Ölraffinerie in Schwedt - Woidke: Bund soll bei Enteignung Risiken für PCK-Raffinerie vermeiden

Mi 14.02.24 | 14:09 Uhr
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Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke steht am 11.07.2023 vor dem Gelände der PCK-Raffinerie in Schwedt (Quelle: dpa-news/Soeren Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 14.02.2024 | Elke Bader | Bild: dpa/Soeren Stache

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt darauf, dass eine mögliche Enteignung bei der PCK-Raffinerie in Schwedt (Uckermark) den Standort nicht gefährdet. Aus Sicht der Landesregierung seien Risiken "durch langwierige rechtliche Verfahren, die Investitionen behindern oder Partner abschrecken könnten" zu vermeiden, heißt es in einem Protokoll einer Taskforce-Besprechung in der vergangenen Woche, das der Deutschen Presse-Agentur (DPA) vorliegt.

Woidke fördert zweijährigen Einstieg des Bundes in die Raffinerie

Zuerst hatte die "Märkische Oderzeitung" darüber berichtet. Diese Zeitung und der "Tagesspiegel" schrieben am Dienstag auch, Woidke fordere einen mindestens zweijährigen Einstieg des Bundes in die PCK-Raffinerie. Das gehe aus einem aktuellen Schreiben Woidkes an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hervor. Der Regierungssprecher in Potsdam wollte sich auf Anfrage der DPA dazu nicht äußern.

Die Bundesregierung prüft derzeit eine Enteignung im Zusammenhang mit den rund 54 Prozent der Anteile, die der russische Rosneft-Konzern über zwei deutsche Töchter an der Raffinerie hält. Bislang steht Rosneft Deutschland unter Treuhandverwaltung und damit unter staatlicher Kontrolle des Bundes.

Aus dem Protokoll geht hervor, dass die von der Bundesregierung eingeleitete Anhörung zu einer möglichen Enteignung bis zum 23. Februar abgeschlossen werden soll. Anschließend werde die Bundesregierung über eine Verlängerung der Treuhandverwaltung oder eine Enteignung entscheiden. An der Besprechung der Taskforce zur PCK hatten neben der Landesregierung unter anderem Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums und die PCK-Geschäftsführung teilgenommen.

Die Anlage in der Uckermark versorgt große Teile des Nordostens Deutschlands mit Treibstoff. Bis Ende 2022 verarbeitete sie Rohöl aus Russland. Die Bundesregierung beschloss im Zuge der Sanktionen wegen des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine aber den Verzicht auf russisches Öl. Als Alternative kommt seit 2023 Rohöl über Danzig und Rostock sowie aus Kasachstan nach Schwedt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.02.2024, 11:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Welchen Sinn hat diese Task-Force, wenn doch die Treuhand und die mögliche Enteignung vollständig in der Hand des Bundes liegt? Hat denn das Land überhaupt prinzipiell juristisch eine Einspruchmöglichkeit gegenüber dieser Bundesangelegenheit oder ist das schon der Anlauf zum diesjährigen Wahlkampf in Brandenburg?

  2. 4.

    "Als Alternative kommt seit 2023 Rohöl über Danzig und Rostock sowie aus Kasachstan nach Schwedt." Ich glaube, primär kommt weiterhin das Öl über die Notpipeline aus Rostock und sehr untergeordnet aus Danzig und Kasachstan.

  3. 3.

    Gut das es Herrn Woidke gibt...
    weil sonst alle anderen Fehler machen würden und seine Mahnungen gewünscht sind.

  4. 2.

    Erstens liegt Brandenburg nicht allein im Nordosten, zweitens hat Habeck als Bundesminister dort mitgemischt, drittens zahlen auch Brandenburger Steuern für den VBB, der vor der Berliner Stadtgrenze nicht stoppt. Wenn Berlin keine Flächen für Windräder für Photovoltaik und Windräder hat, werden die wo aufgebaut? Also, was soll der Geiz?

  5. 1.

    Einstieg des Bundes mit allen finanziellen Risiken? Nein, wenn dann sollte Brandenburg dort als Mehrheitsanteilseigner einsteigen, da es in seinem regionalen Interesse liegt.

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