Trotz des Kontaktverbots wegen der Coronakrise sind bis zu 300 Personen zum Freitagsgebet zur Dar-As-Salam-Moscheein Berlin-Neukölln gekommen. (Quelle: Abendschau/Zuschauervideo Emre M.)
Bild: Abendschau/Zuschauervideo Emre M.

Trotz Kontaktverbot - Bis zu 300 Menschen versammeln sich vor Berliner Moschee

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Trotz des Kontaktverbots wegen der Corona-Pandemie haben sich am Freitag vor einer Moschee in Berlin-Neukölln nach Polizeiangaben bis zu 300 Menschen versammelt.

Dem Imam, dem Ordnungsamt und der Polizei sei es nur zum Teil gelungen, die Menschen dazu zu bewegen, den vorgeschriebenen Abstand zu halten, teilte die Polizei am Abend auf Twitter mit.

"Das Gebet wurde im Einvernehmen mit dem Imam vorzeitig beendet", hieß es. Die Verantwortlichen der Moschee sicherten der Polizei zu, erneut darauf hinzuweisen, dass Gebetsrufen nicht durch persönliches Erscheinen gefolgt werden müsse.

Laut "Tagesspiegel" handelte es sich nicht um ein reguläres Freitagsgebet sondern eine interreligiöse Aktion als "Zeichen des Zusammenhalts", übertragen im Internet. Dazu aufgerufen hatte der muslimische Verein Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) gemeinsam mit der evangelischen Neuköllner Genezareth-Gemeinde. Die Moschee sei nicht geöffnet gewesen, sagte der Imam dem "Tagesspiegel", er habe nicht zu einem Gebet samt persönlichem Erscheinen aufgerufen. Die Moschee sei die ganze Zeit geschlossen gewesen, nur er selbst und einige andere Verantwortliche seien vor Ort gewesen. Er äußerte Unverständnis dafür, dass sich soviele Menschen vor der Moschee versammelt hätten. "Die Polizei muss solche Verstöße bestrafen“, sagte er. Eine solche Aktion werde es vorerst nicht mehr geben.

Kommentarfunktion am 05.04.2020, 17:40 Uhr geschlossen

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28 Kommentare

  1. 28.

    Das kann keiner sagen. Dieser Termin wurde gewählt damit sich die Menschen nicht schon im Vorfeld auf Osterbesuche einstellen. Ansonsten hätten wir sehr viele Menschen auf den Straßen.

  2. 27.

    "...ist nach der Eindämmungsverordnung eindeutig gestattet"

    Dann beleg das doch mal bitte, du Schlaumeier:

    https://www.berlin.de/corona/massnahmen/verordnung/

  3. 26.

    Um im Folgenden nicht falsch verstanden zu werden, ich selber und meine Frau gehören zum "Beuteschema" des Virus mit im Falle einer Infektion aufgrund von Alter und Vorerkrankungen möglicherweise fatalem Ausgang.
    Bis entweder durch Herden Immunität oder besser durch Impfung bei 60 - 70 % der Bevölkerung eine Immunisierung vorliegt, ist die Corona-Epidemie mit keinem Mittel zu stoppen und auch danach wird es vereinzelte Ausbrüche geben. Das ist nicht meine Idee sondern folgt aus den Angaben von Epidemiologen.
    Aus diesem Grunde sollte es allen klar sein, dass es gar nicht erwünscht ist, die Infektionen zu unterbinden. Allerdings ist es wünschenswert das Tempo von Neuinfektionen zu verlangsamen.
    Es wird bei dieser Durch-Immunisierung auch nicht erwartet, dass dazu alle im Krankenhaus landen, die Strategie lautet, kontrolliert Infizieren mit möglichst wenig Kollateralschaden und so, dass der Kollateralschaden die Kliniken nicht zum Überlaufen bringt.

  4. 25.

    Ich halte es für sehr bedenklich, wenn Menschen ihre Religion über die Gesetzeslage stellen.
    Und gerade in der Coronakrise hoffe ich auf strikte Sanktionierung, es geht um Menschenleben und "jedes Leben zählt".

  5. 24.

    Die Anordnung zur Kontaktbeschränkung gilt für alle Bürger, egal welchen Glaubens. Sie dient dem Schutz vor einer Ausweitung der Pandemie.

    Ich begrüße, dass der Imam einvernehmlich mit den Ordnungskräften die Weiterführung des Gebets beendet hat, allerdings hätte er selbst die korrekte Initiatve ergreifen können.

    Mohamed Mamoghli

  6. 23.

    Sehr schön, für meine Familienfeier gibt es einen Bußgeldkatalog. Deutschland mach weiter so

  7. 22.

    Nein das ist nicht richtig. Anhand der Repressalien die uns alle in Deutschland lebenden Menschen durch die Länder auferlegt wurden ist das zusammenkommen auch zum Gebet untersagt! Das ist nun mal Fakt. Da macht auch das huldigen des islamischen Gottes keine Ausnahme. Mal sehn wie das so geht wenn dann am 20.04 die ganzen Sachen verlängert werden sollten!

  8. 21.

    Sie betreiben hier aber eine prima Schönfärberei. Im Artikel steht nicht, dass sich der beschriebene Sachverhalt abschließend dem dargestellten Bild entnehmen lässt. Möglicherweise ist das Bild nur exemplarisch und diente nicht einer Beweiserhebung.
    Überdies: Die individuelle stille Einkehr ist gestattet, nicht ein Sich-Versammeln von bis zu 300 Menschen.
    Dennoch zur "Verordnung zur Änderung der Verordnung über erforderliche Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Berlin" : Mal wieder ein schlecht zusammengebasteltes Normensystem von Rot-Rot-Grün!
    Nach wie vor bleibt Berlin die Hauptstadt der Parallelgesellschaften. Auffällig viele Menschen (nicht alle!!!), die sich nicht an die hier geltenden Regeln halten wollen. Völlig klar, dieses Phänomen führt zum Auseinanderdriften der Gesellschaft in unserem Staat. Das scheint Rot-Rot-Grün weiterhin so zu wollen. Warum wollen die das eigentlich??

  9. 20.

    Ica kam viele menschen im foto sehen. Ein man schreibt dass er nicht es sehen konnte.

  10. 18.

    Auf dem Bild sind weder 300 Menschen noch ein Menschenpulk zu sehen. Das Einkehren zum Gebet in Kirche, Moschee, Synagoge oder andere Gotteshäuser ist nach der Eindämmungsverordnung eindeutig gestattet. Da in diesem Fall das Abstandsgebot nicht mehr einwandfrei eingehalten wurde, haben Polizei und Ordnungsamt dafür gesorgt, dass der Imam das Gebet beendet hat - die Polizei hat korrekt gehandelt.

  11. 17.

    Sie haben so recht!!
    Nach dem Motto: Sollen doch die anderen zur Eindämmung von Corona beitragen und sich einschränken. Ich mach jedenfalls weiter wie bisher. Mich kotzt dieses Verhalten dermaßen an!!! Und noch mehr, dass der Senat mit nem Bußgeldkatalog auf die Kacke haut, diesen aber nicht einsetzt. Der Weichspülgang à la "Du, Du, Du!" muss jetzt mal ein Ende haben!!! Allein schon damit der Leidensweg für uns alle nicht unnötig in die Länge gezogen wird!!!

  12. 16.

    ... ich nicht!!.. wer so verwantwortungslos ist muss halt damit leben ...!

  13. 15.

    Am Besten mal vergleichen mit
    https://www.rbb24.de/panorama/thema/2020/coronavirus/beitraege_neu/2020/04/polizei-berlin-kontrollen-kontaktverbot-500-beamte-hubschrauber.html

    WARUM dieser Unterschied in der Behandlung - WARUM erfahren sich religiös nennende Menschen immer eine Vorzugsbehandlung?
    Allen ein Bußgeld aufdrücken wäre nach jetzigem Stand der Gesetze wohl angesagt gewesen.
    Alles andere ist ganz ganz falsch verstandene "Toleranz".

  14. 14.

    Man muss sich doch sehr wundern: das Kontakt- und Versammlungsverbot gilt doch! Für alle! Oder?
    Wieso wird dann in diesem Fall ganz offensichtlich nicht mit genug Nachdruck bzw. - aus meiner Sicht - zu viel Nachsicht reagiert?
    Glauben hin oder her: auch der Kirchgang, das Osterfest, buddhistische Feste oder Zusammenkünfte, andere religiöse Events dürfen zur Zeit einfach nicht sein. Punkt.
    Mich ärgert es immer wieder, wenn ich zur Zeit immer wieder Menschen erlebe, die ihre eigenen Belange über alles stellen und damit auf keinen Fall dem Gemeinwohl dienen!
    Und gerade jetzt sind alle Mitglieder unserer Gesellschaft dazu aufgerufen, eben nicht in erster Linie an sich, sondern an die Entwicklung für alle zu denken.
    Für solch eine geistige Haltung benötigt man allerdings sowohl emotionale als auch kognitive Intelligenz, welche von Zeit zu Zeit bei gewissen Zeitgenossen, nicht immer ganz oben auf der Agenda zu stehen scheint.

  15. 13.

    Wahrscheinlich müsste da stehen, sollen dem Gebetsaufruf nicht folgen.
    Manche Menschen glauben sie sind unverwundbar, besonders die Männer.

  16. 12.

    Im Islam werden Vernunft und Veantwortung eigentlich sehr hoch bewertet. Da wundert es schon, dass die "Verantwortlichen der Moschee" nur sagen, man "müsse" dem Gebetsaufruf nicht folgen. Aber man kann, darf, soll? Solange die Kommunikation so wischi-waschi verläuft, wird es das Problem des Massenauflaufs zum Freitagsgebet geben. "Die Verantwortlichen der Moschee" sollten vielleicht tatsächlich mal so viel Mumm besitzen und Verantwortung übernehmen, indem sie ihrer Gemeinde klar sagen, dass es zur Zeit leider keine Freitagsgebete geben kann und eine digitale Alternative anbieten. Soviel Modernität kann nicht zuviel verlangt sein, oder etwa doch?
    Was sagt denn der Integrationsbeirat des Bezirks dazu?

  17. 11.

    Was denken Sie warum um den 20.04.20 die Situation laut Merkel neu überdacht wird?. Ostern werden wir eingesperrt und danach sollte sich alles in Luft auflösen?

  18. 10.

    Ja, so ist das, wenn imaginäre Figuren wichtiger sind, als die eigene Gesundheit, oder die der Mitmenschen. Wie gut, dass ich mit Religionen jedweder Art nichts anfangen kann.

  19. 9.

    Ich denke nicht aber um erlich zu sein ist das auch logisch die polizei will sich keine feinde machen die dann aus trotz denn abstand nicht einhalten wollen. Ich denke die versuchen deeskalierend zu wirken und hoffen erstmal suf das verständnis und danach wenn das nochts bringt kann man ja immernoch die strafen verteilen.

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