Der Schriftzug des Unternehmens Bombardier Transportation, aufgenommen am 29.06.2017 in Hennigsdorf (Brandenburg) im Nebel. (Bild: Rainer Jensen/dpa)
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Insiderinformationen über Fusion - EU erlaubt wohl Alstom den Kauf der Bombardier-Zugsparte

Die EU-Kommission stellt sich Insidern zufolge nicht gegen die Übernahme der Zug-Sparte von Bombardier durch den französischen Rivalen Alstom. Die Wettbewerbshüter aus Brüssel seien bereit, die bis zu 6,2 Milliarden Euro schwere Fusion unter Auflagen zu genehmigen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

Zugeständnisse von Alstom wohl noch angepasst

Alstom habe die Zugeständnisse - also Unternehmensteile, die nicht in den Kauf einfließen - noch an einigen Stellen angepasst, um die Bedenken der EU auszuräumen, hieß es. Die EU-Kommission wolle nun bis Freitag zu dem Fall Stellung nehmen.

Bei der Prüfung durch die Kommission geht es darum, die Fusion der beiden Konzerne entweder zu gestatten, oder die Pläne der beiden Unternehmen einer vertieften Prüfung zu unterziehen.

Siemens war mit seinen Alstom-Fusionspläne noch gescheitert

Im vergangenen Jahr hatten die EU-Wettbewerbshüter mit ihren Einsprüchen das Vorhaben des ICE-Herstellers Siemens verhindert, den TGV-Produzenten Alstom zu übernehmen. Die beiden Unternehmen wären nach ihren Befürchtungen vor allem in der Signaltechnik zu stark geworden. Die europäischen Zughersteller fürchten wachsende Konkurrenz des chinesischen Branchenriesen CRRC, der massiv auf den Weltmarkt drängt.

Alstom und die in Berlin ansässige Zugsparte des angeschlagenen kanadischen Bombardier-Konzerns wären zusammen die Nummer zwei auf dem Weltmarkt. Alstom und Bombardier hatten für die Genehmigung einer Fusion angeboten, die Bombardier-Produktion von "Talent 3"-Nahverkehrs-Zügen in Hennigsdorf bei Berlin abzugeben. Unklar wäre allerdings damit die Zukunft der 200 Mitarbeiter und des Standorts.

Wohl weitere Alstom-Zugsparte nicht Teil der möglichen Fusion

In Frankreich will Alstom sein Werk mit rund 800 Mitarbeitern im elsässischen Reichshoffen nahe der deutschen Grenze ebenalls abgeben, zusammen mit der Plattform der dort gebauten "Coradia Polyvalent"-Regionalzüge, die vor allem auf dem französischen Markt verkauft werden.

Für den Fall der Genehmigung einer Fusion sagte Bombardier zu, der Konkurrenz in der Sparte "Signaltechnik" Zugang zu seinen Zugsteuerungs-Systemen zu gewähren. Darauf hatte in dem Prüfverfahren vor allem Siemens gepocht. Weitere Teilverkäufe von Sparten der beiden Anbieter verlange die EU als Voraussetzung für die Genehmigung allerdings nicht, teilten die Insider am Montag mit. Die EU und Alstom wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

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1 Kommentar

  1. 1.

    100 Jahre Schienenfahrzeugbau sind damit beendet? Wird also nur aufgekauft um es dann platt zu machen? Na Hauptsache in Westdeutschland hustet die Automobilbranche und Himmel und Hölle bricht politisch los. Soviel zum Verkehrs- und Klimawandel Made in Germany.

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