Archivbild: Tausende Demonstranten fordern die sofortige Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Lager von Moria (Lesbos) bei einer Demonstration unter dem Motto <<Evakuiert die Lager, denn #WirHabenPlatz>> vom Bündnis <<Seebrücke>> am Hauptbahnhof. Berlin am 09.09.2020. (Quelle: dpa/S. Gabsch)
Bild: dpa/S. Gabsch

Mehrere Protestzüge legen Innenstadt lahm - Berlin wird am Wochenende zur Demo-Hauptstadt

Am Wochenende gibt es zahlreiche Demonstrationen in der Berliner Innenstadt. Protestiert wird unter anderem gegen Abtreibungen und das Geflüchtetenlager Moria, sowie für ein bedingungsloses Grundeinkommen und die Rechte von Radfahrenden und Kindern.

Eine ganze Reihe von Demonstrationen in der Berliner Innenstadt beschäftigen an diesem Wochenende und zum Wochenstart die Polizei und werden voraussichtlich für Verkehrsbehinderungen und Staus sorgen.

Abtreibungsgegner und -gegnerinnen, Frauenrechtler und -rechtlerinnen, Fahrrad-Aktivisten und -aktivistinnen sowie ein Bündnis linker Gruppen gehen am Samstag auf die Straße. Berliner Autofahrer und Autofahrerinnen sollten die Innenstadt meiden. Die Zahl der Polizeieinsatzkräfte werde an die Größe der jeweiligen Veranstaltung angepasst, sagte eine Polizeisprecherin auf rbb|24-Anfrage.

Großdemonstrationen zum Thema Abtreibung

Die vermutlich größte Demonstration am Wochenende ist der jährliche sogenannte "Marsch für das Leben", der sich gegen Abtreibungen richtet. 5.000 Teilnehmer wollen laut Polizei am Samstag ab 13 Uhr vom Brandenburger Tor auf die Straße des 17. Juni und wieder zurücklaufen.

Die Gegenposition will ein Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung auf der anderen Seite des Brandenburger Tores, dem Pariser Platz, vertreten. Hier werden mehr als 2.000 Demonstrierende erwartet, sagte die Polizeisprecherin zu rbb|24. Geplant ist zudem der Beginn einer Kampagne zum Abtreibungsparagrafen: "150 Jahre Widerstand gegen §218."

Samstagmittag startet Protestzug für Grundeinkommen

Ebenfalls am Samstagmittag wollen einige hundert Teilnehmer für ein bedingungsloses Grundeinkommen demonstrieren. Sie laufen ab 12 Uhr vom Alexanderplatz nach Friedrichshain zur Oberbaumbrücke.

Radprotest ums Stadtzentrum herum

Hinzu kommt am Samstag ab 14 Uhr eine große Fahrradfahrt als Demonstration von Radfahrverbänden und -initiativen rund um die Innenstadt. Das Motto lautet: "Rauf aufs Rad für die nächste Generation." Rund 1.000 Radfahrer wollen bei einer Kreisfahrt einmal um das Stadtzentrum fahren.

Die Strecke beginnt am Potsdamer Platz und führt durch Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Wedding, Charlottenburg und zurück zum Potsdamer Platz. Insgesamt ist die Route 37 Kilometer lang. Teilnehmende können sich aber unterwegs für Teilstücke einreihen. Für Kinder sind eigene kleinere Fahrraddemonstrationen am Sonntag geplant.

Aufzug gegen Kinderarmut

Ebenfalls am Samstag um 14 Uhr startet am Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus ein eineinhalbstündiger Demonstrationszug gegen Kinderarmut. Für "Es reicht für alle" seien 250 Teilnehmende angekündigt, sagte die Sprecherin der Polizei. Die Route führt über die Museumsinsel zum Gendarmenmarkt.

Linksradikales Bündnis demonstriert am Abend

Am Samstagabend ziehen ab 18 Uhr linke und linksradikale Initiativen eines Aktionsbündnisses "Wer hat, der gibt" über den Kurfürstendamm. Sie fordern: "Die Reichen müssen für die Krise bezahlen." Zu dem Bündnis gehören Gruppen wie die "Interventionistische Linke", die "Antifa" oder "Ende Gelände".

Die Veranstalter wollen in Berlin, Hamburg und Hannover demonstrieren. Angemeldet sind in der Hauptstadt 2.000 Teilnehmer, die vom Adenauerplatz über den Ku'damm bis zum Wittenbergplatz laufen.

Sonntag gibt es weitere Protestzüge

Am Sonntag ist eine Demonstration zum Thema Flüchtlinge geplant. Ein Bündnis - unter anderem aus Pro Asyl und Seebrücke Berlin - fordert nach dem Brand im Geflüchtetenlager Moria auf der Insel Lesbos die Evakuierung aller griechischen Lager.

Die Bundesregierung dürfe die Aufnahmebereitschaft der Kommunen und Länder nicht länger blockieren, verlangen die Gruppen. 3.000 Demonstranten sind bei der Polizei angemeldet. Ab 14 Uhr wollen sie vom Wittenbergplatz zum Großen Stern ziehen.

Montag ist Weltfriedenstag

Am Montag ist der internationale "World Peace Day" der Vereinten Nationen. Zu diesem Anlass ist ein großer Aufzug mit 15.000 Teilnehmenden in Berlin geplant. Eine Polizeisprecherin bestätigte rbb|24, dass dafür ein Hygienekonzept vorliege. So bestehe in jedem Fall eine Maskenpflicht.

Sendung: Abendschau, 19.09.2020, 19:30 Uhr

39 Kommentare

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  1. 39.

    Die Polizei freut sich, wenn sie keine Randalierer, keine Fußballfans betreuen muß, sondern friedliche Bürger!

  2. 38.

    Nein, die Demonstranten kommen eigens am Samstag nach Berlin - in unsere schöne Hauptstadt!

  3. 37.

    Aja, Sie scheinen ja mehr zu wissen als ich....vor allen zu den Zeiten zu den ich fahre und ob die Schiene überhaupt gebrauchen kann:-)

  4. 36.

    Park and ride ;) Berlin hat eins der besten schienengebundenen ÖPNV Systeme: S- und U-Bahn fahren am Stau vorbei :)

  5. 35.

    Sie gehen von Montag bis Freitag womöglich mit Gleitzeit arbeiten, kommen überall gut durch und genießen Ihr Wochenende auf einer Demo.
    Ich gehe fast jedes am Wochenende systemrelevant Arbeiten und muss zu sehen wie ich durch die vielen Demos und ihren Absperrungen zur Arbeit komme. Busse werden umgeleitet mit dem Auto ist es eine Katastrophe und mit dem Rad einfach zu weit. In der Woche finden ja kaum Demos statt, also für die Menschen die von Montag bis Freitag arbeiten ist alles im grünen Bereich. Und mit Gleitzeit oder als Student kann ich auch noch an den eher seltenen Demos in der Woche teilnehmen.

  6. 34.

    Man kann es so zusammenfassen: Wir kriegen alle mehr Kinder, die dann mit dem bedingungslosen Grundeinkommen finanziert werden und da wir dann alle viel Zeit haben, radeln wir entspannt durch die Stadt zur Demo gegen "Kinderarmut", weils Geld nicht für alle Wünsche reicht und weiter zur "Anti-Reichen-Demo", die das alles bezahlen sollen..... und dann weiter zur Demo für offene Grenzen, denn da warten schon Millionen um im Nicht-Arbeiter Staat zu leben und in den enteigneten, dann staatlichen Wohnungen möglichst umsonst zu leben....



  7. 33.

    Und sie kennen alle 10000 Demonstranten, oder wieviel es sind auf den diversen Demos, um dies zu beurteilen? Ich gehe da hin und Arbeite von Montag bis Freitag. Schon irgendwie ein wenig unlogisch, ihre Aussage.....Um es höflich zu sagen.

  8. 31.

    Es wird zu viel!

    Übers Jahr gesehen:

    Demos, Sportveranstaltungen, Baustellen......

    Man bedenke: Jeder Polizei-Beamte wird von Steuergeldern bezahlt!

    Fazit: Weniger Veranstaltungen, weniger Steuerausgaben.

  9. 30.

    Viz berlin
    Verkehrsvorschau für Montag:
    "Charlottenburg - Tiergarten:
    Auf dem Kurfürstendamm Höhe Kreuzung Joachimsthaler Straße beginnt gegen 10:00 Uhr eine Demonstration mit voraussichtlich mehr als 10.000 Teilnehmenden. Der Zug führt über Wittenbergplatz, An der Urania, Klingelhöferstraße und Hofjägerallee zur Großen Stern. Es ist bis zum Abend mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen und Sperrungen zu rechnen."
    Da sehe ich regelmäßig rein- es hilft :-)

  10. 29.

    "Eine ganze Reihe von Demonstrationen in der Berliner Innenstadt beschäftigen an diesem Wochenende und zum Wochenstart die Polizei und werden voraussichtlich für Verkehrsbehinderungen und Staus sorgen."
    Und diese Staus betreffen eben nicht nur den so verhassten Individualverkehr,sondern auch Lieferverkehr,Krankenwagen ,Feuerwehr etc. ,Pflegekräfte bei Hausbesuchen und natürlich auch Busse. Super. Wie lege ich die Innenbezirke der Hauptstadt lahm. Gut,dass dort niemand arbeitet oder wohnt. Also liebe BVGler,streikt ruhig. Viele sind scheinbar gerne zu Fuß oder oder per Rad unterwegs,
    ich nehme dann an den Streiktagen meine Kolleginnen im Auto mit.

  11. 28.

    Für alle Demos am Wochenende sind Ort und Uhrzeit angegeben.
    Für den Montag nicht. Warum?!
    Ein Schelm wer dabei böses denkt.

  12. 27.

    Hauptsache Demo. Danke das auch alles genehmigt wird. Tolle Behörden in Berlin. Das ist doch mal ein echter Party Ersatz für die meisten. Habt viel Spaß beim alles lahmlegen und Feiern.

  13. 26.

    "Leistungsträger", aha. Was für eine Ehre für uns Berliner, belehrt zu werden von demjenigen, der allein und eigenhändig von der Weltmetropole Fürstenwalde aus die deutsche Wirtschaft am Laufen hält. Bitte verzeihen Hochwohlgeboren, dass wir gewagt haben Sie mit unserem linken Gequatsche zu belästigen. Es soll nicht wieder vorkommen Ihro Durchlaucht! Hochachtungsvoll,

  14. 25.

    Zu viel Zeit? Blödsinn. Manche Menschen setzen sich halt für andere ein. Manche halt.

  15. 23.

    Ich gehe 7 Tage die Woche 24 Stunden arbeiten, wann machen das die ganzen Kommentatoren hier.

  16. 22.

    Hallo Erzieher der Nation,
    wenn Du Langeweile hast, solltest Du vielleicht die Streubüchse für Deine fehlenden Kommata öffnen. Das Geschriebene vor Veröffentlichung lesen, hilft ebenfalls.

  17. 21.

    Leider gibt es für viele Leute schon Grundeinkommen.
    Für manche sogar doppelt und dreifach.
    Die einzige Genugtuung ist immer, dass die Leute, die für so einen Quatsch auf die Straße gehen, in 20 Jahren keinen Wohlstand mehr vorfinden werden.
    Dann sind denen diese Debatten selbst vergangen und sie ernten ihre kruden Fantasien zum wirtschaftlichen Niedergang.

  18. 20.

    Ich hätte schon längst die Hartz4-Leistungen eingeschränkt.
    Jeder kann einen Beitrag zum Wohlstand leisten.

  19. 19.

    Der eine kann es mit der Arbeit verbinden, ein anderer nicht. Das ist dann Pech.

  20. 18.

    Alle diese Demos können den Regierenden egal sein. Sonst würden sie verboten, eingeschränkt oder diffamiert werden.

  21. 17.

    Was hat das Recht auf freie Meinungsäußerung mit dem Demonstrationsrecht gemein?
    Den Gesetzgeber interessiert es nicht im geringsten.

  22. 16.

    Mich würde interessieren, warum Autofahrerinnen nicht gebeten werden, die Innenstadt zu meiden.

  23. 15.

    Berlin die Demo Hauptstadt. Hier kann jeder der lange Weile hat zur Demo gehen. Vielleicht gibt es auch einen Wettbewerb, wer weiß wofür oder wogegen man noch alles demonstrieren kann.
    Super ist, daß der ÖPNV auch nicht planmäßig fahren kann. Wer kann sollte Berlin meiden

  24. 14.

    Berlin die Demo Hauptstadt. Hier kann jeder der lange Weile hat zur Demo gehen. Vielleicht gibt es auch einen Wettbewerb, wer weiß wofür oder wogegen man noch alles demonstrieren kann.
    Super ist, daß der ÖPNV auch nicht planmäßig fahren kann. Wer kann sollte Berlin meiden

  25. 13.

    "Die Berliner tun mir nur noch leid." Heuchelei pur!

    "Jedes Wochenende dieses Theater und dann die Themen." Logisch dass ihnen die Themen nicht passen. Sie interessiert sicher auch nicht die Aktivitäten von Rechtsextremisten in ihrer Heimatstadt.

    https://www.moz.de/lokales/eisenhuettenstadt/verfassungsschutz-zahl-der-rechtsextremisten-in-los-gestiegen-49018058.html

    Da sind mit die Demonstrationen und Demonstranten hier viel lieber. Und wir Berliner haben ein dickes Fell.

  26. 12.

    "Ich sage nur die lange Weile haben viel Spaß beim Demostrieren ich weiß mit meinem Wochenende was besseres an zu fangen "

    Sie könnten z.B. an ihrer Räschtschräibung üben! Wäre sinnvoll. Und die Verschwendung von Steuergeldern regt sie bei unnützen Autobahnen auch nicht auf. Oder Drohnen, einer Schrottreifen Bark oder Flugzeugen der BW.

    Andere Leute wissen um die Demokratie und nehmen ihr hart erkämpftes Recht wahr um zu demonstrieren. Für die nächste Generation!

    https://adfc-berlin.de/aktiv-werden/bei-demonstrationen/kreisfahrt/881-adfc-kreisfahrt-am-19-september-rauf-aufs-rad-fuer-die-naechste-generation.html

  27. 11.

    Das wird wohl so sein. Die Berliner tun mir nur noch leid.
    Jedes Wochenende dieses Theater und dann die Themen.
    Das könnte den Linken so passen. Die fleißigen Leistungsträger arbeiten und der Rest bekommt ein bedingungsloses Grundeinkommen.
    Dafür werden sie dann ausgelacht und als Spießer bezeichnet. Grausam dieser Gedanke.

  28. 10.

    Mich wundert, dass sie ständig zeit haben zum kommentieren, wenn so doch soviel arbeiten müssen.

  29. 9.

    Warum wird Berlin nicht noch mit dem Zusatz Demo Hautstadt zu sätzlich bezeichnet. Was daß alles an Steuergelder kostet. Ich sage nur die lange Weile haben viel Spaß beim Demostrieren ich weiß mit meinem Wochenende was besseres an zu fangen
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  30. 8.

    Samstag ab 10.30 bis 18.30 an der WEltzeituhr gibt es noch eine Veranstaltung für die Freiheit von Julian Assange, auch sehr wichtig wie ich finde!
    Bzw gegen die Auslieferung an die USA.

  31. 7.

    "Zu dem Bündnis gehören Gruppen wie die "Interventionistische Linke", die "Antifa" oder "Ende Gelände"."

    Fake News? Ich meine, vor dem Hintergrund dass hier im Kommentarbereich schon mehrfach wortreich dargelegt wurde, es gebe nur Antifaschisten, jedoch nicht "die Antifa"...

  32. 6.

    Die wissen wohl alle nichts mehr mit ihrer Freizeit sinnvoll anzufangen, außer demonstrieren zu gehen. Scheint echt neuer Volkssport geworden zu sein. Sind wohl alle nicht ausgelastet oder haben einfach zuviel Zeit.

  33. 5.

    Oh man... neue Wochenendbeschäftigung...
    Die Teilnehmer der linksradikalen Demo kann ich mir bildlich vorstellen.

  34. 4.

    Sollen die doch alle demonstrieren gegen was sie wollen und die Innenstadt zerlatschen, zerradeln und vermüllen.

  35. 3.

    Das Tempelhoferfeld ist doch groß genug dort kann demonstriert und diskutiert werden ohne Ende. Warum müssen diese Personen die anscheinend nur von Demo zu Demo und natürlich auch ein bedingungsloses Grundeinkommen fordern die arbeitende Bevölkerungsmehrheit blockieren.

  36. 2.

    Ich frage mich, woher die Polizei und auch die Veranstalter schon vorab immer weiß, wieviel an einer Demo teilnehmen. Ich glaube kaum dass sich Demonstranten vorher irgendwo anmelden geschweige noch namentlich verewigen.

  37. 1.

    Ich gehe das ganze Wochenende arbeiten....wann machen das die Demonstranten? Die sind auch von Montag bis Freitag dabei, wenn so etwas stattfindet.

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