Sechs Monate nach Brand - Kein Gasthaus mehr in Bremsdorfer Mühle

Do 24.11.22 | 12:10 Uhr
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Feuer in der Bremsdorfer Mühle
Feuerwehr Müllrose
Audio: Antenne Brandenburg | 24.11.2022 | Michael Lietz | Bild: Feuerwehr Müllrose

Der Brand der Bremsdorfer Mühle hat erhebliche Schäden am historischen Gebäude verursacht. Die Mühle kann renoviert werden, doch nun ist klar: Das Gasthaus wird nicht wieder aufmachen. Im Sommer soll es immerhin ein Terrassencafé geben.

Auf den ersten Blick sieht an der Bremsdorfer Mühle im Nationalpark Schlaubetal alles wieder in Ordnung. Sechs Monate nach dem Brand der Mühle ist ein Dach wieder darauf. Äußerlich sind keine Spuren des verheerenden Feuers mehr zu sehen. Doch das Dach aus Blech ist nur zur Sicherung. Es soll lediglich verhindern, dass noch mehr Feuchtigkeit in die Wände aus Holz, Lehm und Stroh eindringt.

"Die Bremsdorfer Mühle ist für das Amt Schlaubetal und darüber hinaus ein Wahrzeichen", sagt Mario Quast, Amtsdirektor im Amt Schlaubetal. Er weist auf die überregionale Bedeutung von Bremsdorf hin und hoffe darauf, dass die Eigentümer ihre Ankündigung wahr machen und die 1552 gebaute Mühle wieder denkmalgerecht herrichten.

Dem Vernehmen nach zahlt eine Versicherung den Schaden, der durch den Brand im Mai entstanden ist. Vor allem Dach und Dachgeschoss wurden vernichtet, der untere Teil des Hauses konnte größtenteils gerettet werden.

Ein Terrassencafé von Pfingsten bis Oktober

Die Eigentümerfamilie um den ehemaligen Frankfurter Unternehmer und Oberbürger- meisterkandidaten Bernd Horn will über den Brand mit dem rbb nicht reden. Schriftlich teilt er mit, dass es ein Gasthaus Bremsdorfer Mühle nicht mehr geben werde. Ein Terrassen-Café von Pfingsten bis Oktober reiche aus, schreibt Horn.

Amtsdirektor Michael Quast. Reicht das nicht aus, ihm seien aber die Hände gebunden: "Die Attraktivität einer touristischen Region hat eine wesentliche Komponente: Das ist neben der Natur natürlich auch die gastronomische Versorgung der Touristen. Und wenn die nicht gegeben ist, verlieren wir an Attraktivität", so Quast.

Gastronomen im Schlaubetal fehlen Mitarbeiter

Im gesamten Schlaubetal – abgesehen von einigen Leuchttürmen – haben die gastronomischen Angebote in den vergangenen Jahren gelitten. Die Gründe sind vielfältig: Corona, Fachkräftemangel und nun die Energiekrise ließen einige Gastwirte verzweifeln, wie Ellen Rußig vom Tourismusverband Seenland Oder-Spree dem rbb sagt.

Etwa ein Viertel aller Mitarbeiter in der Hotel- und Gastronomiebranche hätten das Gewerk gewechselt, sagt sie. "Ich glaube, dass wir sehen müssen, wie können wir ehrlich damit umgehen?" Man müsse sich als Besucher fragen, zu welcher Zeit man an welcher Stelle Gastronomie und Hotellerie verfügbar seien. Für die Bremsdorfer Mühle heißt es konkret: Nehmen Sie Ihr Essen mit, verpflegt werden Sie hier erst wieder ab Pfingsten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.11.2022, 16:12 Uhr

Mit Material von Michael Lietz

2 Kommentare

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  1. 2.

    Es ist anscheinend zu schwierig als Grund CoronaMAßNAHMEN auszuschreiben. Wäre aber zutreffender.

  2. 1.

    Das war zu befürchten. Das Geschäft lief schon lange nicht besonders gut. Es ist schade, aber nicht zu ändern.

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