Kommentar | Shutdown für Kultureinrichtungen - Diese Entscheidung trifft die Falschen

Do 29.10.20 | 07:23 Uhr | Von Maria Ossowski
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29.09.2020, Berlin: Zuschauer mit coronabedingtem Abstand im Zuschauerraum aufgenommen am 29.09.2020 in der Komischen Oper in Berlin Mitte. (Quelle: dpa/XAMAX)
Audio: Inforadio | 28.10.2020 | Maria Ossowski | Bild: dpa/XAMAX

Einen Monat lang müssen Kulturinstitutionen schließen. Das haben die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten am Mittwoch beschlossen. Eine falsche, zerstörerische Entscheidung, kommentiert Maria Ossowski

Es reicht. Wir sind weder Egoisten noch Hedonisten. Im Gegenteil. Wir sind jene, die alle Hygieneregeln am strengsten befolgen. Wir sind jene, die Häuser mit den besten Hygienekonzepten bespielen und besuchen. Wir sind jene, bei denen jeder Infektionsfall minutiös nachverfolgt werden kann. 80.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in Salzburg, ein Fall hinter der Bühne, sofort isoliert.

Wagners "Walküre" in Berlin: Jeden Morgen haben sich alle Mitwirkenden der Deutschen Oper testen lassen. Mittags begannen die Proben, weil niemand positiv war. Wir Zuschauer trugen und tragen klaglos während der sechs Stunden im Opernhaus Masken. Viele von uns gehören - so wie ich - zu den Hochrisikogruppen. Wir schützen andere und uns selbst. In den Kultureinrichtungen herrscht eine ganz besondere Vorsicht. Aber nicht nur wir Bedrohten wissen, wie sehr wir aufpassen müssen.

Bitte, wer kuschelt und quatscht während klassischer Konzerte, wer säuft im Theater, wer singt in der Oper mit, und wer tanzt bei einer Lesung? Niemand. Wir, die Kulturmacher und die Kulturbegeisterten, büßen für jene Gruppe, die kein Politiker in den Griff bekommen hat, nämlich die Hochzeiter, die Partymacher, die Leugner. Ihretwegen soll vielen, vor allem kleineren Kulturinstitutionen, jetzt der Todesstoß versetzt werden.

"Jetzt greifen wir auch bei der Kultur durch"-Politik

Diese Entscheidung, einen Monat lang alle Kultur zu verbieten, ist dreierlei Überlegungen geschuldet.

Erstens: einer populistischen, getriebenen, keinerlei Studien entsprechenden "Jetzt greifen wir auch bei der Kultur durch"-Politik. Denn es wäre ja den Argumentations-Resistenten schwer zu erklären, warum Theater und Konzerthäuser geöffnet bleiben sollen, während sie keine Feten feiern dürfen.

Zweitens: einer absolut inakzeptablen Verzichtsethik, nach dem Motto: "Wenn wir schon Bordelle, Fitnesstudios und Bars schließen, dann sollt ihr Kulturliebhaber auch darben. Ihr Künstler traut euch eh nicht, auf den Putz zu hauen. Und wenn wir euch Sänger, Tänzer und Schauspieler wieder arbeiten lassen, euch, die ihr seit Jahrzehnten täglich übt, die ihr euer Leben der Musik, dem Schauspiel, der Literatur geweiht habt, dann taucht ihr bestimmt wieder irgendwo hinter den Supermarktregalen auf, die ihr aus Existenznot mit Klopapier und Katzenstreu aufgefüllt habt. So ist das nämlich: Künstler sind mittlerweile so pleite, dass sie eben im Supermarkt als Hilfsarbeiter anheuern.

Drittens: Es droht vielen Geschäften und Betrieben außer Amazon und dem Lebensmittelhandel die Insolvenz. Warum sollen wir Rücksicht nehmen auf die 100 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung, die ihr Kulturleute im Jahr erarbeitet? Keine Ausnahmen.

Diese Entscheidung ist zerstörerisch

Es lebe die Konsequenz, auch wenn sie vollkommen sinnlos ist, weil sich in perfekt gelüfteten und alle Hygieneregeln umsetzenden Theatern, Opern oder Konzertsälen bislang nicht nachweislich Menschen angesteckt haben. Sicher, man muss in die Säle kommen und zurück, aber auch da gilt: strenge Maskenpflicht.

Die Entscheidung trifft die Falschen, sie trifft sie ins Mark, sie ist zerstörerisch, denn Kultur ist nicht systemrelevant, dieser Begriff aus der Finanzkrise nervt nur noch. Kultur ist existenzrelevant, sie ist lebensrelevant.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Maria Ossowski

59 Kommentare

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  1. 59.

    @rbb:
    Danke mal wieder an Raiko Thals Sendung Corona-Lage!
    Der Gast zum Thema Kunst und Kultur hat doch gerade genau aufgeklärt, warum die Kultur weitergehen muss und darf.
    Insgesamt auch wieder interessante Sendung!

  2. 58.

    Eigentlich traurig das man das nach Monaten immer wieder erklären muss. Aber ich möchte SIe daran erinnern, dass...
    - die 25.000 Grippetoten nachträglich durch eine Übersterblichkeitsrechnung ermittelt wurden und daher ein Vergleich hinkt. Und viel wichtiger: es gab damals keine Maßnahmen wie in diesem Jahr.
    - das Corona-Virus neu war/ist (gegen viele Influenzaviren gibt es Impfstoffe = Teilschutz)
    - die Inkubationszeit beim Corona-Virus bei 2-14 Tagen und bei einer Grippe bei 1 bis 2 Tagen liegt, Außerdem ist die Sterblichkeitsrate bei Corona höher.

    Man kann also den Erreger bereits per Tröpfcheninfektion übertragen, ohne zu wissen, dass man schon infiziert ist. Das macht Sars-Cov2 so unterschiedlich zur Grippe, weshalb ein Vergleich unsinnig ist. Ihre angestrebte "Normalität" gibt es nicht mehr, also können wir auch nicht dahin zurückkehren. Stattdessen müssen wir versuchen mit gezielten Maßnahmen einen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern bis es einen Impfschutz gibt.

  3. 57.

    Darf ich hier noch einmal daran erinnern, dass es 17/18 über 25.000 Tote durch Influenza gab. Jeder Tote ist mehr als bedauerlich. Es gab über 45.000 Krankenhauseinweisungen und ca. 334.000 nachgewiesene Infektionen (nicht durch PCR sondern labordiagnostisch). Die Intensivbetten waren an Ihrer Kapazitätsgrenze. Hier im ARD Morgenmagazin nachzusehen: https://www.youtube.com/watch?v=5HXZ3UHp8-k
    Wurden damals sämtliche Einrichtungen geschlossen? Gab es eine ähnliche Panikmache? Wo waren unsere Politiker mit Verordnungen, um uns vor dieser damaligen Grippewelle zu schützen? Ich selbst lag 2019 mit einer schweren Grippe, inkl. Krankenhaus und Tropf 4 Monate flach. Das hat niemanden interessiert. Heute würde man mir ein Kamerateam schicken, da ich nicht zur Risikogruppe gehöre. Wir sollten akzeptieren, dass Viren zu unserem Leben dazu gehören und zur Normalität zurückkehren.

  4. 56.

    @MM: Ich verstehe den Sinn schon so, wie Sie das beschreiben. Allerdings gibt es ein gesellschaftliches Problem, dem zugegebenermaßen durch politisches Handeln nicht wirksam zu begegnen ist: Wenn die Menschen dann im Dunkeln in Parks feiern oder im Hof des Bauernhofs oder im Partykeller oder oder oder... dann zeigt sich, dass die gesellschaftliche Akzeptanz fehlt. Nur ein gesellschaftskultureller Wandel könnte das verändern.

  5. 55.

    Danke Frau Ossowski, kann dem nur zu 100 Prozent zustimmen. Genau so wie Sie es beschreiben verhält es sich.

  6. 54.

    Vielen Dank für den Kommentar!
    Ich teile den Eindruck, dass mit besonderer Feindseligkeit gegen die Kulturlandschaft in Berlin vorgegangen wird: der Begriff "Museum" kommt im Beschluss der Bundeskanzlerin und der MinisterpräsidentInnen nicht vor. Offenbar hat man hier regionale Entscheidungsspiel Räume gelassen. Warum schließt Berlin seine Museen?

  7. 53.

    Nein Frau Ossowski. Sie haben den eigentlichen Sinn nicht erkannt. Je weniger Anreiz für den Menschen besteht, sich von zuhause wegzubewegen, desto mehr Kontakte entstehen. Kein Anreiz ("ist ja eh alles zu, können wir gleich zuhause bleiben") vermindert die Kontakte insgesamt. Man kann natüröich darüber streiten, ob dies verhältnismäßig ist. Aber Sie haben den Tenor der Regelung nicht verstanden.

  8. 52.

    Schweden mit Deutschland zu vergleichen ist unsinnig. Schweden sind wesentlich sozialer und disziplinierter. Denn muss man nichts verbieten, da reichen Empfehlungen und sie machen es dann eigenverantwortlich. Wenn Schweden wie Deutsche wäre, würde der schwedische Weg nicht funktionieren. Deutsche sind egoistischer.

  9. 51.

    Die Kultureinrichtungen haben die Infektionsschutzvorgaben minutiös und äußerst streng umgesetzt. Dass sie jetzt für das verantwortungslose Handeln der Partycommunity büßen müssen, scheint weder notwendig noch angemessen.

  10. 50.

    Es trifft nicht die falschen, das weiß auch jeder der klar denken kann. Zuhause treten Ansteckungen nur auf, weil sie irgendein gleichgültiges Familienmitglied von draußen einschleppt und die betroffene Familie dann auch wieder zu anderen ausschleppt. Dass Ansteckungen innerhalb privat auftreten ist die halbe Wahrheit und eine Nebenkerze, damit die Geschäfte weiter laufen können.
    Verbreitung entsteht durch Kontakt, egal ob privat oder geschäftlich.
    Künstler wie Roland Kaiser, Prinzen, Helene Fischer und wie sie alle heißen, verdienen durch Tantiemen, Funk und Fernsehkonserven und diverse Downloadplattformen noch genug und könnten ihren ach so armen Kollegen und Techniker doch mal mit einem Fond unter die Arme greifen. Schließlich fanden/finden ihre Shows nur durch deren Arbeit statt.
    Warum soll ich für Kaisers oder Fischers Techniker gerade stehen.

  11. 49.

    Warum so nebulös? Was sind denn die Grundzüge des schwedischen Gesundheitssystems und was ist der wesentliche Unterschied zu Deutschland - gerade in Bezug auf Corona?

  12. 48.

    Sie dürfen nicht ihre Moral als das einzig gültige hinstellen und jeder der diesem nicht entspricht als Unmensch.
    Schauen sie sich mal die Grundzüge der schwedischen Gesundheitssystems an. Und bitte auch wie die Akzeptanz dieses in der Gesellschaft ist.
    Es gibt nicht nur eine Sichtweise und Herangehensweisen und das bezieht sich nicht nur auf Corona.

  13. 47.

    Sie sprechen von "intelligentem Handeln" und gleichzeitig von "Maskenwahn". Erkennen Sie den Widerspruch? Wahrscheinlich nicht, wenn man Ihren Ausführungen folgt. Niemand spricht von einem Killervirus, es wird klar verständlich die Gefahr einer Infektion, Übertragung, Erkrankung und deren möglichen Folgen erläutert. Überall und seit Monaten. Wenn man dann - so wie Sie - immer noch nicht verstanden hat, dass man das Virus auch asymthomatisch an anderen Menschen weitergeben kann (welche eventuell danach schwer erkranken), dann nenne ich das asozial. Nicht Angst und Panik - so wie Sie das interpretieren - sondern Vorsicht und Vorsorge sind probate Mittel, die Pandemie durchzustehen. Ich frage mich ob Ihrer Worte wirklich, wo Ihr Realitätssinn ist?

  14. 46.

    Kunst und Kultur sind verschmerzbar, Konsum aber nicht? Dann ist ja wenigstens der Black-Friday gerettet. ...au backe.

    Vielen Dank Frau Ossowski für den Beitrag!

  15. 45.

    “Covid 19 kann für einige zu einer lebensgefährlichen, ja tödlichen Krankheit werden, aber es ist nicht der Killervirus, der uns alle umbringt.” Und diese „einigen Menschen“ wollen Sie so einfach dafür opfern, dass Sie weiterleben können wie bisher? Das Leben dieser Menschen ist weniger wert als das Ihrige? Ich habe selten einen so menschenverachtenden Kommentar gelesen. Schämen Sie sich.

  16. 44.

    @Maria Ossowski: "Diese Entscheidung trifft die Falschen"???
    Eine einfältige, aus meiner Sicht überflüssige und insbesondere überhebliche Überschrift und Aussage von Ihnen. Als ob es auch "die Richtigen" treffen kann? Es gibt nicht "die Richtigen" und "die Falschen". Mit solchen Aussagen spalten Sie! Und Sie können auch nicht für alle Kulturschaffenden reden. Denn Partyverantaltungen bei denen Hygieneregeln nicht befolgt werden (können), sind auch Kulturbetriebe. Meine Bitte: Die Problematik bitte etwas differenzierter betrachen.

  17. 43.

    Die Schuldzuweisungen im Kommentar an die "Partymacher" sind ebenso erbärmlich wie die auf Angst und Panik ausgerichtete, aktionistische Handlungsweise der Regierenden in Bund und Ländern sowie die mediale Unterstützung. Gelassenheit, Souveränität, Zuversicht, Realitätssinn und Logik bleiben allenthalben außen vor. Und am erbärmlichsten sind die Rufe der Bürger mit dem sich selbst attestierten "gesunden Menschenverstand" nach immer noch schärferen Regelungen und härteren Strafen. Das sind die wirklich Asozialen in der Gesellschaft und nicht jene, die die Maßnahmen kritisch hinterfragen und nicht bereit sind, die noch so blödsinnigste Maßnahmen jubilierend umzusetzen. Mehr intelligentes, eigenverantwortliches Handeln, weniger Hysterie und Maskenwahn sind ein probates Mittel, die Pandemie langfristig durchzustehen. Covid 19 kann für einige zu einer lebensgefährlichen, ja tödlichen Krankheit werden, aber es ist nicht der Killervirus, der uns alle umbringt.

  18. 42.

    Offensichtlich begreifen weder die Autorin nocb die Branchen, die lamentieren, dass das Virus undichtbar und aggressiv ist und überall jeden anstecken kann. Jegliche Hygjenekonzepte bringen nichts. Das einzige, was hilft, ist Abstand halten und Kontakte zu Mitmenschen gering halten. Wann begreifen das die Leute endlich mal?

  19. 41.

    Es geht darum alles herunterzufahren, damit man nicht mehr das Haus ständig verlässt und anderen Menschen begegnet. Ohne Schließungen funktioniert das nicht, egal wie gut die Hygiene Konzepte sind. Aber leider sind Schulen und Kitas noch offen, was zur Folge hat, dass dieser Lockdown die 50 pro 100.000 wahrscheinlich nicht erreichen wird.
    Der Skandal ist eher der altmodische Zustand in den Gesundheitsämter die noch mit Papier arbeiten, digitalisiert könnten wir viel mehr verkraften und somit Insolvenzen vermeiden. Eigentlich sollte Spahn wegen diesem Zustand zurücktreten, es ist wirklich peinlich im Jahr 2020 noch so arbeiten zu müssen.

  20. 40.

    Kirchen waren mehrfach! Ausgangspunkte für Infektionen!! Nach der verqueren Logik der protestantischen Pfarrerstochter aus Templin aber natürlich kein Grund, singende und chorisch sprechende Gläubige von den Kirchen fernzuhalten!!
    Was will man aber auch anderes von einer Amtsträgerin und fast allen MP's erwarten, die ihre Eidesformel mit einem "So wahr mir Gott helfe" krönen!!
    Ich gönne wirklich jedem seinen Gottesdienst in der Kirche, so lange ich meinen seelischen Beistand in Theatern und anderen Kunsteinrichtungen erlangen darf. Bin aber leider nur ein atheistisches Mängelwesen.

  21. 39.

    Sicherlich ist ihre Branche hart getroffen. Ich bin dankbar und froh, dass es nicht wieder Familien sind. ABER unser medizinisches Personal kann sich nicht schützen, weil es immer noch nicht ausreichend Schutzkleidung gibt! Es gibt nicht nur Risikopatienten im Altersheim. Und da müssen in einer Solidargemeinschaft Opfer gebracht werden. Leider, so schwer und ungerecht es auch ist.

  22. 38.

    Frage mich auch, was die ganzen kultur-, rechts- und gleichstellungspolitischen Sprecher dazu zu sagen haben?
    Da werden ideologische Befehle an die Bevölkerung durchgestellt.
    Und die soll schlucken?
    Hoffentlich nimmt sich mal endlich jemand den Alltagssorgen dieser Menschen an.
    Da sind reihenweise Menschen in Armut und Depression gestürzt worden. Und wenn sie was sagen, sind sie Corona-Hetzer.

  23. 37.

    BRAVO, Frau Maria Ossowski, den Nagel auf den Kopf getroffen. Mit jedem Satz, jedem Wort und jedem Buchstaben!
    Herzlichen Dank dafür und bleiben Sie gesund.
    Ich hoffe und bete von ganzem Herzen, dass die Kultur es trotzdem nochmal schafft! Als Risikopatient ist Kultur mein Lebenselexier.

  24. 36.

    Prima, dieser Kommentar, sehr geehrte Frau Ossowski, unterscheidet sich von dem sonst so zu lesendem nur in der besseren Wortwahl. Fingerzeig und ersteinmal müssen die anderen was machen und ich bin Opfer dieser grenzdebilen Politik.

    Klasse die Schuldigen sind gefunden und wen wollen Sie jetzt aufhängen?

    Was soll denn bitte jetzt passieren, außer dass die auch von Ihnen Gewählten endlich das machen, was Sie für richtig halten.
    Ach übrigens, die Art so zu formulieren erinnert mich an längst vergessen geglaubte Zeiten.

  25. 35.

    Selbst mit einer sauberst geführten Liste kann sich eine Kulturinstitution aktuell leider nicht mehr aus der Verantwortung nehmen. Irrtum Nummer eins. Die Liste allein reicht nicht, sie muss auch schnell(!) bearbeitet werden. Die Gesundheitsämter sind jedoch überlastet. Selbst wenn eine Liste vorliegt, wird diese durch Verzögerung bei der Bearbeitung nutzlos. Die notierten Personen können lustig weiter tagelang durch die Kulturszene lustwandeln.

    Des Weiteren wird hier ein direkter, fast schon gewollter Angriff auf die Kulturszene festgestellt, was Irrtum Nummer zwei ist. Es handelt sich um einen - zugegeben bedauerlichen - Kollateralschaden bei einer zwingend erforderlichen Maßnahme. In zwei Wochen würde ohnehin niemand mehr groß Lust auf Kultur haben, wenn die Krankenhäuser aus den Nähten platzen.

    Irrtum Nummer drei ist, dass sich in den Kultursälen niemand angesteckt hat. Der erwähnte Salzburger Fall zählt nicht?

  26. 34.

    Sie haben's einfach nicht verstanden!
    Die Kulturbranche hat nie behauptet, infektionslos zu sein.
    Sondern sie versucht alles, was möglich ist.
    Und Infektionen in der "Chefetage" könnten ja auch woanders herkommen.

  27. 33.

    Man darf nicht immer nur das Negative sehen, beil allem Respekt - aber mir fehlen Optimismus und Kreativität. Ja es wird alles auf die Probe gestellt; die Krise als Chance zu sehen, fehlt mir ebenso.
    Sind wir nu ein Volk von Dichtern und Denkern oder ein Volk von Miesmachern und Stänkerern?

  28. 32.

    Wenn das Mit-dem Finger-auf-andere-zeigen nicht wäre,fände ich den Kommentar gut. So ist er ok. Andreas hat das schon ganz gut beschrieben.

  29. 31.

    Sehr geehrte Frau Ossowski, Ihr Kommentar ist richtig, zutreffend und spricht mir aus der Seele. Recht herzlichen Dank für diese offenen Worte.

  30. 30.

    Was heißt den Fehlverhalten?
    Seit Jahren gibt es in der Politik eklatante Rechtsbrüche und die Beschäftigung mit Sinnlosthemen statt der Lösung lang existierender Probleme wie Kriminalität, Pflegenotstand, Finanzflucht und sperrangelweit offene Außengrenzen.
    Und da wundert sich die Politik, dass sie den Maskenverweigerer an der frischen Luft nicht mehr mental erreicht???
    Wieso werden übrigens die Kulturbetriebe geschlossen?
    Das ist doch zu nichts zu rechtfertigen!
    Soll Müller mal den ÖPNV schließen.
    Ich kann auch dieses Wir bleiben zu Hause Theater nicht mehr hören. Schauen Sie doch an, wie viele Senioren unterwegs sind!
    Sollen sie ja auch. Die wollen auch leben.
    Aber auch Junge haben ein Recht auf Kontakte.
    Wir haben so viel Geld und Subventionen für jeden Quatsch.
    Dann sollen die doch mal alles 3 Wochen zu machen.
    Dann bleiben wir alle mal wirklich zu Hause.

  31. 29.

    Man könnte jetzt sagen, Schuld ist die Demokratie und das Grundgesetz, dass es allen Idioten erlaubt, seine Rechte auszuleben ohne Rücksicht auf andere, aus reinem Egoismus. Alle, die sich an die Regeln gehalten haben, wurden ausgelacht und mit Rechtsanwälten bekämpft, also beschimpft nicht die Falschen, „Die Feinde sind unter uns!“

  32. 28.

    Mit jahrelanger Kritiklosigkeit an den Regierenden, war natürlich die kalte Schulter zu erwarten gewesen.
    Die Kulturbranche sollte einfach ihren Kuschelkurs mit der Politik beenden.

  33. 27.

    Sehr guter Kommentar. Hier wird gerade Politik analog einer Diktatur betrieben. Andere Meinungen von Kompetenten Experten werden nicht angehört bzw. auch mal auf eventuelle Richtigkeit geprüft. Es wird nur noch auf das RKI gehört wo ich mich frage sind die Gott? Was passiert im Dezember, was passiert im Januar und und und. Unsere Regierung soll langsam Ihre Hausaufgaben machen und konzepte entwickeln mit diesen Virus halbwegs vernünftig zu leben sonst geht es das ganze nächste Jahr so weiter. Bis auf die AHA Regeln werde ich mir nichts mehr vorschreiben lassen bzw. mein Leben bestimmen lassen.

  34. 26.

    Was für ein Statement..... ganz im Sinne der Politik.
    Da war man ganz doll brav und auch die Besucher sind ganz doll brav und man kann auch belegen wie brav man war und da uns die Politik nicht nur gesagt hat wie man sich verhalten muss, damit man gelobt wird sondern auch gleich noch die Schuldigen liefert stimmt man all zu gern in diesen Chor mit ein.
    Na so langsam ganz langsam bekommen auch die letzten mit, das es nur darum geht was man zu machen kann ohne das sich zu großer Widerstand in der Bevölkerung regt. Ganz klar....gut das die Schulen offen bleiben....aber daran sieht man es spielt keine Rolle wie gut oder schlecht man dort eine Infektion verhindern kann.
    Und wenn die Theater jeden Besucher in einzelne Glaskabinen stecken würde... die Bevölkerung will das die Politik handelt und genau das wird gemacht.
    Willkommen in der Realität der Politik.

  35. 25.

    Mutig, klar und in sich schlüssig - Respekt, liebe Frau Ossowski!

  36. 24.

    Ich habe Ihre Ausführungen im Radio mit sehr viel Anteilnahme und Respekt gehört. Es wäre wichtig, dass die Entscheider dieser kulturellen "Aus- Maßnahmen " zu diesem Inhalt einmal Stellung nehmen sollten. Ich finde es reicht was hier mit unsere "Kultur " gemacht wird. Sie wird u.a. auch den "politischen Selbstdarstellern" geopfert. Es ist öffentlicher und höflich-sachlicher Widerstand zu leisten. Danke für Ihre Meinung - ich teile jedes Wort mit Ihnen.

  37. 23.

    Ja, genau, so Kleinkunstbühnen zum Beispiel sind das reinste Sodom und Gomorrha! Da wird durchgefeiert bis morgen früh und immer bumsfallera! Keine Masken, dafür Massenbesäufnisse. Und ich glaube, diese Künstler, die reiben sich auch gern aneinander. Und am Publikum. Ekelig. Und die puren Infektionsherde. Am besten für immer schließen! Und alle abkommandieren in die Produktion!

    Wie war das mit dem Kindergarten?

  38. 22.

    Diese Behauptung ist falsch. Als Mitarbeiter eines großen Opernhauses in der Hauptstadt darf ich berichten: Wir haben Infektionen.
    Namentlich bei Bühnenkünstlern und auch in der obersten Chefetage (das haben unser »Investigativen« bisher nicht »recherchiert«).

    Das Herumhantieren mit irgendwelchen fadenscheinigen »Hygienekonzepten« ist albern, verschleiert die wirkliche Situation und gefährdet schließlich die Gesellschaft.
    Nur weil irgendwelche Kabarettisten und Trompeter auch zu Leninisten der ausgebeuteten Kunstwelt aufschwingen und Krawall machen, heißt das nicht, dass die auch recht haben.
    Kann sein, dass es um viel Geld geht, darum ging es »vor Zeiten von Corinna« ja auch, ausschließlich.
    Wer Künstler haben will und deren Elektriker, der muss sie bezahlen.
    Ansonsten sind sie keine besseren Menschen und die Entscheidung trifft die richtigen - sie sind ja, wie gesagt, auch infiziert.
    Wer Journalist ist, sollte vor allem eines: Kritisch über Interessen nachdenken.

  39. 21.

    Dieser Kommentar hat meine volle Zustimmung.

  40. 20.

    > Ich werde mein Leben nicht von dem Virus bestimmen lassen, und so weiter machen wie bisher.
    Mit Verlaub, Sie sind zwar nicht schuld, das ist niemand, aber sie sind ein Teil des Problems.

  41. 19.

    Dann haben Sie sich offenbar überhaupt nicht informiert. Fragen Sie doch mal nach bei den "kleineren" Kultureinrichtungen (zB Kudamm-Bühnen im Schiller, Schlossparktheater etc)nach. Dort gelten sehr strenge Maßnahmen - und sie funktionieren. Liegt halt auch daran, dass sich die Betreiber dort viele Gedanken gemacht haben. Im Gegensatz zur Regierung.

  42. 18.

    I want to get corona updates

  43. 17.

    Aber wie soll man sonst mit dieser Sache umgehen? Alle können nur meckern aber keiner weiß was richtig ist.
    Die Menschen müssen ja auch hin und zurück zu den Restaurants und Spielstätten.
    Man will ja nur alle nicht unbedingte Wege verhindern.

  44. 16.

    Toller Kommentar. Vielen Dank dafür. Scheint die Entscheider aber leider nicht zu interessieren.

  45. 15.

    Naja, so genau habt ihr euch da auch nicht dran gehalten, so genau habt ihr da auch nicht mitgemacht. Anfangs genauso Leugner. Abstände wurden nicht eingehalten und die Maskenpflicht nicht strikt durchgesetzt.
    In Zeiten wie diesen, muss die Gesundheit an erster Stelle stehen. Aber ich freue mich, dass wir in einem Land leben, wo wir diese „Art“ (mimimi darf nicht ins Theater oder Kino) von Problemen haben, und nicht in einem Kriegsgebiet leben...
    Ein Kommentar von mir!

  46. 14.

    "weil sich in perfekt gelüfteten und alle Hygieneregeln umsetzenden Theatern, Opern oder Konzertsälen bislang nicht nachweislich Menschen angesteckt haben"

    Ja aber die Säale sind in der Regel nicht perfekt belüftet und die Masken filtern nur die größten Aerosole aus, selbst FPP2 Masken filtern nicht besonders gut im Nanobereich und die kleinen Aerosole tanzen einfach ewig im Raum rum -im Gegensatz zu den grossen die schnell zu Boden sinken.

  47. 13.

    Liebe Frau Richter, sagen Sie das auch jemandem ins Gesicht, der gerade seine Frau verloren hat, die - aus voller Gesundheit heraus - infiziert wurde und nachweislich an den Folgen von COVID-19 verstorben ist?
    IHR Leben mag ja nicht von dem Infektionsgeschehen bestimmt sein, aber es hat das Leben vieler Menschen und deren Umfeld bestimmt und bestimmt es weiter. Vielleicht danken Sie einmal darüber nach.

  48. 12.

    Diesem Kommentar stimme ich absolut zu. Wie kommen die Menschen in die Theater? Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wo gehen die Menschen nach dem Theater hin? Ins Restaurant. Oder sie unterhalten sich miteinander über das Stück, das sie gesehen haben. Das alles erhöht das Risiko, sich mit Covid-19 anzustecken und/oder den Virus zu verbreiten. Das sind alles Wege, die es jetzt gilt einzusparen. Die Aussage der Regierung ist ganz klar: Leute, bleibt so weit es geht zuhause. Geht nur noch raus, wenn es notwendig ist. Verringert eure sozialen Kontakte. Das alles hilft dabei, die Neuinfektionen zu verringern - siehe Australien. Und da fällt das Theater, die Oper, das Kino etc. so leid es mir tut halt weg.

  49. 11.

    Es müssen immer die Falschen für eine Minderheit bluten. Hätten die Regierungsverantwortlichen in Bund und Ländern Verordnungen erstellt die vor Gerichten stand gehalten hätten wäre es bestimmt nicht so weit gekommen. Diese Unbelehrbareren tanzen den Verantwortlichen doch auf der Nase rum und ordentliche Bestrafung gibt's für diese Leute auch nicht. Jetzt heißt es sich zusammen reissen damit wir irgendwann wieder normal leben können.

  50. 10.

    Ja, die Bedenken zur Off-Kultur sind nachvollziehbar. Aber der Punkt 'Es lebe die Konsequenz, auch wenn sie vollkommen sinnlos ist.' ist entscheidend: so schwer es ist, wir brauchen zielgenaue Maßnahmen und keine 'jetzt müssen alle leiden'-Maßnahmen. Auch Fitnessclubs haben strikte Hygienekonzepte und können Freiheiten erhalten. Wo bleibt nur die konsequente Kontrolle von Verstößen? Die Nummer mit den Fahrrädern in der Bergmannstraße steht für sinnloses Agieren. Auf Bahnhöfen (bis in die Tür des Zuges hinein) wird geraucht und die Maske unter die Nase geschoben, schon das Rauchverbot wird nie und nirgends kontrolliert und geahndet - Schande.

  51. 9.

    Ich Danke Chapeau! obgleich ich kein Kulturschaffender bin. Der Beitrag ist den Txten der DDR-Kulturschaffenden seiner Zeit ebenbürtig. Er steckt voller Anspielungen,wo jeder weis wer oder was gemeint ist und trotzdem politisch Korrekt aufs Tableau gebracht wird.

  52. 8.

    Das ist ein sehr guter Kommentar! Hier werden die falschen für das Fehlverhalten von Partygängern, Feierwütigen und Leuten, die trotz Risiko ins Ausland gereist sind, bestraft. Hoffentlich wird das von einem Gericht gekippt!

  53. 7.

    Dem ist wenig hizuzufügen.

    Vielleicht nur soviel, daß auch Hotels und die große Mehrheit der Gastronomie ihre Hausaufgaben gemacht haben und es nicht nachweisbar ist, daß von diesen Betrieben Infektionsrisiken ausgehen. Nun, wenigstens sollen sie einen finanziellen Ausgleich erhalten während die Kulturschaffenden und Veranstaltungsdienstleister NICHTS erhalten.

    Es sind die schwarzen Schafe in der Gastronomie, in denen Mickey Maus, Donald Duck und der Papst Einkehr halten und sich nicht an die Regeln halten und es ist der mangelnde Wille der Landesregierungen, Verbote auch zu kontrollieren und zu sanktionieren. Der erhobene Finger und die freundliche Erinnerung helfen bei all den Ignoranten nicht, die ihren Mundschutz nicht tragen oder nur als Kinnschutz.

  54. 6.

    „Sicher, man muss in die Säle kommen und zurück…“
    Genau darum geht es. Die Leute sollen einfach zuhause bleiben.

    „…aber auch da gilt: strenge Maskenpflicht.“
    Bei Ihnen im Hause bestimmt - von der Wohnung bis zu Ihnen ins Haus jedoch eher nicht.

  55. 5.

    Auch hier müssen wieder die mitleiden, die alle Regeln beachten. So wie eigentlich überall.
    Schuld an dieser ganzen Misere sind die emphatielosen Egoisten und Besserwisser und die, denen ihr Umsatz wichtiger ist als die Existenz aller Einrichtungen.
    Hier wären Differenzierungen und konsequente Bestrafung der Missachtung besser als alle über einen Kamm zu scheren.

  56. 4.

    Bravo! Sehr guter Kommentar! Ich hoffe, dass die Gerichte einige Massnahmen kippen werden.

  57. 3.

    Ich halte es ja für nachvollziehbar, dass man sich in der jetzigen Situation auskotzen will / muss. Aber die Argumentation ist nicht schlüssig (und teils Kindergarten). Erst mit dem / den großen Opernhäusern beginnen, und dann kommt "vor allem kleineren Kulturinstitutionen". Glaube kaum, dass die das selbe Hygienekonzept haben wie die der Salzburger Festspiele oder der Deutschen Oper. Auch dürfte dort anderes Programm stattfinden und anderes Publikum anwesend sein.

  58. 2.

    DANKE rbb und Frau Ossowski für diesen absolut zutreffenden Kommentar!
    Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen.
    Gehen Sie in die Politik!
    Meine Stimme für eine Kulturpartei hätten Sie!

  59. 1.

    Die Maßnahmen die gestern Beschlossen wurden, sind für mich inakzeptabel..... Zumal der R-Wert heute früh bei 1,03 liegt..... Ich werde mein Leben nicht von dem Virus bestimmen lassen, und so weiter machen wie bisher.

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