150 Euro im Monat - Berliner Senat weiter uneins bei Berlin-Zulage für freie Träger

Do 29.02.24 | 12:09 Uhr
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Archivbild: Cansel Kiziltepe (SPD), Berliner Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung. (Quelle: dpa/Soeder)
Video: rbb24 Abendschau | 27.02.2024 | Viktoria Kleber | Bild: dpa/Soeder

Das Tauziehen um die Hauptstadtzulage auch für freie Träger geht weiter. In einer Sitzung Ausschusses für Arbeit und Soziales am Mittwoch im Berliner Abgeordnetenhaus sagte Arbeitssenatorin Kiziltepe (SPD), dass zwar weiter ein "politische Wille" bestehe, die Zulage von 150 Euro monatlich künftig auch an Beschäftigte bei freien Trägern zu zahlen.

Voraussetzung sei allerdings, dass die Hauptstadtzulage im Tarifvertrag der Länder schriftlich fixiert wird. Darin wird zur Zeit gearbeitet. Erst danach könne diese Zulage auch an freie Träger weitergereicht werden. Sozial-Staatssekretär Aziz Bozkurt rechnet nach eigenen ANgaben damit damit, dass dies Ende 2025 der Fall sein könnte.

Unterschiedliche Ansichten im Senat

Entgegen den Äußerungen der Senatorin im Ausschuss gibt es im Senat jedoch weiter unterschiedliche Auffassungen darüber, ob auch Mitarbeitende freier Träger die Hauptstadtzulage bekommen sollen. Während Kiziltepe von einem "Konsens" spricht, öffentlich Beschäftigte nicht besser zu bezahlen als solche bei freien Trägern, kommen aus der Finanzverwaltung andere Töne. Finanzsenator Evers (CDU) hält es für rechtlich nicht möglich, die Hauptstadtzulage auch freien Trägern zu zahlen.

Gewerkschaft kritisiert

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert das scharf. Politische Verantwortung an die Tarifgemeinschaft der Länder "abzuschieben" sei "politisch unredlich". "Wir brauchen ein klares Bekenntnis des Berliner Senats, dass er die Spaltung der Beschäftigten, die für den öffentlichen Dienst arbeiten, beenden will." Auch die Grünen erhöhen den Druck. Sie wollen in der kommenden Plenarsitzung einen Antrag einbringen, der den Senat auffordert, den Tarifvertrag der Länder einschließlich Hauptstadtzulage auch für freie Träger zu refinanzieren.

Aktuell zahlt das Land Berlin den Beschäftigten im öffentlichen Dienst eine Hauptstadtzulage von 150 Euro im Monat - allerdings außertariflich. Wegen dieser Sonderregel hatte Berlin in der Tarifgemeinschaft der Länder sein Stimmrecht eingebüßt. Die Länder haben sich im Dezember darauf geeinigt, die Hauptstadtzulage für Berlin (und auch für Hamburg und Bremen) künftig im Tarifvertrag zu verankern. "Dass wir damit nicht mehr am Katzentisch der Tarifgemeinschaft der Länder sitzen, ist schon mal ein gutes Ergebnis", sagte Kiziltepe im Ausschuss.

12 Kommentare

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  1. 12.

    Was man versprochen hat sollte man auch halten.
    Daran wird der Berliner Senat gemessen.

    Denn wenn er es in diesem Fall nicht tut muss jeder vermuten, dass er auch andere Versprechen nicht erfüllt.

  2. 11.

    Zulage? Diesen Ausspruch würden auch 2 Cent gerecht.
    Sie sollten sich mal mit den Fakten vertraut machen und nicht den Schlagzeilen der Medien vertrauen.

  3. 10.

    Doch in den Fall die CDU, denn mit der vorherigen Regierung gab es zuversichtlich Verhandlungen. Die CDU streicht direkt.

  4. 9.

    "... die meisten Westberlinerin haben 980€ bis 1100€ ..."
    und die meisten Ostberlinerinnen haben diese Rente nach ca. 45 Jahren Berufstätigkeit ...

    Soviel zum Wiederholen des Ost-West-Mist nach 33 Jahren!

  5. 8.

    "Und wieder gehen Rentner leer aus! "

    Wieso wieder? Die bekommen doch jedes Jahr eine Erhöhung.

  6. 7.

    Immer schön hinhalten, jeder Monat ist bares Geld…
    Es ist längst überfällig, dass Freie Träger überhaupt zur Zahlung von geltenden Tarifen verpflichtet werden… einige regeln das nämlich nach Haustarif und so versacken öffentliche Gelder eventuell mal an anderer Stelle…

  7. 6.

    Nicht alles auf die CDU schieben. Seit Jahrzehnten werden die Berliner Bediensteten um ihren Lohn gebracht. Wowi hat es vorgemacht.

  8. 5.

    Und wieder gehen Rentner leer aus! Hauptstadt Zulage, sollte die Berlin Zulage ausgleichen . Haben Rentner kein Lebensrecht? Warum müssen wir mit so wenig auskommen? Denn 2000€ Rente ist nur eine wunschdenken von Frau R. Lang, die meisten Westberlinerin haben 980€ bis 1100€

  9. 4.

    "wie sie alle Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes in Berlin erhalten" stimmt überhaupt nicht! Anstalten des öffentlichen Rechts bekommen diese Zulage ebenfalls nicht. Hallo 2-Klassen-Gesellschafft.

  10. 3.

    Wie glaubwürdig ist es, etwas zuzusagen, dass man dann nicht einhält?

  11. 2.

    Gleiche Arbeit, weniger Geld. Fazit: Freie Träger haben es nich schwerer, gut ausgebildetes Personal zu finden. Es wird also auf lange Sicht weniger Angebote geben. Zielorientiertes Handeln des Senats oder?

  12. 1.

    Es ist unglaublich was die CDU mit den freien Trägern macht. Auch was Religions- und Lebenskunde Unterricht anbelangt. Seit langem keine Erhöhung, auch kein Inflationsausgleich, auch zahlt er nur 90% des Gehaltes. Dabei übernehmen die freien Träger viel was eigentlich vom Senat umgesetzt werden sollte.

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