Europawahlen 2024 - "Letzte Generation" will ins Europaparlament

Mi 07.02.24 | 14:41 Uhr
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Archivbild: Aktivist:innen der Letzten Generation halten ein Banner mit der Aufschrift "Vor den Kippunkten" hoch. (Quelle: dpa/Stroh)
Bild: dpa/Stroh

Die Protestgruppe "Letzte Generation" will bei der Europawahl 2024 kandidieren. Dies kündigte die Sprecherin Carla Hinrichs am Mittwoch an. "Jetzt wollen wir unseren Widerstand von der Straße auch ins Parlament bringen", sagte Hinrichs in einer Online-Konferenz. Die Gruppe sei bekannt als die, die kein Blatt vor den Mund nähmen. Jetzt gelte es, das EU-Parlament aufzumischen.

Die Letzte Generation sei die "Stimme der Überlebenswilligen", ergänzte Henning Jeschke, einer der Gründer der Gruppe. Für die beabsichtigte Kandidatur bei der Europawahl im Juni sei es sehr knapp. Viele hätten gesagt, das könne gar nicht mehr klappen. Doch reiche bei der Europawahl für ein Mandat ein Stimmanteil von etwa 0,5 Prozent, das seien etwa 250.000 Stimmen. Nun gebe es zunächst eine "Community Challenge": Man versuche, intern 100 Freiwillige für die Aktion zu finden sowie 50.000 Euro zu sammeln, sagte Jeschke.

Die 2021 nach einem Hungerstreik gegründete Gruppe hatte zwei Jahre lang vor allem Straßenblockaden mit festgeklebten Aktivisten als Protest gegen eine aus ihrer Sicht zu langsame Klimapolitik organisiert. Kürzlich hatte sie dann angekündigt, auf diese Protestform zu verzichten.

Sendung: radio eins, 07.02.2024, 14:00 Uhr

14 Kommentare

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  1. 14.

    Was meinen Sie, wie die nötigen Maßnahmen aus schauen , wenn sie auf einmal über die Bürger losgelassen werden würden? Habeck hatte es 2022/23 versucht. Meine Güte, ich erinnere mich noch an die großen Einwände der Leute im Land. Die Letzte Generation ist weder unser Vormund, noch die Betreuer. Sie sehen sich als Volksvertreter? Haben wir eine Anarchie, wo es drunter und drüber geht, wenn das Volk das Ruder über nimmt ohne Obrigkeit und ohne Gesetze.

  2. 13.

    Ich wünsche der LG sehr viele Wählerstimmen und sehr viel Erfolg im Europäischen Parlament. Das wird der gesamten Menschheit gut tun. Hoffentlich erreicht sie dort viel mehr als auf der Straße. Wenn die Sturköppe in der Politik nicht die nötigen Maßnahmen umsetzen, müssen sie eben von der LG ersetzt werden.

  3. 12.

    Dürfte schwierig werden, Kandidaten zu finden. Die meisten haben wohl ihr passives Wahlrecht als Vorbestrafte verwirkt.

  4. 11.

    Mag sein, aber, nachdem sie das Parlament so richtig aufgemischt haben (das ist ja die Sprache der wirklich allerletzten Generation von Elvis bis Pelvis und den Grünen und den ;-)) hatten sie ja dafür gesorgt, dass dieser Kleber als auch der Beton EU-subventioniert ist, weil ja sonst die Existenzgrundlage vieler Beklebten ....:;-)

  5. 10.

    Sie haben die Nichtwähler vergessen. Die große Frage ist, wer sich überhaupt noch mit den politischen Repräsentanten identifiziert, insbesondere dann solchen schon öffentlich gescholtenen der Letzten Generation. Das "ehrliche" Wahlergebnis wird meistens nur von einer Zeitung errechnet. Bei der letzten NRW-Wahl war beeindruckend, wie die schiere Beteiligung an der Wahl in den Keller ging. Die Gruppe der Menschen, die politisch gar nicht mehr abgeholt wird, wird größer, aber ob bei der nächsten Bundestagswahl, ist noch abzuwarten. Und dann geht es mit alle alten Institutionen weiter: die Identifikation mit den Kirchen nimmt ab, auch mit dem Staat generell? Dann wundert auch nicht, wenn Politik eingreifen will, und aber dann immer mehr Protest generiert. Es fällt da etwa auseinander im Staate, es muss genau hingeschaut werden, besser kommuniziert werden, nicht nur in Deutschland, wie das mehr zusammen kommt. Sonst ist die Demokratie nur noch ein Minderheitentheater.

  6. 9.

    Was will die „Letzte Generation“ noch, um ihren Willen erfüllt zu bekommen? Jetzt will sie bei der Europawahl kandidieren? Sehr hoch abgehoben scheinen mir ihre Köpfe zu sein.
    Die meistens Bürger sind wegen ihren Handlungen empört. Hirnlos ist es zu glauben beim Klimaschutz, Ihren Wunsch bringt ihnen die Politik schnell auf dem Silbertablett. Die Aktivisten geben sich wie eine trotzige Kindergruppe. Manche gehen lieber dafür in Haft? Das Klima wird dadurch besser? Auf sich aufmerksam machen ist das eine, dass andere ist, dass sie die Politik weder zwingen noch unter Druck setzen können. Sturheit kann Schule machen was die Öffentlichkeit, die Wirtschaft, das Privatleben anderer schädigt. Ihr Hungerstreik brachte nichts. Ihre Aktionen ihre Forderungspunkte werden zur Kenntnis genommen. Die Mitarbeiter der Elbphilharmonie hatten 2022 richtig gehandelt, dass Geländer mitsamt den Kleberaktivisten abgebaut. Festkleben ist keine Kunst, ebenfalls da wo sie anderen die Freiheit nehmen.

  7. 8.

    „Reale Vorschläge dazu werden nicht genannt“
    Da empfehle ich Ihnen die tägliche rbb Berichterstattung. Jeden Tag wird an realen Lösungen gearbeitet. Sie ermuntere ich da rentenwirksam und gebend mitzumachen. Dann erkennen Sie schnell: Diese Lösungen bringen viel mehr als ein 9€ Ticket oder ein T.limit.

    Im übrigen, ist die Parlamentsarbeit auch der richtige Ort, um für seine Ideen zu werben.

  8. 7.

    Erst einmal sollte Geld für die angerichteten Schäden gesammelt und gezahlt werden.
    Wer das Brandenburger Tor und das Grundgesetz-Denkmal beschmiert, hat nichts in einem Parlament zu suchen.

  9. 6.

    „Jetzt gelte es, das EU-Parlament aufzumischen“. Darauf wartet die EU?
    Was für eine Sprache der heutigen Jugend. Die Protest- Gruppe sei bekannt als die, die kein Blatt vor den Mund nähmen? Nun in Brüssel wird die Letzte Generation evtl. sprechen, aber zu hören bekommen, dass es noch andere Dinge gibt als nur die Kleber. Wie oft sind die Stühle fast leer im EU- Parlament, wenn eine Rede gehalten wird? Denke ich an die vielen anderen Demos bei anderen Bereichen und würden sie auch auf die Idee kommen zu kandidieren, dann sitzt ganz DE mit Pro und Kontra in Brüssel? Gut gemeint, Letzte Generation, Brüssel bewegt sich jedoch nicht nur für die Teerstraße.



  10. 5.

    Hat den diese Gruppe wirklich dem Klima und nicht hreem Ansehen dienlich Vorschläge? Es immer das gleiche,Fortschritt ,Wirtschaft und das normale menschliche
    nicht mit einbezogen.

  11. 4.

    ... und wenn man wieder aus dem Parlament fliegt, klebt man sich dort einfach fest.

    Vielen Dank auch noch für das generelle Tempolimit auf deutschen Autobahnen und das 9-Euro-Deutschlandticket für alle. Beides haben wir ja offenbar jetzt, denn die bockigen Kinder hatten ja verkündet, so lange zu kleben, bis diese Mindestforderungen erfüllt sind.

  12. 3.

    Eine großartige Entscheidung!
    Unsere derzeitige Regierung, sowie auch die EU, haben kein großes Interesse am Umweltschutz... außer mit Prozenten zu jonglieren.
    Reale Vorschläge dazu werden nicht genannt.
    Wir sollten nicht vergessen, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder noch ein Recht auf eine gesunde Welt haben!!!

  13. 2.

    Super!
    SPD, Grüne und Linke werden die ganzen Klimawähler verlieren.
    Meine Prognose für die Europawahl:
    CDU/CSU 22%
    AfD 18%
    BSW 13%
    LG 9%
    Grüne 8%
    DAVA 7%
    SPD 7%
    FW 4%
    FDP 3%
    Tierschutz 2%
    Linke 2%
    Sonstige 4%

  14. 1.

    Gratulation. Eine gute Entscheidung. Der Weg ist das Ziel. Im Hinblick auf Klimaschutz kann man sicherlich mehr auf politischer Ebene erreichen, als (festgeklebt) auf der Straße.
    Der größte Gegener wird des Wählers Unwille zu Einschränkungen im Konsumverhalten, der Einfluss der Lobbyisten und der Faktor Zeit sein.

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