Wegen Rasern und Partybooten - Wasser-Jetskis für die Berliner Polizei

Fr 10.11.23 | 13:44 Uhr
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Ein neuer Watercarft der Polizei.(Quelle:GdP Berlin)
Audio: rbb24 Abendschau | 10.11.2023 | Kerstin Breinig | Bild: GdP Berlin

Die Berliner Polizei hat jetzt zwei neue schnelle Wasserfahrzeuge mit Blaulicht.

Die sogenannten Watercrafts wurden am Freitag offiziell bei der Wasserschutzpolizei in Betrieb genommen. Mit den modernen, rund 250 PS starken Maschinen können Polizisten mit bis zu 90 Kilometer pro Stunde auf Berliner Gewässern unterwegs sein.

Der Berliner Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Stephan Kelm, äußerte sich erfreut über die neuen Fahrzeuge. Wenn die Polizei Straftaten und Ordnungswidrigkeiten verfolgen solle und gegen die zunehmende Rücksichtslosigkeit auf dem Wasser vorgehen wolle, brauche sie solche schnellen und wendigen Einsatzmittel.

Für die Anschaffung der beiden Polizei-Wasserfahrzeuge hatte Berlin im Doppelhaushalt 120.000 Euro bereitgestellt.

Slowik: Reagieren auf veränderte Nutzung der Berliner Gewässer

Besonders aufgrund des wachsenden Verkehrs mit "hochmotorisierten Motorbooten, Jet-Skis und Partybooten" auf den Berliner Gewässern, so die Berliner Polizei, mache "eine Aufstockung der Bootsflotte der Wasserschutzpolizei notwendig.“

Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik hob in einer Pressemitteilung der Polizei hervor: „Im Jahr 2022 haben unsere Dienstkräfte knapp 300 Veranstaltungen auf dem Wasser begleitet und geschützt. Und nicht nur das, sie müssen auch schnell auf Notrufe, Notsituationen und die gesellschaftlich veränderte Nutzung der Berliner Gewässer reagieren.“

Neben den Jet-Skis gibt es derzeit bei der Berliner Polizei eine Bestandsflotte aus 15 Polizeistreifenbooten, vier Zivilbooten und drei Festrumpfschlauchbooten.

Derartige "BOS-Watercrafts" finden auch Einsatz in anderen Großstädten mit viel Wasserfläche - unter anderen Hamburg, aber auch Venedig, Miami und Dubai. "BOS" steht für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

Sendung: rbb24 Abendschau, 10.11.2023, 19:30 Uhr

14 Kommentare

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  1. 14.

    Nun ja, mag sein. Wird es aber möglicherweise nicht. Die 250Ps -Klasse liegt bei den „üblichen Verdächtigen“ z.b.BRP, Yamaha bei 21000€+. Sobald Boote für den Behördeneinsatz angeboten werden,kommt da von Hause aus mal „wat 0ben druff“. Hintergrund ist wohl, daß die Boote dafür zugelassen werden müssen von einer „Prüfstelle“ o.ä.. Das Lastenhaft von Behörden ist jetzt auch nicht ohne. Ich kann mir auch vorstellen, daß der Jetantrieb z.b. mit anderen Materialien & höherfestigen Normteilen für eine hohe Betriebsstundenzahl & Betriebssicherheit angepasst wird. Das kostet. Wobei 120000€ für 2 solcher Geräte schon dick ist….. Sollte mal erklärt werden.

  2. 13.

    @ toberg, der "Teufel" sind vielleicht nicht die technischen Gerätschaften, sondern ein anderes Miteinander, bzw das fehlende. E-Roller und Co. sind dabei nur Werkzeuge einer zunehmend egoistischen und rücksichtslosen Gesellschaft.
    Ach man könnte, wenn man wollte! Gesetzesänderungen und Vorschriften wären in der Tat wünschenswert. Paris hat es vorgemacht (mit der Folge, dass wir noch mehr E-Roller in Berlin und Umgebung haben)

  3. 12.

    Wenn man eine veränderte Nutzung auf unseren Gewässern erlaubt, muss man sich nicht wundern, dass - wie im Straßenverkehr - auch Vollpfosten unterwegs sind. Die Berliner Gewässer, allen voran die Spree, sollte gewerblichen Nutzern und Wasserliebhabern mit unmotorisierten Booten vorbehalten bleiben. Dann verziehen die Nutzer von Partybooten sich wieder in Clubs und die Polizei muss auch nicht aufgerüstet und wieder Geld verschwendet werden.

  4. 10.

    wer kann den solche Wassersportgeräte fahren,welchen Sinn machen zwei Fahrzeuge für die Wasserschutzpolizei?oder will die PolizeiPräsidentin selbst damit fahren

  5. 9.

    Zwei Jetski für die ganzen zusammenhängenden Wasserflächen in Berlin - wow - die werden bestimmt "rotierend" eingesetzt müssen. Hoffentlich sind auch genug Leute für die Entenmarine vorhanden. Nee, ich find's ok, wenn den Spaßrasern auf die Finger geklopft wird, aber so hat das doch eher Beruhigungspillencharakter.

  6. 8.

    Dieses Modell, FX Cruiser SVHO meine ich zu erkennen, dürften beim Händler um die 30k Euro kosten. Da erscheinen mir die genannten Anschaffungskosten von 60.000€/Stück, wenn sie denn tatsächlich dafür ausgegeben wurden, auch 'etwas' überhöht. Aber mw. sind im Doppelhaushalt die Kosten für die "Umbauten" sowie Unterhalt/Wartung schon mit einberechnet? Worauf ich allerdings nicht wetten würde. ;)

  7. 7.

    E-Wasserskis?

  8. 6.

    Na wer weiß, was die da noch für versteckte Specials mit rangebaut haben. Fluxkompensator, Gigawatt Laserverdampfer, Raketenantrieb, ausfahrbare Kufen, Morphing zum Motorschlitten für Winterbetrieb... Das kostet alles extra!
    *spott am Ende*

  9. 5.

    "Für die Anschaffung der beiden Polizei-Wasserfahrzeuge hatte Berlin im Doppelhaushalt 120.000 Euro bereitgestellt."
    ich hab ja keine Ahnung von diesem Metier, aber 60 TEuro pro Stück Jetski??? ist das normal? N Martinshorn und ein paar Blaulichter dran zu schrauben, kann doch nicht zum mehrfachen Preis führen.

  10. 4.

    >"Man könnte diese einfach wieder einführen - aber die Partybootsvermieter sind wohl wichtiger als Anwohner und vernünftige Wassersportler und erholungssuchende Spaziergänger."
    Eher anders: Einen losgelassenen Teufeln kann man nicht mehr einfangen. Den muss man dann leider immer kontrollieren. Sprich: Was einmal per Gesetz gelockert wurde, ist nur sehr schwer per verschärftem Gesetz dann wieder einzufangen. Siehe E-Roller in Berlin.

  11. 3.

    >"ja, für die dreckigen Dieselschleudern muss hier anders als in FR & NL kein Cent Steuern gezahlt werden"
    Mal ein technischer Hinweis: Boote und Yachten mit Dieselmotor sind keine Raser im Sinne von Party- und Imponiergehabe. Diesel-Boote und -Yachten sind technisch allermeist Verdränger. D.h. die können nicht so schnell rasen wie Gleiter mit PS-starken lauten Benzinmotoren. Benziner verbrauchen übrigens auch auf dem Wasser mehr Sprit je Betriebsstunde als Dieselantriebe. Es gibt auch auf dem Wasser zwei Klassen von Wassersportlern bzw. Erholungssuchenden: Die einen dümpeln und cruisen ganz gemütlich (meist Diesel-Yachten), die anderen wollen nur ihren Spaß mit hoher Geschwindigkeit und Lautstärke ohne Rücksicht auf andere mit ihren PS-starken Rennbooten und -yachten.

  12. 2.

    "Gesellschaftlich veränderte Nutzung der Berliner Gewässer"?

    Da hat sich nicht "gesellschaftlich verändert" - der Grund für die asoszialen Zustände liegt in der Abschaffung der Führerscheinpflicht ab 5 PS. Man könnte diese einfach wieder einführen - aber die Partybootsvermieter sind wohl wichtiger als Anwohner und vernünftige Wassersportler und erholungssuchende Spaziergänger.

  13. 1.

    Anstatt große PS starke Motoryachten zu verbieten bzw. Zu besteuern (ja, für die dreckigen Dieselschleudern muss hier anders als in FR & NL kein Cent Steuern gezahlt werden), schafft sich die Polizei auch hochmotorisierte Fahrzeuge an. Und das auf unseren kleinen Ententeichen wie Wannsee und Müggelsee. Sorry, aber so viel Blödheit tut weh. Vielleicht sollte man sich mal ein Beispiel an Österreich nehmen. Dort werden Zertifikate für die Boote vergeben. Wer zu schnell fährt verliert sein Zertifikat. Fertig!

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