Heideblick (Dahme-Spreewald) - Hunde-Hospiz in Brandenburg erhält Deutschen Tierschutzpreis

Do 19.10.23 | 18:45 Uhr
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Eine kranke Bulldogge sitzt am 03.10.2022 auf dem Sofa im Wohnzimmer von Stephanie Badura. In ihrem kleinem privaten Hundehospiz "Stevie's Hundesenioren - Hospiz" kümmert sich Badura um alte, kranke und psychisch schwer geschädigte Hunde und bietet ihnen ein liebevolles Zuhause (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
dpa/Monika Skolimowska
Video: rbb|24 | 25.10.2023 | Material: TNN | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Die Betreiberin von "Stevie's Hundesenioren-Hospiz" im brandenburgischen Heideblick (Dahme-Spreewald), Stephanie Badura, hat den mit 4.000 Euro dotierten Deutschen Tierschutzpreis erhalten. "Das ist für uns eine wahnsinnige Ehre, dass unsere Arbeit so wertgeschätzt wird", sagte Badura dem rbb am Donnerstag, "wir freuen uns riesig."

Auf einem hundegerecht umgebauten, mehr als 100 Jahre alten ehemaligen Bauernhof betreue Badura derzeit 15 alte und schwerstkranke Hunde, teilte der Deutsche Tierschutzbund in Bonn als Begründung mit.

Hospiz bietet für Hunde "gute Restlebenszeit"

Dazu gehöre die tägliche Gabe von Medikamenten genauso wie die Zusammenstellung von Spezialfutter. "Sie gibt alles dafür, den Hunden noch eine gute Restlebenszeit zu bieten", sagte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder in seiner Laudatio bei der Preisverleihung in Berlin.

Badura und ein weiterer Mitstreiter kümmerten sich häufig um medizinisch aufwendige und pflegeintensive Fälle, die "von anderen Organisationen abgelehnt werden".

Ihre Hunde kämen aus ganz Deutschland, führte Badura aus. Erst kürzlich hatte sie eine Hündin mit verkümmerten Nieren aufgenommen, die von etlichen sterbebegleitenden Institutionen abgelehnt worden sei. So habe die Hündin noch ein paar schöne Wochen erlebt.

Zwei Betreuer für 15 Hunde

Sie nehme nur medizinische Fälle auf, nicht "solche, wo jemand einfach keine Lust mehr auf den Hund hat". Das ist Badura zufolge zum Teil sehr teuer und pflegeintensiv. Viele Tiere kämen mit offenen Tumoren zu ihr.

Ihr Hospiz sei so ausgestattet, sich mit solchen Fällen auseinanderzusetzen. Badura betreut derzeit etwa 15 Hunde. "Wir sind zu zweit", sagte sie. Bei den vielen schweren Fälle sei es kaum möglich, mehr Hunde zu betreuen. Es gebe definitiv zu wenig Hunde-Hospize. Badura seien zwei weitere Einrichtungen bekannt, "die definitiv voll sind".

Weiterer Preis für "Hauptsache Waschbär" aus Berlin

In der Sonderkategorie "Wildtierhilfe" ehrte die Jury zudem beispielhaft vier Preisträger, die sich für Waschbären, Bilche, Greifvögel und andere Wildtiere einsetzen, mit einem Preisgeld von je 500 Euro. Dazu gehörte unter anderem die Tierärztin Mathilde Laininger vom Verein "Hauptsache Waschbär" aus Berlin.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.10.2023, 18:30 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Danke an alle Menschen, die sich um Tiere liebevoll kümmern. Ohne diese Menschen wäre die Welt ein Stück trostloser

  2. 5.

    ... und voller Schmerz, Leid, Tränen und nur durch Medikamente ertragbar ...
    Dank an alle Tierbesitzer, die ihren Tieren leid ersparen!

  3. 4.

    Das ist ein ganz schwieriges Thema....kann ich mein Tier noch begleiten oder nicht(:- Unseren Kater Paul haben wir alles gegeben. Und dann war es zu Ende.
    Ich zolle diesem Hospiz meine Hochachtung für diese Arbeit. Danke.
    Meine Spende haben sie:-)

  4. 3.

    Nein, Einschläfern von Tieren "entlastet / erlöst" in erster Linie den Menschen (oft Besitzer).
    Unsere Tiere ticken anders, sie leben hier und jetzt ! Sie haben die liebevolle Sterbe-Begleitung verdient. Sterben ist Leben. Danke an das Hunde-Hospiz. Danke an alle Tier-Besitzer, die ihre Tiere bis zum letzten Atemzug begleiten.
    Ich weiss, wovon ich hier schreibe. Sterbe-Begleitung ist eine ganz intensive, besondere Zeit. Voller Liebe, Wärme, Zuwendung und Dankbarkeit...

  5. 2.

    Bei unheilbar schwerstkranken Tieren halte ich Euthanasie für die tierfreundlichere Lösung.

  6. 1.

    Respekt und meine Hochachtung. Wir nehmen nur alte Grauschnauzen auf, auch wenn sie krank sind, wenn eine andere über die Regenbogenbrücke gehen musste. Die Kosten für die Behandlung finanzieren wir privat, weil die Fellnasen es einfach wert sind. Daher müssen solche Projekte mehr werden.

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