Symbolbild - Ein Nerz schaut in einer Nerzfarm aus einem Käfig. (Bild: imago images/Reporters)
Antenne Brandenburg | 05.11.2020 | Autorin: Sabine Tzitschke | Bild: imago images/Reporters

Dänische Anlagen stark betroffen - Bisher keine Corona-Fälle auf polnischen Nerzfarmen

In Dänemark grassiert das Coronavirus auf Nerz-Farmen. Millionen von Tieren werden deshalb gekeult. Polnische Pelzzüchter scheinen bisher Glück zu haben, nach Testungen ist den Züchtern kein Corona-Problem auf den Farmen bekannt.

Polen gehört mit Dänemark und den Niederlanden in Europa zu den drei größten Produzenten von Pelzen, die aus Zuchtfarmen stammen. Doch ein Covid-19-Problem, wie in den Niederlanden und Dänemark habe man dort nicht, heißt es. Nachdem in Dänemark aus großer Corona-Sorge Millionen von Nerze getötet werden, reagieren die polnischen Nachbarn eher gelassen. Auf polnischen Nerzfarmen gebe es "kein Covid-19-Problem", sagte der Vorstandsvorsitzende vom Polnischen Verein der Pelztierzüchter (PZHZF), Daniel Chmielewski, dem rbb.

"Wir haben landesweit Tests durchgeführt und sie waren eindeutig negativ. Das heißt, dass es auf den polnischen Nerzfarmen kein Covid-19-Problem gibt, wie etwa in Dänemark und in den Niederlanden. Wir sind im ständigen Kontakt mit dem Hauptveterinärsamt und beobachten die Situation aktuell auf den Nerzfarmen", sagte er.

Seitdem vor einigen Monaten bekannt geworden war, dass eine Übertragung von Covid-19 von Nerzen auf den Menschen ausgehen könne, arbeiteten sie demnach an entsprechenden Vorschriften. "Falls Covid-19 bei uns auftritt werden wir auch Tiere keulen müssen", sagte Chmielewski. "Momentan gibt es aber nichts, was uns beunruhigen könnte."

Kein Verbot von Nerzfarmen

Im August hatten sich erstmals Mitarbeiter einer niederländischen Nerz-Zuchtfarm bei den Tieren angesteckt. Die Niederlande hatten daraufhin bereits beschlossen, alle Nerzfarmen zu schließen. Unter Nerzen breitet sich das Virus offensichtlich schnell aus. Die mutierte Virus-Form kann dann wiederum auf den Menschen übergehen.

In Dänemark werden derzeit tausende Tiere gekeult, um die Virus-Ausbreitung zu verhindern. Geschlossen werden sollen die Farmen dort aber nicht. Als weiteres Land mit einer hohen Pelzproduktion gilt China.

Nach Angaben des Tierschutzbundes gibt es seit einem Jahr in ganz Deutschland gar keine Nerzfarmen mehr. In Brandenburg stand die letzte Nerzfarm in Frankenförde im Landkreis Teltow-Fläming. Sie war nach Protesten von Tierschützern im Jahr 2016 geschlossen worden.

Auch in Polen soll es nicht mehr lange Nerz-Farmen geben. Der polnische Sjem - das oberste Abgeordnetenhaus - hatte im September 2020 für ein Verbot der Zucht von Tieren in Pelzfarmen gestimmt. Dies muss bis 2023 umgesetzt sein.

Sendung: Antenne Brandenburg, 5.11.2020 um 15:30

Beitrag von Sabine Tzitschke

12 Kommentare

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  1. 12.

    Liebe Redaktion,
    es könnte noch deutlicher werden, worin genau das Coronaproblem bei den Übertragungen in den Nerzfarmen liegt. Da sie China erwähnen aber nichts weiter dazu sagen, wäre die Frage nach irgendwelchen Erkenntnissen zu solchen Farmen in China im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus.

  2. 11.

    Das ist nicht das Thema des Beitrags.

    Ich vermute mal, Sie sind Vegetarier oder leben zumindest nicht auf dem Land mit eigener Nutztierhaltung. Ich finde Ihre Meinung legitim aber andere sehen das auch anders und achten eher auf vernünftige Haltungsbedingungen für die Nutztiere.

  3. 10.

    Im Gegenteil. Diesese "Pelzfarmer" werden großzügig mit Geld entschädigt, und damit machen sie weiter. Leider gibt es immer noch Länder, die sich nicht im Mindesten um irgendeinen Tierschutz scheren.
    Das ach so romantische Irland gehört übrigens auch dazu...

  4. 9.

    Nein. Es ist in Deutschland prinzipiell kein Problem mehr, da keine Farmen mehr da. In Polen war sowieso geplant bald alle Farmen zu schließen. Alles andere müßte über die EU geregelt werden, da ist dann Deutschland nur mittelbar beteiligt. Kann man anstoßen, aber mehr ist realistisch kurzfristig da nicht zu erwarten. Wir können halt schlecht einem anderen Staat vorschreiben, wie er das intern behandelt - Deutschland würde sich ja auch eine Einmischung in Staatsinterne Regelungen verbieten.
    Das eigentliche akute Problem ist aber momentan, daß das neuartige Coronavirus wohl auf die Tiere übergeht, dort teilweise mutiert und dann wieder Menschen mit veränderten Viren angesteckt werden - und das muß schnell gestoppt werden, bevor es ein echtes Problem wird.

  5. 8.

    Das im Bericht beschriebene Problem ist wirklich nicht der Tierschutz.
    Wenn das Corona-Virus innerhalb von Nerzfarmen mutiert oder mutieren kann, dann haben wir ein ernsthaftes Problem. Wer weiß, ob die neue Variante nicht aggressiver ist, oder Impfstoffe nicht wirken.
    Ich lehne auch Massentierhaltung ab, aber ich sehe keinen Unterschied zwischen den "niedlichen Nerzen" und den üblichen Kühen, Schweinen, Hühnern etc. Solange Menschen Fleisch essen und Leder tragen, müssen dafür Tiere sterben. Aber solange es Fleisch schön in Plastik verpackt im Supermarkt gibt, machen sich offensichtlich viele nicht klar, dass sie Teil der Massentierhaltung sind. Und auch für im Tetrapack verpackte preiswerte Milch stehen täglich Kühe eng an eng im Stall... auch Massentierhaltung.

  6. 7.

    kann sich jemand vorstellen, dieses süße Tierchen auf dem Bild als Pelzmantel oder Kragen am Körper zu tragen? Also tot? Gäbe es die Farmen nicht, gäbe es dort auch keine Infektionen...

  7. 6.

    Keulen soso, ein schöneres Wort für abmurksen.
    Na ja damit wird das ganze Dilemma sichtbar und immer klarer das der Mensch selber dran schuld ist und am Ende verdient hier Probleme bekommt.
    Hätten wir uns viel früher um das Thema Massentierhaltung gekümmert, hätten wir jetzt auch keine Corona Probleme.
    Vielleicht sollte man sich mal darauf konzentrieren und nicht noch eine Masken Pflicht auf der Latrine fordern.

  8. 5.

    @Björn: Sie meinen also man sollte wegen Corona beide Augen zudrücken. Nein gerade in dieser Zeit sollte man den Durchblick behalten und an scheinbar nebensächliches dran bleiben.

  9. 4.

    Wichtig ist ja, dass wir uns über die Märkte in Wuhan beschweren... Polen hat keine Fälle in den Farmen... Klar, glaube ich sofort...

  10. 3.

    Ihre Sorgen sind verständlich. Aber der Tierschutz ist momentan nicht das akute Problem mit den süßen Pelztierchen.

  11. 2.

    Es tut mir wahnsinnig leid für die armen Viecher- hoffentlich bedeutet das für die Pelzfarmen den entgültigen Bankrott.Mögen sie für alle Zeiten verschwinden!

  12. 1.

    Das es sowas heutzutage überhaupt noch gibt. Die Menschheit sollte sich in Grund und Boden schämen! Diese armen Tiere.

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