Brandbrief aus Corona-Krisenstab - Verdi schließt sich Kritik an Kalayci an

Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin, gestikuliert bei einer Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses. Quelle: dpa/Jörg Carstensen
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Video: Abendschau | 15.07.2021 | Dorit Knieling | Bild: dpa/Jörg Carstensen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat den Berliner Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) aufgefordert, die Arbeitszustände in der Senatsverwaltung für Gesundheit schnell zu verbessern. Dafür müsse vor allem der überlastete Krisenstab aufgelöst und die Arbeit auf die regulären Abteilungen verteilt werden, heißt es in einem Brief an den Senat, der dem rbb vorliegt.

Zudem müssten die zahlreichen angesammelten Überstunden und Mehrarbeitszeiten abgebaut und Urlaubszeiten auf Wunsch der Beschäftigten gewährt werden.

Verdi: Persönliche Regressforderungen müssen ausgeschlossen werden

Die Gewerkschaft schließt sich damit den Forderungen des Personalrats der Senatsgesundheitsverwaltung und des Hauptpersonalrats an: Diese hatten in einem Brandbrief, über den der rbb am Mittwoch zuerst berichtet hatte, vor allem Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) scharf kritisiert. Sie warfen Kalayci Führungsschwäche und einen herabwürdigenden Umgang mit ihren Mitarbeitern vor.

Die SPD-Politikerin soll intern Kritiker kaltgestellt und aus politischen Gründen teils massiven Handlungsdruck ausgeübt haben. Mehrere Beamte hätten deswegen befürchtet, für Fehler nachträglich persönlich haftbar gemacht werden zu können. Verdi fordert nun, "dass jedwede persönlichen Regressforderungen gegenüber Beschäftigten, die auf spontanen, mündlichen Anweisungen und/oder von der Hausleitung als notwendig gesehenen 'politischen' Notwendigkeiten beruhen, verbindlich ausgeschlossen werden."

Verdi: Gesundheitsverwaltung "geht auf dem Zahnfleisch"

Verdi kritisiert in seinem Schreiben auch indirekt Berlins Regierenden Bürgermeister Müller persönlich. Dieser habe zahlreiche Hinweise der Personalvertreter über die Zustände in der Gesundheitsverwaltung erhalten. "Offenbar gab es hierauf keine nennenswerten Reaktionen Ihrerseits", schreibt die Gewerkschaft in ihrem offenen Brief an Müller.

Und weiter: "Die von den Personalräten gegebenen Hinweise auf die gewachsene Zahl der zusätzlichen Aufgaben, der fehlenden Schwerpunktsetzung und Priorisierung von Arbeitsaufträgen sowie – und das ist fatal – auf unangemessenes Verhalten gegenüber den Beschäftigten belegen eindrücklich, wie sehr die Senatsverwaltung Gesundheit, Pflege und Gleichstellung auf dem Zahnfleisch geht".

Sendung: Inforadio, 15.07.2021, 17 Uhr

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10 Kommentare

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  1. 10.

    Frau K. tritt nicht mehr an !
    Ebenso Müller als Bürgermeister.
    Schade dass eine Handvoll Leute für Giffey einen Scherbenhaufen hinterlassen.

  2. 9.

    Für die Interna in der Senatsgesunheitsverwaltung ist der Personalrat zuständig, dafür wurde er von den Beschäftigten gewählt. Es ist wohl NIEMANDEN etgangen, dass in der Notsituation durch die Pandemie das Personal reichlich Überstunden abgeleistet hat, wobei der Personalrat verantwortlich gehandelt hat und hat es geduldet.
    Nun ist die Lage entspannt und ein Brandbrief soll den Beschäftigten zum Ausgleich verhelfen.
    Jetzt stellt sich die ver.di an die Seite des Personalrats, so verlangt es ihr Job.

  3. 8.

    Die haben sich weiter um ihren Job und somit die Arbeitnehmer gekümmert, also ihre Mitglieder und deren Stand in der Pandemie gegenüber den Arbeitgebern und der Politik. Bedingungen für Kurzarbeit aushandeln, Verhandlungen für höhere Erstattungen (z. B. 90 % bei Kindkrank und mehr Tage),Tarifverhandlungen und Warnstreiks für Pflegeberufe, usw.! So unwichtige Dinge halt ...

  4. 7.

    Schon bemerkenswert, dass sich eine Gewerkschaft so deutlich gegen SPD-Politiker positioniert. Aber Frau K. ist wirklich dem Amt charakterlich und fachlich nicht gewachsen. Geltungssüchtig und eitel. Man erinnere sich an ihre Rede vor dem Abgeordnetenhaus, wo sie sich selbst dafür lobte, dass sie erreicht hätte, dass Berlin-Chemie Impfstoff produziert. Soviel Unfähigkeit lässt sogar Berliner den Kopf schütteln, die viel Unfähigkeit gewohnt sind.

    Wer Frau K. ab September nicht mehr in einer verantwortlichen Position im Senat sehen will, hat es selbst in der Hand. Einfach nicht SPD wählen.

  5. 6.

    Was für eine geniale Idee, wo sie sich doch zum nächsten Herbst nicht mehr zur Wahl stellen will. :-)))

  6. 5.

    Frau K. hat bereits viele zweifelhafte Entscheidungen in der Hochphase der Pandemie getroffen und immer versucht Ihren Kopf zu retten, indem Sie mit fadenscheinigen Gründen viele Pflegeeinrichtungen bestraft hat, um von Ihrer Inkompetenz abzulenken. Es muss jetzt Schluss sein, zeigen Sie jetzt endlich Mal Rückrat und geben Sie wirklich guten Fach- und Führungskräften die Chance eine sachgerechte Politik für diese wundervolle Stadt zu machen.

  7. 4.

    Treten sie endlich zurück Frau Kalayci und tun damit Berlin noch gutes. Zeigen sie auch mal Rückgrat übernehmen sie Verantwortung für ihr Versagen

  8. 3.

    Wo waren eigentlich die Gewerkschaften während der Zeit, als die Gesundheitsverwaltung Hilfe benötigt hätte ???

  9. 2.

    Leider ist es immer wieder zu beobachten, dass sogenannte Führungspersönlichkeiten andere Menschen überhaupt nicht ordentlich anleiten können. Dadurch werden in Politik und auch Wirtschaft viel Geld verbrannt, effektive Arbeit verhindert und Menschen unnötig unter Druck gesetzt. Frau K. macht bereits seit Beginn der Pandemie einen überforderten Eindruck. Es wurden mehrmals Versprechen gemacht, die nicht zu halten waren. Frau K. sollte lieber vor ihren Reden denken und Absprachen mit dem Krisenteam treffen.

  10. 1.

    Hat Michael Müller bereits reagiert?
    Es besteht akuter Handlungszwang!

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