rbb-Krise - rbb-Programmdirektor Schulte-Kellinghaus bietet seinen Rücktritt an

Do 17.11.22 | 21:07 Uhr
Jan Schulte-Kellinghaus, Programmdirektor des Rundfunk Berlin-Brandenburg. (Quelle: © rbb/Gundula Krause)
Audio: Radioeins | 17.11.2022 | Bild: © rbb/Gundula Krause

Der Programmdirektor des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Jan Schulte-Kellinghaus, bietet seinen Rücktritt an. Das hat rbb-Intendantin Katrin Vernau am Donnerstag bestätigt.

"Herr Schulte-Kellinghaus hat von sich aus angeboten, seinen Vertrag zu beenden und auf seinen nachvertraglichen Ruhegeldanspruch zu verzichten. Insofern verzichtet er erstmal auf etwas, worauf er Anspruch hat - und fordert nicht", teilte Vernau mit.

"Business Insider" nennt Summe von einer Million

Vernau sagte weiter: "Zu welchen Konditionen gegebenenfalls eine Vertragsbeendigung erfolgen kann, dazu sind wir noch im Gespräch. Zudem habe ich den Verwaltungsrat am Mittwoch über das Angebot von Herrn Schulte-Kellinghaus informiert und wir haben die sich daraus ergebenden Handlungsoptionen besprochen und bewertet."

"Mir geht es in diesen Monaten vor allem darum, einen ordentlichen Übergang zu gestalten. Ich habe immer gesagt, dass ich das als Amt auf Zeit betrachte”, teilte Schulte-Kellinghaus der dpa mit.

Jan Schulte-Kellinghaus verlangt nach Informationen des "Business Insiders" [paywall] die Ausbezahlung seiner Dienstbezüge. Der Programmchef hatte seinen Vertrag erst im März bis 2027 verlängert. Somit würde sein Abgang den rbb rund eine Million Euro kosten, schreibt der "Business Insider".

Der rbb wird seit dem Sommer durch einen Skandal um die fristlos entlassene Intendantin Patricia Schlesinger erschüttert. Ihr werden unter anderem Vetternwirtschaft und Verschwendung von Beitragsgeldern vorgeworfen. Im Zentrum des Skandals steht neben Schlesinger auch der zurückgetretene Chefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf.

Seit Ende Juni kamen über Medienberichte Vorwürfe der Vetternwirtschaft und des Filzes auf, beide wiesen Vorwürfe zurück. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt. In die Kritik gerieten auch weitere Mitglieder der rbb-Spitze, darunter Schulte-Kellinghaus. Er ist seit 2017 Programmdirektor.

Teil der Kritik in der rbb-Krise waren auch Ruhegeldregelungen für Führungskräfte. Das heißt, dass ihnen auch Geld zustehen würde, wenn sie nicht mehr für den Sender arbeiten, aber auch noch nicht im Rentenalter sind.

Sendung: Radioeins, 17.11.2022, 16:00 Uhr

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