Lehrermangel in Brandenburg - Wieviel Kraft und Nerven der Seiteneinstieg kostet

Di 04.07.23 | 07:28 Uhr | Von Konrad Spremberg und Linh Tran
  27
Lehrerin Anke Graff, Grundschule Basdorf. (Quelle:rbb/L.Tran)
Video: rbb|24 Brandenburg aktuell | 04.07.2023 | K. Spremberg/L. Tran | Bild: rbb/L.Tran

Inzwischen ist jede sechste Lehrkraft in Brandenburg Seiteneinsteigerin oder Seiteneinsteiger. Sie können und sollen sich weiterqualifizieren, um auf das Niveau von grundständigen Lehrkräften zu kommen. Doch die Hürden sind hoch. Von Konrad Spremberg und Linh Tran

Brandenburg braucht Menschen wie Sabrina*. "Ich möchte Schüler auf ihrem Lebensweg begleiten und ihnen die Welt erklären", sagt die Lehrerin, die zuerst gar nicht Lehrerin werden wollte. Vor ein paar Jahren aber, als der Mangel an Lehrkräften immer größer wurde, schien ihr die Idee greifbar: Sabrina wurde Seiteneinsteigerin. Wie viel Kraft und Nerven sie das kosten würde, hat sie unterschätzt.

Seiteneinstieg nennt man in Brandenburg, was in Berlin meist Quereinstieg heißt: Lehrer oder Lehrerin werden ohne Lehramtsstudium. Sabrina hat sich mit ihrem Masterabschluss an einer Handvoll Schulen beworben und wurde genommen – wegen des großen Bedarfs sofort ohne weitere Ausbildung. Ihrem Unterricht sei das anzumerken gewesen, sagt sie heute. "Ich habe das wie eine Vorlesung an der Uni gemacht: immer erzählt, erzählt, erzählt."

Grundschule Basdorf. (Quelle: rbb/L. Tran)
Bild: rbb/L. Tran

Beinahe jede sechste Lehrkraft würde fehlen

Sabrina wollte lernen, wie es besser geht. Brandenburg fördert das. Nach einer pädagogischen Grundqualifizierung, während der Sabrina weiter unterrichtet hat, konnte sie den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst (BBVD) absolvieren – gemeinsam mit klassischen Referendarinnen und Referendaren an einem Studienseminar.

Wie dringend Brandenburg Menschen wie Sabrina braucht, zeigen die Daten: In den vergangenen sieben Jahren hat sich die Zahl der Seiteneinsteiger im Brandenburger Schuldienst mehr als verdreifacht. Ohne sie würde heute beinahe jede sechste Lehrkraft fehlen.

Tendenz vermutlich steigend: Bis 2030 dürften deutschlandweit mehr als 80.000 Lehrkräfte fehlen. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung im Auftrag des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) hervor. Brandenburg gehört zu den Bundesländern, die im Vergleich zu ihrem Bedarf besonders wenige Lehrkräfte selbst ausbilden.

Im ersten Anlauf durchgefallen

Für die Seiteneinsteigerin Sabrina stand am Ende der Ausbildung ihre Staatsprüfung am Studienseminar in Bernau. Trotz mühsamer Vorbereitung fiel sie im ersten Anlauf durch. An den Tag erinnert sie sich genau. "Um 12:30 Uhr war die Prüfung zu Ende. Um 17 Uhr saß ich immer noch im gleichen Raum." Sie sei perplex gewesen, habe sich kaum bewegen können, denn die schlechte Bewertung sei für sie völlig aus dem Nichts gekommen. "Nach meinen Hospitationen habe ich mir immer die Note geben lassen", erzählt sie über ihre Probestunden. "Ich wurde immer als gut bis sehr gut eingeschätzt."

So dringend sie gebraucht werden – einige der Seiteneinsteigerinnen am Studienseminar Bernau fühlen sich im Vorbereitungsdienst allein gelassen. rbb|24 hat mit zehn von ihnen ausführliche Gespräche geführt. Sie erlebten den Druck in der Ausbildung als hoch und beklagen mangelnde Betreuung. Denn im Vergleich mit Referendarinnen müssen Seiteneinsteiger deutlich mehr unterrichten – bekommen aber keine Ausbildungslehrkräfte an die Seite gestellt.

Der Grund dafür liegt laut dem zuständigen Bildungsministerium im Konzept Seiteneinstieg: "Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger sind Lehrkräfte, während Lehramtskandidatinnen und Lehramtskandidaten sich noch in der Ausbildung befinden", so eine Ministeriumssprecherin. Referendare verdienen entsprechend weniger Geld.

Klassenraum Grundschule Basdorf. (Quelle:rbb/L.Tran)
Ein leerer Klassenraum in der Grundschule Basdorf. | Bild: rbb/L.Tran

Schulen fehlt die Zeit für Seiteneinsteiger

Seiteneinstieg gilt also nicht als Ausbildung. Aber Seiteneinsteiger haben großen Bildungsbedarf, berichten sie uns, denn ihre selbst erworbenen Erfahrungen reichten in vielen Fällen nicht. Seiteneinsteigerin Anke Graff erinnert sich, wie sie in der Weiterbildung erstmals an einer Oberschule unterrichten musste. Kinder in diesem Alter hatte die Sportlehrerin noch nie betreut, wie sie erzählt. "Warum kann da niemand an der Seite stehen, wenigstens am Anfang, und begleiten, helfen, erklären und an die Hand nehmen?"

Mehr Betreuung würde nicht unmittelbar zu einer besseren Weiterbildung führen, so der Leiter ihres ehemaligen Studienseminars in Bernau, Hansjörg Lacher. "Die Frage an Betreuung ist auch: Wie einengend ist sie? Lässt sie die Freiheit, selbst Dinge zu erproben? Wie förderlich ist die jeweilige Betreuung wirklich? Zu enge Betreuung wäre es nicht."

Schon beim heutigen Maß an Betreuung ist die Ressourcen-Knappheit an vielen Schulen immens. Unterstützt eine andere Lehrkraft den Unterricht von Anke Graff, fehlt deren Zeit anderswo. "Jeder Seiteneinsteiger arbeitet als Lehrkraft und sichert in allererster Linie Unterricht ab", so Graff. "Ich würde mir wünschen, dass in dieser Zeit auch die Ausbildung wichtig ist."

Seiteneinstieger, Leiter des Studienseminars Bernau, Dr. Hansjörg Lacher (Quelle: Quelle: rbb/Linh Tran)
Der Leiter des Studienseminars Bernau: Hansjörg Lacher | Bild: rbb/Linh Tran

“Es geht nur darum, dass Unterricht abgeleistet wird”

Ein ehemaliger Schulleiter, der nach eigenen Angaben regelmäßig Seiteneinsteigerinnen eingestellt hat, formuliert es im Gespräch mit rbb|24 drastischer: "Es geht nur darum, dass Unterricht abgeleistet wird. Wenn jemand dem nicht gewachsen ist, kommt halt der nächste."

Neben dem Unterrichten ist zwar Zeit für die Fortbildung vorgesehen – wie viel Zeit aber bleibt, das richte sich nach den zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen, heißt es vom Landesministerium. Im Klartext: Je nachdem, wie viel Geld eine Schule übrig hat, bleibt den Seiteneinsteiger:innen mehr oder weniger Zeit zum Selberlernen.

Bei ihrem zweiten und letzten Versuch bestand Seiteneinsteigerin Sabrina die Staatsprüfung in diesem Jahr. Ihre Erleichterung dürften sogar die Schülerinnen und Schüler gespürt haben. "Die haben einen siebten Sinn", erzählt sie. "Es gab zwei richtig böse Tiefs in diesem Vorbereitungsdienst. Da haben sie mich direkt gefragt, ob alles okay ist."

Mit bestandener Prüfung ist Sabrina grundständig ausgebildeten Lehrkräften nun weitgehend gleichgestellt, kann nun sogar Beamtin werden. Auch damit lockt Brandenburg Seiteneinsteigerinnen in den Schuldienst.

* Name von der Redaktion geändert

Sendung: rbb|24 Brandenburg aktuell, 04.07.2023, 19.30 Uhr

Beitrag von Konrad Spremberg und Linh Tran

27 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 26.

    Jaein, das was Sie beschreiben ist auch kein Unterrichten, jedenfalls nicht so pauschal.
    Das was Sie wohl meinen ist Didaktik, Methodik und pädagogische Psychologie des jeweiligen Fachgebietes, also jeweils spezifisch für z.B. Mathematik, Englisch oder Deutsche Sprache und Literatur die verschiedenen kindgerechten Wege zu finden, wie Kinder lernen können und wie sie das Lernen lernen können. Es geht u.a. darum, eine Sprache und ganz unterschiedliche Vermittlungswege zu finden, um ganz unterschiedliche Lerntypen neugierig zu machen, zu motivieren, zu bestärken und zum Durchhalten zu ermutigen.
    Wer über die Köpfe der Kinder und Jugendlichen hinweg 'doziert' oder kein Angebot auf der Beziehungsebene macht, wird niemals gut werden im Unterrichten - eine soziale Interaktion kann man nicht vortäuschen und die SchülerInnen merken es _sofort_ wenn jemand kein Interesse an ihnen hat und wehren sich auf ihre Weise.

  2. 25.

    Es wird wohl leider so kommen, denn es ist genau so gewollt. Das Bildungssystem (wie auch Gesundheitswesen, Post, Energie, Verkehr) wurde fast unbemerkt - die Auswirkungen schon - politisch völlig umgebaut nach Vorgaben, die unter anderem die Bertelsmann-Stiftung als politisch beratende Stiftung maßgeblich befördert hat. Der Bildungsbegriff wurde entkernt und die Strukturierung des Schulsystems wurde hin zu einer immer schlechteren, unterfinanzierten öffentlichen Schule und gleichzeitig hin zu immer mehr privaten Schulen aller möglichen "Bildungsträger" verändert, Bildung als käufliche Ware und Unterscheidungsmerkmal der sozialen Zugehörigkeit. Diese Bilanz ist bitter, aber diese Realität erleben die Kinder und ihre Eltern täglich.

  3. 24.

    Große Zustimmung. Schon bei Lesen des Satzes:
    >Ich möchte Schüler auf ihrem Lebensweg begleiten und ihnen die Welt erklären<
    dachte ich 'Oh, das wird schiefgehen', völlig falscher Ansatz. Und wenn ich dann weiter lese, daß sie quasi Vorlesungen gehalten hat ... wenig vorher Gedanken gemacht, was "unterrichten" beutet in den jeweiligen Altersklassen.
    Ganz ehrlich, ich finde es gelinde gesagt eine ungeheure Anmaßung, sich hinzustellen und als unausgebildeter Mensch einen akakdemischen Beruf ausüben zu wollen, der mit zu den anspruchsvollsten und verantwortungsvollsten überhaupt gehört. Als damals diese Regelungen eingeführt wurden, konnte ich es nicht fassen, welche Verachtung und Herabwürdigung gegenüber meinem Beruf hinter dieser Verfahrensweise steckt - und das es Absicht ist - die Schulverhältnisse an öffentlichen Schulen in den USA standen Pate und die schlechte Behandlung und soziale Stellung der Lehrpersonen dort.

  4. 23.

    Bezüglich der Unabdingbarkeit von umfangreichem didaktischen Wissen teile ich Ihre Meinung. Ebenso von mehr und früheren Praxisanteilen im Lehramtsstudium.
    Ihrem letzten Satz würde ich allerdings widersprechen. Lehramtsstudierte geben ihr Fachwissen ebenso erfolgreich weiter und Quereinsteigern hat ihr Fachwissen ihres Studiums direkt nichts genutzt, da sie mit ihrem studierten Fach ja keinen Beruf dauerhaft ausüben konnten oder wollten. Sie vermitteln jugendlichen SuS eher das Bild : "studier irgendetwas..kannst ja im Notfall noch Lehrerin werden".

  5. 22.

    Ganzschön schräge Diskussion. Quer-bzw. Seiteneinsteiger haben mehrheitllich Fachstudien absolviert. Ihnen fehlt nach prakt. Jahren etwas Breite und ganz viel Didaktik und Unterrichtsgestaltung. Lehrantsstudenten und -studentinnen haben am Anfang weder vom Fach noch von Didaktik Ahnung. Didaktik benötigen also beide so früh wie möglich und natürlich in der Praxis. Wo sonst lernt man das? Quereinsteiger haben den Vorteil, dass sie weitergeben können, wofür das Wissen praktisch etwas nutzt.

  6. 21.

    Als Lehrerin in einem Gymnasium in Brandenburg habe ich mit fast 60 eine Menge KollegInnen, SeiteneinsteigerInnen, ReferndarInnen, PraktikantInnen kennengelernt, zum Teil auch begleitet. Und es ist immer alles dabei - die, die sich oft bis ans Letzte ihrer Kräfte verausgaben, die, die die ruhige Kugel schieben, die, die gerne einfach nur Macht ausüben, die, die ihre Selbstbestätigung aus dem Gefühl ziehen, ein(e) tolle(r) Lehrer(in) zu sein, die, die sich jeden Morgen erschöpft und angstvoll in die Schule schleppen.... also im Grunde wie in jedem anderen Beruf auch.
    Aber der Lehrerberuf ist anders. Ihn erfolgreich auszuüben heißt, es geht nicht um mich, sondern darum, junge Menschen zu starken, selbstbewussten, lernkompetenten Individuen zu machen.
    Diese Fähigkeit hat man - oder eben auch nicht - nur dann, wenn man selbstreflektiert und einfühlsam ist.
    Und diese Grundvoraussetzung ist unabhängig vom vorherigen beruflichen Lebenslauf !

  7. 20.

    Die Problematik ist komplex und vielschichtig. Zunächst sind da die systematischen Probleme zu nennen: Ministerium, Schulämter und Studienseminare arbeiten zum Teil gegeneinander. Ausbilder bewerten (zum Teil) subjektiv. Die Unterstützung an den Schulen kann nicht gewährleistet werden, da das Personal fehlt.
    Hinzu kommt ein weiteres Problem: die extrem hohe Arbeitsbelastung. Im BBVD arbeiten die Kollegen Vollzeit (an vier Tagen in der Schule). Dazu kommt der Seminartag. Die Studienseminare haben z.T. sehr große Einzugsgebiete, sodass Teilnehmer am Seminartag nicht selten von 6:30-19 Uhr unterwegs sind. Da am nächsten Tag Schule ansteht, muss der Unterricht noch vorbereitet werden (und das dauert bei Neulingen bekanntermaßen länger). Die Teilnehmer arbeiten nachts, sie sind nicht mehr Anfang 20, wie Referendare, haben Kinder und Familien. Der "normale" Unterricht, regelmäßigen Hospitation, die enorme Zusatzarbeit bedeuten. "Ausbildung" + "Vollzeit" + "Schlafmangel" - finde den Fehler!

  8. 19.

    Also ich als Elternteil wünsche mir vor allem, dass nicht permanent Unterricht ausfällt - im jetzt zuende gehenden Schuljahr bei Kind 1 monatelang kein Physikunterricht (dann nach wenigen Vertretungsstunden abiturrelevante Klausur, toll), bei Kind 2 monatelang kein Englischunterricht.

    Klar wären klassisch ausgebildete Lehrkräfte das Ideal, aber ES GIBT NICHT GENUG. Das ist Fakt. Also - was hätten Sie gerne, den Quereinsteiger oder monatelangen Komplettausfall?

  9. 18.

    Augen auf bei der Berufswahl! Ich habe Bewerbungen mit Gründen wie "das Fach unterrichten/berufliche Sicherheit/familienfreundliche Arbeitszeiten" gelesen. Lehrkräfte unterrichten UND erziehen junge Menschen, die zudem in Gruppen auftreten. Zu der berufsbegleiten Ausbildung (d.h. Prio 1 hat die Arbeit) wird niemand gezwungen, die schlechten Bedingungen sind bekannt. Viele quälen sich mit Blick auf die gute Bezahlung während der Ausbildung durch und dabei und später auch die Schüler*innen.

  10. 17.

    Und als Lehrerin erwarte ich erzogene, beschulbare Kinder und Eltern, die nicht nur auf whatsapp lästern und
    übergriffig sind. Und ausreichend Räumlichkeiten und funktionierende Technik wäre auch mal schön.

  11. 16.

    Wieso hat man Lehrersein im Blut oder fühlt sich zum Arutberufen. Haben Physiker oder Gasinstallateure das nicht? Wenn man an das was man arbeitet, mit umfangreichem Fachwissen, Verantwortung und Engagement herangeht, kann man seinen Beruf erfolgreich ausüben.Der Begriff Beruf kommt ja nicht von innerer "Berufung", sondern weil von außen berufen wurde. Das Lehrergen gibt es nicht.
    Ein abgeschlossenes Studium in Chemie oder Design hat seinen eigenen Wert, kann aber für die Tätigkeit als Lehrerin ohne hohe Kompetenzen in den Vermittlungswissenschaften nutzlos sein.
    Und dass es in jedem! Beruf auch Ausgebildete gibt, die es trotzdem nicht besonders gut machen, das ist leider so...nicht nur bei Lehrern.

  12. 15.

    Erst einmal, muss man "Frischlinge" im Beruf in Theorie und Praxis ausreichend unterstützen. Im Laufe der letzten 50 Jahre (vor u. nach der Wende) habe ich sowohl studierte Lehrer, als auch Quereinsteiger kennengelernt, mit durchwachsenen Eigenschaften. Mein Fazit daraus ist, dass egal welcher Beruf, die Tätigkeit als Berufung mit Wissen, Engagement u. Menschlichkeit aufgefasst werden muss! Auch ist entscheidend, dass eine Lehrkraft der Zielgruppe gemäß, das eigene Wissen vermitteln kann.

  13. 14.

    Zumindest ihre Gedanken mit einer Interpunktion abzuschliessen kostet sie keine Kraft und Nerven. Nutzen sie ihre Chance!

  14. 13.

    Nein, natürlich nicht. Eine solide Ausbildung in generell allen Berufen ist wichtig, aber nicht allein das, was es am Ende ausmacht, wenn man das Gelernte an andere weitergeben soll. Das macht den Beruf eines Lehrers, aber auch eines Trainers, Ausbilders, etc., also allen die an andere Menschen etwas weitervermitteln, so interessant aber auch persönlich herausfordernd. Hier zählt eben nicht nur das was und wie man es Gelernt hat und was man alles weis, sondern eben auch die Art und Weise wie man es an andere Menschen vermittelt. Das hat man oder eben auch nicht, so wie mit den Führungskräften, der eine kann es auch ohne zig Lehrgänge, der andere eben nicht, auch mit noch so vielen Mitarbeiterführungsseminaren .... ;-)

  15. 12.
    Antwort auf [Berlinerin] vom 04.07.2023 um 10:10

    Stimme ich voll zu. Das sind die Eltern, die mich jedes mal auf den Elternabenden meiner Kinder zum Kopfschütteln und Verzweiflung gebracht haben. Die armen Lehrer, da hatte keiner eine Chance, auch die nicht, die von den Kindern als gute Lehrer gesehen wurden .....Außerdem kann die Schule bzw der Lehrer:in nichtfür alles verantwortlich sein, schon gar nicht für eine gute Erziehung unserer Sprößlinge, dass sollte auch ausserhalb der Schule stattfinden.
    Ach ja und mal so nebenbei, wenn ich mir den Lehrplan seit Jahren anschaue, dann ist da kein großer Unterschied zu dem was meine Generation schon lernen mußte und wie wir belehrt wurden und damals gabs noch keine Internet und Social Media. Kann ja eigentlich auch nicht sein, oder ?

  16. 11.

    Da haben Sie sicherlich Recht, Lehrer ist kein Beruf, es ist eine Berufung. Aber ohne eine solide Ausbildung ist es besonders "leicht" einer von denen zu werden, die es besser lassen sollten.
    Krankenschwester ist auch eine Berufung. Möchten Sie einer Unausgebildeten in die Hände fallen?

  17. 10.

    Vor einigen Tage sah ich einen Bericht zum Thema, Ausbildung der Lehrkräfte.
    Allein die Ausbildung im Deutschland (Studium) dauert viel zu lange und ist überhaupt nicht praxisnah. Es mag sein, dass die angehenden Leherer dann in einigen DIngen "bessere" Kompetenzen mitbrinegen, das bedeutet jedoch nicht zwangläufig, dass damit die Kommunikation zwischen angehenden Leher & Schüler gmeint ist. In diesen Bericht wurde das Studium in den Niederlanden in den höchsten Tönen gelogt. Weil dort angehende Lehrkräfte unterrichten dürfen, im 1. (!) Studienjahr, dadurch dauert die Studienzeit statt ca 7 Jahren "Nur" 4 Jahre. Das Studium sollte drindend refomerit werden. Dann verlieren zukünftige Lehrkräfte auch nicht die Lust und brechen das Studium ab.

  18. 9.

    Na dann fragen Sie doch mal die Schüler, wie die das sehen und empfinden wer ein guter oder mieser Lehrer ist. Wenn ich hier in den Kommentaren lese, dass anscheinend ja nur die gute Lehrer sind die Lehramt von der Pieke auf studiert haben, dann kann ich da nur den Kopf schütteln. dem ist nämlich mitnichten so und ich weiß wovon ich rede, denn ich habe 2 Kinder die von jeder Art von Lehrer in den letzten 10 Jahren unterrichtet wurden. Es gibt Menschen, die haben das Lehrer sein im Blut, auch ohne ein Studium welches über Jahre geht und eben auch welche nicht, die hätten es lieber sein lassen sollen mit dem Lehramtstudium bzw. Kinder / Jugendliche zu unterrichten, da hilft auch keine gute Ausbildung. Ist wie bei den Medizinern, ein NC von 1,0 um überhaupt zu einem Medizinstudium zugelassen zu werden, macht noch keinen guten Arzt .....

  19. 8.

    Es gab und gibt ja Gründe warum eine fundierte Lehrerinnenausbildung mindestens 6 1/2 Jahre dauert. Ob dies möglicherweise zulang ist und Verzahnung von Theorie und Praxis anders und besser sein könnte, kann an anderer Stelle diskutiert werden. Tatsache ist jedoch, dass in keinem anderen Berufsfeld erwünscht ist, die kompletten beruflichen Anforderungen von Teilausgebildeten bzw. nicht Ausgebildeten erfüllen zu lassen.
    Leider gibt es z.Z. keine Lösung.Nur das Image des Lehrerberufs wird sich noch mehr verschlechtern,m ergo werden noch weniger diesen Beruf anstreben. Das schlecht organisierbare Studium macht es den Motivierten unnötig schwer und somit werden in 10 Jahren nur noch in crashkursen schlecht Angelernte und somit Überforderte den Unterricht machen. Trotz Länderhoheit braucht es eine fundierte Initiative des Bundesministeriums....hört man da auch nur einen Denkansatz?

Nächster Artikel