Elon Musk stellt Cybertruck vor. (Quelle: dpa/Ringo H.W. Chiu)
Bild: dpa/Ringo H.W. Chiu

Tesla-Chef zu Besuch - Sieben Dinge, die Sie über Elon Musk wissen sollten

Für die einen ist er ein Visionär, ja ein Prophet. Für die anderen die Karikatur eines Hollywood-Bösewichts. Kaum jemand polarisiert derart wie Elon Musk. Doch was macht den Tesla-Chef aus? Ein Blick hinter die Visionen und Eskapaden dieser messianischen Figur. Von Efthymis Angeloudis

2024 will Elon Musk auf den Mars. Am Donnerstag war er erstmal in Grünheide, um sich über den Fortschritt der Bauarbeiten auf dem Gelände der zukünftigen sogenannten Gigafabrik von Tesla in Brandenburg zu informieren. Dort durfte er bestaunen, was in Deutschland eigentlich nur schwer vorstellbar ist: ein Mega-Projekt, das voraussehbar rechtzeitig fertiggestellt wird und das der Region 10.000 Arbeitsplätze verspricht - Elon Musk, der Heilsbringer für Berlin-Brandenburg?

Dabei macht der Multimilliardär ja so einiges mehr als nur Autos bauen: eben Raketen ins Weltall schießen - oder mit Chip-Implantaten und Röhren-Transport experimentieren. Und all das während er die Menschheit rettet, wie es etwa die "Welt" beschreibt. Elon Musk und Bescheidenheit passen nicht wirklich zusammen, doch eines muss man ihm lassen, er macht von sich reden. Damit Sie mitreden können, haben wir die wichtigsten Informationen über den Tesla-Chef gesammelt.

1. Woher Elon Musk eigentlich kommt

Musk wurde 1971 in Südafrika geboren. 1988, nachdem er einen kanadischen Pass erhalten hatte, verließ er das Land, weil er seine Wehrpflicht nicht unter dem Apartheid-Regime leisten wollte. Er zog nach Kanada und später in die USA, wo er Physik und Wirtschaft studierte. Mittlerweile hat er die südafrikanische, die kanadische und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

2. Welche Projekte Elon Musk vorantreibt

Ob Raumfahrtraketen, Röhrenbahnen oder Chip-Implantate – für Musks Portfolio ist keine Idee zu verrückt. Sein erstes bekanntes Unternehmen war der Online-Bezahldienst Paypal, das Musk 2002 für 1,5 Milliarden US-Dollar an eBay verkaufte.

Im selben Jahr gründete er Space Exploration Technologies (kurz: SpaceX), um vergleichbar günstige Raketen für die Raumfahrt zu bauen. 2004 trat er dem Elektroautobauer Tesla bei, der 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning gegründet wurde. Musk wurde zunächst Produktarchitekt und später CEO.

Aber nicht jedes Projekt ist ein Erfolg. 2013 schlug Musk ein alternatives System zu den geplanten Schnellzügen in Kalifornien vor, den Hyperloop, ein Röhrensystem, in dem Passagiere in einer Kapsel mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1.220 Stundenkilometern durchgeschossen werden. Das klang wohl selbst für Musk etwas verrückt. Obwohl das Projekt Investoren fand, sprang Musk ab, um sich auf SpaceX und Tesla zu konzentrieren.

Musk jüngstes Projekt Neuralink erforscht die Verbindung zwischen Computer und menschlichen Gehirnen. Ein Chip im Kopf soll Nervenschäden überbrücken und Gedanken zum Smartphone übertragen. Das Start-up implantierte Ende August einen Prototyp in das Gehirn eines Schweines [spiegel.de].

3. Wie Elon Musk auf Twitter den Aktienpreis von Tesla beeinflusste

Über Elon Musks Twitter-Account könnte man ganze Bücher füllen, spielen sich doch große Teile seines beruflichen, aber auch seines privaten Lebens auf dem Kurznachrichtendienst ab. Doch mit seinen sonderbaren Tweets hat es der Tesla-Chef im Mai geschafft, selbst den Aktienkurs seines Unternehmens zum Wanken zu bringen. Musk schrieb, dass er den Kurs des Elektroautobauers für zu hoch halte. Außerdem twitterte der Tech-Milliardär unter anderem: "Ich verkaufe fast allen physischen Besitz" und dass er kein Haus mehr besitzen werde. Teslas Aktie fiel daraufhin im New Yorker Börsenhandel zeitweise um rund zwölf Prozent. Reines Kalkül, meinen viele Kritiker.

Bereits im Sommer 2018 hatte Musk getwittert, dass er erwäge, Tesla von der Börse zu nehmen. Daraufhin hatte ihm die US-Börsenaufsicht SEC vorgeschrieben, dass Musk seine Tweets über Tesla von ihr freigeben lassen muss.

4. Wie ein gepanzerter Cybertruck zum Debakel wurde

Pannen sind im Live-Fernsehen nicht ausgeschlossen. Bei einer Produktpräsentation jedoch nimmt man an, dass alles bis ins kleinste Detail geplant ist. Das war bei der Präsentation des Tesla-Cybertrucks, der wie ein Tarnkappenbomber aussieht, im November 2019 anscheinend nicht der Fall. Als der Chefdesigner eine Eisenkugel gegen eine der angeblichen Panzerglasscheiben des Cybertrucks warf, wurde die Scheibe zersplittert. Dasselbe passierte bei einem zweiten Eisenkugel-Wurf auf den Elektro-Pick-up-Truck. "Es gibt noch Verbesserungsmöglichkeiten", versuchte Musk daraufhin, die Situation zu retten.

5. Was der Name seines jüngsten Kindes bedeutet

Seltsame Namen sind in Hollywood nicht ungewöhnlich. Doch Musk und seine Lebensgefährtin, die kanadische Musikerin Grimes, haben selbst die Brooklyns und Rains dieser Welt übertroffen und ihren Sohn X Æ A-12 genannt.

Wie bitte? Eine Erklärung zu der Namenswahl sowie ein kleines Missverständnis zwischen den frisch gewordenen Eltern liefert dieser Tweet der Musikerin.

Kurze Zeit später kamen die beiden wohl zu ihren Sinnen und änderten den Namen auf X Æ A-XII. "Römische Zahlen. Sehen besser aus", schrieb Grimes auf Instagram. Anscheinend bezeichnet ihn das Paar als "Little X".

6. Wie es ist, Elon Musk als Nachbar zu haben

Elon Musk wurde oft für seinen Geschäftssinn und seinen Erfolg gelobt. Auch US-Präsident Donald Trump bezeichnete ihn als "eines unserer großen Genies". Mindestens einer seiner Nachbarn ist jedoch weniger beeindruckt vom Milliardär - und seinen jüngsten Ambitionen.

Rachel Monroe, eine in der Nähe der Abschussbasis von SpaceX in Boca Chica, Texas ansässige Schriftstellerin, hat sich auf Twitter über das Unternehmen und seine Aktivitäten beschwert. Helle Lichter und Lärm von Bauarbeiten und Lastwagen seien für die Nachbarn zu einer regelmäßigen Störung geworden, sagte Monroe. Auch der Zugang zu einem öffentlichen Strand und zu den Straßen sei während der Raketentests des benachbarten Unternehmens gesperrt.

Musk habe versucht, die Häuser der Anwohner aufzukaufen, um ein eigenes Prototypdorf neben dem Entwicklungs- und Startgelände zu errichten, aber zahlreiche Bewohner hätten sich Berichten zufolge geweigert, umzuziehen.

7. Wie er einen Superhelden inspirierte

Comic-Legende Stan Lee hat die Figur des Tony Stark aus der bekannten Comic- und Film-Reihe "Ironman" an den US-amerikanischen Unternehmer und Flugpionier Howard Hughes (1905-1976) angelehnt. Robert Downey Jr., der Schauspieler, der Tony Stark in den Marvel-Filmen porträtierte, ließ sich allerdings auch durch Elon Musk inspirieren. Der Tesla-Chef hatte sogar einen kurzen Gastauftritt in einem der Filme.
Oder ist Elon Musk der wahre Tony Stark unserer Zeit?

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

30 Kommentare

  1. 30.

    Der Osten und Süden von Brandenburg, bekommt so viele Milliarden an Steuergeldern, da ist doch auf 10 oder 40000 Arbeitsplätze geschi.....War nicht das A10 Center Wildau nicht auch schon pleite, dann wurde es mit Fördermitteln erst so richtig ausgebaut. Cargolifter und nachfolgende Tropenhalle haben schon zig mal Gelder bekommen. Der Lausitz-ring wird immer wieder umfunktioniert mit öffentlichen Geldern. Wir haben in der Lausitz mehr Seen als Einwohner, tolle Chipfabriken wurden auch schon gefördert, der BER und sein Umfeld boomt Dank immer neuer Milliarden. Cottbus bekommt mehr Fördergelder als der Rest von Brandenburg zusammen und Tesla bekommt ein Umfeld und Infrastruktur gesponsert vom Feinsten. Und der Rest von Brandenburg, weiß noch nicht mal, wie ,,moderne Infrastruktur,, geschrieben wird. Ob nun Tesla kommt oder nicht, die Kohle fließt sowieso immer weiter in Richtung Polen und Tschechien.

  2. 29.

    Völlig uninteressant! Die sieben Dinge, wollte ich gar nicht wissen. Wenn man ohnehin kein Tesla-Anhänger ist, wird man, sofern man sich näher mit Elon Musk beschäftigt, überhaupt keiner mehr.

    Da halte ich es mit Dorthe: "Wärst du doch in ... geblieben. "

  3. 28.

    In der ehemaligen DDR ist Neid weit verbreitet. Unternehmen und Unternehmer benötigen Wir in der Grenzregion doch gar nicht. Wir bekommen soviele Steuermilliarden für den BER, für das BER Umfeld, für BASF, für den Kohleausstieg, für die Flutung des Ostsees und der dazugehörigen Infrastruktur. Wir in der Osthälfte von Brandenburg brauchen keinen Elon Musk. Die Arbeitsplätze werden doch sowieso nur für Pendler geschaffen.

  4. 27.

    Versuchen Sie mal einen verrenteten Brandenburger Meckerkopp davon zu überzeugen, dass er von seinem noch umweltschädlicherem CO2-Schleuder lassen soll.

    Setzen auch Sie mal den Wasserverbrauch in Relation zur Förderrate ein Stück weiter beim gleichen Grundwasserleiter. 200 m³/a + plus aktive Wasserhaltung stören Sie ebenfalls nicht.

  5. 26.

    Die Aktionen des Meisters Musk und nicht zuletzt der Name des Sohnes sagt Folgendens aus: Ich finde Realität nicht vor , sondern schaffe die Realität, die ich will. Es ist der Wille zur Macht. Punkt.

  6. 25.

    Jo, ein ganzer Kerl dank Chappi! Ein echter Visionär und Führer ... er hat den Längsten .... Hebel. ODioMio - Gott himself.
    Wirklich, wo sind wir bloß wieder hingekommen, das wir das toll finden.

  7. 24.

    Der quatscht nicht alles breit, sondern packt an. Das ist das, was hier in D fehlt. Dafür macht sich hier Neid breit, wenn jmd bei Leistung verdient und nicht nur immer beim Staat die Hand aufhält.

  8. 23.

    Exakt. Der sog. American Dream ist ein Narrativ der Selbstausbeutung und -unterwerfung, ein Ausdruck von Gouvernemantalität, die Menschen auf vermeintliche Funktionalität und Sinnhaftigkeit sowie Mehrwert für die Gesellschaft abrichten will. Man sei seines eigenen Glückes Schmied, ist die Illusion des Neoliberalismus, die ganze Volkswirtschaften gefährdet,

    Zu Musks Menschenbild würde ein so oberflächlicher und entmenschlichender Ansatz, die Gesellschaft zu betrachten, sicher passen, unterstützt er doch mit Teilen seiner Firmen aktiv Transhumanismus, wenn er plant, nicht nur in ethisch fragwürdigen Versuchen Schweinen, sondern Menschen Chips zu implantieren. Musk lebt die selbstgewählte Abhängigkeit von Technologie, dabei sollte gerade die Corona-Zeit aufrüttlen: Wie viel Technologie ist blanke Verschwendung? Ein paar Millionen weniger E-Autos z.B. würden dem Planeten ganz gut tun. Bei ihm steht alles auf Wachstum. Nachhaltigkeit ist Produkt-Image, aber wird nicht gelebt.

  9. 22.

    Dieser Mann kennt keine Grenzen. Es ist klar, dass es ihm wurscht ist, welche Umweltschäden Brandenburg durch den Bau und die Inbetriebnahme des Tesla-Werks noch bevorstehen. Wo soll das eigentlich das dafür benötigte Wasser herkommen?
    Da ist Brandenburg jetzt schon ausgeblutet. Und wo kommen die Produkionsmittel her? In Südamerika findet ein beispielloser Raubbau statt, um den Rohstoff für die Herstellung von E-Autos zu gewinnen. Dörfer werden dafür platt gemacht, Menschen heimatlos gemacht, Natur zerstört. Ein viel zu hoher Preis für die ewigen Lieblingskinder der Deutschen und Amerkaner: Autos, Autos und nochmal Autos.

  10. 20.

    Der American dream ist für die große Mehrheit dort noch nie wahr geworden, und die, die ihren "Traum" verwirklicht haben, taten das meistens auf Kosten der Ureinwohner, der Sklaven (übrigens auch europäische Schuldsklaven, die ihre Überfährt jahrelang als Unfreie abarbeiten mußten) und dieserMehrheit.

  11. 19.

    Aber es war zumindest interessant genug, um den Artikel zu lesen, einen Kommentar zu verfassen und selbst auf Kommentare anderer zu reagieren.

  12. 17.

    Ich nicht.

  13. 16.

    HA HA HA, er produziert keine Schulden, er erzielt mit Öko-Zertifikaten die er an andere Autohersteller verkauft Milliarden Gewinne. Die Teslafabrik ist ein Geschenk an die deutschen Arbeitnehmer.
    Die Produkte der Teslafabrik sind zu 90% für den Ostblock, die haben mittlerweile mehr Geld als wir Deutschen.
    Man braucht nur auf die Kennzeichen auf deutschen Straßen von Teslas achten: PL BY RU
    Warum sollte er Schulden machen? Grünheide hat mehr Wasser als Kalifornien, und die jaulen auch nicht.

  14. 12.

    Bestimmte Leute aus dem Silikon Valley möchten ja gerne von der verwüsteten Erde fliehen und sich auf dem Mars niederlassen. (Ich hätte nicht viel dagegen, außer dass sie dann noch einen Planeten zerstören ;)) Hab mal gelesen, dass man dafür erst mal eine Station auf der Rückseite des Mondes braucht. Für mich alles Hirngespinnste, aber schlimm, dass es Leute gibt, die sowas wirklich wollen und das Geld dafür haben. So wie die Massen an Satelliten, die Amazon und Musk in den nahen Raum schießen (wollen), so dass es keinen realen Nachthimmel mehr gibt und sich die echten Raumforscher beschweren, weil sie nichts mehr sehen können (alles sehr vereinfacht gesagt, aber ich bin ja nicht vom Fach.)

Das könnte Sie auch interessieren