Tarifkonflikt - Lokführer beenden Bahnstreik - Fahrplanstörungen bis Samstagfrüh möglich

Fr 12.01.24 | 18:23 Uhr
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Symbolbild: Reisende warten im Hauptbahnhof auf ihre Züge. (Quelle: dpa/Carstensen)
Audio: rbb 88.8 | 12.01.2024 | Tim Korge | Bild: dpa/Carstensen

Am Freitagabend hat die GDL ihren Streik bei der Bahn beendet. Während die S-Bahnzüge schneller in die Spur kommen sollen, wird es im Fernverkehr wohl noch dauern. Gewerkschaftschef Weselsky drohte derweil mit noch längeren Streiks.

  • Lokführer beenden Streik am Freitagabend um 18 Uhr
  • Notfahrplan gilt im Fernverkehr noch bis Tagesende
  • Berliner S-Bahn am Abend noch eingeschränkt
  • GDL-Chef Weselsky droht längere Ausstände an

Die Lokführergewerkschaft GDL hat den Streik bei der Deutschen Bahn am Freitagabend wie angekündigt beendet. Das teilte GDL-Chef Claus Weselsky in Berlin mit. In einer Pressemitteilung sprach die Lokführergewerkschaft von "überwältigender Streikbeteiligung".

Wie die Deutsche Bahn mitteilte, gilt im Fernverkehr noch bis zum Ende des Tages der Notfahrplan. "Die DB bereitet sich darauf vor, ab Betriebsbeginn Samstagfrüh im Personenverkehr wieder das normale Angebot zu fahren und einen reibungslosen Betriebsstart zu ermöglichen", teilte die Bahn mit. Lediglich in einzelnen Regionen könnten im Nah- und S-Bahnverkehr bereits unmittelbar nach Streikende wieder mehr Züge fahren.

Bei der S-Bahn zunächst noch Einschränkungen

Die Berliner S-Bahn, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, meldete, dass sie nach und nach zum regulären Angebot zurückkehrt. Es sei aber auch nach dem Streikende noch mit Beeinträchtigungen zu rechnen, da die S-Bahnfahrer zunächst zu den abgestellten Zügen gebracht und die Züge anschließend noch für den Einsatz vorbereitet werden müssten, teilte die S-Bahn auf X mit.

Am Freitagabend (20 Uhr) gab es demnach noch einige Einschränkungen: Die Linien S1, S2, S3, S5 und S7 fahren nur im 20-Minuten-Takt, die Linien S26, S45 und S85 fahren gar nicht. Auch auf weiteren Linien kann es zu Verzögerungen und Einschränkungen kommen.

Im Regionalverkehr fahren die Linien RE1 und RE8 regulär. Diese Strecken werden von der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg) bedient, die nicht bestreikt wird.

Weselsky droht längeren Streik an

Die GDL hatte den Streik im Personenverkehr am Mittwochmorgen begonnen, im Güterverkehr wurde von Dienstagabend an gestreikt. Die Gewerkschaft will mit dem Arbeitskampf den Druck auf die Bahn erhöhen, um im Tarifkonflikt mit dem Konzern eine Arbeitszeitreduzierung für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich zu erreichen. Die Bahn lehnt das bisher strikt ab.

GDL-Chef Claus Weselsky drohte der Deutschen Bahn indes mit einem weiteren und noch längeren Arbeitskampf. "Nach Abschluss dieser Streikmaßnahmen lassen wir dem Unternehmen ein Stück weit Zeit, um zur Besinnung zu kommen", sagte Weselsky am Freitagabend in Berlin zum Ende des jüngsten Ausstands. "Tun sie das nicht, wird die nächste Arbeitskampfmaßnahme folgen. Sie wird länger sein und sie wird das Unternehmen noch härter treffen." Ein Datum für den nächsten Ausstand nannte Weselsky nicht.

Sendung: rbb24 Abendschau, 12.01.24, 19:30 Uhr

62 Kommentare

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  1. 62.

    "Sorry aber das die Bahn verhandeln will ist ganz klar gelogen. Bleiben Sie doch bitte einfach bei den Fakten."

    Die Bahn hat Vorschläge gemacht, die der GDL nicht gefallen, deswegen wollte die GDL nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren. Wo ist jetzt die Lüge? Ich kann keine erkennen. Und bitte fangen Sie nicht wieder mit Juni 2023 an, denn zum jetzigen Zeitpunkt geht es um den Januar 2024. Der Streik wird übrigens meiner Meinung nach noch sehr, sehr lange dauern, wenn die GDL auf der 35 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich beharrt. Darauf wird sich die DB nicht einlassen, zumindest nicht, wenn es weiterhin 35 Stunden bleiben sollen. Also richte ich mich auf immer wiederkehrende Streiks ein.

  2. 61.

    Was soll der Blödsinn. Die DB hat aktuell 11% geboten und ist bereit darüber zu verhandeln. Das ist Fakt. Also ersparen Sie bitte der geneigten Leserschaft Ihre Ausführungen...

  3. 60.

    Nochmal: Die Forderungen kamen am 05.06. an die Öffentlichkeit. Dies erfolgte live im Netz. Die Forderungen wurden im Juli übergeben. Verhandlungsangebote für September und Oktober wurden von der Bahn ausgeschlagen. Ebenso gibt es kategorisch keine Verhandlungen über eine Verbesserung def Arbeitsbedingungen durch Reduzierung eine der AZ mit der DB. Wenn die Arbeitnehmer ihre Entlastung von ca. 8% selbst zahlen passt esaberauf einmal. Wie geht das denn einher? Ich kann bei so Forderungen prima schlafen weil bei Verhandlungen meist Kompromisse und dann Tarifverträge gibt. Sorry aber das die Bahn verhandeln will ist ganz klar gelogen. Bleiben Sie doch bitte einfach bei den Fakten.

  4. 58.

    Ihre Ausführungen sind falsch. DIe DB betont doch deutlich, dass sie verhandlungsbereit sind und bittet die gdl seit Wochen an den Verhandlungstisch. 555 Euro mehr pro Monat sowie eine steuer- und abgabenfreie Einmalzahlung von 3.000 Euro. Dies bei einer Reduzierung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden. Mit dem Dicken Daumen ca. 25% mehr Gehalt. Womit begründen Sie dies bzw. Wovon träumen Sie Nachts. Das Angebot der DB ist fair und eine gute Verhandlungsgrundlage. Wenn es allerdings nur noch so geht "entweder Du akzeptierst unsere Forderung zu 100% oder wir nehmen die Bevölkerung in Geiselhaft " dann wünsche ich mir unbefristete Streiks der gdl. Wir kommen schon klar ...

  5. 57.

    Ein Rangier-Lokführer fährt Züge nur über kürzeste Gleisabschnitte, um z. B. für den Güterverkehr die Waggons in die richtige Reihenfolge zu bringen.

  6. 56.

    Gute Worte, da stimme ich Ihnen zu.
    Es wird hier von einigen alles sehr einseitig betrachtet, was sehr schade ist.

  7. 55.

    Wenn die Bahn sich endlich mal bewegen würde, anstatt nur lächerliche und nicht verhandelbare Angebote zu machen, würde er sofort verhandeln. Transdev hat während dem Streik ein Verhandelbares Angebot gemacht und der Streik wurde von der GDL sofort beendet. Hier verhandelt man wieder.
    Bei der Bahn blockiert der Arbeitgeber jegliche Verhandlungen.

  8. 54.

    Herr W verhandelt nicht, er verlangt nur. Vermutlich macht die Bahn deshalb dicht. Ich habe Verständnis für die Forderungen aber eine so undiplomatische Person kann doch nicht wirklich jemand wollen.

  9. 53.

    Der Herr Weselsky ist nur ein "Sprachrohr" der GDL-Mitglieder, und macht seinen Job.
    Nun, die Frage ist, wesen "Sprachrohr" sind seine Gegner, weil ein Job ist es nicht?

  10. 52.

    Zu einem Streik gehören immer zwei Parteien und wer sich einer Verhandlung entzieht, ist wie Sie ganz sicher selbst wissen nicht die GDL. Was die GDL macht, ist übrigens rechtlich abgesichert. Waren Sie bei den letzten Streiks eigentlich auch so dagegen oder ist man da moralisch flexibel weil man selbst vielleicht nicht betroffen ist?

  11. 51.

    Weselsky CDU Mitglied, der Unzufriedenheit schürt. Ganz im Sinne vom Parteivorsitzenden.

  12. 50.

    "Ist es nicht eher die Show von Seiler und Co? Wenn die Bahn nicht fährt, spart sie CO2 ein was der Führungsebene dann wieder Boni bringt. Wer ist da nur der wahre Gewinner beim Stillstand?"
    Was ist das denn für eine Logik? Ok, dann spinne ich diese einfach mal weiter. Nach dieser Logik müsste Herr Weselsky sofort mit dem Streiken aufhören, weil sonst Seiler und Co der wahre Gewinner beim Stillstand wären. Was für eine ansurde Aussage von Ihnen. Und wenn Herr Weselsky dann jedoch weiterhin streikt, ist er vielleicht sogar mit dem Vorstand verbandelt? Und Sie reden in einem anderen Kommentar davon, dass man bei Fakten bleiben soll. Anscheinend sind Sie selber nur bereit, Fakten anzuerkennen, wenn Sie Ihnen gefallen.

  13. 49.

    Mit dem Streik wird vor allem der Bürger getroffen und geschädigt. Die GDL soll bitte damit aufhören, das öffentliche Leben zu schädigen. Zum Glück ist meine S-Bahn auch während des Streiks so wie immer gefahren. Wahrscheinlich gibt es bei der Bahn genug Mitarbeiter, die diesen Streik nicht mitmachen.

  14. 48.

    Es gibt nur eine Arbeitgebernahe Truppe bei der Bahn. Das ist die Truppe welche vor ein paar Monaten durch die Bahn bestreikt wurde. Was Sie meinen sind Arbeitgeber.

  15. 47.

    Welche konkreten Vorschläge hat die Bahn denn wann gemacht und wann genau wollte die Bahn worüber verhandeln? Nochmal: am 05.06. kamen die Forderungen raus, im Juli wurden die Forderungen der Bahn übergeben, Verhandlungsangebote für September und Oktober hat die Bahn abgelehnt. Verhandlungen über Arbeitszeitverbesserungen bzw. wirkliche Entlastungen des Fahrpersonals lehnt die Bahn kategorisch ab. Komisch das diese Entlastungen aber gehen, wenn die Mitarbeiter sie selber zahlen. Ich nenne dies täuschen und tricksen und manche Leute gehen der Bahn da auf den Leim. Was von den 11 % über bleibt wenn ca. 8% vom Mitarbeiter selbst getragen werden und dies dann auf das Angebot der Bahn hochgerechnet wirklich bedeuten, können Sie ja mal nachrechnen. Ich bin mir aber sicher, dass Sie die Spielchen der Bahn durchschauen und sich nicht veralbern lassen. Die Lokführer lassen sich da auch nicht veralbern. Ich bin gespannt wann die Bahn dieses Schauspiel beendet.

  16. 46.

    Es ist die Zeit der jungen Generation Z, die den Arbeitsmarkt bestimmen. Es ist nicht die Zeit des monopolstichen Arbeitgeber, der den Wert der Arbeit bestimmt. Die Zeit der Arbeitgeber im digitalen Staat wird kommen und dann müssen Menschen vielleicht alles machen oder hinnehmen für die Familie, dann sind auch alle Kunden gläsern. Heute ist die Zeit aber noch nicht gekommen!

  17. 45.

    Die Bahn hat immer wieder Vorschläge gemacht. Das Problem, sie passen nicht in die Wahnvorstellungen eines Herrn Weselsky. Über 500,- € Lohnerhöhung, dazu Inflationsausgleich und die 35 Stundenwoche. Weniger arbeiten aber mehr Geld haben wollen. Die verringerte Arbeitszeit wirkt doch auch wie eine Lohnerhöhung. Umgerechnet sind es dann monatlich vielleicht 700,-€ . Das kann doch der normale Mensch nicht wirklich wollen. Weniger Stunden ja,ohne Lohnausgleich wäre korrekt.

  18. 44.

    "Weselsky drohte der Deutschen Bahn ... " um zur Besinnung zu kommen"
    Derjenige, der nicht bereit ist zu verhandeln ist doch der Herr W. Er sollte endlich mal zur Besinnung kommen! Die Bahn hat mehrere Angebote vorgelegt, über die man reden kann. Es sagt ja keiner, dass der Herr W. die so wie sie sind kaufen soll. Aber wenn es ihm nicht reicht, kann man ja darüber verhandeln. Aber "Verhandeln" ist ja bekanntermaßen ein Fremdwort für Herrn W. :(

  19. 43.

    "Nachverhandlungsoptionen hatte diese Arbeitgebernahe Truppe auch immer in ihren Verträgen. Die Angst war/ist gigantisch, dass die GDL die bessere Arbeitnehmervertretung ist."
    Deine Antwort ist mir unklar: WIE kann Netinera und Go-Ahead eine Arbeitgebernahe Truppe sein, WENN beides doch Unternehmer sind und mit der GDL den Vertrag abgeschlossen haben ?!?
    hat "Fair Train" (im Namen von Weselsky) als Leiharbeiter-Unternehmen nicht eher einen Konflikt ??? Da "Fair Train" von der GDL seine Mitglieder rekrutieren will ...

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