An der Tanke in Brandenburg - "Ich habe Angst, in den Krieg ziehen zu müssen"

So 07.01.24 | 08:10 Uhr
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Illustration Kuscheltiermonster auf einer Hutablage.(Quelle:rbb/Sophia Bernert)
Bild: rbb/Sophia Bernert

Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Ex-Soldatin, die den Zusammenhalt in ihrem Dorf vermisst.

rbb|24 will mit den Gesprächsprotokollen, die "An der Tanke" entstanden sind, Einblicke in verschiedene Gedankenwelten geben und Sichtweisen dokumentieren, ohne diese zu bewerten oder einzuordnen. Sie geben die Meinungen der Gesprächspartner wieder.

Wer: Leiterin einer Unterhaltsreinigung aus Kyritz an der Knatter
Alter: 49 Jahre
Fahrzeug: roter Hyuandai i20
Gekauft: eine Flasche Wasser
Woher: von Zuhause
Wohin:
nach München

 

Mir geht es im Moment super. Ich kann nicht klagen. Was die Krisen in der Welt angeht, die verdränge ich oft einfach. Ich sage mir immer: Irgendwie geht es vorwärts. So lebe ich schon seit Jahren und bin damit eigentlich immer ganz gut gefahren.

Klar, ist es traurig, was alles so passiert - ob Corona, die Wirtschaftskrise, Israel, alles Mögliche - das ist Wahnsinn. Aber man muss ja weiter leben. Meine Familie, mein Freund - die geben mir Kraft. Und: Bekannte, Verwandte, Freundschaften. Dass man zusammenhält und dass man sich Zeit schenkt, Aufmerksamkeit schenkt und miteinander redet.

Ihre Antworten sind zunächst sehr kurz. Je länger sie redet, desto mehr kommt hoch - erst vorsichtig, dann lauter und schneller.

Ich komme nun aus der früheren DDR. Wenn ich jetzt mal alles so Revue passieren lasse, was jetzt ist und was früher war, fand ich es früher schöner. Der Zusammenhalt war größer. Im Dorf - ich bin vor allem bei meiner Omi großgeworden - da konntest du die Türen auflassen. Da kannte jeder jeden. Jeder hat auf jeden aufgepasst.

Da, wo ich jetzt wohne, habe ich auch Glück. Wir kennen uns alle, wir verstehen uns alle. Aber es gibt ja auch Häuser, Mietwohnungen, wo ganz viele Parteien sind, die sich überhaupt nicht verstehen. Jeder stichelt jeden irgendwo an in der Gesellschaft oder in den Straßen alleine schon. Da fand ich doch, dass es in der DDR mehr Zusammenhalt als jetzt gab.

Als sie von ihren Kindern spricht, wird ihre Stimme sanfter und ruhiger. Sie lässt nun mehr Pausen zwischen den Antworten. Ihre Miene wird jetzt ernster.

Du kannst ja nicht mal mehr dein Kind alleine zur Disko loslassen. Wer weiß, wer um die Ecke steht, sage ich mal. Wir sind früher zu Fuß nach Schönermark zur Disko gegangen - und zurück auch wieder, und uns ist nichts passiert. Du hast keine Angst gehabt, nach draußen zu gehen.

Die meisten Kinder können jetzt auch nichts mehr machen. Wenn ich an meine denke - wir wollten eine Bude, ein Baumhaus bauen. Wir haben da bei uns so einen Rodelberg - das sagen wir immer dazu - da kann man im Winter schön rodeln. Die Jugendlichen haben alte Fahrradreifen in die Bäume gehangen und wollten für die Kinder Spielmöglichkeiten bauen - mussten sie aber alle wieder abbauen. Darf man alles nicht mehr. Ist jetzt alles verboten. Das ist traurig so etwas.

Ich würde mir wirklich mehr Sicherheit wünschen für die Kinder. Und dass die Kinder ein glückliches Leben haben. So was, was wir hatten. Das war wirklich einmalig. Dorfkinder haben vielleicht jetzt auch noch ein schönes Leben, aber wenn sie in der Stadt groß werden, wirklich nicht mehr.

Schnell kommt das Gespräch auf die vielen Krisen unserer Zeit. Dass Deutschland nun wieder "kriegstüchtig" werden soll, macht ihr Sorgen. Vor der nächsten Antwort atmet sie tief ein.

Schlimm! Manchmal kann ich nur fünf Minuten Nachrichten schauen und muss wegschalten. Ich war früher selbst bei der Bundeswehr, habe aber aufgehört, weil ich einen Sohn bekommen habe und in den Kosovo sollte. Mir war dann bewusst: Ich müsste auch auf Kinder schießen, wenn die mit einer Waffe vor mir stehen. Das konnte ich nicht mehr mit mir vereinbaren, also bin ich ausgetreten aus der Bundeswehr. Einer meiner Kameraden ist damals verstorben im Kosovo. Der ist über eine Mine gefahren.

Ich fand es gut, als die Bundeswehr noch einberufen hat. Jeder konnte selbst entscheiden, ob er zur Bundeswehr möchte oder nicht. Und die Zivildienstleistenden - sind wir mal ehrlich - die fehlen überall.

Um in den Krieg ziehen zu wollen, dafür muss man wirklich patent sein. Ich war ja auch Wehrsoldatin, aber in den Krieg ziehen, das könnte ich jetzt nicht. Ich habe meine Kinder. Ich bin extra dafür rausgegangen. Ich habe wirklich Angst, in den Krieg ziehen zu müssen. Die Angst ist irgendwo immer da.

Die 49-Jährige hält nur kurz hier an der Tanke, um sich etwas zu trinken zu holen. "Wenn es nicht zu teuer ist", ergänzt sie. Normalerweise leistet sie sich das nicht. Sie scheint stolz zu sein auf ihre Sparsamkeit.

Ich bin da wirklich penibel und drehe jeden Cent um, muss ich sagen. Also, zum Sparen kommt man nicht mehr. Ich habe heute gesagt: Du fährst jetzt hier ran, holst dir noch was zu trinken, weil ich vergessen hatte, was mitzunehmen. Dann mach ich auch mal Abstriche für mich und sage mir: Du musst dir auch mal was gönnen. Aber ansonsten stecke ich viel halt in die Kinder rein und denk an mich selber manchmal gar nicht.

Von der Politik fühle ich mich im Moment gar nicht vertreten. Eigentlich finde ich es traurig, dass man nicht auf die Straße geht und kämpft für seine Ziele. Wenn alle dabei mitmachen würden, auf die Straße zu gehen, ich glaube, dann würde ich auch mitziehen. Anderswo gehen die Leute ja auch auf die Straße. Das würde hier nie passieren, weil sie alle Angst haben.

Damals sind alle auf die Straße gegangen wegen Corona. Da wurden wir - denke ich mal - bestimmt auch verarscht. Egal. Jetzt wird es abgetan als Erkältung. Irgendwie auch ein bisschen komisch. Aber jetzt wünsche ich mir schon, dass man wirklich irgendwas macht gegen die Regierung. Aber es passiert irgendwie nichts.

Das Gespräch führte Jonas Wintermantel, rbb|24

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  • Illustration für "An der Tanke" Motorrad.(Quelle:rbb)
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  • Illustration für "An der Tanke" Zeitschriften liegen auf einer ABlage.(Quelle:rbb)
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    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: Eine Rentnerin, die sich als Frau nicht geachtet fühlt und Angst vor einem Krieg hat.

  • Illustration für "An der Tanke" mit einem Anhänger mit der Aufschrift:"Mein Leben ist ein Ponyhof".(Quelle:rbb)
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    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine leidenschaftliche Reiterin, die bei den Bauernprotesten das erste Mal demonstriert hat.

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    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Erzieherin, die sich bessere Arbeitsbedingungen wünscht und sich wegen des Rechtsrucks sorgt.

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    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Rentner, der es falsch findet, dass so viele aus Frust die AfD wählen.

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    An der Tanke in Brandenburg 

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    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Bankerin, die ihre Gemeinde liebt, aber dort nicht über Politik reden will.

  • Illustration für "An der Tanke": Ein Benzinkanister wird gefüllt.(Quelle:rbb)
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    An der Tanke in Brandenburg 

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    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Zugewanderter aus Berlin, der sich wünscht, dass die Bundesregierung mit Russland spricht.

  • Illustration: Serie "An der Tanke". (Quelle: rbb)
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  • Illustration: Serie "An der Tanke". (Quelle: rbb)
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    An der Tanke in Brandenburg 

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  • Grafik von einem Fahrradlenker mit Fahrradkorb vom 31.01.2024 (Quelle: rbb /Sophia Bernert)
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    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Azubi, der in seiner Mittagspause für eine Wurst vorbei geradelt kommt und ziemlich zufrieden ist.

  • An der Tanke: Frau im roten Shirt. (Quelle: IMAGO/rbb/Sophia Bernert)
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    An der Tanke in Brandenburg 

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    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Krankenschwester, die Demonstrationen gegen die AfD nicht nachvollziehen kann.

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    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: Ein Speditions-Unternehmer aus Cottbus klagt über seine wirtschaftliche Lage.

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    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein 23-Jähriger, der es sich nicht verbieten lassen will, Verbrenner-Motor zu fahren.

  • Illustration Anhänger an einem Rückspiegel.(Quelle:rbb/Sophia Bernert)
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    "Ich würde niemals nach Berlin ziehen!"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Lehramtsstudentin, die ihr Dorf dafür liebt, dass sie jeden kennt.

  • Illustration Soldat.(Quelle:rbb/Sophia Bernert)
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    An der Tanke in Brandenburg 

    "In der Bevölkerung haben wir Soldaten ein hohes Ansehen"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Soldat, der sich sorgt, dass er sich im Alter kein schickes Auto mehr leisten kann.

  • Zapfsäule an einer Tankstelle in Beelitz (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
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    "Nicht, dass ich dann am Ende auf dem leeren Tank sitze"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: Eine Juristin, die sich fragt, wie ihre Gemeinde sie dabei unterstützen wird, ihre Ölheizung umzurüsten.

  • Illustration Autoradio.(Quelle:rbb/Sophia Bernert)
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    An der Tanke in Brandenburg 

    "Man hört nur noch schlechte Nachrichten"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: Eine Neuruppinerin klagt über Unterrichtsausfall und fehlendes Kita-Personal bei ihren Kindern.

  • Illustration: Serie "An der Tanke". (Quelle: rbb)
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    "Ich möchte mein Steak essen, und mein Hühnchen, tut mir leid!"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute ein Gespräch über viele Aufreger des Alltags: E-Autos, Vegetarier und Quereinsteiger im Lehramt.

  • Amaturenbrett eines Autos an einer Tankstelle in Dahme/ Mark in Brandenburg. (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
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    An der Tanke in Brandenburg 

    "Uns wird nicht geholfen. Uns vergessen sie irgendwo alle"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Kassierin, die bemerkt, dass am Monatsende vielen das Geld fürs Essen fehlt.

  • Hand an einer Kofferraumklappe an einer Tankstelle in Dahme/ Mark in Brandenburg (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
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    An der Tanke in Brandenburg 

    "Es will keiner sehen, was diese Pandemie im Nachhinein für Auswirkungen hat"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Eingliederungshelferin, die erzählt, dass die Pandemiefolgen bei vielen jetzt sichtbar werden.

  • Illustration: Wasserbauer (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Ich würde mir mal jüngere Einflüsse in der Politik wünschen"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Wasserbauer, dem viele Politiker zu alt sind, um gute Ideen zu haben.

  • Hand am Zapfhahn an einer Tankstelle in Beelitz in Brandenburg (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
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    An der Tanke in Brandenburg 

    "Wenn die Ukrainer kommen, dann werden Türen und Tore geöffnet"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Rentnerin, die links wählt, aber manchmal rechts denkt.

  • Illustration: MTA (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
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    An der Tanke in Brandenburg 

    "Wenn sie die Leute vergessen, die hier vor Ort leben, das kann nicht sein"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Frau, die ihre Schwiegereltern pflegt und mächtig Wut angesammelt hat.

  • Illustration: Rentner (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Schlecht geht's uns nicht"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Rentner, der dem verlorenen Dorfzusammenhalt nachtrauert.

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62 Kommentare

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  1. 62.

    Was soll so eine rhetorische Klatsche aus der unteren Schublade? "Merken Sie womöglich sebst" …
    Bitte sprechen Sie anderen nicht ab, hier ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen ("Lebensgefühl")bzw. erkennen Sie die Unterschiedlichkeit von Menschen an.

    Sie sagen selbst: "Natürlich" geht es in unserem Land nicht allen gleich gut. Und ich sagte, wie früher können auch heute trotz theoretischer Reisefreiheit Menschen ohne genügende Mittel weiterhin nur in D. oder der EU reisen.

    Ihre Interpretations-Überschreitungen sollten Sie bitte als solche kennzeichnen und Grenz-Überschreitungen gänzlich unterlassen, danke. Bitte tragen Sie zu einem fruchtbaren Gedankenaustausch bei.

  2. 61.

    Und Wölfe werden "entnommen". Meine Mutter arbeitete in der Gerichtsmedizin. Ohne Ekel, o. ä. Als sie Mutter wurde, hielt sie die nahe Konfrontation mit dem Tod plötzlich nicht mehr aus und wechselte in die Poliklinik. Warum sollte es einem Soldaten, einer Soldatin anders gehen?

    Sind Menschen denn Einbahnstraßen-Wesen, die nicht einsichts- oder änderungsfähig sind oder Gefühle entwickeln, die sie zuvor nicht kannten? So mancher "sportliche" Fahrer wird als Vater plötzlich zum Sanftbremser.
    Andersherum werden Leute beklatscht, wenn sie nach schlimmen Taten gegen so etwas öffentlich eintreten, sage nur ehemalige F***knechte, die heute aus Einsicht und Bedauern durch ehemalige Gefängnisse führen.

  3. 60.

    So kommt es eben, wenn alles, jeder klitzekleine Lebensaspekt, zum Markt-Produkt werden kann (und soll). Dann muss die Politik jedes Fitzelchen regeln und regulieren, damit die gegeneinander im Wett-Kampf ringenden "Marktteilnehmer" und darauf spekulierende Aktionäre "liberal", frei agieren können.

    Das ist der Westen. In der Überregulierung und den mind. Doppelstrukturen (EU, BRD, Länder, Bund, Kommunen …) schlimmer als die DDR.

  4. 59.

    „Sohn zuliebe, dass die Wehrpflicht hierzulande ausgesetzt bleibt“
    Wieso nur der Sohn? Hätte es nicht heißen müssen „Söhne und Töchter“?

  5. 58.

    Wenn es Ihnen (noch, umstandshalber) gut geht, Ihrem Umfeld aber nicht oder wenn Sie sehen, dass zwar Sie begünstigt sind, es systematisch aber unrund läuft, warum sollten Sie sich nicht wünschen, dass die Menschen für Verbesserung auf die Straße gingen?

  6. 57.

    Stimme teils zu. Dennoch ist Leiden ein Leiden und sollte Anerkennung finden. Der verlorene Teddy eines Kindes ist u. U. ähnlich schlimm wie menschl. Verluste. Leiden ist auch Leben, das sollten wir wieder mehr beherzigen und akzeptieren.
    Durchmarsch des Neo-Kapitalismus hingegen nicht. Der bringt so viel unnützes Leiden. Es ginge anders.

  7. 55.

    Das Abtreten ist schon richtig, denn nach der Wahl spricht die Partei, die ich wählte für mich.
    Bei allen Kompromissen hin oder her muss trotzdem eine Übereinstimmung der Interessen in den grundlegenden Fragen bestehen, sonst spricht die falsche Partei für mich.

    Danke

  8. 54.

    Die Dame kommt vom Dorf. Die meint mit Sicherheit für die KInder sicherlich NICHT die Gefahr sich am improvisierten Spielgerät die Knie aufzuschlagen. Die meint bestimmt Sicherheit in Bezug auf Zukunft, in Bezug auf Schulplätze/Unterrichtsausfälle usw., sie meint bestimmt Sicherheit das ihre Kinder nicht unter dem Vorwand ich habe Babykaninchen in ein fremdes Auto gelockt werden. Auch ich finde es schade das Dinge meiner Kindheit verloren gegangen sind - wie eben Hütte bauen im Wald usw. - selbst beim Spazierengehen muss man die KInder ja ständig zurückpfeifen - geh bloß nicht am Rand - es ist alles voll Hundescheiße.

  9. 53.

    Mehr Sicherheit für die Kinder fordern aber gleichzeitig monieren dass man keine improvisierten Spielgeräte aufbauen darf…

  10. 52.

    Nixnutz:
    "Wie ich erwähnte gibt es auch keine Partei an die ich meine Stimme abtreten könnte, wem sollte ich mich da anschließen ?"

    Sie sollen keine Stimme "abtreten", und Sie müssen sich auch keiner Partei anschließen.

    Es reicht, wenn Sie erkennen, dass es ca. 80 Mio Deutsche und ganz grob geschätzt 60 Mio erwachsene deutsche Wähler gibt. Alle diese Wähler haben eigene politische Ansichten, die sich von denen der anderen zig Millionen unterscheiden.

    Deshalb kann Niemand alle seine politischen Ansichten 100%ig verwirklichen. Alle müssen KOMPROMISSE machen, damit wir friedlich zusammen leben!

    Es gibt nur ca. 40 bundesweite Parteien. Bei zig Mio deutschen Wählern kann daher Niemand erwarten, dass er eine Partei findet, mit der er voll und ganz übereinstimmt. Es kann daher bei einer Wahl nicht darum gehen, mit welcher Partei man voll und ganz übereinstimmt, sondern welche Partei einem - bei aller Kritik - näher als die anderen Parteien ist!

  11. 51.

    Der Frau geht es laut eigenem Bekunden super. Trotzdem wünscht Sie sich, das Volk würde geschlossen auf die Straße gehen und sich auch daran beteiligen, um gegen die da oben zu protestieren und meint, dass das nur deshalb nicht passiert, weil alle Angst haben. Sorry, aber das kann ich nicht nachvollziehen.

    Nun ist eine spontane Interviewsituation ja nicht alltäglich und da purzelt auch mal vieles durcheinander; aber dieser automatische Hang zum Meckern über DIE Politik(er), welche angebl. immer irgendwie gegen "Volksinteressen" handelt, ist schon sehr wenig reflektiert.

  12. 50.

    Ich bin nicht in der Lage vor Publikum zu reden, selbst meine 24 Mitschüler waren damals zu viel. Es wäre recht schwierig für mich, meine Vorstellungen und Ziele zu erläutern.
    Meine Oma hat zwar immer gesagt: Es gibt bei jedem etwas, was er besonders gut kann. Reden ist es bei mir leider nicht.

    Danke

  13. 49.

    Ich weiß ja nicht wie Sie das sehen, ich würde natürlich die Partei/ den Politiker wählen die/der die Dinge sieht wie ich.

    Danke

  14. 48.

    Ja, dass es uns vergleichsweise sehr gut geht und es auch daher unsere moralische Pflicht ist, Menschen zu helfen, denen es deutlich schlechter geht, vergessen leider zu viele. Oder ignorieren es...

  15. 47.

    Politiker machen übrigens auch nicht was sie wollen, sondern Versuchen Inhalte umzusetzen, für die sie gewählt wurden. Nur haben sie damit halt nicht immer Erfolg oder müssen Kompromisse eingehen. Ihr Problem scheint vielmehr zu sein, dass Politiker nicht machen was Sie wollen.

  16. 46.

    Gerade in der Kommunalpolitik gibt es in Deutschland zahlreiche parteilose Politiker. Insofern fällt diese Ihrer Ausreden weg. Also gehen Sie doch selber in die Politik. Nochmal: Was hält Sie auf?

  17. 45.

    Alle meine Vorfahren haben Flucht, Vertreibung, Tod, Vergewaltigung, Enteignung und Elend durchgemacht. Alle Überlebenden waren trotzdem zeitlebens zufriedene Menschen. Es sind die persönlichen Erfahrungen, die uns das Leben verstehen lassen. Die Demut um unser gutes und freies Leben, welches wir schätzen lernen sollten.
    Das Niveau der heutigen Jammerei ist wirklich sehr hoch.

  18. 44.

    Der schlimmste Feind des Mutes und des Weitblickes, ist die Angst von dem etwas zu verlieren, was uns träge machte. Hier fehlen Visionen und Lebensfreude, alle so übersättigt in ihrer Lebensform. Selbstgefällig und unzufrieden. Wo ist die Dankbarkeit, die Zufriedenheit, die man so oft in den Augen der ärmsten Menschen dieser Erde findet?

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