Die Büste von Mangi Meli im Ort Old Moshi (Quelle: rbb/Oliver Noffke)
Audio: Inforadio | 31.01.2020 | Sebastian Schöbel und Oliver Noffke | Bild: Oliver Noffke

Museen und ihr koloniales Erbe - Das Verbrechen

Seit mehr als 50 Jahren sucht Isaria Meli den Schädel seines Großvaters. Dieser leistete Widerstand gegen das deutsche Kolonialsystem, wurde erhängt und anschließend enthauptet. Die Spur der Knochen verliert sich in Berlin. Aus Tansania berichtet Oliver Noffke

Von der Holzbank auf dem Dorfplatz aus kann Isaria Meli die Ausläufer des Kilimandscharo sehen. Er sieht, wie morgens der Dampf aus den Wäldern aufsteigt und die weiten Felder im Tal. Er sieht seine Urenkel, die auf dem Pfad zwischen den Bananenplantagen toben. Er sieht, wer auf der holprigen Straße aus der Stadt gelaufen kommt. Er hat den Baum im Blick, an dem sein Großvater von Deutschen erhängt wurde.

Isaria Meli lebt in Old Moshi, einem Dorf im Norden Tansanias, das viel über unsere koloniale Vergangenheit erzählt – insbesondere über die brutale Gewalt, mit der das Deutsche Kaiserreich einst versuchte, ein weltumspannendes Imperium aufzubauen. Zwar zerbrach dieses lange bevor der 87-Jährige geboren wurde, dennoch hat diese Epoche einen Großteil seines Lebens bestimmt. "Seit mehr als 50 Jahren suche ich jetzt den Schädel meines Großvaters", sagt Isaria Meli. Als ein Anführer des Volks der Chagga leistete dieser den deutschen Eroberern lange Widerstand. Schließlich wurde er von ihnen zum Tode verurteilt, erhängt und anschließend enthauptet. "Die Deutschen haben den Schädel meines Großvaters gestohlen. Ich will wissen: Wo ist Mangi Meli geblieben?" 

Ruinen einer deutschen Siedlung am Kilimandscharo

Lange wurde Mangi Melis Schädel in Berlin vermutet, als Teil einer obskuren Sammlung des Österreichers Felix von Luschan. Der Anthropologe und Ethnograph ließ um das Jahr 1900 herum auf der ganzen Welt menschliche Schädel einsammeln. Tausende wurden zu ihm nach Berlin verschifft. Ein Teil von Luschans Sammlung befindet sich heute im Archiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Doch Mangi Melis Schädel wurde dort bisher nicht gefunden.

Der Ort, an dem sich heute Old Moshi befindet, war lange vor der Ankunft der Deutschen ein wichtiger Handelsknoten, gelegen an einem Karawanenweg südlich des Kilimandscharo-Massivs. Zum Victoriasee und dem dahinterliegenden Hochland im Westen sowie zu den Küstenorten am Indischen Ozean im Osten ist es von hier aus ähnlich weit.

Um 1900 war hier der Hauptsitz der deutschen Verwaltung dieser Gegend. Einige Spuren sind auch heute noch sichtbar. Etwa eine kleine Markthalle, über deren Rampe einmal Bauern ihre Erzeugnisse abgeliefert haben. Oder eine Kirche, gestiftet von Lutheranern aus Leipzig. Im Dach hat sie Löcher, die Balken modern vor sich hin, doch die Glocke läutet noch. Wenige Meter entfernt liegen Grabsteine mit deutschen Inschriften.

Die verrosteten Schließfächer der kleinen Post sollen schon von deutschen Postbeamten gefüllt worden sein, wird im Ort erzählt. Der hintere Teil wurde von den Briten gebaut, an die Deutsch-Ostafrika nach dem Ersten Weltkrieg fiel. Genau wie das graue Steingebäude mit dem Turm, das wie ein Fort wirkt, aber eine Schule war. An ihrer Stelle stand einmal das Verwaltungszentrum des Kaiserreichs am Kilimandscharo. Es existiert nur noch auf Fotos. Sogar einen Tennisplatz haben die Deutschen anlegen lassen. Für die Bewohner von Old Moshi ist die Vorstellung, wie weiße Männer mit Tropenhelmen hier vor 120 Jahren um Satzbälle kämpften, der Witz des Jahrhunderts - an Absurdität kaum zu überbieten.

Bismarcks Kehrtwende

Im März 1884 gründete Carl Peters die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft. Peters war ein Rassist und Gewalttäter, der von kolonialkritischen Zeitungen als "Hänge-Peters" bezeichnet wurde und unter den Afrikanern den Spitznamen "blutige Hand" trug. Ursprünglich wollte er Gold im heutigen Simbabwe schürfen. Da dies jedoch im Einflussgebiet von Großbritannien lag, änderte er seine Pläne. Im November begleitete Peters eine deutsche Handelsexpedition nach Sansibar, von wo aus er anschließend auf das Festland übersetzte.

Dort schloss Peters sogenannte "Schutzverträge" mit lokalen Herrschern: Eine Garantie, dass den afrikanischen Königen militärische Unterstützung zur Seite steht, sollten sie angegriffen werden. Die Verträge waren ein Bluff, denn die Regierung in Berlin hatte zuvor abgelehnt, die Reise zu unterstützen. Zudem konnten die Afrikaner die Konsequenzen ihrer Unterschriften nicht absehen, da die Texte ausschließlich in deutscher Sprache aufgesetzt waren.

Zurück in Berlin hielt Reichskanzler Otto von Bismarck wenig von den Vereinbarungen, die er abschätzig als "ein Stück Papier mit einigen Neger-Kreuzen drunter" bezeichnete. Peters überzeugte Bismarck jedoch, indem er darauf hinwies, dass der belgische König Leopold II. sein gigantisches Gebiet im Herzen des Kontinents noch weiter nach Osten ausbauen wollte. Dieses hatte er sich auf der Kongo-Konferenz quasi als Privatkolonie von anderen europäischen Mächten abnicken lassen. Zudem wollte der Reichskanzler nicht die nationalistischen Kräfte in seiner Regierung vergraulen. Bismarck änderte also seine Meinung - und sorgte dafür, dass Peters die Schutzbriefe erhielt, unterschrieben vom Kaiser. Das Deutsche Reich war damit Kolonialmacht.

Mangi Meli, Herrscher der Chagga, vor dem Gerichtsgebäude von Moschi im Jahr 1898 (Quelle: SLUB/Deutsche Fotothek/Hans Meyer)Mangi Meli auf einem Bild, das auf das Jahr 1898 datiert ist

Mit Speeren gegen Gewehre

Bis zum Ende des Jahrzehnts drangen die Deutschen weiter nach Westen vor und trafen am Kilimandscharo auf Chief Mandara, Isaria Melis Urgroßvater. Mandara nutzte die Neuankömmlinge anfangs, um sich einen Vorteil gegenüber konkurrierenden Chagga-Anführern zu sichern. Doch die Gewalt, mit der die Schutztruppe vorging, sorgte zunehmend für Spannungen mit den Einheimischen.

1891 kam es zur Katastrophe. Peters, mittlerweile Reichskommissar des Kilimandscharo-Gebiets, entdeckte, dass seine afrikanische Konkubine ein Verhältnis mit seinem Diener hatte. Zur Strafe ließ er beide öffentlich hängen und ihre Dörfer niederbrennen. Mandara war kurze Zeit vorher verstorben und sein Sohn Mangi Meli der neue Chief. Angewidert von der erbarmungslosen Brutalität der Deutschen, organisierte er einen bewaffneten Aufstand, der zunächst einige Monate andauerte.

Carl Peters wurde nach Deutschland zurückbeordert und Jahre später nach einem Disziplinarverfahren unehrenhaft entlassen. Um einem Gerichtsverfahren zu entgehen, setzte er sich nach England ab. Erst zum Ende des Ersten Weltkriegs kehrte er nach Deutschland zurück, wo er schließlich starb. Trotz allem sind im ganzen Land Straßen und Plätze nach ihm benannt. Ursprünglich galt das auch für die Petersallee im Afrikanischen Viertel in Berlin-Wedding. 1986 wurde sie allerdings umgewidmet.

Der Konflikt mit den Chagga dauerte noch einige Jahre an, so dass Mangi Meli zu gewisser Berühmtheit gelangte: der Mann, der sich den Gewehren einer hochentwickelten Industrienation mit Speeren widersetzte. Zu Beginn des Jahres 1900 wurde ihm unterstellt, der Kopf einer Verschwörung gegen die Deutschen zu sein. Nachdem er zum Tode verurteilt worden war, wurde er gemeinsam mit 18 weiteren Anführern der Chagga erhängt. Nach seinem Tod wurde sein Kopf vom Körper abgetrennt und fortgebracht.

Erhängt. Geköpft. Gestohlen. Verschollen.

Eine Sammlung aus Tausenden menschlichen Schädeln

Dass der Schädel seines Großvaters nicht in seinem Heimatort bestattet werden kann, ist für Isaria Meli wie eine offene Wunde, die nicht heilen kann. Er wirkt unruhig, wenn er über seine Suche spricht. "Warum haben sie seinen Schädel mitgenommen? Was waren das für Menschen?" Seine grauen Augen werden feucht. Vor anderthalb Jahren machte er sich auf den Weg nach Berlin, um eine DNA-Probe abzugeben.

Bernhard Heeb und sein Team am Archäologischen Zentrum in Mitte haben anhand dieser Referenz sechs Schädel aus der Luschan-Sammlung untersuchen lassen, von denen sie es für möglich hielten, dass einer Mangi Meli zugeordnet werden könnte. Gefunden haben sie nichts.

"Es kann sein, dass er gar nicht aus Afrika heraus ist. Dass er irgendwo dort verblieben ist, durch Kanäle oder Ereignisse, die wir heute nicht mehr nachvollziehen können", sagt Heeb. "Wenn der Schädel aus Afrika herausgebracht wurde, dann halte ich es nach augenblicklicher Datenlage für am wahrscheinlichsten, dass er in einer Privatsammlung verschwunden ist. Weil dieser Schädel sicherlich auch eine Art Trophäe war." Anhaltspunkte dafür hat Heeb allerdings nicht. Es sei lediglich eine Hypothese, sagt er.

Bernhard Heeb versucht für die Staatlichen Museen zu Berlin die Herkunft Tausender Schädel zu bestimmen (Quelle: rbb/Oliver Noffke)Bernhard Heeb versucht die Herkunft Tausender Schädel zu bestimmen, die während der Kolonialzeit nach Deutschland gebracht wurden

Etwa 5.000 Schädel umfasst die Sammlung, die Felix von Luschan in Berlin hinterließ und nun Teil des Archäologischen Zentrums ist. Viele davon seien stark beschädigt, andere könnten nur sehr schwer irgendeiner Region zugeordnet werden. Etwa nochmal so viele sind im Besitz eines Museums in New York, Luschans Privatsammlung. "Er war der Meinung, je mehr Schädel er hat, umso mehr Daten hat er, umso eher kann er seine Fragestellungen beantworten", sagt Heeb über Luschan. "Das ist natürlich aus wissenschaftlicher Sicht nachvollziehbar. Nur die Art und Weise und tatsächlich auch die Sammelwut, die fast schon festzustellen ist, sind heute nicht mehr nachvollziehbar."

Viele Schädel wurden von Gräbern gestohlen und waren nicht alt genug, um etwas über die menschliche Evolution aussagen zu können. Dafür erzählt die Sammlung einiges über die Kolonialzeit. "Sie sagt uns vor allem etwas darüber, wie die deutschen Kolonialherren miteinander vernetzt waren", sagt Heeb. "Luschan war überhaupt erst in der Lage, so viele Schädel zu sammeln, weil er auf ein Netzwerk aus Militärs, Missionaren, aber auch Abenteurern und Geschäftsleuten zurückgreifen konnte."

"Das ist wichtig, damit unsere Kinder erfahren, was hier passiert ist"

Momentan versuchen Heeb und sein Team den Teil der Sammlung aufzuarbeiten, der aus Ostafrika stammt. Etwa 900 Schädel können wohl Völkern aus dem heutigen Ruanda zugeordnet werden. Sie sollen zurückgegeben werden. "Wenn aber ein Schädel beziehungsweise seine Herkunft gar nicht identifizierbar ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendein Land diesen haben möchte." Was dann mit diesen Knochen passiert, sei völlig offen, sagt Heeb. "Werden die bei uns bleiben? Werden sie bestattet? Nach welchem Ritus könnte das geschehen?"

Reporter im Gespräch mit Isaria Meli, dem Enkel von Mangi Meli, und einer Übersetzerin (Quelle: rbb/Stefan Streicher)Isaria Meli und Übersetzerin Salome Muna im Gespräch mit dem Reporter

Im Januar hat der Bezirk Moshi offizell beantragt, dass menschliche Knochen, die sich im Archiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befinden, rücküberführt werden. "Diese Forderungen liegen auch dem Auswärtigen Amt vor", sagt Konradin Kunze. Er war es, der Isaria Meli die Nachricht überbringen musste, dass keiner der sechs Schädel seinem Großvater zugeordnet werden konnte. Er sagt, für Isaria Meli sei das ein Schock gewesen, er habe das lange nicht verstehen können.

Gemeinsam mit dem Berliner Künstlerkollektiv Flinn Works hat Kunze einen Film über Mangi Meli produziert, der nun in einer Ausstellung in Old Moshi zu sehen ist. Der Film erzählt auf Swahili, Deutsch oder Englisch vom Leben und Tod des Widerstandskämpfers. "Das ist wichtig, damit unsere Kinder erfahren, was hier passiert ist und von wem sie abstammen", sagt sein Enkel Isaria. Der Besuch in der deutschen Hauptstadt, die erste große Reise seines Lebens, hat ihn nachhaltig bewegt. "Alles ist sauber, die modernen Autos, die Züge, die unter der Stadt fahren. Ihr Deutschen lebt im Paradies."

Eine goldfarbene Büste erinnert seit Kurzem an Mangi Meli. Sie steht unter dem Baum, an dem er starb. Auch sie kann Isaria Meli gut von seiner Bank aus sehen. Er weiß zwar noch nicht wie, aber der 87-Jährige will weiter suchen. "Wenn ihr etwas von Mangi Meli hört, sagt mir Bescheid."

Museen und ihr koloniales Erbe

Lesen Sie außerdem aus dieser Reihe:

"Wir müssen anfangen über Rückgabe zu sprechen", erschienen am 9. Februar 2020

Der Knochenberg, erschienen am 16. Februar 2020

Die Überwindung der Berlinisation, erschienen am 23. Februar 2020

Beitrag von Oliver Noffke

Kommentar

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21 Kommentare

  1. 21.

    *räbäh* aber die anderen haben auch zwei Kekse geklaut!

    Wo steht ihr Auto? Das würde ich dann klauen. Machen andere ja auch.

  2. 20.

    "Vor 120 Jahren... Was hat die heutige Generation damit zu tun ? Warum schwingt man sich jetzt in die Vergangenheit um Verbrechen aufzuklären die seit Ewigkeiten vergessen sind."

    Falsch, die Opfer haben bestimmt nichts vergessen.

  3. 19.

    Es ist natürlich leicht, von sich abzulenken und mit dem Finger auf andere zu zeigen. Was nützt es? Das erinnert an die Ausrede „aber andere haben das auch gemacht“. Es geht in diesem Fall um unsere Geschichte. Klar, wir können einfach alles zurückweisen und erklären, interessiert uns nicht mehr. Frage ist, wollen Sie das? Rechtfertig das Handeln anderer das eigene? Nein, wir müssen uns nicht für das entschuldigen, was unsere Vorfahren gemacht haben, aber für unser jetziges Verhalten sind wir verantwortlich.

  4. 18.

    Ich habe es geahnt, das diese Analogie geschaffen wird! Natürlich kann man anderen Nationen das alles ebenso vorwerfen. Jedoch haben sie,m.M.n. die eigentlichen Kausalitäten nicht erkannt. Es existiert ein Standpunkt von dem es überhaupt kein Problem ist, andere Kolonialmächte heute oder damals, zu kritisieren. Für mich ist überhaupt kein Problem anhand von Fakten England, USA, Frankreich, Spanien, Niederlande, Türkei, Israel oder wenn auch immer zu kritisieren.
    Die Einstellung: Meine Nation ist Mensch, mein Land ist die Welt! hilft dabei enorm

  5. 17.

    Jaja, Früher war alles besser. An so etwas denkt niemand hier. Und die Betroffenen grübeln weiter... Die Menschheit war schon immer rücksichtslos und zerfleischt sich selbst.

  6. 16.

    Dass von anderen Kolonialmächten furchtbare Verbrechen ausgingen, die Sie auch richtig aufzählen, bestreitet niemand, dazu gibt es auch eine Fülle von Berichten.

    Hier geht es aber - wie die Überschrift eindeutig sagt - um Verbrechen in deutschen Kolonien, mit Bezug auf unser Berichtsgebiet Berlin.

    Taten miteinander aufzurechnen macht kein einziges Verbrechen besser, insofern ist es nicht zielführend zu sagen "Aber die Anderen war doch schlimmer".

    Für wie schwerwiegend Sie die Verbrechen halten, über die wir in unserer Serie berichten, bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen. Wir sehen keinen Grund, das nicht zu thematisieren.

  7. 15.

    Ein weiteres schönes Beispiel ist, als die Bundesregierung den ehemaligen "Bündnispartner" Türkei an den Suizid in Armenien erinnern wollte! Habe noch nie so eine Luftnummer gesehen! Wenn hier "Erinnerungen" eintrudeln, ist die Regierung bestürzt und fängt an Geld bei Seite zu legen! Das möchte ich einmal in den genannten Ländern sehen!

  8. 14.

    Hier geht es ganz konkret darum, dass in einem Berliner Archiv der öffentlichen Hand die Überreste von Leichen liegen, die anderswo zurückgefordert werden. Wenn das heute noch nicht aufgearbeitet ist, dann hat das sehr wohl etwas mit uns zu tun.

  9. 13.

    Ich kann das so nicht in England beobachten, schon gar keine Wiedergutmachungen, in der USA wird die schwarze Bevölkerung heute noch nicht entschädigt oder ist der weißen voll gleich gestellt. Vom benannten Belgien oder seiner Regierung höre ich auch nichts in der Richtung! Hat Holland schon an irgend jemanden etwas bezahlt? Wissen Sie denn da etwas? Alle Länder zeigen immer, mit dem Zeigefinger, auf Deutschland! Besonders die "Angloamerikanische Welt" hat Deutschland als böseste und fieseste Macht ausgemacht, und wird nicht müde in Filmen (z.B. auch Star Wars oder Indiana Jones)die Nazi und kolonial Keule auszupacken! Gerade Amerika und England haben, bei der Aufarbeitung von gestohlenen Ressourcen und Chancen, den größten Bedarf an Anerkennung und Wiedergutmachung! Kurios das "Entschädigungsfälle" gegen Deutschland, fast immer bei Gerichten in der USA eingeklagt und gewonnen werden!

  10. 12.

    Es ist beliebt, aber (insbesondere) in Bezug auf das Deutsche Reich unberechtigt, von einem gesamtgesellschaftlichen Wohlstandsgewinn durch Ausbeutung der Kolonien zu sprechen. Die Kolonien waren volkswirtschaftlich ein prestigeträchtiges Verlustgeschäft.

    Natürlich gab es Abenteurer-Kapitalisten, die durch die Organisation sklavereiartiger Arbeitsverhältnisse auf Plantagen ein privates Vermögen erwarben. Da sich in diesem Fall Verantwortung aber konkret zuordnen lässt, besteht m.E. kein Grund für heutige Generationen sich hierfür eine Schuld "anzuempfinden".

  11. 9.

    Deutschland ist das einzige Land, welches immer wieder erinnert und erinnert wird! Oft, oder eigentlich immer im verbund mit überzogenen finanziellen Forderungen! Sind es doch aber diese finanziellen Forderungen und Rückübertragungsforderungen, die neuen Hass schüren! Die größten und auch grausamsten Kolonialmächte, zu denen Deutschland eindeutig nicht zählt, feiern ihre Vergangenheit und lassen nicht einmal im Ansatz eine Diskussion um Wiedergutmachung zu! Von England und Holland mal ganz abgesehen, habe ich noch nie jemanden über eine Wiedergutmachung und Aufarbeitung, auch finanziell,durch die grausame Kolonialmacht Belgien gehört!!!

    https://www.spiegel.de/geschichte/kolonialherr-leopold-ii-das-belgische-monster-a-951236.html

  12. 8.

    Warum wird immer nur Deutschland beschuldigt? Waren andere Kolonialmächte besser? Wie brutal waren die Amerika Eroberer? Die Ureinwohner wurden fast ausgerottet.
    Die Geschichte sollte in der Schule im Unterricht behandelt werden.
    Aber ansonsten ist die Vergangenheit Geschichte.

  13. 7.

    Ja, der Indische Ozean liegt natürlich westlich von Tansania. Sie haben recht. Vielen Dank für den Hinweis, wir haben die Stelle korrigiert.

  14. 6.

    Danke, sie liefern den Grund des Erinnerns selber! Also, ich erkläre es ihnen nochmal, es gibt da nämlich verschiedene Gründe.
    1. Geschichtliche Verantwortung verjährt nicht, d.h. schon alleine um heutzutage selbige Fehler zu verhindern, sollten uns unsere gesch. Tiefpunkte bewusst sein.
    2. Es wurde(wird) nunmal ein gewisser Anteil an dem ´Reichtum oder des Wirtsch. Erfolges D´s´, mit entführten, vertriebenen und ermordeten Menschen und geklauten Bodenschätzen ´erwirtschaftet´.
    3. Die Folgen unserer Eingriffe haben bis heute Auswirkungen auf die Umwelt,Wirtschaft und die soziale Entwicklung in diesen Ländern.
    Genau über dieses Unverständniss, damals wie heute, welches sich aus Unwissenheit, Ignoranz und Empathielosigkeit speist, gilt es aufzuklären!
    Sorry, fürs ´quälen´!!!

  15. 5.

    "Vor 120 Jahren... Was hat die heutige Generation damit zu tun ?"

    Es ist ein Teil der deutschen Geschichte, ob es Ihnen nun passt oder nicht.
    Und so lange es Menschen gibt, die die guten alten Zeiten verherrlichen, ist es auch gut so das darüber berichtet, und unterrichtet wird.

  16. 4.

    @Sie begreifen gar nichts. Weder die Vergangenheit unseres Landes und unserer Vorfahren, noch der Gegenwart. Ihre Ignoranz lässt die Möglichkeit einer Wiederholung der Geschichte wachsen. Der Unterschied zwischen Ihnen und dem Enkel des Ermordeten ist folgender. Sie haben die Wahl sich mit dieser Vergangenheit auseinanderzusetzen. Er hat diese Möglichkeit nicht. Für ihn ist diese Vergangenheit immer präsent und das Verbrechen ist für ihn und sein Dorf eben nicht Vergessen. Von daher hoffe ich, dass Sie möglichst noch Ihr ganzes Leben mit diesen Dingen konfrontiert werden. Dieses auszuhalten ist wohl längst nicht so schlimm, wie das was die Opfer aushalten und ertragen mussten.

  17. 3.

    Es gibt viele Antworten auf Ihren Kommentar. Versuchen wir es ganz einfach: Das Wissen um die Geschichte und den Hintergrund erklärt die Situation der Gegenwart. Schauen Sie vor die eigene Haustür. 40 Jahre vereinigtes Deutschland. Immer noch große Unterschiede in Wirtschaft und Kultur, obwohl alles getan wurde, um gleichwertige Verhältnisse zu schaffen. Nun nehmen Sie zum Vergleich Afrika und Europa und denken Sie nochmal nach!

  18. 2.

    Vielen Dank für diesen Bericht - es ist immer wieder erschütternd, was der Kolonialismus angerichtet hat, mit welcher Mischung aus Habgier, Brutalität und Hybris die Kolonialherren (meist waren es ja Herren) meinten, sich über andere Völker und Lebensweisen erheben zu können. Bis heute meinen wir intuitiv, unsere Art zu leben sei die bessere. Dass in den "Entwicklungsländern" vieles nur durch die Ausbeutung, die bis heute geschieht (nur oft nicht mehr so deutlich erkennbar), verelendet ist, liegt auf der Hand, wird aber dennoch oft geleugnet.
    Eine Nachfrage: Liegt der Indische Ozean nicht östlich von Tansania? Wurden in der Reportage die Himmelsrichtungen vertauscht?

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