund des Studiengangs zu sagen.

  4. 2.

    Osteuropapolitik. Wirtschaftsberatung, Lehre, Forschung ja auch Taxifahrer wird es u.U. damit geben. Die können dann aber vielleicht Geschichten über die Ukraine erzählen.
    Wenn ein deutsches Unternehmen in der Ukraine investieren möchte sind solche Leute durchaus gefragt weil sie Hintergründe wissen und verstehen. Das unternehmensspezifische Fachwissen ist da eher zweitrangig.
    Wenn alles gut geht, hat die Ukraine die Chance aus dem Weimarer Dreieck ein Viereck werden zu lassen. Das Zeug dazu hat sie sicher wenn Putin endlich aufgibt.

  5. 1.

    Nachgefragt:
    Was fängt man mit dem Zertifikat- und Masterstudium "Ukrainian Studies" später beruflich an?
    In welchem Bereichen? Germanistik-Studium ähnlich?

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