ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt - Brüssel genehmigt Fördergelder für Umstellung auf "Grünen Stahl"

Fr 23.02.24 | 19:30 Uhr
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Archivbild: Fahnen wehen im Wind vor dem Werk der Arcelor Mittal Eisenhüttenstadt GmbH. (Quelle: dpa/Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.02.2024 | Nachrichten | Bild: dpa/Pleul

Statt mit Kohle will ArcelorMittal den Stahl in Eisenhüttenstadt künftig klimaneutral produzieren. Die Fördergelder für den Umbau hatte Bundeswirtschaftsminister Habeck schon zugesagt - nun gibt es auch grünes Licht aus Brüssel.

Deutschland darf für die Umstellung auf klimaneutral produzierten Stahl an den Standorten von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) und Bremen 1,3 Milliarden Euro bereitstellen. Die EU-Kommission genehmigte am Freitag die Zahlung.

Die Maßnahme werde die Verwirklichung der Ziele der EU-Wasserstoffstrategie und des europäischen "Green Deals" unterstützten, teilte die Brüsseler Behörde mit. Außerdem werde sie dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Russland zu beenden und den ökologischen Wandel rasch voranzubringen.

Strom und Wasserstoff statt Kohle

Mit der Maßnahme werde das Vorhaben von ArcelorMittal unterstützt, einen Teil seiner Stahlproduktionsprozesse in Bremen und Eisenhüttenstadt zu dekarbonisieren, hieß es weiter. An den beiden Standorten betreibt das Unternehmen demnach derzeit drei Kohlehochöfen und vier Sauerstoffaufblaskonverter zur Erzeugung von Rohstahl.

Die Hochöfen sollen stillgelegt und durch sogenannte Direktreduktions-Anlagen (DRI) ersetzt werden. Diese Anlagen arbeiten mit Wasserstoff. Außerdem sollen elektrisch betriebene Schmelzöfen die herkömmlichen Stahlkonverter ablösen. Der Konzern will in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre mit der Herstellung von klimaneutralem Stahl beginnen. Arcelor Mittal muss auch selbst investieren. Die Modernisierung soll insgesamt etwa 2,5 Millarden Euro kosten.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) reagierte erfreut auf die Entscheidung aus Brüssel. Er hoffe, dass mehrere hundert Millionen Euro davon nach Eisenhüttenstadt gehen, sagte er dem rbb. Auch das Land werde das Projekt mit einem größeren Millionen-Betrag fördern.

EU will bis 2050 klimaneutral werden

Anfang des Monats hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die lang erhoffte Förderzusage verkündet. Der Bund unterstütze die Umstellung auf klimaneutral produzierten Stahl an den Standorten von ArcelorMittal in Bremen und Eisenhüttenstadt. Bislang fehlte noch grünes Licht aus Brüssel.

ArcelorMittal gehört zu den größten Stahlkonzernen in Deutschland. Neben Eisenhüttenstadt und Bremen hat das Unternehmen Werke in Duisburg und Hamburg. Das Unternehmen beschäftigt bundesweit rund 9.000 Mitarbeiter.

Mit dem "Green Deal" will die EU bis 2050 klimaneutral werden. Die Strategie umfasst Maßnahmen in Bereichen wie Energie, Verkehr, Industrie oder Landwirtschaft.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.02.2024, 08:02 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Sie sind nicht aus der Region?
    Eisenhüttenstadt hängt mit einem Umspannnwerk direkt am 380kV Höchstspannungsnetz.
    Planungen für die doppelte Einschleifung der beiden Systeme zwischen Neuenhagen und Preilack gibt es bereits. Die werden nun sicher wieder Fahrt aufnehmen.
    Auch der schon länger vereinbarte Interconnector nach Polen wird somit nochmal bedeutsamer.
    Selbst 100 oder 200MW für so einen Schmelzofen sind an dem Standort überhaupt kein Problem.

  2. 2.

    schon bisschen lustig, wie sich Laien anmaßen Energieexperten zu sein ;)
    Alle reden sie vom blackout obwohl sie mitten in europa hocken, ständig und stabil mit Energie versorgt werden und dieses Phänomen seit Jahrzehnten nicht erlebt haben.

  3. 1.

    "Außerdem sollen elektrisch betriebene Schmelzöfen die herkömmlichen Stahlkonverter ablösen."
    Woher kommt die ausreichende und kontinuierliche Stromversorgung?

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