Trotz Haushaltskürzungen - Berliner Senat sichert Erhalt temporärer Spielstraßen zu

Do 03.08.23 | 12:42 Uhr
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Symbolbild:Kinder spielen auf einer temporären Spielstraße in Berlin.(Quelle:dpa/J.Carstensen)
Audio: rbb24 Inforadio | 03.08.2023 | Britta Behrendt | Bild: dpa/J.Carstensen

Der Berliner Verkehrsverwaltung will nach eigener Aussage die temporären Spielstraßen in der Stadt erhalten. Staatssekretärin Britta Behrendt (CDU) trat am Mittwochabend Befürchtungen entgegen, dass die Projekte wegen Mittelkürzungen in den kommenden Jahren die Projekte gestoppt werden könnten.

Behrendt sagte der rbb24 Abendschau, man habe im Haushaltsentwurf pauschal die Gelder in allen Bereichen reduziert, das betreffe auch die Spielstraßen. Sie könne aber versichern, dass es "am Ende nicht zulasten der Spielstraßen gehen wird", sagte Behrendt.

24 Straßen in Berlin werden zeitweise zu Spielstraßen

Laut Medienberichten ist geplant, das Geld aus dem Landeshaushalt von derzeit 180.000 Euro auf jeweils 50.000 Euro für die Jahre 2024 und 2025 zu kürzen. Das löste Sorgen bei den Initiatoren des Projekts sowie in der Bezirkspolitik aus.

Die erste temporäre Spielstraße in Berlin wurde nach Angaben des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg im August 2019 in der Böckhstraße in Kreuzberg eingerichtet. Seitdem werden in verschiedenen Bezirken Straßen immer mal wieder für einen bestimmten Zeitraum für den Autoverkehr gesperrt. So sollen Kinder dort spielen und sich die Nachbarn treffen können.

Oft sind es nur kürzere Straßenabschnitte, die zeitweise zum Spielen gesperrt werden. Den Angaben nach gibt es mittlerweile 24 solcher Straßen in Berlin, zehn davon in Friedrichhain-Kreuzberg [spielstraßen.de].

Sendung: rbb24 Inforadio, 03.08.2023, 12:30 Uhr

29 Kommentare

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  1. 29.

    Am großen Andrang sieht man, dass großer Bedarf besteht. Es sind nur 24 von ca. 9500 Berliner Straßen, und das nur 4h am Sonntag. Wer das nicht schulterzuckend umfährt, hat das wahre Wohlstandsproblem. Ich finde traurig, dass Sie nicht Verdrängung aller schwächeren Verkehrsteilnehmer als Wohlstandsproblem formulieren. Denn mit weniger Autos, kleineren Autos, langsameren Autos funktionierte das Miteinander auf der Straße. Danke für die Spielmöglichkeit und den Treffpunkt mit Freunden und Nachbarn!

  2. 28.

    Also ich traue kleinen Kindern mehr Grips zu als so manchen Autofahrer. Den Unterschied kann man Kindern sehr einfach erklären.

  3. 27.

    Ja, in genau den Straßen meiner Kindheit bewegt sich nun auch mein Kind. Und hat leider viel weniger Möglichkeiten, sich auszuleben und zu entwickeln als wir früher. Das ist traurig. Es ist denk ich ganz vielen Autofahrern nicht bewusst, was für eine große Belastung sie für alle anderen sind. Und dass sie gesundheits- und entwicklungsförderliche Fortbewegung schwierig bis unmöglich machen.

  4. 26.

    Antwort auf "Mike Müller" vom Freitag, 04.08.2023 | 08:08 Uhr
    "Kein Kind würde von allein freiwillig auf einer Fahrbahn spielen wollen." Ich denke, das ist auch schwer zu vermitteln; einerseits sollen die Kinder nicht auf die Straße und manchmal doch... nicht ungefährlich, der Spagat.

  5. 25.

    Haben Sie diese Sätze im Artikel nicht gelesen? Seitdem werden in verschiedenen Bezirken Straßen immer mal wieder für einen bestimmten Zeitraum für den Autoverkehr gesperrt. So sollen Kinder dort spielen und sich die Nachbarn treffen können. Oft sind es nur kürzere Straßenabschnitte, die zeitweise zum Spielen gesperrt werden". Zitat. Also, geht es nicht nur um offene Spielstraßen mit Autoverkehr.

  6. 24.

    In anderen europäischen Städten ist das inzwischen der Standard, da wäre es undenkbar, dass der öffentliche Raum nur den Autos und nicht den Bürger:innen der Stadt gehören. Warum sollen die Straßen nur für Autos sein. Die Stadt gehört allen Bürgern und nicht nur den Autofahrer:innen.

  7. 23.

    Ich frage mich, warum in Berlin temporäre Spielstraßen eingerichtet werden. Wir sind vor ein paar Jahren aus einem anderen Bundesland und dort aus einer Kleinstadt zugezogen. Sehr überrascht waren wir hier über die große Zahl von Spielplätzen in unserem Stadtteil. Neben unserem Grundstück befindet sich ein großer Spieplatz mit vielen Spielgeräten und einem großen Sandplatz. Es gibt Sonnen- und Schattenplätze und viele Sitzbänke. In unseren Augen Luxus pur!

  8. 22.

    Also ich habe als Kind gelernt, Straßen schnell und zügig über überqueren. Heute zwingen einzelne Eltern ihre Kinder, auf der Fahrbahn zu spielen. Kein Kind würde von allein freiwillig auf einer Fahrbahn spielen wollen. So werden auch gleich noch neue Autohasser erzogen. Bravo!

  9. 21.

    Mehrausgaben von ca. 930 Mio. in der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (39% von 2,4 Mrd. aus dem Plan 2023) im Haushaltplan 2024. Im Gegenzug leicht sinkende Planausgaben für den Radverkehr und die nun die Axt an das Thema temporäre Spielstraßen. Wie ist dieser Widerspruch aufzulösen? Wo fließen die enormen Summen hin?

  10. 20.

    Das nennt man dann wohl Wohlstandsprobleme. Früher gab es schon weniger Autos, aber auch weniger TV und Handys, was heute die Hauptbeschäftigung ist. Ferner muss man sehen das weniger Autos aus dem Umland in die Stadt müssen..... Dann wäre vielleicht auch Platz mal Fahrrad zu lernen, wobei es da auch Flächen gibt, z.B Parkplätze vom Supermarkt

  11. 19.

    Wohnten Sie in den 80ern noch nicht in Neukölln, wo es schon lange vor der Wende schwierig gewesen ist, einen Parkplatz zu finden und der Flughafen Tempelhof noch in Betrieb gewesen ist?

  12. 18.

    Vergleichen Sie bitte nicht temporär eingerichtete "Spielstraßen" mit dauerhaften verkehrsberuhigten Bereichen.
    Auch wenn in beiden Fällen auf der Straße "gespielt" werden darf, liegen hier unterschiedliche Probleme vor...

  13. 17.

    Diese blöden Spielstraßen (Verkehrsberuhigter Bereich) sind überall, bsp Moabit - keiner kann da noch anliefern. Kinder spielen nicht mehr draußen sondern am PC o.ä. oder sind irgendwo im Sport-Verein tätig! Wann bemerken das eigentlich die Politiker. Weg damit. Die Spielstraßen brauchte man früher, selbst wo es weniger Konsum gab auch nicht. Das Symbolfoto ist schön gestellt. Man sieht außer auf Spielplätzen nirgendwo Kinder.

  14. 16.

    Um Rollerfahren, Fahrradfahren, Rollschuh- bzw. Inlinerfahren zu lernen und zu üben braucht man z.B. Straße und Platz. (Geht eben nicht auf Sand, überfülltem Spielplatz und Spielgeräte im Weg. Unfallgefahr.) In meiner Kindheit (80er und 90er Jahre) haben wir das täglich alles auf Straßen tun können, ohne sie absperren zu müssen. Wenn alle paar Minuten mal ein Auto kam: einfach kurz aus dem Weg gegangen, und alle waren zufrieden. Bei gleichem Wohngebiet geht das heute nicht mehr, sekündlich aggressive Raser und einfach viel mehr Autos, auch geparkte. Es ist einfach kein Platz mehr für Kinder, sich auszuleben. In den Schulen lauter Kinder mit Lernproblemen, Folge von Bewegungsmangel (sensorischer Cortex usw., gern selbst mal lesen). Das verbocken nicht die Kinder oder Lehrer, sondern die bewegungsfaulen Erwachsenen in Autos. Die meisten Leute sind ja weder gehbehindert noch Handwerker. Schön, dass wenigstens für 4h/Woche einige Bewegungsräume erhalten bleiben!

  15. 15.

    Ich wohne seit 41 Jahren in einem Gebiet in Charlottenburg, dass als Spielstraße ausgewiesen ist. Es ist ein ganzer Block. Und regt sich keiner über "quitschende Kinder", fehlende Wege für Versorgung und Notfälle. Was für ein Quatsch! Das einzige das stört, sind die Autofahrer, die mit hoher Geschwindigkeit die Fußgänger, Kinder, alte Menschen gefährden.
    Und das in einer Zone, in der Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben ist.

  16. 14.

    Ja diese Ausgaben sollten eher für den Erhalt von ständigen Spielplätzen da sein,oder gleich in Wohnungsbau mit entspr. Einrichtungen für Kinder. Würde ich mein Kind auf den doch ziemlich verschmutzen Straßen spielen lassen #Fahrzeugrückstande, Tierausscheidungen etc... die nach dem Kreidemalen auch gern mal die Finger ablecken . NEIN!!Strassen sind für Verkehr da ob mit oder ohne Motor.. Mütter denkt mal nach wenn ihr im Handel nur Bio.. kauft und dann aber das liebe Kleine zum Spielen.....

  17. 13.

    Rainer:
    "Ist der Senat doch wieder eingeknickt....."

    ... zur menschen- statt autogerechten Stadt ...

    Rainer:
    ".....nichts ist anders als unter RGR."

    Ja, solange die Auto-FDP in Berlin nicht an die Regierung kommt!

  18. 12.

    Die temporären Spielstraßen liegen in engen Wohngebieten mit wenig Spielmöglichkeiten und werden meiner Beobachtung nach erstaunlich rege genutzt.
    Warum macht man aus den temporären Spielstraßen nicht gleich dauerhafte? Das würde die wiederkehrenden Kosten der Sperrung und Beschilderung sparen, für den Lieferverkehr ließe sich bestimmt eine Lösung finden.

  19. 11.

    Kinder haben das Recht separate Spielplätze zu bekommen, keine Spielstraße zwischen Wohnanlagen. Mal vor der Haustüre zu spielen sollte eine Ausnahme bleiben im Jahr, damit sich die Familien kennenlernen. Bei Spielstraßen kann es oft Zoff geben mit Anwohnern ohne Kinder, die ein Dauergeschrei und das Kinder -Gequietsche psychisch nicht ertragen können. Ich finde es keine gute Idee, jeder Mensch möchte am Tag seinen Interessen in Ruhe nachgehen können. In diesen Fall kann es an die Nerven gehen für Unbeteiligte. Ich würde meine Kinder sagen, andere Plätze aufzusuchen oder ich gehe mit ihnen mit zum spielen. Schließlich würde ich eine gute Nachbarschaft haben wollen, die mir freundlich gesinnt sind.

  20. 10.

    Diese temporären Spielstraßen sind doch nur polemische Spielchen. In unserem Bezirk grenzt ein Park mit Spielplatz an so eine Straße. Kein Mensch lässt seine Kinder dort spielen, nur die „Grün“ angehauchten Mitbürger stehen mit Prosecco mitten auf der Straße und grinsen vor sich hin. Das nimmt doch keiner ernst und was da Kosten verursachen soll istvöllig unerklärlich.

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