Tödlicher Vorfall mit Auto - Brandenburger Tor soll mehr Schutz erhalten

Mo 23.01.23 | 11:15 Uhr
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Teilweise zerstört ist eine der Säulen des Brandenburger Tores, aufgenommen am 16.01.2023. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
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Audio: rbb24 Inforadio | 23.01.2023 | Andreas Marschner | Bild: dpa/Paul Zinken

Nach dem tödlichen Vorfall mit einem Auto am Brandenburger Tor am Sonntag vor einer Woche wollen Berliner Senat und Polizei den Ort besser schützen. Man werde jetzt prüfen, was dort für weitere Schutzmaßnahmen möglich seien, sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

Poller wolle sie an den Zufahrten nicht aufstellen, so Spranger weiter. "Das ist nicht unbedingt mein Ziel", sagte sie. Aber es gebe andere Möglichkeiten. Auch Polizeipräsidentin Barbara Slowik betonte, wegen der hohen Symbolkraft biete sich der Ort für mehr Schutzmaßnahmen an. "Da gibt es Möglichkeiten weit über Poller hinaus. Etwa Stadtmöbel, die einen großen Überfahrschutz bilden und zugleich sehr ansehnlich und nützlich sind." Das werde nun in einer Arbeitsgruppe diskutiert.

Viele Aspekte müssen berücksichtigt werden

Die Senatsinnenverwaltung hatte direkt nach dem Vorfall erklärt, bereits seit mehreren Jahren an neuen Sicherheitskonzepten für öffentliche Räume zu arbeiten. Diesen Unfall wolle man nun zum Anlass nehmen, um die Thematik in Abstimmung mit den zuständigen Behörden voranzubringen, teilte die Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport am Montag dem rbb auf Nachfrage mit.

Neben der Sicherheit müssten auch weitere Aspekte berücksichtigt werden, wie zum Beispiel der Denkmalschutz, der Städtebau und der Verkehr. Auch die Interessen von Anliegerinnen und Anliegern seien zu bedenken.

Spranger schließt Selbsttötung nicht aus

Am 15. Januar war nachts ein 26 Jahre alter Mann mit hoher Geschwindigkeit mit einem Auto auf das Tor zugefahren und gegen eine Säule geprallt. Er wurde tot aus dem zertrümmerten Wagen geborgen. Spranger sagte am Montag, die Ermittlungen zum Grund des Vorfalls liefen noch. Nach aktuellem Stand sei eine Selbsttötung nicht ausgeschlossen. "Alle Anzeichen zeigen das." Zuerst hatte es geheißen, dass es keine Hinweise auf einen Suizid gebe.

Durch den Unfall sind nach Angaben der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die für die landeseigenen Immobilien zuständig ist, Schäden an den architektonischen und bildplastischen Oberflächen aus Sandstein sowie an den Putzflächen verursacht worden. Im Bereich der Aufprallstelle sei die Sandstein-Säule "deutlich beschädigt", der gusseiserne Radabweiser sei dort "vollständig" zerstört worden. Das Bauteil am Boden sollte eigentlich verhindern, dass Fahrzeuge mit der Säule kollidieren. Die Sanierung des berühmten Tores in Berlin-Mitte soll etwa anderthalb Monate dauern.

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sollten Sie selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Bei der Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner, auch anonym. Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 www.telefonseelsorge.de

Sendung: rbb24 Inforadio, 23.01.2023, 11:43 Uhr

17 Kommentare

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  1. 17.

    "...bereits seit mehreren Jahren an neuen Sicherheitskonzepten für öffentliche Räume zu arbeiten."
    Nur nichts übereilen....

  2. 16.

    Tja, das wat ihr heißgeliebter Diepgen und die Autofahrerpartei cDU die eine Durchfahrt wollten, schon vergessen?

    "Der rot-grüne Senat unter Walter Momper stellte im August 1990 ein Verkehrskonzept zur Umfahrung des Brandenburger Tors vor. [...] Die Mehrheit der Berliner sprach sich nach der Sanierung für eine Sperrung aus. [...]

    Die CDU sprach sich gegen die Sperrung aus, da Konzepte fehlen würden und der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Alexander Kaczmarek forderte eine Abstimmung der Berliner Bevölkerung zu der Frage. Die FDP kritisierte die Sperrung als „verkehrs- und wirtschaftspolitischen Anschlag auf die Mitte Berlins“. Von den Grünen und Wirtschaftsverbänden wurde die Entscheidung des Senats dagegen begrüßt."

  3. 14.

    Symbolpolitik! Besser wäre es, die Fußgänger dort generell vor jeglichem Fahrzeugverkehr zu schützen.

  4. 12.

    Jetzt mutieren hier die Sicherheitsexperten.

  5. 11.

    Blödsinn. Was ist daran "euphemistisch"? Das ist weder eine Berliner Erfindung, noch der Neuzeit.

    Ihnen ist doch nur, wie den 10 anderen Schreiberlingen, daran gelegen Berlin mal wieder schlechtzureden. Berlin Bashing um seine eigene Unzulänglichkeiten zu kaschieren. Boah, ist das primitiv und erbärmlich.

    Allein "Teichert" macht einen sinnvollen und diskutablen Vorschlag.

  6. 10.

    Es sollten Absperrgitter die Hochfahren sobald jemand eine Zone durchfährt die dann die Reifen zerstört un0d am weiterfahren hindert.
    Es gibt sowas in Österreich als Schutz vor Geisterfahrern

  7. 9.

    Schade, dass rbb24.de noch nicht so weit ist, dass man Emojis aller Art verteilen kann, Gisela würde den Strahle"mann" bekommen: Wie wahr!

  8. 8.

    Typisch Berlin, erst muß etwas passieren, dann wird regiert.

  9. 7.

    Empfehle Blick nach Trier: dort steht die Porta Nigra seit 1850. Jahren ganz ungeschüzt und unbehelligt. Ist natürlich ein anderes Bundesland, mit besserem Bürgerbewusstsein????

  10. 6.

    .... ein Stadtmöbel...????

    O-ha! !!! Doch nicht etwa eine Bretterbude???

    Man sollte endlich begreifen, dass ein Baudenkmal ist, und zum Stadtbild gehört. Man kann die Edelstahl"sperren" auch weit vor dem Tor aufstellen und ..., ja,
    politische Veranstaltungen aller Art auch einmal mehr sondieren.
    Evtl. mal - wie haben ja gerade den 60. Jahrestag der Zusammenarbeit FRA - D gefeiert -- tres bien, merci, mal bei Mons. E. Macron nachfragen, wie er es an 'seinem' "Arc de Triomphe" macht.

  11. 5.

    Purer Aktionismus. Dann suchen sich die Täter halt eines der unzähligen anderen symbolträchtigen Gebäude, Denkmäler oder Örtlichkeiten aus. Wir können doch nicht alles festungsartig mit Hindernissen zupflastern.

  12. 4.

    Stadtmöbel, Eisdielen, Cafes, ein Brunnen in der Mitte auf der Ostseite finde ich eine sehr gute Idee. Es sollte ein Platz zum Verweilen werden, nicht nur für Touristen auch für uns Berliner.

  13. 3.

    Was versteht man als "Stadtmöbel"?

  14. 2.

    "Stadtmöbel" - interessante Wortschöpfung mit euphemistischem Nachklang.
    In der DDR kannte man "Erdmöbel" und meinte Särge ...

  15. 1.

    Könnten hier LKW-feste Absperrungen wie am Breidscheidtplatz helfen?
    Verschandelt zwar auch hier die gesamte historische Optik aber schützt vor Amok fahrenden Attentäter:innen...

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