Interview | Erbschaften in Deutschland - "In der Mittelschicht sind die Unterschiede zwischen Ost und West noch offensichtlich"

Sa 18.11.23 | 08:19 Uhr
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Symbolbild: Eine Frau schreibt ihr Testament.(Quelle: dpa/Silvia Marks)
Bild: dpa/Silvia Marks

Beim Thema Erbschaft sind auch 33 Jahre nach der Wiedervereinigung noch große Differenzen zwischen Ost- und Westdeutschland auszumachen. In Ostdeutschland wird seltener und im Schnitt auch weniger geerbt. Ein Experte erklärt, woran das liegt.

Je nach Statistik sind die Erbschaften und Schenkungen in Ostdeutschland nur etwa halb so hoch, wie in Westdeutschland. Eine Umfrage des Sozioökonomischen Panels kam zum Ergebnis, dass die durchschnittliche Erbschaft pro Person in Westdeutschland rund 92.000 Euro beträgt, in Ostdeutschland hingegen nur 52.000 Euro. Die Unterschiede bei den Vermögen sind sogar noch deutlicher. Warum ist das so?

Zur Person

Markus Grabka (Quelle: S. Schuh DIW Berlin)
S. Schuh DIW Berlin

Dr. Markus Grabka

Forscht am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin unter anderem zum Thema Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland.

Seit 1999 Mitarbeiter in der Abteilung Sozioökonomisches Panel des DIW. Das SOEP ist eine repräsentative Befragung der Privathaushalte in Deutschland, die seit 1984 im jährlichen Rhythmus durchgeführt wird.

Rbb|24: Herr Grabka, wieso sind die Vermögen in Ost und West auch heute noch ungleich verteilt?

Markus Grabka: Das ist immer noch historisch bedingt. Betriebsvermögen – also auch der Besitz vermieteter Immobilien – war in der DDR faktisch nicht erlaubt. Auch der Besitz privater, selbstgenutzter Immobilien war nur relativ wenig verbreitet. Diese strukturellen Unterschiede lösen sich nicht so schnell auf. Diese historischen Ursachen wirken sich bis heute auf die Vermögenshöhe aus. Zum anderen gibt es aber auch demografische Veränderungen und Entwicklungen. Wir hatten vor allem in der Nachwendezeit und haben auch aktuell noch alternde oder sogar schrumpfende Bevölkerungen in Ostdeutschland. Diese wirken sich direkt auf die Immobilienpreise aus: Wo die Bevölkerung weiter steigt, nehmen die Immobilienpreise zu. In Ostdeutschland ist es genau andersrum, hier schrumpfen die Bevölkerungszahlen und damit auch die Immobilienpreise. Weil Immobilien immer noch die quantitativ wichtigsten Vermögenswerte der Deutschen sind, schlägt sich das nieder. Letztlich muss man außerdem anmerken, ist das Lohnniveau in Ostdeutschland immer noch um einige Prozentpunkte niedriger als im Westen.

Ist diese Ungleichheit vor allem in der sogenannten Mittelschicht und im gutbürgerlichen Milieu ausgeprägt oder eher bei den Reichen?

Es geht tatsächlich um beide. Nur im ärmeren Teil der Bevölkerung ist es so, dass wir zum Beispiel bei den Löhnen keine nennenswerten Unterschiede mehr haben. Im Bereich der Mittelschicht und auch der reicheren Personen sind aber die Unterschiede zwischen Ost und West immer noch offensichtlich. Gerade im oberen Bereich ist das durch die unterschiedliche Bedeutung und der Wertigkeit von Betriebsvermögen zu erklären. In Westdeutschland gibt es viele familiengeführte Unternehmen, die teilweise seit Jahrzehnten, manchmal seit über einhundert Jahren existieren - ein prominentes Beispiel ist die Familie Oetker. Diesen Typus von familiengeführten Unternehmen finden wir in Ostdeutschland so gut wie gar nicht, weil das durch das System in der DDR einfach nicht möglich war. In der Mittelschicht ist der Unterschied vor allem durch die Immobilienpreise entstanden, die sich aus den Lohnunterschieden und dem demografischen Faktor ergeben, wie schon beschrieben.

Blicken wir doch mal auf die Immobilien, einen der wichtigsten Faktoren. In Berlin war es etwa in der Nachwendezeit günstig, Wohnungen und komplette Wohnhäuser im Ostteil der Stadt, in heute sehr attraktiven Wohnlagen, zu erwerben. Das Kapital dafür hatten zum damaligen Zeitpunkt aber vor allem Menschen aus dem Westen. Ist das heute noch ein Faktor?

Es spielt mit hinein, ich würde das aber deutschlandweit nicht als dominant ansehen. Man kann daran allerdings gut erkennen, warum die Verbreitung des Immobilienvermögens in Ostdeutschland immer noch deutlich niedriger ist als im Westen. Nach der Wende wurde es sogar explizit steuerlich gefördert, dass Westdeutsche im Osten Immobilien erwerben, um die damals notwendigen Sanierungen der Immobilien mitzufinanzieren oder neue zu entwickeln. Das dafür notwendige Kapital fehlte nach der Wende einem Großteil der Ostdeutschen.

Wenn also jemand kurz nach der Wende ein Mehrfamilienhaus in Berlin gekauft hätte, wäre das inzwischen wahrscheinlich mehrere Millionen Euro wert – ein Fall für die Steuer, oder?

Es gibt dieses geflügelte Wort, dass die Erbschaftssteuer eine "Dummensteuer" ist, weil sie abgesehen von wenigen Fällen faktisch nur diejenigen zahlen, die sich nicht gut mit den Ausnahmeregelungen auskennen oder schlecht beraten sind. Wenn eine Person eine mittelfristige Planung vornimmt und vorhat, sukzessive das vorhandene Vermögen an die nächste Generation zu übertragen, ist es steuerlich sinnvoll, sich früh damit auseinander zu setzen. Dann kann man die Freibeträge, die von einem Elternteil zu einem Kind bei 400.000 Euro liegen, ausnutzen – und das alle zehn Jahre. Nehmen wir als Beispiel mal einen 50-jährigen Mann, der drei Kinder hat, eine Ehefrau und so ein Mehrfamilienhaus in Berlin. Wenn der in diesem Alter anfangen würde, sein Haus Stück für Stück an die Familie zu übertragen - jedes Kind darf 400.000 Euro steuerfrei bekommen, der Ehefrau darf er sogar 500.000 Euro steuerfrei übertragen, dann wären das schon mal 1,7 Millionen Euro auf einen Schlag und das kann man nach zehn Jahren dann nochmal machen. Das heißt also, es ist problemlos möglich, die Steuerlast selbst für solche Millionenbeträge auf Null zu reduzieren. Natürlich muss man sagen: Wenn eine Person plötzlich verstirbt, ist es etwas schwieriger, das Erbe so zu gestalten.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will die Steuerfreibeträge sogar noch erhöhen. Ist das notwendig?

Die Vermögensungleichheit in Deutschland ist im internationalen Vergleich jetzt schon eine der größten. Um das mal in eine plakative Zahl zu gießen: Die reichsten zehn Prozent halten mehr als 65 Prozent des gesamten Vermögens in Deutschland. Wenn man die Freibeträge, wie Herr Lindner das vorschlägt, weiter erhöht, führt es dazu, dass wir diese hohe Vermögensungleichheit auf die nächste Generation übertragen. Durch Erbschaften kommt es dann zu nennenswerten Vermögensübertragungen – ohne, dass die jüngere Generation irgendeinen Beitrag geleistet hätte, außer das Glück zu haben, in die richtige Familie geboren zu sein. Das hat also nichts mit Leistung zu tun. Deshalb wäre es für mich das völlig falsche Signal, die Freibeträge anzuheben. Wie am Beispiel mit dem Mehrfamilienhaus schon ausgeführt, geht es dabei um Millionenbeträge, die die Normalbevölkerung gar nicht hat. Aus Gründen der Gerechtigkeit und der Chancengleichheit müsste es im Gegenteil also vielmehr so sein, dass die Freibeträge gesenkt werden.

Welche Möglichkeiten gäbe es denn, um die Vermögensunterschiede – auch zwischen Ost und West – schneller zu reduzieren?

Ich glaube, es ist zwingend notwendig, dass die Politik interveniert. Wenn auf diesem Feld nichts gemacht wird, gehen auch die vermögensbezogenen Unterschiede in Ost und West auf die nächsten Generationen über und werden sich zumindest nicht in absehbarer Zeit nicht verringern lassen. Unser Vorschlag [Anm. d. Red.: des DIW] ist zum Beispiel das Instrument des sogenannten Grunderbes. Das bezeichnet einen Vermögenstransfer an junge Menschen, zum Beispiel im Alter von 20 Jahren, von 10.000 oder 20.000 Euro, einmalig im Leben. Ein zweites Instrument wäre eine Immobilienförderung, die zielgerichtet auf Niedrigeinkommensbezieher ausgerichtet ist. Damit könnte man versuchen, den Nachteil einer niedrigeren Eigentümerquote in Ostdeutschland zu reduzieren. Das sind zwei Beispiele, die geeignet wären, dem entgegenzuwirken.

Und wenn nichts getan wird? Gleicht sich das auch so irgendwann an?

Meine Sorge ist, dass sich dieses Problem dann noch mindestens über ein oder zwei Generationen weiter trägt. Das alleine signalisiert schon, dass die Politik hier etwas tun muss.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Mit Markus Grabka sprach Simon Wenzel, rbb|24.

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72 Kommentare

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  1. 72.

    Was die Regierung anfasst wird schlechter als zuvor. Die Staatsquote beträgt uferlose >50%. Was wir brauchen, ist der großangelegte Rückzug der Politik aus dm persönlichen Leben der Menschen. Es geht den Staat einen Sch…dreck an, wem ich was vererbe. Das ist mein Geld. Von mir erarbeitet.

  2. 71.

    Insoweit fein. Nur das Problem beim Verkauf einer vererbten Immobilie ist oft, dass dies eben nicht zum Höchstpreis möglich ist, weil der Standard oft nicht auf neuestem Stand ist. Das sorgt für deutliche Abschläge. Würde man erst mal investieren, läge der Mehrgewinn fast immer deutlich höher, als diese Investition. Das machen aber Erbengemeinschaften ganz selten. Also wird mit Standard 60er oder 70er Jahre verkauft und da sind die erzielbaren Preise deutlich geringer. Die meisten Eigentümer und Erben haben da zu optimistische Vorstellungen über den Wert der Immobilie.

  3. 70.

    Noch mal ganz klar…. Ich bin absolut gegen eine Erbschaftsteuer da wie sie schon sagen besteuertes Vermögen (in welcher Art auch immer) nochmals besteuert wird. Und die Begründung …. keine Gegenleistung und darum steuern ist völliger Quatsch, da eben auch alles was eine Gegenleistung hat besteuert wird.
    Muss dann etwas verkauft werden… wegen Sohn/Tochter aber nur ein Haus muss man das nicht zum Schnäppchen raushauen… beide Seiten haben doch ein Interesse möglichst viel Geld dafür zu bekommen.
    Dann sagen sie … „Familien aus Berlin….“ das ist aber normal und hat nichts mit vererben zu tun.

  4. 69.

    Es kommt einem so vor, als wenn er in einer Welt ohne Ostdeutsche und „Reiche“ leben will...

  5. 68.

    Perfekt erklärt. Auch etwas abseits des Speckgürtels, an der Dresdner Bahn, der A13 und B96 entlang - also einigermaßen verkehrstechnisch erschlossenen Gebiet, wird es schon mit Wohnungen dünner und die Preise steigen. Fast alle Mietshaus mit abgelaufener Sozialbindung wurden an Privatinvestoren verscherbelt, aber nichts neu gebaut, außer ebenfalls von Privatinvestoren. Wohin die Reise geht, ist auch ohne Brille sichtbar. Die Kommunen erschließen neue Baugebiete für Einfamilienhäuser, verkaufen die Parzellen und dann kannste selber bauen oder eben bleiben, wo der Pfeffer wächst und zur Arbeit in die Gewerbegebiete pendeln. Also bauste und wenn du fertig bist mit dem Haus, der Arbeit und dem Leben, kommt der Finanzminister und sagt deinen Kindern, es ist Zahltag.

  6. 67.

    Ganz so falsch war der Beitrag aber nicht. Spekulanten sind nicht nur die großen Konzerne, es sind auch einzelne private Investoren. Ein Häuschen in der Notlage preiswert aufzukaufen, ein wenig zu sanieren oder zu warten und dann teuer an neue Käufer zu verscherbeln, gehört auch dazu und das passiert sehr wohl in der Realität. Gerade um Berlin herum gibt es da genug Bedarf von vorrangig Berliner Familien, die in der Stadt nichts mehr kaufen können.
    Auch der Punkt mit der Erbschaftssteuer versus Geschenke trifft durchaus zu. Durch diese Steuer werden die Erben derjenigen bestraft, deren Eltern das Geld in die Immobilie und die Familie gesteckt haben, statt es für diversen Luxus zu verscherbeln. Das bedeutete oft dann keinen Urlaub und keine großen Geschenke zu Weihnachten. Diese Entbehrungen werden dann noch mit der Erbschaftssteuer "belohnt".

  7. 66.

    Sie werfen zu viel durcheinander…
    Wir sind uns einig das die Begründung nix taugt.
    Jedes Geschenk ist immer Leistungslos… sehen sie an Weihnachten und Geburtstag.
    Grob gesagt…. Wenn sie das Geschenk behalten … ist das Geld was sie dafür aufwenden versteuert und es fällt nix weiter an.
    Das der Sohn die Tochter ggf. Auszahlen muss und nicht kann hat dann nix mit der Erbschaftsteuer zu tun… sondern ist einfach gleiches Recht für beide.
    Und mit Spekulanten hat das Ganze garnix zu tun… als wären die scharf auf ein EFH am Ar… der Welt.

  8. 65.

    Schönes Beispiel für Unfug. Die Knödel schmeißt eine Maschine aus, die Zahl dürfte im Westen und im Osten die gleiche sein. Nur bekommt der Arbeiter im Osten weniger Lohn. Wo ist jetzt die Produktivität höher?

  9. 64.

    Dann ist die offizielle Begründung eben falsch. Bei vielen Erben geht es das kleine Häuschen. Das ist kein leistungsloses Geschenk, das hat Geld gekostet, das vor dem Ausgeben versteuert wurde. Es kostete das Geld, das viele Familien nicht hatten, um mit ihren Kindern Urlaubsreisen zu machen, weil Kredite bedient werden mussten. Es ist das Geld, das Familien investierten, um ihre Wohnverhältnisse in Eigeninitiative zu verbessern und das war nötig, weil Wohnraum bis heute Mangelware ist. Das öffnet Spekulanten Tür und Tor. Die Grundstückspreise schießen in die Höhe, aber ein bebautes Grundstück ist bebaut, man kann es nicht als Grundstück verkaufen und das Haus in den Rucksack stecken und mitnehmen. Es ist für die Familie nicht mehr wert als vorher, es war und ist ein Zuhause. Ein Zuhause, das die Familie verliert, weil ein Kind die Geschwister nicht auszahlen kann. Es kann sie nicht auszahlen, weil die Bewertung höher liegt und damit steht der Spekulant in der Tür. Danke Deutschland.

  10. 63.

    „ Mich wundert nur, dass soviele gegen eine Erbschaftssteuer und ggf. Erhöhung sind. Es scheinen ja dann die Meisten weit über die Freigrenzen für Angehörige 1. Grades zu kommen und damit ein Geschenk ohne Leistung.“
    Die Begründung ist nicht von ihnen sondern es ist die offizielle. Wäre es mit Leistung bzw. wegen Leistung, wäre es kein Geschenk und dann würde es ja erst recht besteuert werden, sonst würde ja niemand mehr für seine Leistung Steuern zahlen.
    Bei Begründungen für Steuern war man schon immer erfinderisch… meine Lieblingssteuer… die Sektsteuer… 1902 zu Gunsten der Kriegsflotte eingeführt … die Kriegsflotte ist Geschichte…. Die Steuer bleibt.

  11. 62.

    ... man soll es nicht glauben, aber in der DDR (gern auch in den Kommentaren "Zone" genannt) haben die Menschen auch gearbeitet und das nicht zu knapp. Ob jedoch die Bewertung der Rentenpunkte (ein System, das erst irgendwie umgerechnet werden musste) das Fehlen an Wohnungs-, Boden- usw. eigentum ausgleicht, nachdem viele sich nur noch durch irgendwelche "Maßnahmen" geangelt haben, was ja wenig bringt, kann bezweifelt werden.
    Man kann sich halt keine Wahrheit basteln....

  12. 61.

    Der große Missfallen an der Erbschaftssteuer hat seine Ursache nicht in den großen zu erwartenden Erbsummen, sondern schlicht in der Unkenntnis der meisten "Protestierenden". Offenbar haben viele nicht verstanden, wie so ein Land funktioniert. Deshalb ist Steuerbetrug ja quasi ein Kavaliersdelikt, auf das jede*r ein Abrecht zu haben scheint.

  13. 60.

    Man kann sich auch von jeglicher Denkarbeit befreien, indem man glaubt oder eben auch nicht glaubt.
    Das Leben kann so einfach sein!

  14. 59.

    Die Verkaufspreise sind entscheidend. NoName erziehlt für das gleiche Produkt geringere Preise. Bei Pfanni und auch anderswo, wird beides in unterschiedlichen Verpackungen gefertigt. Es ist dasselbe Produkt.
    Die Lohnstückkosten können ohne die Verkaufspreise ermittelt werden. Dann nimmt man die Herstellkosten. Es gibt noch andere Wege die Produktivität, Effektivität, Effizienz festzustellen. Sind die in Mecklenburg Vorpommern höher = höhere Löhne? Immer muss gefragt werden, wie ermittelt man was um was zu bezwecken? Darum geht es.

  15. 58.

    Die Verkaufspreise sind entscheidend. Noname erzihlt für das gleiche Produkt geringere Preise. Bei Pfanni und auch anderswo, wird beides in unterschiedlichen Verpackungen gefertigt. Es ist dasselbe Produkt.
    Die Lohnstückkosten können ohne die Verkaufspreise ermittelt werden. Dann nimmt man die Herstellkosten. Es gibt noch andere Wege die Produktivität, Effektivität, Effizienz festzustellen. Sind die in Mecklenburg Vorpommern höher = höhere Löhne? Immer muss gefragt werden, wie ermittelt man was um was zu bezwecken? Darum geht es.

  16. 57.

    Für die Berechnung von Produktivität gibt es Formeln, da zu braucht es gewisse Datenansammlung , und diese Methode wird von Fachleuten auf internationalen Ebene so angewandt.
    Ergo, es sind Fachleute, die dies messen und veröffentlichen!

  17. 56.

    @Jan 32.... Bin Ossi, ohne den Kredit von Strauß wäre der Saftladen DDR schon fünf Jahre eher untergegangen. Und ohne das verscherbelte Tafelsilber durch Golodkowski noch eher.
    Die Dunkelroten haben das bis heute nicht begriffen.

  18. 55.

    dann sagt die Produktivität als Kennziffer wenig aus. Die Lohnstückkosten aber schon mehr."

    Wobei Ihnen nun wirklich jeder BWLer sagen wird, das die Lohnstückkosten ein Resultat der Produktivität sind.
    Oder um es beispielhaft zu sagen: Wenn ein Arbeiter in einer Stunde 12 Pfanniknödel herstellt und einen Stundenlohn von 12 Euro erhält so liegen die Lohnstückkosten bei 1 Euro.
    Wenn ein anderer Arbeiter bei einem Stundenlohn von 14 Euro in einer Stunde 28 Pfanni-Knödel herstellt, so ist seine Produktivität eben höher und die Lohnstückkostenliegen nur bei 0,5 Euro.

  19. 54.

    Danke für den informativ klasse Beitrag rbb24.

  20. 53.

    Leider entspricht das was in Wikipedia steht der Wahrheit. Das was damals ablief stieß in der alten Bundesrepublik auch auf erhebliche Kritik. Ich kann mich noch gut im Kollegenkreis (VWL, Jura) gut an die sehr skeptischen Unterhaltungen über dieses Thema erinnern. Viele die hier diskutieren kennen die Strukturen der VEB‘s nicht, die neben ihrem eigentlichen Betrieb noch andere Grundstücke und Einrichtungen hatten die nicht zum Produktionsbetrieb gehörten. Diese Teil waren zT erheblich wertvoller als der eigentliche Betrieb. Auch waren viele Betriebe marode oder waren, wie die Textilbetriebe nicht mehr wirtschaftlich. Da nächste Problem war bei wirtschaftlich arbeitenden Betrieben der geänderte Konsum der DDR‘ler die damit ihre eigene Basis zerstörten.
    Es gab übrigens in der Serie Schwarz-Rot-Gold eine Folge über einigungsbedingter Kriminalität und Ihre Ursachen!

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